Es gibt mittlerweile eine sehr große Bandbreite an verschiedenen Substraten für das Aquarium. Welches für das eigene Aquarium am Besten ist muss sich Jeder selbst überlegen.
Neutrale Substrate
Sand und Kies aus Quarz sind am weitesten in der
Aquaristik
verbreitet. Es gibt sie in verschiedenen Farben und
Körngrößen,
natürlichen Farben und künstlich eingefärbt. Sie
beeinflussen
den pH-Wert und die Wasserhärte nicht. Da es sich um Gestein
handelt
sind die Körner hart und formstabil.
Substrate aus granuliertem, gebranntem Ton (JBL Monado,
Aquaclay) beeinflussen die Wasserhärte und pH-Wert ebenfalls
nicht.
Sie können aber in der Anfangszeit Eisen und andere Spurelemente
binden.
Erst wenn alle Bindungsstellen abgesättigt sind, ist der
zugeführte
Dünger im Wasser messbar. Tonsubstrate haben eine geringe Dichte
und
sind viel leichter als Kies oder Sand. Ein Teil des Materials schwimmt
sogar. Das kann vor allem am Anfang die Bepflanzung erschweren.
Besonders
Pflanzen mit feinen Wurzeln lösen sich leicht wieder aus diesem
Substrat.
Aktive Substrate
Die so genannten Soils sind aktive Substrate. Sie
wirken
als Ionentauscher und senken den pH-Wert und die Härte.
Abhängig
von der Wasserhärte ist diese Austauschkapazität bereits nach
wenigen Monaten oder erst nach Jahren erschöpft. Bis dahin
entziehen
die Substrate dem Wasser ständig Calcium und Magnesium.
Soils sind aus granuliertem Ton hergestellt, aber
lediglich
getrocknet und nicht gebrannt. Daher sind die einzelnen Körner
nicht
so hart wie Kies oder die gebrannten Tonsubstrate. Im nassen Zustand
können
weichere Granulate mit den Händen zerrieben werden. Soils werden
vor
der Verwendung nicht gewaschen. Bei der Neueinrichtung tritt in der
Regel
eine Trübung auf, die aber nach einigen Stunden von allein
verschwindet.
Es gibt Erfahrungsberichte, dass die Struktur von Soils
völlig zusammenbrechen kann. Dann bilden sie eine schlammige
Masse.
Die Ursache dafür ist nicht bekannt. Der Zerfall wird offenbar
durch
längeres offenes Lagern vor dem Wässern oder durch Trocknen
und
wieder Anfeuchten herbeigeführt. In der Regel bleiben Soils im
Aquarium
aber über mehrere Jahre formstabil. Nicht alle Soils vertragen die
Bearbeitung mit der Mulmglocke.
Speziell für Pflanzenaquarien entwickelte Soils
enthalten Dünger. Aqua Design Amano (ADA) bietet eine Serie von
verschiedenen
Substraten an, die unterschiedlich gefärbt und gedüngt sind.
Auch der NatureSoil von Oliver Knott und Ferti-Soil von Aquatic Nature
gehört in diese Gruppe. Diese Substrate enthalten neben den
natürlich
in den Tonmineralien enthaltenen Nährstoffen auch Stickstoff und
Phosphat.
Dadurch erhöht sich der Gehalt an Ammonium und Nitrat im Wasser.
Das
macht es notwendig in den ersten 1 bis 2 Monaten
überschüssige
Nährstoffe durch große (50-80%), wöchentliche
Wasserwechsel
zu entfernen um Algenwachstum zu vermeiden. Zu empfehlen ist ein
solcher
Bodengrund für dicht bepflanzte Aquarien mit geringem Fischbesatz.
Für die Haltung von Garnelen gibt es
ungedüngte
aktive Substrate. Dazu gehören Ebi Gold Shrimp Soil, Riki Magic
Soil
und Shirakura Red Bee Sand. Sie sollen die Pflanzen allein mit den in
ihren
natürlichen Rohstoffen enthaltenen Makro- und
Mikronährstoffen
versorgen. Stickstoff und Phosphat sind hier nicht extra zugesetzt.
Diese
Substrate regulieren zwar den pH-Wert und die Härte, Wasserwechsel
müssen aber dennoch regelmäßig durchgeführt
werden!
Regelmäßige kleinere (ca. 20 %) Wasserwechsel alle zwei
Wochen
reichen aus, sofern nicht übermäßig gefüttert wird.
(Garten-) Erde im Aquarium?
Aerobes Substrat
Walstad: Holzfasersubstrat oder Rindenkompost, 19 l
Erde
mit 2/3 Tasse Knochenmehl (Vigoro´s Bone meal) , Steine auf die
Glasplatte
(darunter liegende Erde würde faulen), Tonerde zum bedecken des
Bodens,
darauf Erde (2,5 cm ), anfeuchten, bepflanzten, mit einem Löffel
zum
Abdecken etwa 2 cm Kies oder Sand darauf
© Wilstermann-Hildebrand
2010 - 2011