Sellerie (Apium graveolens)
gehört zu den Doldenblülern. Die Wurzel ist knollenartig
verdickt. Die Blätter sind unpaarig gefiedert. Die Pflanzen wachsen an Gräben,
Bächen und an Flussufern. Oft findet man sie in
Küstennähe auf salzigen Böden. Die Wildform riecht sehr
streng und und schmeckt scharf-bitter. Die Kulturformen sind
wohlschmeckend aromatisch.
Schwebfliegen auf den Blüten von Stangesellerie
Die Blüten sind eine vielbesuchte Nahrungsquelle von Insekten.
Für die Ernte sind blühende Pflanzen aber nicht mehr geeignet.
Vom Sellerie ist vor allem die Form des Knollenselleries bekannt, die
als Bestandteil des Suppengrüns Eintöpfen Aroma gibt.
Botanisch handelt es sich um Apium graveolens var. rapaceum. Beim Stangensellerie handelt es sich um die Varietät Apium graveolens var. dulce. Er wird vor allem als Snackgemüse zum Dippen, für frische Salate oder als Beilage gedünstet gegessen. Sie Stiele sind fest und haben an der Oberseite eine breite Rinne. Die dritte Form ist der Schnittsellerie Apium graveolens var. secalinum.
Er hat weichere Blätter mit dünneren Stielen. Er kann bis zum
Frost ständig frisch geerntet werden und wird als Würzkraut
wie Petersilie kultiviert und auch so verwendet.
Sellerie ist sehr vitaminreich, enthält viele Ballaststoffe,
beugt Herz-Kreislauferkrankungen vor und wirkt entwässernt.
Knollen-
und Stangensellerie werden ab Februar ausgesät, wenn sie in
Frühbeetkästen oder in Kalthäusern bereits früh
ausgeplanzt werden sollen. Sollen die Jungpflanzen ins Freiland kann
mit der Aussaat bis März gewartet werden. Schnittsellerie für
den Unterglasanbau wird ab Mitte Januar, für Freilandpflanzungen
ab März
bis Mai, für späte Ernten im September unter Vlies oder unter
Glas ausgesäht.
Zur Vorkultur werden die Pflanzen etwa 8 Wochen vor dem geplanten
Auspflanzen ins Freiland in Saatkisten vorgezogen. Bei 18 bis 22 °C
keimt das Saatgut innerhalb von zwei bis drei Wochen. Die Jungpflanzen
sind kälteempfindlich und dürfen nicht unter 16 °C weiter
kultiviert werden. Sellerie ist ein
Lichtkeimer. Das Saatgut wird nicht mit Erde abgedeckt, sondern nur
angedrückt und gut feucht - aber nicht nass - gehalten.
Sämlinge werden
in kleine Töpfe oder Multitopfpaletten pikiert, sobald sie die
ersten Laubblätter bekommen. Sie bekommen
einmal im Monat etwas Flüssigdünger.
Ab
Ende April bis spätestens Mitte Juni werden die Jungpflanzen
mit einem Abstand von 40 x 40 cm ins Freiland gepflanzt. Bei
Knollensellerie werden die Pflanzen so tief eingesetzt, dass ein Teil
des Knollenansatzes über den Erde bleibt. Sellerie liebt
nährstoff- und humusreichen Boden an sonniger Stellen. Er mag Salz
(Chlorid). Eine Grunddüngung mit (Schweine-) Mist und Gaben von
Holzasche wirken sich günstig aus. Wichtig
sind gleichmäßige Wassergaben und ausreichende Düngung.
Gute Mischkulturpartner
sind Bohnen, Gurken, Kohl (Weißkohl, Brokkoli, etc), Kohlrabi,
Knoblauch, Porree, Spinat, Pastinaken, Möhren, und Tomaten. Eine gemeinsame Kultur mit
Kartoffeln und Mais gilt als ungünstig.
Das Saatgut ist
bei kühler, trockener und dunkler Lagerung etwa 3 Jahre haltbar. Mit der Zeit nimmt die Keimfähigkeit aber ab.
Die wichtigste Erkrankung des Selleries ist der Sellerierost (Puccinia apii).
Dieser Pilz wird meist mit dem Saatgut
übertragen. Er verursacht Blattflecken und ein Eintrocknen des
Laubes.
Die Knollen bleiben klein. Seine Entwicklung wird durch hohe
Luftfeuchtigkeit im Sommer und Kalkmangel begünstigt. Die Pflanzen
sollten darum
immer gut abtrocknen können und nicht zu dicht stehen. Vorbeugend
hilft die Spritzung mit Schachtelhalmbrühe an drei aufeinander
folgenden Tagen. Es gibt auch wirksame Fungizide gegen den Pilz.
Sellerie sollte erst nach vier Jahren wieder auf die selbe Fläche
kommen.
Knollensellerie (Apium graveolens var. rapaceum)
Knollensellerie bringt etwa einen Ertrag von 2,5 bis 3 kg pro
Quadratmeter. Das ist ausreichend für den Jahresbedarf von etwa 2
bis 3
Personen. Etwa 8 bis 10 Pflanzen sind demnach ausreichend um eine
dreiköpfige Familie mit Knollensellerie für Waldorfsalat,
Suppen und Eintöpfe zu versorgen. Die Pflanzen haben einen hohen
Bedarf an Stickstoff und Kalium. Darum müssen sie außer der
Grunddüngung mit Volldünger, Mist- oder Kompost zur Pflanzung
noch zwei Kopfdüngungen mit ausgewogenem Volldünger (20 - 30
g / Quadratmeter) Anfang Juli und Anfang August bekommen. Kühle
Temperaturen bewirken eine Blütenbildung (Schossen). Dann werden
keine anständigen Knollen ausgebildet. Die Pflanzen müssen darum vor Temperaturen unter 18 °C geschützt werden. Starken
Zuwachs haben die Knollen vor allem im Herbst, wenn es etwas
kühler wird. Die Knollen dürfen nicht angehäufelt werden.
Bekannte Knollensellerie-Sorten sind ´Prinz´ und
´Balena´. ´Bergers´s weiße Kugel´
und ´Monarch´ sind widerstandsfähig gegenüber
Sellerierost
Das Kraut des Knollenselleries kann zum Würzen verwendet
werden.
Schneidet man es jedoch ab, wächst die Knolle nicht mehr so
kräftig
weiter. Man kann aber zur Krauternte auch extra angezogene oder
überzählige Knollenselleriepflanzen statt Schnittsellerie
verwenden.
Stangensellerie (Apium graveolens var. dulce)
Manche Stangensellerie-Sorten werden gebleicht indem die
Stängel im unteren Bereich zwei bis drei Wochen vor der Ernte
lichtdicht umwickelt oder mit Erde angehäufelt werden. Neue Sorten
sind selbstbleichend (´Golden Spartan´,
´Tango´). Einige Sorten sind toleranter gegenüber
niedrigen Temperaturen und neigen weniger zum Schossen als andere. Auch
Toleranzen gegen Blattflecken durch Sellerierost gibt es bei einigen
Züchtungen.
Schnittsellerie (Apium graveolens var. secalinum)
Schnittsellerie kann im Kräuterbeeet oder Balkonkasten
während des ganzen Jahres (März bis November) immer wieder
geernetet werden. Die Pflanzen werden etwa 40 bis 60 cm hoch.
Schnittsellerie
Heilpflanze Sellerie
Selleriekraut und die Knolle wirkt harntreibend und
entwässernd. Ein Aufguß aus den Samen soll gegen die
Schmerzen bei Rheuma und Arthritis wirken. Eine Teelöffel der
leicht gequetschten Samen in einer Tasse Wasser erst 5 Minuten sieden
und danach noch 10 Minuten ziehen lassen. Diesen Tee dann warm trinken.
Kocht man drei Stangen Sellerie 20 Minuten in 300 ml Milch erhält
man "Selleriemilch", die innerlich angewendet ebenfalls gegen Rheuma
wirken soll.
Literatur:
E. Herrmann-Lejeune (1995): Unser Hausgarten.- DLG-Verlag, Frankfurt/Main
P. McHoy, P. Westland (1998): Die Kräuter-Bibel - Praktische
Kräuterkunde für Garten und Gesundheit.- Könemann
Verlagsgesellschaft, Köln
Chr. Rupp (2012): Sellerie - dreifach gut.- Mein schöner Garten, Januar 2011, 74-76
© Wilstermann-Hildebrand 2012