Sellerie - die Kulturformen von Apium graveolens



Besuchen Sie uns bei Facebook.

digg.comLinkarenafavoriten.degoogledel.icio.usMr. WongFolkd
Startseite 

Zurück zu den Gartenpflanzen

Wir bieten Sellerie-Saatgut in unserem Shop an.


Sellerie (Apium graveolens) gehört zu den Doldenblülern. Die Wurzel ist knollenartig verdickt. Die Blätter sind unpaarig gefiedert. Die Pflanzen wachsen an Gräben, Bächen und an Flussufern. Oft findet man sie in Küstennähe auf salzigen Böden. Die Wildform riecht sehr streng und und schmeckt scharf-bitter. Die Kulturformen sind wohlschmeckend aromatisch.

Schwebfliegen auf Stangensellerie

Schwebfliegen auf den Blüten von Stangesellerie
Die Blüten sind eine vielbesuchte Nahrungsquelle von Insekten.
Für die Ernte sind blühende Pflanzen aber nicht mehr geeignet.

Vom Sellerie ist vor allem die Form des Knollenselleries bekannt, die als Bestandteil des Suppengrüns Eintöpfen Aroma gibt. Botanisch handelt es sich um Apium graveolens var. rapaceum. Beim Stangensellerie handelt es sich um die Varietät Apium graveolens var. dulce. Er wird vor allem als Snackgemüse zum Dippen, für frische Salate oder als Beilage gedünstet gegessen. Sie Stiele sind fest und haben an der Oberseite eine breite Rinne. Die dritte Form ist der Schnittsellerie Apium graveolens var. secalinum. Er hat weichere Blätter mit dünneren Stielen. Er kann bis zum Frost ständig frisch geerntet werden und wird als Würzkraut wie Petersilie kultiviert und auch so verwendet.
 
Sellerie ist sehr vitaminreich, enthält viele Ballaststoffe, beugt Herz-Kreislauferkrankungen vor und wirkt entwässernt.

Knollen- und Stangensellerie werden ab Februar ausgesät, wenn sie in Frühbeetkästen oder in Kalthäusern bereits früh ausgeplanzt werden sollen. Sollen die Jungpflanzen ins Freiland kann mit der Aussaat bis März gewartet werden. Schnittsellerie für den Unterglasanbau wird ab Mitte Januar, für Freilandpflanzungen ab März bis Mai, für späte Ernten im September unter Vlies oder unter Glas ausgesäht.
Zur Vorkultur werden die Pflanzen etwa 8 Wochen vor dem geplanten Auspflanzen ins Freiland in Saatkisten vorgezogen. Bei 18 bis 22 °C keimt das Saatgut innerhalb von zwei bis drei Wochen. Die Jungpflanzen sind kälteempfindlich und dürfen nicht unter 16 °C weiter kultiviert werden. Sellerie ist ein Lichtkeimer. Das Saatgut wird nicht mit Erde abgedeckt, sondern nur angedrückt und gut feucht - aber nicht nass - gehalten. Sämlinge werden in kleine Töpfe oder Multitopfpaletten pikiert, sobald sie die ersten Laubblätter bekommen. Sie bekommen einmal im Monat etwas Flüssigdünger.
Ab Ende April bis spätestens Mitte Juni werden die Jungpflanzen mit einem Abstand von 40 x 40 cm ins Freiland gepflanzt. Bei Knollensellerie werden die Pflanzen so tief eingesetzt, dass ein Teil des Knollenansatzes über den Erde bleibt. Sellerie liebt nährstoff- und humusreichen Boden an sonniger Stellen. Er mag Salz (Chlorid). Eine Grunddüngung mit (Schweine-) Mist und Gaben von Holzasche wirken sich günstig aus. Wichtig sind gleichmäßige Wassergaben und ausreichende Düngung.

Gute Mischkulturpartner sind Bohnen, Gurken, Kohl (Weißkohl, Brokkoli, etc), Kohlrabi, Knoblauch, Porree, Spinat, Pastinaken, Möhren, und Tomaten. Eine gemeinsame Kultur mit Kartoffeln und Mais gilt als ungünstig.
Das Saatgut ist bei kühler, trockener und dunkler Lagerung etwa 3 Jahre haltbar. Mit der Zeit nimmt die Keimfähigkeit aber ab.

Die wichtigste Erkrankung des Selleries ist der Sellerierost (Puccinia apii). Dieser Pilz wird meist mit dem Saatgut übertragen. Er verursacht Blattflecken und ein Eintrocknen des Laubes. Die Knollen bleiben klein. Seine Entwicklung wird durch hohe Luftfeuchtigkeit im Sommer und Kalkmangel begünstigt. Die Pflanzen sollten darum immer gut abtrocknen können und nicht zu dicht stehen. Vorbeugend hilft die Spritzung mit Schachtelhalmbrühe an drei aufeinander folgenden Tagen. Es gibt auch wirksame Fungizide gegen den Pilz. Sellerie sollte erst nach vier Jahren wieder auf die selbe Fläche kommen.


Knollensellerie (Apium graveolens var. rapaceum)

Knollensellerie bringt etwa einen Ertrag von 2,5 bis 3 kg pro Quadratmeter. Das ist ausreichend für den Jahresbedarf von etwa 2 bis 3 Personen. Etwa 8 bis 10 Pflanzen sind demnach ausreichend um eine dreiköpfige Familie mit Knollensellerie für Waldorfsalat, Suppen und Eintöpfe zu versorgen. Die Pflanzen haben einen hohen Bedarf an Stickstoff und Kalium. Darum müssen sie außer der Grunddüngung mit Volldünger, Mist- oder Kompost zur Pflanzung noch zwei Kopfdüngungen mit ausgewogenem Volldünger (20 - 30 g / Quadratmeter) Anfang Juli und Anfang August bekommen. Kühle Temperaturen bewirken eine Blütenbildung (Schossen). Dann werden keine anständigen Knollen ausgebildet. Die Pflanzen müssen darum vor Temperaturen unter 18 °C geschützt werden. Starken Zuwachs haben die Knollen vor allem im Herbst, wenn es etwas kühler wird. Die Knollen dürfen nicht angehäufelt werden.
Bekannte Knollensellerie-Sorten sind ´Prinz´ und ´Balena´. ´Bergers´s weiße Kugel´ und ´Monarch´ sind widerstandsfähig gegenüber Sellerierost
Das Kraut des Knollenselleries kann zum Würzen verwendet werden. Schneidet man es jedoch ab, wächst die Knolle nicht mehr so kräftig weiter. Man kann aber zur Krauternte auch extra angezogene oder überzählige Knollenselleriepflanzen statt Schnittsellerie verwenden.

Stangensellerie (Apium graveolens var. dulce)

Manche Stangensellerie-Sorten werden gebleicht indem die Stängel im unteren Bereich zwei bis drei Wochen vor der Ernte lichtdicht umwickelt oder mit Erde angehäufelt werden. Neue Sorten sind selbstbleichend (´Golden Spartan´, ´Tango´). Einige Sorten sind toleranter gegenüber niedrigen Temperaturen und neigen weniger zum Schossen als andere. Auch Toleranzen gegen Blattflecken durch Sellerierost gibt es bei einigen Züchtungen.

Schnittsellerie (Apium graveolens var. secalinum)

Schnittsellerie kann im Kräuterbeeet oder Balkonkasten während des ganzen Jahres (März bis November) immer wieder geernetet werden. Die Pflanzen werden etwa 40 bis 60 cm hoch.

Schnittsellerie

Schnittsellerie

Heilpflanze Sellerie

Selleriekraut und die Knolle wirkt harntreibend und entwässernd. Ein Aufguß aus den Samen soll gegen die Schmerzen bei Rheuma und Arthritis wirken. Eine Teelöffel der leicht gequetschten Samen in einer Tasse Wasser erst 5 Minuten sieden und danach noch 10 Minuten ziehen lassen. Diesen Tee dann warm trinken. Kocht man drei Stangen Sellerie 20 Minuten in 300 ml Milch erhält man "Selleriemilch", die innerlich angewendet ebenfalls gegen Rheuma wirken soll.



Literatur:

E. Herrmann-Lejeune (1995): Unser Hausgarten.- DLG-Verlag, Frankfurt/Main

P. McHoy, P. Westland (1998): Die Kräuter-Bibel - Praktische Kräuterkunde für Garten und Gesundheit.- Könemann Verlagsgesellschaft, Köln

Chr. Rupp (2012): Sellerie - dreifach gut.- Mein schöner Garten, Januar 2011, 74-76




© Wilstermann-Hildebrand 2012