Die perfekten Kulturbedingungen gibt es nicht! Jede
Pflanze
hat von Natur aus ein Optimum bei dem ihre Lebensprozesse optimal
ablaufen.
Bei idealer Temperatur und Nährstoffversorgung, optimalem pH-Wert
und Lichtangebot kann sie mit einem Minimum an Aufwand ein Optimum an
Wachstum
erreichen. Für die Pflanze wäre es dabei optimal mit
möglichst
wenigen Blättern für die Assimilation, möglichst viele
Samen
bilden zu können. Unser Kulturziel, möglichst viele,
große,
lange haltende Blätter zu errreichen, entspricht nicht der
biologischen
Notwendigkeit für die Pflanze. Die Kulturbedingungen zum Erreichen
der maximalen Samenmenge und für die Bildung vieler schöner
Blätter
sind nichts zwangsläufig gleich. Wo diese Optima jeweils liegen
könnte
man mit aufwändigen Experimenten genau ermitteln. Ganz sicher
stellen
die Wasserwerte am Naturstandort weder das Eine noch das Andere dar.
Vielmehr
spiegeln sie die Bedingungen wieder, unter denen die Pflanze
überleben
kann. Einer oder mehrer Faktoren verhindern, dass an der selben Stelle
andere Pflanzen wachsen, die so konkurrenzstark sind, diese eine Art zu
verdrängen. An ihrem Naturstandort wachsen die Pflanzen in einer
biologischen
Nische. Diese bietet ihnen bei allen lebensnotwendigen Faktoren
zumindest
das Minimum. In ein anderen Bereich verpflanzt, können die
Pflanzen
durchaus gut gedeihen. Allerdings müssen sie dann oft vor der
Konkurrenz
anderer schneller, wachsender oder höherer Arten geschützt
werden.
Da wir in der Regel mehr als nur eine Art im Aquarium
pflegen, mussen wir bei der Wahl der Kulturbedingungen ohnehin
Kompromisse
machen.
In der Literatur gibt es viele Erfahrungswerte zu
den
pH-Wert- und Temperaturbereichen in denen Aquarienpflanzen gedeihen.
Ich
habe einmal von 100 Arten die Ansprüche verglichen und sie
ausgewertet.
Dabei hat sich gezeigt, dass die meisten dieser 100 Pflanzen in einem
pH-Bereich
zwischen 6,5 und 7,0 kultivierbar sind. In der folgenden Abbildung ist
die Verteilung der Wasserpflanzen auf die verschiedenen Temperatur- und
pH-Bereiche dargestellt. Es ist deutlich zu sehen, dass die meisten
Pflanzen
an Temperaturen von 22-26 °C und einen pH-Wert von 6,5 bis 7,0
angepasst
sind. Dabei handelt sich um etwa 90% der auf Heimbiotop
vorgestellten
Arten.
Bei einer Temperatur von 22 bis 26 °C und einem
pH-Wert
von 6,5 bis 7 lassen sich also die meisten Aquarienpflanzen problemlos
kultivieren. Entsprechend kann man diese Werte als Optimum für die
Aquarienkultur ansehen.
Einige Pflanzen haben spezielle Ansprüche. Sie
vertragen
beispielsweise nur sehr weiches Wasser. Solche speziellen
Weichwassserpflanzen
sind in den meisten Fällen nicht für die Verwendung in
normalen
Aquarien geeignet, weil man oft nur nennesweerte Kulturerfolge erzielt,
wenn man die Kulturbedingen sehr genau an ihre Bedürfnisse anpasst.
Wasser ist chemisch H2O. Ein bipolares
Molekül
aus Wasserstoff und Sauerstoff. Es ist ein gutes Lösungsmittel. Es
ist sehr selten chemisch rein (destilliertes Wasser) sondern
enthält
die Ionen verschiedener darin gelöster Salze. Die Art und Menge
der
im Wasser gelösten Ionen bestimmen über seine Eigenschaften.
Die meisten Aquarianer verwenden Leitungswasser
für
ihre Becken. Wie man an Hand der Tabelle gut erkennen kann ist das
Leitungswasser
nicht überall gleich. Es entspricht überall den Normen
für Trinkwasser. In Bezug auf ihre Aquaristische Eignung
unterscheiden
sie sich jedoch sehr stark.
Die Nährstoffgehalte reichen nicht für
eine
Versorgung der Aquarienpflanzen aus.
Lediglich Calcium und Magnesium sind in ausreichender
Menge vorhanden.
© Wilstermann-Hildebrand
2010 - 2011