|
Besuchen Sie uns bei Facebook. |
|
|
|
Abteilung Phycophyta Abteilung Heterokontophyta |
Die meisten Organismen, die wir als Algen bezeichnen sind Pflanzen (Grün-, Braun- und Kieselalgen). Das bedeutet, dass sie die gleichen Bedürfnisse haben wie unsere gezielt ausgewählten Aquarien- oder Teichpflanzen. Sie haben einen Zellstoffwechsel bei dem sie Zucker zu Wasser und Kohlendioxid veratmen. Zur Deckung ihres Energiebedarfs sind sie in der Lage mit Hilfe von Licht Zucker selbst aus Kohlendioxid und Wasser zu synthetisieren. Der Vorgang der Photosynthese unterscheidet sich bei ihnen nicht von dem der höheren Pflanzen. Allerdings sind Algen kleiner, d. h. es ist ein größerer Prozentteil ihrer Masse direkt dem Licht ausgesetzt und kann aktiv an der Photosynthese mitwirken. Daher sind ihre Stoffwechselumsätze pro Gramm Pflanzenmasse höher. Man benötigt darum recht viele Pflanzen um ihnen ausreichend Konkurrenz um Licht und Nährstoffe entgegen zu setzen. Die Blaualgen (Cyanophyta) sind dagegen bakterienähnliche Organismen ohne einen echten Zellkern. Sie haben andere Bedürfnisse als Pflanzen. Daher müssen sie auch auf andere Art bekämpft werden als die Grün-, Braun- und Kieselalgen.
Es gibt einzellige Algen, koloniebildende Arten und
Mehrzeller.
Einzellige Arten der Grünalgen leben z. B. als Plankton im freien
Wasser, besiedeln feuchte Erde und wachsen sogar auf Schnee. Im Meer
leben
sie teilweise im Körper von anderen Tieren und versorgen diese mit
Nährstoffen (einige Quallen, Muscheln und Schnecken). Sie
können
mit Pilzen Flechten bilden. Koloniebildende Arten sind Einzeller, die
sich
aneinander haften, aber getrennte Stoffwechsel haben. Dazu gehören
zum Beispiel die Arten der Gattung Dinobryon.
Eine Übergangsform zwischen den koloniebildenden
Einzellern und den Mehrzeller stellen Kolonialindividuen dar.
Die Grünalge Volvox besteht aus Tausenden
von Zellen, die durch Plasmabrücken verbunden sind. Bestimmte
Bereiche
des so entstehenden kugelförmigen Komplexes sind auf die
Reproduktion
spezialisiert, andere sind nur Bestandteil der Struktur.
Bryopsis hat eine federähnliche Struktur.
Die einzelnen Fäden bestehen aus jeweils einer vielkernigen Zelle.
Diese entsteht dadurch, dass bei der Zellteilung keine
Zwischenwände
gebildet werden. Vielzellige Algen, die differenzierte Gewebe bilden
werden
als Tange bezeichnet. Der Meeressalat (Ulva spec.) ist eine
Grünalge und ein Tang.
Er haftet mit spezialisierten Wurzelzellen am Untergrund. Die meisten
Braunalgen
und einige Rotalgen (z.B. Palmaria sp.) sind ebenfalls Tange.
Algen vermehren sich durch Teilung, durch Bildung von
Dauerformen, den Zysten (widerstehen Trockenheit) und geschlechtlich.
Bei der sexuellen Vermehrung können begeißelte Spermatozide
oder amöboide Formen entstehen. Auch die adulten Formen
können
begeißelt sein und sich fortbewegen.
Aus ästhetischen Gründen finden wir Algen
im Aquarium oder Teich als lästig. Biologisch sind sie aber
unverzichtbar. Sie produzieren einen Großteil des Sauerstoffs der
heute in unsere Atmosphäre ist. Sie binden Nährstoffe aus dem
Wasser und bringen sie in die Nahrungskette. Einzellige Algen dienen
als Phytoplankton schon den kleinsten Larven als Nahrung. Aufsitzende
Algen werden Wassertieren abgeweidet. Makroalgen sind Lebensgrundlage
für Schnecken, Krebse, Seeigel, Fische und Schildkröten.
Selbst Flechten, die Symbionten aus Algen und Pilzen sind, werden
beispielsweise von Rentieren als Nahrung genutzt.
Auch der Mensch nutz verschieden Algen für seine Ernährung.
Einige Algen werden als Gemüse gegessen (z. B. beim Sushi), andere
liefern Rohstoffe für Bindemittel oder dienen als
Nahrungsergänzungsmittel. In Fischfutter
sind verschiedene Algen als Zusätze enthalten. Hauptsächlich
finden hier Chlorella und Spirulina Verwendung.
| Chlorella vulgaris | Spirulina spec. |
|
Allgemein [%] |
|
|
| Protein | 55,9 | 60,4 |
| Kohlenhydrate | 15,0 | 12,6 |
| Fette | 7,0 | 4,9 |
| Asche | 7,0 | 8,0 |
| Rohfaser |
- |
8,5 |
Protein [%] |
|
|
Aminosäuren, essentiell |
||
| Isoleucin | 3,0 | 4,8 |
| Leucin | 4,7 | 7,1 |
| Lysin | 3,8 | 7,5 |
| Methionin | 0,8 | 2,0 |
| Phenylalanin | 3,0 | 3,6 |
| Threonin | 2,6 | 8,3 |
| Tryptophan | 0,9 | 2,4 |
| Valin | 3,2 | 5,1 |
Aminosäuren, nicht essentiell |
||
| Alanin | 3,2 | 5,4 |
| Arginin | 4,0 | 5,2 |
| Asparagin | 5,0 | 6,0 |
| Cystin | 0,4 | 0,6 |
| Glutamin | 6,0 | 8,6 |
| Glycin | 3,2 | 6,6 |
| Histidin | 1,0 | 1,0 |
| Prolin | 3,4 | 5,6 |
| Serin | 2,2 | 3,6 |
| Tyrosin | 1,7 | 2,5 |
| Kohlehydrate |
||
| Ramnose |
- |
9,0 |
| Glucan |
- |
1,5 |
| Phosphorilierte Cyclitole | - |
2,5 |
| Glucosamin + Muraminsäure | - |
2,0 |
| Glycogen | - |
0,5 |
Farbstoffe [mg/kg] |
|
|
| Carotinoide, gesamt | 1.200 | 3.350 |
| davon b-Carotin |
k. A. |
1.200 - 1.800 |
| Chlorophyll | 21.000 | 11.800 |
| Phycocyanin |
- |
12.000 -
15.000 |
Vitamine[mg/kg] |
|
|
| Vitamin A | 600,0 | |
| Ascorbinsäure (C) | 220,0 | |
| Biotin (H) | 1,9 | 0,4 |
| Cyanocobalamin (B12) | 0,10 | 0,11 |
| Ca-Pantothenat | 13,0 | 11 |
| Folsäure | 0,27 | 0,5 |
| Inositol | 1.500 | 350 |
| Niacin | 230 | 118 |
| Pyridoxin (B6) | 5,0 | 6,0 |
| Riboflavin (B2) | 6,0 | 40 |
| Thiamin (B1) | 4,0 | 55 |
| Tocopherol (E) | 66,0 | 10 - 60 |
| Ubichinon (Q10) | - |
2,0 |
| p-Aminobenzoesäure (PABA) | 0,6 | - |
Mineralstoffe / Spurenelemente [mg/kg] |
|
|
| Calcium (Ca) | 4.810 | 3.200 |
| Phosphor (P) | 9.770 | 6.800 |
| Eisen (Fe) | 1.004 | 360 |
| Natrium (Na) | 16.920 | 3.310 |
| Chlorid (Cl) |
k. A. |
144 |
| Magnesium (Mg) | 3.017 | 4350 |
| Mangan (Mn) | 23,3 | 48 |
| Molybdän (Mo) |
< 0,5 | k. A. |
| Zink (Zn) | 16,7 | 50 |
| Zinn (Sn) |
< 0,2 | k. A. |
| Kalium (K) | 16.400 | 1.530 |
| Selen (Se) | < 2,0 | 0,5 |
| Lithium (Li) | 0,1 | 0,35 |
| Chrom (Cr) | 3,0 | 3,2 |
| Kupfer (Cu) | 2,6 | 3,0 |
| Kobalt (Co) |
< 0,5 | k. A. |
| Iod (I) | < 5,0 | 12,6 |
| Strontium (Sr) |
34,7 |
k. A. |
Eigentlich handelt es sich hierbei um Bakterien. Sie
waren
die ersten Einzeller, die vor 2,5 bis 3,4 Millionen Jahren begannen
Photosynthese
zu betreiben. Ihr Zellwände sind dick und gelatinös, daher
bilden
sie schmierige Schichten. Es gibt einzellige, koloniebildende und
vielzellige
Arten (Kettenbildung).
Sie besitzen keinen Zellkern, in dem bei höheren
Lebensformen die DNS konzentriert ist. Ihr Erbmaterial liegt frei in
einem
Teil des Zellinneren, der als Zentroplasma bezeichnet wird. Dieser
Bereich
des Zellinneren ist farblos bzw. schwer anfärbbar. Darum herum
liegt
das Chromatoplasma, dass die für die Photosynthese
wichtigen Farbstoffe enthält. Blaualgen sind farblich recht
unterschiedlich.
Oft sind sie aber blau-grün, blau, blau-schwarz oder gelb-braun.
Charakteristisch
ist das Vorkommen des Farbstoffs Phykocyan, der zusätzlich zu Chlorophyll
a, Phykoerythrin, Carotinen und Xanthophyllen vorkommt.
Blaualgen vermehren sich ausschließlich
ungeschlechtlich
durch Teilung. Sie bilden auch keine begeißelten Formen aus.
Blaualgen (Cyanobakterien):
Die blauen bis schwarzen Algen-Überzüge
können
Pflanzen das Licht nehmen, so dass sie eingehen. Gründe für
ein
verstärktes Auftreten sind Überdüngung (Phosphat),
schlechte
Durchlüftung des Bodens und Sauerstoffmangel. Einige Arten sind in
der Lage Stickstoff aus der Luft zu binden. Diese Arten leben z.B. in
Symbiose
mit Algenfarn (Anabaena azollae in Azolla sp.). Diese
Pflanzen
werden auch eingesetzt um den Nährstoffgehalt im Wasser von
Reisfeldern
zu erhöhen.
Die Blaualgen lagern Bitterstoffe ein und sind daher
als Nahrungsquelle unbeliebt. Geringe Mengen werden von der Roten
Posthornschnecke
gefressen, die aber auch an Pflanzen frisst. Das Abstellen der Ursache
ist daher die einzige wirksame Bekämpfung: Entfernung von
faulendem
Material, Reinigung des Filters, eventuell zusätzliche
Belüftung,
weniger Füttern. Das Einsetzen von Apfelschnecken wirkt Blaualgen
entgegen. Sie reduzieren die organischen Abfälle, die von den
Algen
besiedelt werden.
![]() |
Cyanobakterien siedeln sich vor allem an
|
Es gibt Berichte, dass durch Zufuhr von Kaliumsulfat
oder
Kaliumchlorid Blaualgen aus dem Aquarium verschwanden (Vrabec
1989, Kluczniok 1989).
Wahrscheinlich
wirkte sich in diesen Fällen die Kaliumgabe positiv auf das
Wachstum
der Wasserpflanzen aus und die wurden dadurch konkurrenzfähiger.
Andere
Autoren berichten, dass diese Behandlung bei ihnen keinen Erfolg
brachte
(Greger 1990). Schwermer
(1990) empfiehlt das Aquarium fünf bis sechs Tage völlig
ab
zu dunkeln. Die Algen lösen sich dann auf. Im Anschluss wird
zunächst
etwas weniger Licht als ursprünglich auf das Becken gegeben und
die
Beleuchtungsdauer etwas kürzer gehalten als normal. Nach und nach
passte er dann die Lichtstärke und Beleuchtungsdauer wieder dem
ursprünglichen
Maß an. Auf die Weise wurde verhindert, dass empfindliche
Pflanzen
(Cryptocorynen) durch die Lichtschwankung zu Schaden kamen. Wichtig ist
aber vor allem, dass man direkt nach der Dunkelkur die Algenmatten
sorgfältig
absaugt und in den Tagen nach dem Verdunkeln mehrmals große
Wasserwechsel
durchführt. So werden die Algen und aus ihren abgestorbenen Zellen
frei werdenden Nährstoffe aus dem Becken entfernt.
Auf Dauer kann man Blaualgen vor allem dadurch bekämpfen,
dass man Schnecken im Aquarium hat. Apfelschnecken und
Posthornschnecken fressen organische Reste auf denen sich die Blaualgen
besonders gern vermehren. Dadurch wird den Algen das Substrat entzogen.
Sie verschwinden nicht völlig. im Mulm findet man vereinzelte
Algenzellen. Aber die Algen vermehren sich nicht so stark, dass sie als
Beläge sichtbar sind.
In den
Blaualgenmatten findet man neben den
Cyanobakterien
auch andere Organismen. |
Echte Algen haben einen Zellkern und braune,
braungrüne,
grüne, rote oder gelbe Chromatophoren.
Es gibt festsitzende und frei lebende Arten. Viele haben
begeißelte,
sich aktiv fortbewegende Stadien.
Es gibt sehr viele Klassen und Ordnungen innerhalb
dieser
systematischen Abteilung. Die Tabelle zeigt die Beziehungen zwischen
den
hier aufgeführten Algen.
| Klasse | Ordnung | Familie | Gattung |
| Chlorophyceae = Grünalgen | Cladophorales | Cladophoraceae | Aegagropila Cladophora |
| Chlorococcales |
Scenedesmaceae |
Hyaloraphidium Monorhaphidium Scenedasmus |
|
| Zygnematales | Zygnemataceae | Mougeotia Zynema |
|
| Conjugatophyceae = Jochalgen | |||
| Charophyceae = Armleuchteralgen |
Charales |
Characeae |
Chara Nitella u.a. |
| Chryptophyceae | Cryptomonadales | Cryptomonadaceae | Chilomonas Cryptominas |
| Dinophyceae = Dinoflagellaten | Peridinales | Peridiniaceae | Peridinium |
| Euglenophyceae | Euglenales | Euglenaceae | Euglena Trachelomonas |
Bisher wurden über 7.000 Arten beschrieben. 90%
leben im Süßwasser. Es gibt nur wenige maritime Arten. Ulva
und Enteromorpha bilden blattartige Strukturen aus. Enteromorpha
wird bis 30 cm lang und sitzt fest auf Steinen, Muscheln oder Holz. Sie
kommt in Küstengewässern und Flussmündungen weltweit
dort
vor wo Pflanzenfresser fehlen (8-20 °C, Seewasser mit 0,5 bis 3,5%
Salzgehalt).
Viele Grünalgen sind einzellig und Bestandteil des Planktons (z.
B. Chlamydomonas
und Chlorella).
Chlorella vulgaris wird
gerne zu Fischfutter zugesetzt oder als Staubfutter
für Jungfische oder Filtrierer verwendet.
In frisch eingerichteten Becken können
Schwebealgen
der Gattungen Acinastrum, Ankistrodesmus, Oöcystis,
Pandorina,
Pediastrum,
Scenedesmus
und Volvox das Wasser grün färben.
Sphaerella färbt
das Wasser bräunlich. Sie wird häufig mit Regenwasser
eingeschleppt.
Verringerte Belichtungsdauern lassen diese Algen schnell wieder
verschwinden.
grünes Wasser in einem Aquarium |
Schwebealgen aus einer Wasserprobe
|
Die Fadenalgen gehören
zu den
mehrzelligen
Grünalgen. Dazu gehören Arten aus den Gattungen Mougeotia,
Zynema, sowie Cladophora, Aegagrophila
und
Spirogyra-Arten. Im Aquarium sind immer einige Fadenalgen, bei
ausgeglichenen Verhältnissen aber nicht in grossen Mengen. Leider
wickeln sie sich bei Massenvermehrung um Pflanzenteile und nehmen
ihnen das Licht. Feinfiedrige Arten (z. B.
Cabomba
aquatica, Limnophila aquatica)
können so schnell absterben. Fadenalgen können mit der Hand
entfernt
werden, wachsen aber ohne weiter Maßnahmen schnell wieder nach.
Regelmäßige
Wasserwechsel und eine gute Filterung reduzieren sie. Sie sind nicht
schädlich,
aber nehmen den anderen Pflanzen das Licht. Sie produzieren Sauerstoff
und dienen einigen Tieren als Nahrung. Besonders Garnelen und Krebse
fressen
Grünalgen gern. Eine effektive Algenbekämpfung funktioniert
aber
nur dann, wenn ihnen nicht übermäßig leichter
erreichbares,
energiereiches Flocken- oder Granulatfutter angeboten wird. Dann
düngen
die Garnelen mit ihren Ausscheidungen nämlich das Wasser
zusäzlich
und haben weniger Appetit auf Algen.
oben: borstige, harte Fadenalge rechts oben: schleimige Fadenalge rechts unten: mikroskopische Aufnahme
|
![]() ![]() |
![]() grüne Punktalge - Coleochaeta spec. |
Zu den Fadenalgen gehört übrigens auch der
beliebte
Moosball (Aegagropila sauteri). Er
gehört allerdings nicht zur Gattung Cladophora, wie die
oben
rechts abgebildete Fadenalge. Während bei Cladophora
einzelne,
stark verzweigte Einzelfäden vorliegen, verfilzen die Fäden
bei
Aegagropila.
Außerdem gibt es deutliche Unterschiede in der Zusammensetzung
der
Zellwände, die bei Aegagropila auch Chitin enthalten,
sowie
bei den Chloroplasen, die sich in ihrer Carotin-Zusammensetzung
unterscheiden.
Sehr viel filigraner ist das Wassernetz (Hydrodictyon
reticulatum). Diese Alge gehört zu den Hydrodictyaceae. Sie
kommt
in Seen Teichen und Flüssen vor. Sie bildet Kolonien, aus vielen
tausend
Zellen, die in einem sackförmigen Netz angeordnet sind. An jedem
„Knoten“
dieses Netzes treffen in der Regel drei schlauchförmige, etwa 1 cm
lange Zellen aufeinander. Auf diese Weise bilden sich
wabenförmige,
vier, sechs- oder achteckige Maschen. Jede Zelle hat zahlreiche
Zellkerne.
Bei der Vermehrung entstehen innerhalb der Zellen bis zu 20.000
begeißelte
Zoosporen, die sich bereits in der Mutterzelle zu einem Netz anordnen.
Durch das Zerreißen der Membran der Mutterzelle, wird das
Netzchen
frei und wächst schnell. Die Natzalge treibt frei im Wasser und
kann
etwa 20 cm lang werden. Sie kommt in sauberen bis mäßig
verschmutzten
Gewässern vor.
Ein Netz von Hydrodictyon reticulatum |
Zellen von Hydrodictyon reticulatum |
Es soll möglich sein die Algen mit Aspirin zu bekämpfen. Pinselalgen und Fadelalgen sollen absterben, wenn man dem Wasser eine Tablette Aspirin auf 1000 l zusetzt (Eggers 1989). Einige weitere Informationen - unter anderem auch zur chemischen Bekämpfung - gibt es im Newsletter Nr. 3.
Rasen aus Armleuchteralgen unter |
Thallus einer Armleuchteralge |
![]() |
Armleuchteralge mit männlichen
Gametangien |
Es gibt etwa 4.000 Arten. Sie sind rot bis schwarz
und
meist an tropische Klimate angepasst. Einige Arten besiedeln
Süsswasser
oder feuchtes Erdreich. Hauptsächlich kommen sie jedoch im Meer
vor.
Viele Arten sind an grosse Tiefen angepasst (bis 260 m). Sie sind
vielzellig
und können Tange (z. B. Caloglossa leprieurii) bilden.
Andere
Arten haben filigranere, fädige Strukturen. Corallina
spec.
sehen fast wie Korallen aus, da sie Calciumcarbonat in ihre
Zellwände
einlagern. Es gibt keine begeisselten Formen.
Die Bartalgen in unseren Warmwasseraquarien sind
tropische
Rotalgen aus der Gattung Compsopogon. Sie bilden flächige
Rasen
aus langen grau-grünen bis schwärzlichen, sich verzweigenden
Fäden.
Bei Pinselalgen wachsen die Fäden aus
kreisförmigen
Lagern. Diese Algen gehören zur Gattung Audouinella.
Diese Algen lassen sich nicht von Pflanzenblättern
entfernen, bei starkem Befall sterben die Pflanzen ab.
Bart- und Pinselalgen zeigen in basischem Wasser
(pH-Wert
> 7) Kohlendioxidmangel an. Besonders gut gedeihen sie in hartem,
schlecht
gefiltertem Wasser. Hohe Phosphatwerte fördern das Algenwachstum.
Zur Bekämpfung werden die befallenen Blätter
und Dekorationsgegenstände entfernt. Von Filter und Heizer
entfernt
man die Algen mit einem Schaber. Die einzige wirksame
Bekämpfungsmethode
ist die Beseitigung der Ursache. Durch wiederholte Wasserwechsel und
das
Einsetzen schnell wachsender Pflanzen wird die Nährstoffbelastung
im Wasser reduziert. Durch die Förderung des Pflanzenwachstums
wird
eine Konkurrenz für die Algen geschaffen.
Knabberfische (Garra spec.), Amanogarnelen und
Posthornschnecken fressen wohl Pinselalgen, wenn sie keine andere Wahl
haben. Andere Algenfresser nehmen die Algen nicht.
Es soll möglich sein die Algen mit Aspirin zu
bekämpfen.
Pinselalgen und Fadelalgen sollen absterben, wenn man dem Wasser eine
Tablette
Aspirin auf 1000 l zusetzt (Eggers 1989).
Ich
hatte mit dieser Methode allerdings bisher keinen Erfolg.
Die Süßwasser-Rotalge Thorea
ramosissima
BORY kommt in europäischen Fließgewässern vor. Sie
gehört
in die Familie der Thoreaceae. Die Thalli wachsen aufrecht. Sie sind im
Querschnitt rund, biegsam und weich. Sie sind verzweigt und ihre
Oberfläche
ist mit Assimilationsfäden bedeckt. Sie fühlen sich schleimig
an. Die Vermehrung erfolgt über Monosporen. Thorea ramosissima
ist die häufigste Art von 5 oder 6 in der Gattung. Sie wächst
auf festen Substraten und wird dort etwa 10 bis 15 cm hoch bzw. lang.
Das Foto (unten rechts) wurde im Botanischen Garten in
München aufgenommen. Dort wächst die Alge seit dem Jahr 2004
in einem Aquarium mit hartem, alkalischem Wasser. Aus technischen
Gründen
ist in dem Aquarium keine Kohlendioxiddüngung angeschlossen (BOGNER
2004). Offenbar findet die Alge so optimale Bedingungen vor.
Mehr Informationen finden Sie im Newsletter
Nr. 4.
Bartalgen sind fädige Rotalgen
|
Tricleocarpa cylindrica ist in |
Pinselalgen in einem
Süßwasseraquarium |
Thorea ramosissima in einem Aquarium |
Die Abteilung Heterokontophyta ist eine
Zusammenfassung
von Arten mit heterokonte Begeißelung. Sie haben eine lange
Zuggeißel
und eine kürzere Schleppgeißel. Die Zuggeißel ist
dabei
nach vorn gerichtet. In dieser Abteilung werden die Klassen Braunalgen
(Phaophyceae), Goldgrünen Algen (Xanthophyceae), Goldbraunen
Algen (Chrysophyceae), die Diatomeen (Bacillariophyceae) und die
Oomycophyceae
zusammengefasst.
| Klasse | Unterklasse | Ordnung | Familie | Gattung (Auszug) |
| Chrysophyceae = Goldbraune Algen | Synuraceae Dinobryonaceae |
Synura Dinobryon |
||
| Bacillariophyceae = Kieselalgen | Centrodiatomophycidae | Coscinodiscales | Melosiraceae Thalassiosiraceae Coscinodiscaceae Heliopeltaceae Hemidiscaceae Rhizosoleniaceae Chaetoceraceae Hemiaulaceae Biddulphiaceae |
Leptocylindrus, Hyalodiscus Lauderia, Skeletonema Coscinodiscus Aulacodiscus Roperia Streptotheca, Rhizosolenia Attheya, Chaetoceros Eucampia Biddulphia, Triceratum |
| Pennatodiatomophycidae | Diatomales Eunotales Achnanthales Naviculales
|
Diatomaceae Eunotiaceae Achnanthaceae Naviculaceae Epithemiaceae Nitzschiaceae Suriellaceae |
Licmophora Eunotia Achnanthes Amphora, Navicula, Trachyneis Rhopalodia Nitzschia Cymatopleura |
|
| Phaeophyceae = Braunalgen | Dictyotales | Dictyotaceae | Padina | |
| Fucales | Cystoseiraceae | Hormophysa | ||
| Lamariales | Alariaceae | Ecklonia |
Braunalgen (Phaeophyceae):
Braunalgen kommen fast nur im Meer vor und bevorzugen
dort überwiegend kaltes Wasser. Es gibt ca. 1.500 Arten. Die Algen
enthalten Chlorophyll, dass aber von anderen Pigmenten (z. B.
Fucoxanthin)
überlagert wird. Sie sind durch ein spezielles Photosystem an
tiefere
Regionen angepasst. Sie sind mehrzellig und deutlich in Haftorgane,
Stiele
und Blätter gegliedert. Zu den Braunalgen gehören Tange (z.B.
Dictyota
dichotoma und Postelsia spec.). Der Riesenkelp (Gattung
Macrocystis)
wird bis 80 m hoch. In kalten polaren Küstengewässern bildet
er dichte Wälder.
Einige Sargassum-Arten haften nicht am
Boden, sondern
treiben mittels Gasblasen frei im offenen Meer. Sie bilden einen
schwimmenden
Lebensraum für Krabben, Garnelen und junge Fische.
Im Aquarium sind Braunalgen fast nicht zu halten, da
sie zum einen sehr groß werden und zum anderen große Mengen
von organischem Schleim absondern, der die Abstoßung von
Calciumkarbonat
ermöglicht, die die Pflanzen bei der Photosynthese produzieren
(biogene
Entkalkung).
Die bräunlichen Algen im Aquarium sind meistens
Kieselalgen. Mehr Informationen über Braunalgen gibt es im Newsletter
Nr. 4.
Ca. 850 Arten. Sie sind Bestandteil des
Süßwasserplanktons.
Die meisten Arten bilden Kolonien. Im Aquarium können sie als
Schwebealgen
auftreten.
Einige Sippen wachsen auch auf anderen Algen, z. B. auf
Fadenalgen.
Die Bacillariophyceae gelten heute als eine Klasse
der
Heterokonthophyta.
Manchmal werden die Kieselalgen auch noch als eigene Abteilung
Bacillariophyta
geführt. Ihre nächsten Verwandten sind unter anderem die
Braunalgen.
Es gibt ca. 10.000 Arten. Sie sind gelb oder braun
gefärbt.
In ihren Zellwänden ist hydratisiertes Silikat eingelagert, daher
sind sie relativ schwer und ihre äußere Form ist fest und
unflexibel.
Kieselalgen sind Bestandteil des Planktons. Sie
enthalten Chlorophyll und sind im offenen Meer die hauptsächlich
Photosynthese
betreibenden Organismen. Um trotz ihrer harten, schweren Schale
schwimmen
zu können und so in der Nähe des Lichtes zu bleiben lagern
sie
Fette ein. Im Aquarium bilden Kieselalgen meist dünne, braune
Beläge.
Sie treten oft bei Lichtmangel auf. Sauerstoffmangel und
Überdüngung
(Stickstoff und Phosphat) begünstigen sie. Ein Wechsel der
Leuchtstoffröhren
kann Abhilfe schaffen, wenn die Ursache nicht in einer mit
Schwimmpflanzen
zugewucherter Wasseroberflche liegt. Die Förderung des
Pflanzenwachstums
reduziert die Nährstoffgehalte im Wasser und erhöht durch die
Assimilation den Sauerstoffgehalt. Kieselalgen werden dann zurück
gedrängt.
Die Bilder zeigen Kieselalgen aus der Familie der
Achnanthaceae
(Ordnung Achnanthales) auf fädigen Grünalgen.
Kieselalgen auf Fadenalgen |
Kieselalgen auf Fadenalgen |
Die folgenden Aufnahmen wurden mit einem
Rasterelektronen-Mikroskop
gemacht. Sie stammen alle von Joanne Green von der Mullum Creek Native
Nursery in Mullumbimby, New South Wales, Australien. Die Algen stammen
alle aus einer Salzmarsch.
Schnecken, die Substrate abweiden, nehmen Kieselagen
mit
auf. Es ist nicht ganz klar, ob die Algen dabei Schaden nehmen. Es ist
nur von Nixenschnecken (Neritidae)
bekannt,
dass sie die Algen zerbrechen, bevor sie sie schlucken. Einige
Schnecken verfügen über einen kräftigen Kaumagen, in den
sie Sandkörner aufnehmen und damit ihre Nahrung zerreiben.
Bei den meisten Schnecken ist die Verdauung von Kieselalgen aber nicht
sehr effektiv und die Meisten werden unbeschädigt wieder
ausgeschieden. Die beiden unteren Bilder
zeigen den Kot von Salanitor solida. Er beinhaltet ganze
Kieselalgen
und auch Bruchstücke. Es ist nicht bekannt, ob die
Bruchstücke
bereits in dieser Form von der Schnecke aufgenommen wird, oder ob die
Schnecke
in der Lage ist, die harten Schalen zu zerkleinern. Weitere
Informationen finden Sie
in Newsletter Nr. 5
Kot der Schnecke Salanitor solida |
Achnates sp. in Kot der Schnecke
|
Literatur:
J. Clasen (1976): Grundlegende Informationen über Algen im Süßwasseraquarium.- Aqua Planta 1-76, 7-8
J. Clasen (1976): Die Schwarze Pinselalge.- Aqua Planta 2-76, 5-6
J. Kluczniok (1989): Erfahrung mit Blaualgen und Kaliumsulfat.- AP 3-89, 106-107
A. Vrabec (1989): Weitere Erfahrungen zur Kaliumdüngung und Blaualgenbekämpfung mit Kaliumsulfat.- AP 3-89, 108-109
G. Eggers (1989): Aspirin zur Algenbekämpfung?- AP 3-89, 94
W. Schwermer (1990): Wie werde ich meine Blaualge wieder los.- AP 2-90, 51
B. Greger (1990): Ein Thema ohne Ende.- Algen im Aquarium.- AP 2-90, 52-54
W. Rothmaler (2000): Exkursionsflora von Deutschland.- 3. durchgesehene Auflage, Spektrum Akademischer Verlag Heidelberg, Berlin
Campbell et al. (2000) Biologie.- erste deutsche Auflage, Spektrum Verlag
J.M. Huisman (2000): Marine Plants of Australia.- University of Western Australia Press, Canberra
M. Salisch (2001): Algen in Süßwasseraquarien: Nicht erwünscht - aber stets latent vorhanden - 2. Teil und Schluß.- Aquarium heute 2/2001, 37-40
J. Bogner (2004): Eine Süßwasser-Rotalge im Aquarium.- Aqua Planta 4-2004, 142
J. Sprung (2005): Algen - Probleme und Lösungen.- Dähne-Verlag, Ettlingen
H. Streble, D. Krauter (2006): Das Leben im
Wassertropfen.-
10. Auflage, Kosmos Naturführer, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH,
Stuttgart
H. Dittmar (2008): Algen.- Sonderheft Nr. 4
Arbeitskreis Wasserpflanzen im VDA
B. Kaufmann (2010): Algen-Fibel - Aquarium - Kein Problem mit Süßwasseralgen.- Dähne Verlag
© Wilstermann-Hildebrand 2010 - 2011