Gattung Crinum - Hakenlilien
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Crinum asiaticum
Crinum calamistratum
Crinum erubescens
Crinum jagus
Crinum natans
Crinum purpurascens
Crinum thaianum

Die Crinum-Arten gehören zu den Amaryllidaceae (Amaryllisgewächse). Sie haben eine echte Zwiebel aus mehreren Blattschichten an deren unteren Ende aus der sogenannten Zwiebelscheibe die Wurzeln entspringen. Sie ist mit den Narzissen (Narcissus) in unseren Gärten, mit den Belladonnalilien (Amaryllis) und dem Ritterstern (Hippeastrum) verwandt. Es gibt etwa 130 Arten, die von Liebhabern gesammelt werden. Sie sind nicht winterhart und eignen sich darum nur für frostfreie Klimate als Gartenpflanze. Viele bevorzugen feuchte Standorte. Wasserpflanzen sind aber in der Gattung eine Ausnahme.
Die Zwiebeln sind giftig. Die der Asiatischen Giftlilie (Crinum asiaticum) wurde früher als Brechmittel verwendet.
Die aquaristisch bekannten Arten stammen aus Afrika und Asien. Sie eigenen sich gut für Barschbecken, weil die Pflanzen wenig von den Fischen beschädigt werden. Blüten erzielt man nur im offenen Aquarium, im Terrarium bzw. Paludarium oder im Gewächshaus. Alle Blütenblätter sind gleich geformt (Perigon). Sie bilden im unteren Bereich eine Röhre und sind oben frei.
Die Gattungsbezeichnung leitet sich vom griechischen "crinon" für Lilie ab (Genaust 2005).
Die Gattung wird in zwei Untergattungen unterteilt. In die Untergattung Codonocrinum gehört von den hier aufgezählten Arten C. jagus. Die Übrigen in die Untergattung Crinum.
 

Blütenstand von Crinum thaianum
Die Staubblätter (Filament + Anthere) ragen weit aus der Blüte.
Der lange, schlanke, grüne Griffel ist sogar noch länger.
Er hat an der Spitze eine grüne, knopfartige Narbe. 


 
 
 
Asiatische Hakenlilie
Crinum asiaticum

Synonyme:
-

Herkunft:
 

Aussehen: 
 
 
 

Sonstiges:
 

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Dauerwellen-Hakenlilie
Crinum calamistratum BOGNER & HEINE 1987

Synonyme:
Crinum natans "Crispus"

Herkunft:
Afrika: Westkamerun

Aussehen: 
Die schmalen gekräuselten Blätter sind nur etwa 0,2 bis 0,7 cm breit und werden 70-200 cm lang. Die Blattrosette geht aus einer etwa 10 cm langen Zwiebel mit einem Durchmesser von ca. 3 cm hervor. Die harten Blätter haben eine deutliche Mittelrippe, sind ungestielt, schmal-lanzettlich, gewellt und dunkelgrün bis rötlich. Die Blattränder sind stark gewellt. Die duftenden, weißen Blüten stehen allein oder in Gruppen bis zu drei auf einem bis zu 80 cm langen Blütenstandstiel. Die Blütenröhre ist 10 bis 12 cm lang und außen grün. Die sechs zürückgebogenen Tepalen sind weiß, ca. 7 cm lang und nur 0,5 bis 0,8 cm breit. Jede Blüte hat 6 Staubblätter, die weit aus der Röhre ragen und einen ca. 6 cm langen Griffel.

Temperatur:     22-28 °C

pH-Wert:          5,5-8,0

Härte:               2-12 °KH

Licht:                mittel

Sonstiges:
Die Pflanzen sind nicht sehr anspruchsvoll. Sie benötigen lediglich einen ausreichend hohen Bodengrund (ca. 8 cm), damit die Zwiebel gut verankert ist. Der Bodengrund sollte nährstoffreich sein. Die Art mag Strömung. Die Vermehrung erfolgt über Brutzwiebeln. 
Die Art wurde beschrieben ohne, dass Früchte und Samen bekannt sind. Die Verbreitung ist möglicherweise auf einen Fluß nahe Kumba in Westkamerun begrenzt (Kasselmann 1999). 

Crinum calamistratum im Aquarium

besonders schmale Form

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Hakenlilie
Crinum erubescens

Synonyme:
-

Herkunft:
Südamerika

Aussehen:
Die ungestielten Blätter werden bis 150 cm lang. Sie sind bandförmig mit einer deutlichen Mittelrippe. Der Blütenstiel wird bis 200 cm hoch und ragt aus dem Wasser. Er trägt 4 bis 12 weiße Blüten. Die weißen Blüten sind 15 bis 25 cm lang. Die Tepalen sind 5 bis 9 cm lang und 0,9 bis 1,6 cm breit. Die sechs unverwachsenen Staubblätter sind mindestens 7 cm lang und ragen weit aus der Röhre. Sie sind am Ansatz weiß und zum Ende hin rotbraun. Der lange, dünne Griffel ist länger als die Staubblätter. Die Staubbeutel sind über 1 Zentimeter lang. Die Früchte sind fleischige, unregelmäßig rundliche Kapseln und bis zu 7 Zentimeter lang.

Licht:                mittel bis viel

Sonstiges:
Eine in Südamerika weit verbreitete Pflanze, die oft als Zierpflanze angeboten wird.
Nicht für die Aquarien- oder Terrarienkult geeigent, weil zu groß.

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Hakenlilie
Crinum jagus

Synonyme:
-

Herkunft:
 

Aussehen: 
 
 
 

Sonstiges:
 


 
 

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Flutende Hakenlilie
Crinum natans BAKER 1898

Synonyme:
-

Herkunft:
Afrika (Sierra Leone, Liberia, Elfenbeinküste, Ghana, Nigeria, Kamerun)

Aussehen: 
Die ungestielten Blätter werden bis 140 cm lang und 3 bis 5 cm breit. Sie sind bandförmig mit einer deutlichen Mittelrippe und mehr oder weniger stark gewellten Blatträndern. Der Blattrand ist unregelmäßig gezähnt. Die Zwiebel hat einen Durchmesser von 7 bis 10 cm. Der Blütenstiel wird bis 90 cm hoch und ragt aus dem Wasser. Er trägt 3 bis 5 weiße und wohlriechende Blüten. Die Blütenröhre ist 10 bis 18 cm lang. Die Tepalen sind 5 bis 9 cm lang und 0,9 bis 1,6 cm breit. Die sechs Staubblätter ragen weit aus der Röhre. Der lange, dünne Griffel ist länger als die Staubblätter.

Temperatur:      22-30 °C

pH-Wert:          5,5-8,0

Härte:               2-20 °KH

Licht:                mittel bis viel

Sonstiges:
Bei starkem Licht ist die Noppung der Blätter stärker. Der Nährstoffbedarf ist hoch. Eine Bodendüngung ist zu empfehlen.
Die Pflanzen wachsen in der Natur in Brackwasser (Gezeitenbereich) auf Schlickböden. Brackwasser ist aber für eine Kultur nicht notwendig. Die Pflanzen lassen sich gut in mittelhartem bis hartem Aquarienwasser kultivieren. Wegen der Größe der Zwiebel ist ein hoher Bodengrund notwendig. 
Sehr gute Pflanze für Ostafrika-Barschbecken.

Crinum natans im Aquarium
Die Pflanze ist eine Weile frei im 
Becken getrieben und ist nun frisch 
gepflanzt. Dadurch kommt die 
untypische, flache Wuchsform zustande. 
In wenigen Tagen werden die 
Blätter sich nach oben strecken.

Zwiebel von Crinum natans

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Purpur-Hakenlilie
Crinum purpurascens 

Synonyme:
 

Herkunft:
Sudan, Kamerun, Angola 

Aussehen: 
 
 
 

Sonstiges:
 


 
 
 

 

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Thailändische Hakenlilie
Crinum thaianum J. SCHULZE 1971(a)

Synonyme:
-

Herkunft:
Thailand

Aussehen: 
Die Pflanzen haben Zwiebeln mit einem Durchmesser von etwa 6 cm. Die bandförmigen Blätter sind 50-300 cm lang und etwa 1,5 bis 2,5 cm breit. Sie sind glatt bis teilweise extrem, spiralig gedreht und grün. Der Mittelnerv ist weniger deutlich als bei den anderen Arten. Der Blattrand ist fein gezähnt. Der Blütenstandstiel ist ca. 80 cm lang und trägt bis zu 10 Blüten. Die weißen Blüten duften intensiv. Die weißen Tepalen sind 6,5 bis 10 cm lang und 0,8 bis 1,5 cm breit. Die Röhre ist bis 14 cm lang. 

Temperatur:      22-28 °C

pH-Wert:          5,5-8,0

Härte:               2-12 °KH

Licht:                mittel

Sonstiges:
Wegen der Zwiebel benötigt die Pflanze einen hohen Bodengrund ab etwa 8 cm. Die Zwiebel der Pflanze sollte man nur zu 2/3 in den Boden eingraben. Die Vermehrung erfolgt über Brutzwiebeln. Wegen der Länge ihrer Blätter sind die Pflanzen nur für Aquarien mit einer Höhe ab 50 cm zu empfehlen. Die flutenden Blätter können problemlos abgeschnitten werden, wenn sie den übrigen Bewuchs zu stark beschatten. Blüten bilden sich nur im Langtag.
Die Pflanzen wachsen unter Bedingungen, unter denen die optisch ähnliche Riesenvallisnerie nicht gedeiht, weil zum Beispiel etwas Kupfer im Leitungswasser ist. 
In der Natur wachsen sie in der kräftigen Strömung von Bächen und Flüssen. 

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Literatur:

Baker (1898): Fl. trop. Afr. 7. S396

J. Schulze (1971a): Plant Life, San Diego/La Jolla/Calif., USA

J. Schulze (1971b): Eine neue Wasserlilie aus Südostasien.- DATZ 24 (4), 125-128

K. Horst (1976): Cryptocorynengewässer unter die Lupe genommen.- Aqua Planta 1-76, 5-6

J. Schulze (1986): Crinum thaianum J. Schulze.- Übersetzung C. Kasselmann, Aqua Planta 3-86, 95-98

J. Schulze (1986): Crinum thaianum J. Schulze.- Übersetzung C. Kasselmann, Aqua Planta 4-86, 146-147

B. Ziarko (1986): Beobachtungen an einem natürlichen Standort von Crinum thaianum.- Aqua Planta 3-86, 99

J. Bogner, H. Heine (1987): Eine neue Aquarienpflanze aus Kamerun: Crinum calamistratum Bogner et Heine, sp. nov. (Amaryllidaceae).- Aqua Planta 4-87, 123-129

C. Kasselmann (1987): Crinum natans Baker aus Westafrika.- Ti-International 79, 28-31

H.-T. Steinhaus (1988): Eine kleine Sternstunde im Aquarium: Die Blüte der Crinum natans.- DATZ 41(11), 497-480

H.C.D. De Wit (1990): Aquarienpflanzen.- 2. Überarbeitete Auflage, übersetzt aus dem Niederländischen von Dr. Edy Roche, Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart

H. Bader (1991): Hakenlilien (Crinum), Pflanzenriesen im Aquarium.- Aqua Planta 3-61, 85-92

O. Gartner (1992): Freude an zwei afrikanischen Crinum-Arten.- DATZ 45(5), 320-323

K. Paffrath (1993): Die Rötliche Hakenlilie. Wer ein offenes Aquarium pflegt, sollte auf diese interessante Pflanze nicht verzichten.- TI-Magazin 115, 26-29

H.-T. Steinhaus (1995): Blütenzauber Teil 2: Die Blüte der Flutenden Hakenlilie, Crinum natans.- Das Aquarium 29(8), 21-23

C. Kasselmann (1999): Aquarienpflanzen.- 2. Auflage, DATZ-Atlanten, Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart

I. Scheuermann (2001): Pflanzen fürs Aquarium.- 9. Auflage, GU Aquarien-Ratgeber, Gräfe und Unzer Verlag GmbH, München

J. Schlüssel (2001): Dauerwellen unter Wasser. Die Flutende Hakenlilie Crinum natans.- Aquarium live 5(5), 52-55

E. Fischer (2005): Hakenlilie - Crinum thaianum.- Aquarienclub Braunschweig e.V., Fishlight XXIII., 10

H. Genaust (2005): Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen.- genehmigte Lizenzausgabe, Nikol Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, Hamburg


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