Gattung Lagenandra
Lagenandra
meeboldii
Lagenandra
nairii
Lagenandra
thwaitesii
Die Gattung hat keinen deutschen Namen. Es sind etwa
15
Arten bekannt, die alle aus Indien oder Sri Lanka stammen. Über
die Verbreitungsgebiete und Variationsbreiten der Pflanzen
ist wenig bekannt und es sind nur wenige Arten bei Liebhabern in Kultur
Wie die Wasserkelche (Cryptocorynen)
gehört auch diese Gattung zu den Aronstabgewächsen (Araceae).
Anders als die Cryptocorynen bilden die Pflanzen in der Regel keine
Ausläufer,
sondern Jungpflanzen direkt am Rhizom. Von dieser Regel stellt aber Lagenandra
nairii eine Ausnahme dar. Bei den Lagenandra-Arten ist das
jüngste Blatt nicht wie bei den Cryptocorynen tütenförmig
zusammengerollt, sondern von beiden Seiten her zur Blattmitte eingerollt.
Die Fruchtblätter in der Blüte sind frei und spiralig
übereinander
angeordnet und nicht wie bei den Cryptocorynen verwachsen und auf einer
Ebene.
Die Zahl der Narben variiert je nach Art zwischen 20 und 35. Im
männlichen oberen Abschnitt des Kolbens sind 30 bis 100
Staubblätter. Die meisten Arten haben keine Duftkörper.
Öle aus dem Rhizom von Lagenandra
ovata haben antibakterielle Wirkung. Ein Link zu einem Bericht darüber ist unter den Onlinequellen.
Bei den Lagenandra-Arten sind die
jungen Blätter
von beiden Seiten zur Mitte gerollt.
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Bei den Cryptocoryne-Arten sind die
jungen Blätter
von einer Seite, tütenförmig aufgerollt.
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Meebolds Lagenandra
Lagenandra meeboldii (ENGLER)
FISCHER
Synonyme:
-
Herkunft:
südwest Indien (Karnataka und
Kerala), Sri Lanka
Aussehen:
Die Pflanze wird ca. 20 cm hoch. Sie hat ein
kriechendes
Rhizom. Die Blattstiele sind zwischen 5 und 20 cm lang. An der Basis
ist
eine Blattscheide, die etwa 4 cm lang wird. Die Spreite erreicht eine
Länge
von etwa 6 bis 15 cm und eine Breite von 3,5 bis 7 cm. Sie ist oval
mit einer leicht herzförmigen
Basis. Es gibt eine grüne und eine rötliche Form.
Der Blütenstand ist von außen
unauffällig
weißlich bis leicht gelb-braun. Er steht auf einem mehrere
Zentimeter
langen Stiel. Die Innenseite der Spatha
ist pink und filzig. Die lange Fahne ist meist aufrecht und wenig
gebogen. Der männliche Teil des Blütenkolbens besteht aus
etwa 100 sehr kleinen Staubblättern. Der weibliche Kolbenabschnitt
besteht aus etwa 30 Stempeln. Die oberen sind zu Duftkörbern
reduziert. In jedem fertilen Fruchtknoten sind 2 bis 5 Samenanlagen.
Die Spatha bleibt nach dem Öffnen etwa 5 bis 7 Tage erhalten.
Bereits am dritten Tag beginnt sich der Blütenstandstiel zu biegen
und die Frucht in Richtung Boden zu drücken.
Temperatur:
22-28 °C
pH-Wert:
unter 7
Härte:
2-15 °KH
Licht:
mittel bis viel
Sonstiges:
An den Naturstandorten wachsen die Pflanzen an
beschatteten Uferabschnitten. Am besten lassen sich sich in Sumpfbeeten
mit einigen Zentimetern über dem Substrat kultivieren. Zumindest
die rote Form benötigt in emerser
Kultur
eine gute Düngerversorgung. Sie wächst recht stabil, aber
nicht
besonders schnell. Die Vermehrung durch Ausläufer ist langsam. Lagenandra meeboldii wird wenig
in Aquarien kultiviert. In den USA wird sie als Aquarienpflanze
angeboten.
Die Erfahrungen sind sehr unterschiedlich. Offensichtlich vertragen die
Pflanzen es nicht immer, wenn das Rhizom im Substrat vergraben wird.
Als
Bodengrund eignen sich Sand oder Kies. Beschattet mag die Pflanze nicht
stehen. Submers habe ich die Pflanzen selbst noch nicht
kultiviert.
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L. meeboldii mit zwei Knospen
und einer Blüte im
Botanischen Garten München

Nahaufnahme eines Blütenstandes.
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Knospe am 10.12.2011
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Geöffnete Spatha am 1.1.2012
Der Blütenstanstiel ist 5 cm lang. Der Kessel ist vom Stiel
bis zur Spathaöffnung 2,5 bis 3 m hoch. Die Öffnung ist 2,5 cm weit
und der Schwanz 6 cm lang.
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zottiges Inneres
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Geöffneter Kessel am Tag an dem die Spatha sich geöffnet hat (1.1.2012).
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Das Bild links zeigt die Blüten am Tag nach dem Öffen
der Knospe (2.1.2012). An Tag zwei ist die Öberfläche der
Narben samtig und die männlichen Blüten stehen lockerer
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Bereits an Tag 4 (4.1.2012) biegt sich der Blütenstandstiel
nach unten. Sowohl Spatha, als auch der Stiel sind noch fest.
In den folgenden Tagen welkt die Spatha.
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Nairs Lagenandra
Lagenandra nairii RAMAMURTHY &
RAJAN 1984
Synonyme:
-
Herkunft:
Indien (nur vom Typusstandort in Kerala bekannt)
Aussehen:
Die Pflanze wird ca. 30 cm hoch. Sie hat ein
kriechendes,
1,5-2 cm dickes Rhizom. Die Blattstiele sind zwischen 3 und 30 cm lang.
An der Basis ist eine Blattscheide, die 1 bis 6 cm lang wird. Die
Spreite
erreicht eine Länge von etwa 17 cm und eine Breite von etwa 9 cm.
Sie ist oval bis herzförmig.
Die Oberseite ist kahl und mittelgrün. Die Unterseite ist schwach
behaart und hellgrün. Die Spatha
ist seitwärts gebogen, warzig und behaart. Meist sind die
Blütenstände
rot-violett, es gibt aber auch Pflanzen mit gelben Spathen. Die Spatha
bleibt etwa 7 bis 9 Tage erhalten bevor sie verwelkt.
Temperatur:
24-26 °C (Wassertemperatur in der Sumpfkultur)
pH-Wert:
3,0-7,0 (emers)
Härte:
2-12 °KH
Licht:
mittel bis viel
Sonstiges:
Diese Sumpfpflanze wurde erst am 22. März
1981 entdeckt
und 1984 beschrieben. Sie eignet sich gut für die Kultur in
Paludarien.
Diese Pflanzen brauchen ein warmes Substrat. Ist der Wurzelraum zu
kalt, haben sie Schwierigkeiten mit der Aufnahme von Nährstoffen
und werden chlorotisch. Eine gute Versorgung mit Makronährstoffen
und Mikronährstoffen ist wichtig. Als Substrat eignet sich
Buchenlauberde oder eine Mischung aus Buchenlauberde, wenig Kies und
Ton. Es sollte locker sein.
Die Pflanzen blühen regelmäßig und bilden
Ausläufer.
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Diese gelb blühende Form von L. nairii
stammt aus Kerala in Indien.
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Blüte von L. nairii
links: ganzer Blütenstand
rechts: nach Entfernen der Spatha mit Blick auf
die weiblichen
Blütenteile,
der Männliche Teil ist von der Kesselklappe
umhüllt.
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nach Entfernen der Kesselreste
mit freigelegten männlichen Blüten
und die rötlichen Narben.
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Thwaites´
Lagenandra
Lagenandra thwaitesii ENGLER 1879
Synonyme:
Arum ovatum
Herkunft:
südwestliches Sri Lanka
Aussehen:
Die Pflanze wird über Wasser etwa 50 cm
hoch, benötigt
aber mehrere Jahre um diese Größe zu erreichen. Sie hat ein
kriechendes Rhizom. Die Blattstiele werden bei gut entwickelten
Pflanzen
etwa 10-20 cm lang. Die Blattspreite ist lanzettlich,
am Rand leicht gewellt und etwa 10 bis 25 cm lang und 2,5 bis 5 cm
breit.
Die Basis ist gestutzt und
teilweise
unsymetrisch. Die Blätter sind dunkelgrün mit einem
silbrig-seidigen
Glanz auf der Blattoberseite. Der Silberglanz wird mit zunehmender
Beleuchtungsstärke
intensiver. Die Spatha ist
außen
grünlich purpur bis dunkel braun gefärbt. Ihre Oberfläche
ist warzig und matt. Innen sind schwache Querrillen und die Farbe ist
intensiver rot. Über dem Kessel ist ein wulstiger Kragen. Der
weibliche Blütenabschnitt besteht aus 20 bis 25 Stempeln und
manchmal einigen Duftkörbern. In jedem Stempel sind 8 bis 10
Samenanlagen. An der Spitze des Kolbens sind etwa 60 Staubblätter.
Unter Wasser wächst die Pflanze langsamer,
kann
aber auch dann bis zu 40 cm hoch werden. Der Habitus unterscheidet sich
kaum von der Überwasserform. Die Blattspreiten sind etwas länger und schmaler.
Temperatur:
24-28 °C (nach Puhlmann: mindestens
25
°C)
pH-Wert:
5,5 - 7,5 (nach Puhlmann: 6,0 bis 6,5)
Härte:
1-12 °KH (nach Puhlmann: um 5
°dGH)
Licht:
mittel bis viel (12 bis 14 Stunden)
Sonstiges:
Die
Pflanze eignet sich gut für die emerse Kultur.
Im Paludarium
sollte sie nährstoffreichen Bodengrund mit Lehmzusatz haben.
Buchenlauberde und Torf bilden eine gute Basis.
Tageslicht
und eine hohe Luftfeuchtigkeit sagen ihr zu. Wenn das Substrat zu kalt
ist, haben die Pflanzen Probleme mit der Nährstoffaufnahme und
bilden Chlorosen aus. Mindestens 24 °C sollte das Wasser darum
haben. Bei einer Überdüngung mit Stickstoff bilden sich
braune Flecken in den Blattspreiten, die in Nekrosen übergehen und
Löcher in den Blättern hinterlassen. Es werden etwa 3 bis 4
Seitentriebe im jahr gebildet, die lange brauchen bis man sie abtrennen
kann. Blütenstände bilden sich unter Tageslichteinfluss im
Herbst und Winter (Kurztag).
Unter
Wasser
wächst sie nur langsam und bildet keine oder nur sehr wenige Seitentreiben und vermehrt sich darum im Aquarium nicht.
Die Pflanze wurde zum ersten Mal in dem 1692
erschienenen
Werk "Hortus Malabaricus" mit der Bezeichnung "Karin-pola" abgebildet.
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Blätter von Lagenadra thwaitesii

Diese Blüte ist untypisch.

Normal geformter Blütenstand mit
geschwänzter und gedrehter Spatha.
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Eine offene Spatha von Lagenandra thwaitesii.
Maße: Blütenstandstiel 2,5 cm
Kessel: 2 cm
Spathaspreite: 5 cm
Schwanz: 4 cm
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Über dem Kessel ist ein wulstiger Kragen.
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Aufgeschnittener Kessel mit Blick auf die Blütenanlagen
am Tag nach dem Öffnen der Knospe.
Der Kragen verengt den Zugang zum Kessel.
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Literatur zu Lagenandra:
K. Puhlmann (1985): Zu
Wasser
und zu Lande: Lagenandra thwaitesii, Sumpf- und Aquakultur.-
Aquarien
Magazin 10, 441-443
W. Crusio, A. de Graaf (1986): Lagenandra
dewitii Crusio
et De Graaf (Araceae), eine neue Art aus Sri Lanka.- Aqua Planta 2-86,
57-59
M. Sivadasan (1986): Lagenandra nairii -
eine ungewöhnliche
Art aus Indien.- Übersetzung von J. Bogner, Aqua Planta 2-86, 60-64
J. Bogner, N. Jacobsen (1987): Die systematische
Stellung
von Lagenandra gomezii (Schott) Bogner et Jacobsen, comb. nov.
.-
Aqua Planta 2-87, 43-50
A. de Graaf, W. Crusio (1990): Lagenandra
praetermissa
de Wit.- DATZ 43(4), 235
A. de Graaf, W. Crusio (1990): Lagenandra
jacobsenii
de Wit.- DATZ 43(5), 302
A. de Graaf (1991): Die Verbreitung von Cryptocoryne
und Lagenandra (Araceae) auf Sri Lanka (2).- Das Aquarium
25(10),
17-21
F. Möhlmann (1992): Pflanzen für das
Aquaterrarium:
Die Gattung Lagenandra.- Aquarium Heute 10(1), 29-31
G. Eggers (1994): Sri Lanka 2. - Lagenandra
und
Cryptocoryne-Arten.-
Aqua Planta 1-94, 20-28
C. Kasselmann (1999): Aquarienpflanzen.- 2.
erweiterte
Auflage, DATZ-Atlanten, Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart
M. Sivadasan, V. Abdul, B. Thomas (2002): Lagenandra
keralensis Sivadasan Jaleel (Araceae), eine bemerkenswerte neue Art
aus Indien.- Aqua Planta 1-2002, 16-21
Online:
Lagenandra-Bilder
Cryptocoryne-Lagenandra-Gallerie
Lagenandra keralensis
Antibakterielle
Wirkung
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