Gattung Lagenandra




Besuchen Sie uns bei Facebook.

digg.comLinkarenafavoriten.degoogledel.icio.usMr. WongFolkd
 

Lagenandra meeboldii
Lagenandra nairii
Lagenandra thwaitesii

Die Gattung hat keinen deutschen Namen. Es sind etwa 15 Arten bekannt, die alle aus Indien oder Sri Lanka stammen. Über die Verbreitungsgebiete und Variationsbreiten der Pflanzen ist wenig bekannt und es sind nur wenige Arten bei Liebhabern in Kultur

Wie die Wasserkelche (Cryptocorynen) gehört auch diese Gattung zu den Aronstabgewächsen (Araceae). Anders als die Cryptocorynen bilden die Pflanzen in der Regel keine Ausläufer, sondern Jungpflanzen direkt am Rhizom. Von dieser Regel stellt aber Lagenandra nairii eine Ausnahme dar. Bei den Lagenandra-Arten ist das jüngste Blatt nicht wie bei den Cryptocorynen tütenförmig zusammengerollt, sondern von beiden Seiten her zur Blattmitte eingerollt. Die Fruchtblätter in der Blüte sind frei und spiralig übereinander angeordnet und nicht wie bei den Cryptocorynen verwachsen und auf einer Ebene. Die Zahl der Narben variiert je nach Art zwischen 20 und 35. Im männlichen oberen Abschnitt des Kolbens sind 30 bis 100 Staubblätter. Die meisten Arten haben keine Duftkörper.

Öle aus dem Rhizom von Lagenandra ovata haben antibakterielle Wirkung. Ein Link zu einem Bericht darüber ist unter den Onlinequellen.

 
aufgerolltes Blatt

Bei den Lagenandra-Arten sind die jungen Blätter
von beiden Seiten zur Mitte gerollt.

Baltt von Cryptocoryne

Bei den Cryptocoryne-Arten sind die jungen Blätter
von einer Seite, tütenförmig aufgerollt.

Seitenanfang


Meebolds Lagenandra

Lagenandra meeboldii (ENGLER) FISCHER

Synonyme:
-

Herkunft:
südwest Indien (Karnataka und Kerala), Sri Lanka

Aussehen: 
Die Pflanze wird ca. 20 cm hoch. Sie hat ein kriechendes Rhizom. Die Blattstiele sind zwischen 5 und 20 cm lang. An der Basis ist eine Blattscheide, die etwa 4 cm lang wird. Die Spreite erreicht eine Länge von etwa 6 bis 15 cm und eine Breite von 3,5 bis 7 cm. Sie ist oval mit einer leicht herzförmigen Basis. Es gibt eine grüne und eine rötliche Form. 
Der Blütenstand ist von außen unauffällig weißlich bis leicht gelb-braun. Er steht auf einem mehrere Zentimeter langen Stiel. Die Innenseite der Spatha ist pink und filzig. Die lange Fahne ist meist aufrecht und wenig gebogen. Der männliche Teil des Blütenkolbens besteht aus etwa 100 sehr kleinen Staubblättern. Der weibliche Kolbenabschnitt besteht aus etwa 30 Stempeln. Die oberen sind zu Duftkörbern reduziert. In jedem fertilen Fruchtknoten sind 2 bis 5 Samenanlagen. Die Spatha bleibt nach dem Öffnen etwa 5 bis 7 Tage erhalten. Bereits am dritten Tag beginnt sich der Blütenstandstiel zu biegen und die Frucht in Richtung Boden zu drücken. 

Temperatur:      22-28 °C

pH-Wert:          unter 7

Härte:               2-15 °KH

Licht:                mittel bis viel

Sonstiges:
An den Naturstandorten wachsen die Pflanzen an beschatteten Uferabschnitten. Am besten lassen sich sich in Sumpfbeeten mit einigen Zentimetern über dem Substrat kultivieren. Zumindest die rote Form benötigt in emerser Kultur eine gute Düngerversorgung. Sie wächst recht stabil, aber nicht besonders schnell. Die Vermehrung durch Ausläufer ist langsam. Lagenandra meeboldii wird wenig in Aquarien kultiviert. In den USA wird sie als Aquarienpflanze angeboten. Die Erfahrungen sind sehr unterschiedlich. Offensichtlich vertragen die Pflanzen es nicht immer, wenn das Rhizom im Substrat vergraben wird. Als Bodengrund eignen sich Sand oder Kies. Beschattet mag die Pflanze nicht stehen. Submers habe ich die Pflanzen selbst noch nicht kultiviert.

rote L. meeboldii

L. meeboldii mit zwei Knospen 
und einer Blüte im 
Botanischen Garten München

Spatha von L. meeboldii

Nahaufnahme eines Blütenstandes.

Knospe

Knospe am 10.12.2011
geöffnete Spatha
 
Geöffnete Spatha am 1.1.2012
Der Blütenstanstiel ist 5 cm lang. Der Kessel ist vom Stiel
bis zur Spathaöffnung 2,5 bis 3 m hoch. Die Öffnung ist 2,5 cm weit
und der Schwanz 6 cm lang.
Blick in die Spatha

zottiges Inneres
geöffneter Kessl

Geöffneter Kessel am Tag an dem die Spatha sich geöffnet hat (1.1.2012).

Kolben am 2. Tag

Das Bild links zeigt die Blüten am Tag nach dem Öffen
der Knospe
(2.1.2012). An Tag zwei ist die Öberfläche der
Narben samtig und die männlichen Blüten stehen lockerer

verblüht

Bereits an Tag 4 (4.1.2012) biegt sich der Blütenstandstiel
nach unten. Sowohl Spatha, als auch der Stiel sind noch fest.
In den folgenden Tagen welkt die Spatha.



Seitenanfang


Nairs Lagenandra

Lagenandra nairii RAMAMURTHY & RAJAN 1984

Synonyme:
-

Herkunft:
Indien (nur vom Typusstandort in Kerala bekannt)

Aussehen: 
Die Pflanze wird ca. 30 cm hoch. Sie hat ein kriechendes, 1,5-2 cm dickes Rhizom. Die Blattstiele sind zwischen 3 und 30 cm lang. An der Basis ist eine Blattscheide, die 1 bis 6 cm lang wird. Die Spreite erreicht eine Länge von etwa 17 cm und eine Breite von etwa 9 cm. Sie ist oval bis herzförmig. Die Oberseite ist kahl und mittelgrün. Die Unterseite ist schwach behaart und hellgrün. Die Spatha ist seitwärts gebogen, warzig und behaart. Meist sind die Blütenstände rot-violett, es gibt aber auch Pflanzen mit gelben Spathen. Die Spatha bleibt etwa 7 bis 9 Tage erhalten bevor sie verwelkt.

Temperatur:      24-26 °C (Wassertemperatur in der Sumpfkultur)

pH-Wert:          3,0-7,0 (emers)

Härte:               2-12 °KH

Licht:                mittel bis viel

Sonstiges:
Diese Sumpfpflanze wurde erst am 22. März 1981 entdeckt und 1984 beschrieben. Sie eignet sich gut für die Kultur in Paludarien.
Diese Pflanzen brauchen ein warmes Substrat. Ist der Wurzelraum zu kalt, haben sie Schwierigkeiten mit der Aufnahme von Nährstoffen und werden chlorotisch. Eine gute Versorgung mit Makronährstoffen und Mikronährstoffen ist wichtig. Als Substrat eignet sich Buchenlauberde oder eine Mischung aus Buchenlauberde, wenig Kies und Ton. Es sollte locker sein.
Die Pflanzen blühen regelmäßig und bilden Ausläufer.

Spatha von L. nairii

Spatha der gelb-blühenden Form
Diese gelb blühende Form von L. nairii
stammt aus Kerala in Indien.

Spatha von L. nairiioffener Kessel
Blüte von L. nairii
links: ganzer Blütenstand
rechts: nach Entfernen der Spatha mit Blick auf die weiblichen Blütenteile,
der Männliche Teil ist von der Kesselklappe umhüllt.
Blüten
nach Entfernen der Kesselreste 
mit freigelegten männlichen Blüten 
und die rötlichen Narben.

Seitenanfang


Thwaites´ Lagenandra

Lagenandra thwaitesii ENGLER 1879

Synonyme:
Arum ovatum

Herkunft:
südwestliches Sri Lanka

Aussehen: 
Die Pflanze wird über Wasser etwa 50 cm hoch, benötigt aber mehrere Jahre um diese Größe zu erreichen. Sie hat ein kriechendes Rhizom. Die Blattstiele werden bei gut entwickelten Pflanzen etwa 10-20 cm lang. Die Blattspreite ist lanzettlich, am Rand leicht gewellt und etwa 10 bis 25 cm lang und 2,5 bis 5 cm breit. Die Basis ist gestutzt und teilweise unsymetrisch. Die Blätter sind dunkelgrün mit einem silbrig-seidigen Glanz auf der Blattoberseite. Der Silberglanz wird mit zunehmender Beleuchtungsstärke intensiver. Die Spatha ist außen grünlich purpur bis dunkel braun gefärbt. Ihre Oberfläche ist warzig und matt. Innen sind schwache Querrillen und die Farbe ist intensiver rot. Über dem Kessel ist ein wulstiger Kragen. Der weibliche Blütenabschnitt besteht aus 20 bis 25 Stempeln und manchmal einigen Duftkörbern. In jedem Stempel sind 8 bis 10 Samenanlagen. An der Spitze des Kolbens sind etwa 60 Staubblätter.
Unter Wasser wächst die Pflanze langsamer, kann aber auch dann bis zu 40 cm hoch werden. Der Habitus unterscheidet sich kaum von der Überwasserform. Die Blattspreiten sind etwas länger und schmaler.

Temperatur:      24-28 °C (nach Puhlmann: mindestens 25 °C)

pH-Wert:          5,5 - 7,5 (nach Puhlmann: 6,0 bis 6,5)

Härte:               1-12 °KH (nach Puhlmann: um 5 °dGH)

Licht:                mittel bis viel (12 bis 14 Stunden)

Sonstiges:
Die Pflanze eignet sich gut für die emerse Kultur. Im Paludarium sollte sie nährstoffreichen Bodengrund mit Lehmzusatz haben. Buchenlauberde und Torf bilden eine gute Basis. Tageslicht und eine hohe Luftfeuchtigkeit sagen ihr zu. Wenn das Substrat zu kalt ist, haben die Pflanzen Probleme mit der Nährstoffaufnahme und bilden Chlorosen aus. Mindestens 24 °C sollte das Wasser darum haben. Bei einer Überdüngung mit Stickstoff bilden sich braune Flecken in den Blattspreiten, die in Nekrosen übergehen und Löcher in den Blättern hinterlassen. Es werden etwa 3 bis 4 Seitentriebe im jahr gebildet, die lange brauchen bis man sie abtrennen kann. Blütenstände bilden sich unter Tageslichteinfluss im Herbst und Winter (Kurztag).
Unter Wasser wächst sie nur langsam und bildet keine oder nur sehr wenige Seitentreiben und vermehrt sich darum im Aquarium nicht. 

Die Pflanze wurde zum ersten Mal in dem 1692 erschienenen Werk "Hortus Malabaricus" mit der Bezeichnung "Karin-pola" abgebildet.

Lagenandra thwaitesii in gärtnerischer Kultur

Blätter von Lagenadra thwaitesii

Knospen

Diese Blüte ist untypisch. 

Spatha

Normal geformter Blütenstand mit 
geschwänzter und gedrehter Spatha. 

Spatha von Lagenandra thwaitesii

Eine offene Spatha von Lagenandra thwaitesii.
Maße: Blütenstandstiel 2,5 cm
Kessel: 2 cm
Spathaspreite: 5 cm
Schwanz: 4 cm
Kragen über dem Kessel von Lagenandra thwaitesii

Über dem Kessel ist ein wulstiger Kragen.
Kolben von Lagenandra thwaitesii

Aufgeschnittener Kessel mit Blick auf die Blütenanlagen
am Tag nach dem Öffnen der Knospe.
Der Kragen verengt den Zugang zum Kessel.



Seitenanfang



Literatur zu Lagenandra:

K. Puhlmann (1985): Zu Wasser und zu Lande: Lagenandra thwaitesii, Sumpf- und Aquakultur.- Aquarien Magazin 10, 441-443

W. Crusio, A. de Graaf (1986): Lagenandra dewitii Crusio et De Graaf (Araceae), eine neue Art aus Sri Lanka.- Aqua Planta 2-86, 57-59

M. Sivadasan (1986): Lagenandra nairii - eine ungewöhnliche Art aus Indien.- Übersetzung von J. Bogner, Aqua Planta 2-86, 60-64

J. Bogner, N. Jacobsen (1987): Die systematische Stellung von Lagenandra gomezii (Schott) Bogner et Jacobsen, comb. nov. .- Aqua Planta 2-87, 43-50

A. de Graaf, W. Crusio (1990): Lagenandra praetermissa de Wit.- DATZ 43(4), 235

A. de Graaf, W. Crusio (1990): Lagenandra jacobsenii de Wit.- DATZ 43(5), 302

A. de Graaf (1991): Die Verbreitung von Cryptocoryne und Lagenandra (Araceae) auf Sri Lanka (2).- Das Aquarium 25(10), 17-21

F.  Möhlmann (1992): Pflanzen für das Aquaterrarium: Die Gattung Lagenandra.- Aquarium Heute 10(1), 29-31

G. Eggers (1994): Sri Lanka 2. - Lagenandra und Cryptocoryne-Arten.- Aqua Planta 1-94, 20-28

C. Kasselmann (1999):  Aquarienpflanzen.- 2. erweiterte Auflage, DATZ-Atlanten, Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart

M. Sivadasan, V. Abdul, B. Thomas (2002): Lagenandra keralensis Sivadasan Jaleel (Araceae), eine bemerkenswerte neue Art aus Indien.- Aqua Planta 1-2002, 16-21

 

Online:

Lagenandra-Bilder

Cryptocoryne-Lagenandra-Gallerie

Lagenandra keralensis

Antibakterielle Wirkung


© Wilstermann-Hildebrand 2008 - 2012