
Der Balkonkasten als Miniteich
Pflanzenportrait: Der Falsche Wasserfreund (Gymnocoronis spilanthoides)
News
Wieder ist eine neue Ausgabe des Newsletters fertig geworden.
Es ist lange her, dass wir so viel Mühe mit der Recherche zu einem
Artikel hatten. Wir hatten wirklich nicht erwartet, dass es so schwer werden
würde fundierte Kenntnisse über Salinenkrebse zu bekommen! Man
würde doch vermuten, dass bei mehr als 30.000 wissenschaftlichen Artikeln,
die sich auf die eine oder andere Art mit Salinenkrebsen beschäftigen,
zumindest die Körperlängen der erwachsenen Tiere herausfinden
ließe. Leider blieben diese und die kennzeichnenden Merkmale der
meisten Arten auch nach tagelanger Recherche im Niemandsland der wissenschaftlichen
Populationen verborgen. Aber lesen Sie selbst, was wir tatsächlich
gefunden haben
Nachtrag zu Newsletter Nr. 10
Im letzten Monat haben wir mit dem Bitterling den Fisch
des Jahres 2008 vorgestellt. Leider lagen uns zu dem Zeitpunkt keine Bilder
der Tiere vor. Die möchten wir hier nun nach reichen.
Bitterling in Normalfärbung |
Männchen in Brutstimmung |
Heimbiotop-Gästebuch
Wir haben ein neues Gästebuch eingerichtet,
das nun etwas trostlos und leer ist. Das muss nicht so bleiben. Kommentare
und Anregungen zur Internetseite, dem Newsletter oder dem Shop sind herzlich
willkommen.
Aus Sicherheitsgründen werden aber zukünftig
die neuen Einträge erst öffentlich einsehbar sein, wenn wir sie
frei geschaltet haben. Auch gibt es nun eine Sicherheitsabfrage, die das
automatische Erstellen von Einträgen verhindert. Auf diese Weise möchten
wir sicherstellen, dass unsere Gäste und Kunden in Zukunft von nicht-jugendfreien
Einträgen verschont bleiben. Von denen mussten wir nämlich in
den letzten Wochen bis zu 70 täglich entfernen.
Viel Freude mit dem neuen Newsletter wünschen
Maike Wilstermann-Hildebrand & Cord Hildebrand
Der Balkonkasten als Miniteich
Nicht jeder hat zu Hause einen Garten, der groß
genug ist für einen funktionierenden Naturteich mit einer reich strukturierten
Uferzone für Frösche, Kröten, Blindschleichen und Marder.
Es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten sich dennoch etwas Wasser
an das haus zu holen. Fertigteiche aus vor geformten Schalen gibt es bereits
mit sehr kleinen Grundflächen, so dass diese auch in kleinen Gärten
Platz finden können. Auch Architektonische Wasserbecken oder Kübel
lassen sich gut als Miniteiche bepflanzen. (Bild von Fass in Australien).
Quellsteine können Zentrum eines kleinen Feuchtgebietes sein, in dem
zum Beispiel Moorbeetpflanzen gedeihen. Aber auch der kleinste Miniteich
benötigt eine Standfläche auf der Terrasse oder dem Balkon, der
dann für andere Nutzungen fehlt.
Eine besonders Platz sparende Alternative ist die Nutzung
von Balkonkästen. Sie lassen sich problemlos an der Außenseite
des Balkongitters, oder wenn ein Balkon fehlt auch von außen unter
einem Fenster anbringen. Dadurch nehmen sie keinen Platz weg.
Balkonkasten mit Hornkraut, Froschbiss und Algenfarn.
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Es lassen sich leicht und ohne viel finanziellen Aufwand
auch aus Balkonkästen kleine Teiche gestalten. Voraussetzung dafür
ist, das der Balkonkasten stabil genug ist um dem Druck des Wassers stand
zu halten. Es eignen sich zum Beispiel fest installierte Kästen aus
Eternit oder Beton. Dünnwandige Kunststoffkästen neigen dazu
sich unter Wasserdruck zu verformen und sind oft auch nicht UV stabil,
so dass sie spröde werden und reißen können. Es empfiehlt
sich daher für hängende Wassergärten stabilere Fabrikate
zu wählen und die Haken für die Aufhängung zur Stabilisierung
zu nutzen in dem sie im Abstand von nicht mehr als 20 cm angebracht werden.
Ein Kasten mit 100 x 30 x 30 cm hat ein Fassungsvermögen von 90 Litern.
Das bedeutet, dass der bepflanzte Kasten etwa 110 bis 120 kg wiegen wird.
Das sollte bei der Befestigung auf jeden Fall berücksichtigt werden!
Im Vergleich zu einem Teich haben Balkonkästen natürlich
ein sehr kleines Wasservolumen, das eher mit einem Aquarium vergleichbar
ist. Es wird darum auch kein sich selbst regulierendes Biotop entstehen.
Besonderes Augenmerk ist darauf zu richten, dass kleine Wassermengen schnell
warm werden. Durch Verdunstung kann der Wasserspiegel schnell sinken. Bei
warmem Wetter kann ein tägliches Auffüllen notwendig werden.
Dieser Kasten ist in der Mitte mit einem Stück Teichfolie
ausgelegt,
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Eine Tellerschnecke (Anisus vortex)
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In einem Balkonkasten können verschiedene Pflanzen
aus dem Aquarium kultiviert werden. Bei diesen tropischen Pflanzen ist
es ein Vorteil, dass sich Wasserkübel, Miniteiche oder eben Balkonkästen
schneller aufheizen als Gartenteiche. Darum können zum Beispiel Ludwigien,
Fettblatt (Bacopa), Rotweiderich (Rotala), Ambulien (Limnophila),
Wasserfreunde (Hygrophila) oder auch tropische Froschlöffel
(Echinodorus) am Balkon gut wachsen und auch blühen. Unter
Wasser können kleine Seerosen, Laichkräuter (Potamogeton),
Wasserpest (Egeria, Elodea) oder Haarnixen (Cabomba)
kultiviert werden und kommen dann oft zur Blüte. Wasserfedern (Hottonia),
das Amerikanische Kammblatt (Proserpinaca) und andere Arten wachsen
schnell durch die Oberfläche und blühen dann ebenfalls oft.
Es gibt eine ganze Reihe von interessanten Schwimmpflanzen,
die sich für kleine Kulturgefäße eignen. Die Wasserhyazinthe
(Eichhornia crassipes) wird man im Aquarium nie und auf einem kühlen
Teich mit 20 °C oder weniger Wassertemperatur kaum zum Blühen
bringen. Im sonnigen Balkonkasten ist es der Pflanzen dagegen im Sommer
warm genug und sie bildet ihre wunderschönen violetten Blüten.
Auch die weniger auffälligen Blüten des Wassersalats (Pistia
stratiotes) kann man so auch einmal zu Gesicht bekommen. Auch die Dreifurchige
Wasserlinse (Lemna trisulca) eignet sich gut für solche Miniteiche.
Es werden sich überraschend schnell kleine Tiere
im Wasser finden. Vor allem Eintagsfliegen- und Libellenlarven tauchen
früh auf. Ihr Verhalten und ihre Entwicklung lassen sich gut beobachten.
Weniger beliebt sind Mückenlarven. Sie lassen sich aber abfischen
und als Fischfutter im Aquarium verwenden. Man kann auch kleinere Fische
wie Guppys, Gambusen, Platys und Mollys einsetzen. Natürlich nur dann,
wenn die Temperatur und die übrigen Wasserwerte den Fischen zusagen.
Einheimische Wasserschnecken wie die Sumpfdeckelschnecke
(Viviparus sp.), Tellerschnecken (Planorbarius, Anisus etc.),
Schlammschnecken (Lymnaea, Radix) oder Blasenschnecken (Physa)
leben sehr gut in Kleinstgewässern. Viele muss man gar nicht erst
einsetzen, weil sie als Laich mit den Wasserpflanzen kommen.
Man kann einen Balkonkasten auch gezielt zur Anzucht
von Lebendfutter nutzen. Wasserflöhe und Hüpferlinge vermehren
sich gut, wenn das Wasser nicht zu warm wird und Schwebealgen enthält.
Auch Europäische Artemia salina lassen sich im Sommer gut draußen
vermehren.
Blüten des Falschen Wasserfreundes |
Zusammen mit dem Mexikanischen Eichblatt (Shinnersia
rivularis) ist sie die einzige Art ihrer Familie, die Verwendung in
der Aquaristik findet. Charakteristisch für die Asterngewächse
sind die aus vielen einzelnen Röhren zusammengesetzten Blütenköpfe.
Bei Gymnocoronis sind es etwa 100 bis 120, weiße, duftende
Blüten pro Knospe.
Die Pflanze ist anspruchslos und gedeiht in der Regel
gut. Niedrige Temperaturen bis hinunter zu 6,5 °C werden toleriert.
Gutes Wachstum hat man bei 15 – 30 °C. Der optimale pH-Wert wird
in der Literatur mit 6,5 bis 8,0 angegeben. Liegt also um den Neutralpunkt.
Der Toleranzbereich in den sauren bereich hinein ist aber größer.
Bei höheren pH-Werten kann die Pflanze Schwierigkeiten mit der Aufnahme
von Mikronährstoffen bekommen. Das Kulturwasser kann weich bis hart
sein.
Lediglich an das Licht stellt die Pflanze etwas höhere
Ansprüche. Bei zu niedrigem Lichtangebot strecken sich die Internodien
stark, die Blattabstände werden größer. Der Stängel
wird dünner und neigt dazu im unteren Bereich zu verkahlen. Bei viel
Licht werden die oberen Blätter rötlich braun.
Da die Pflanzen stark wachsen, drängen sie schnell
an die Wasseroberfläche. In flachen Becken unter 30 cm Wasserstand
lassen sie sich kaum submers halten. Auch in höheren Aquarien müssen
sie regelmäßig gekürzt und neu gesteckt werden.
Etwas langsamer als die Normalform wächst der rotstängelige
Wasserfreund. Die dekorative rote Färbung der Triebe geht unter Wasser
verloren. Dafür benötigt die Pflanze aber insgesamt weniger Licht
und bleibt unter Wasser schön kompakt. Es gibt auch seit vielen Jahren
eine panaschierte Form mit unregelmäßigen weißen Flächen
in den eher grau grünen Blättern. Dieses Merkmal ist nicht ganz
stabil. Abhängig von den Wuchsbedingungen nehmen die hellen Flächen
zu oder ab. Weil die Pflanzen weniger Chlorophyll haben als die Normalform
benötigen sie etwas mehr Licht.
Der rote Stängel ist unter Wasser
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Die Panaschierung ist unregelmäßig
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Zu den merkwürdigsten Eigenarten der Pflanzen gehört, das sie recht häufig aus den Blattstielen von abgebrochenen / abgestoßenen Blättern neu austreiben.
Wirbellose: Salinenkrebse
Salinenkrebse leben in salzigen - zum großen Teil
in hypersalinen - Binnengewässern. Dass sie auch in Salzbergwerken–
in Salinen – vorkommen, hat ihnen ihren Trivialnamen eingebracht. Die wissenschaftliche
Bezeichnung der Gattung lautet Artemia. Sie gehören zur Klasse
der Branchiopoda, zu der Ordnung Anostraca und in die Familie der Artemiidae.
Sie sind nicht sehr nahe mit den echten Krebsen oder Garnelen verwandt.
Vielmehr gehören sie zu den Verwandten von Wasserflöhen (Daphnia,
Moina,
Bosmia usw.), Urzeitkrebsen (Triops und Lepidurus)
und dem Echten Kiemenfußkrebs oder Süßwasserfeenkrebs
(Branchipus schaefferi). Gemeinsam haben die Tiere, den Nauplius
als Larvenform. Während die übrigen Arten im Süßwasser
leben, haben sich die Salinenkrebse an brackiges bis stark salzhaltiges
Wasser angepasst. Es gibt Populationen, die noch bis zu einem Salzgehalt
von 200 g Salz pro Liter Wasser leben können. Die Toleranz der Tiere
gegenüber niedrigen pH-Werten und Sauerstoffmangel ist sehr groß.
Dadurch haben sie eine ökologische Nische besiedelt, die kaum
Nahrungskonkurrenz und Fressfeinden ausgesetzt ist.
Es werden immer mehr Salinenkrebse entdeckt. 1980 waren
weltweit nur 244 verschiedene Fundorte von Artemia bekannt. 2002 waren
es bereits 598. Weitgehend unerforscht sind die Salzgebiete Afrikas.
Es werden heute sechs Arten unterschieden, die sich geschlechtlich
fortpflanzen und untereinander nicht fruchtbar gekreuzt werden können.
Dazu kommen zahlreiche parthenogenetische Stämme, die nicht ganz korrekt
unter dem Arbeitsnamen Artemia parthenogenetica zusammengefasst
werden.
Die Arten sind recht schwierig zu unterschieden, weil
beispielsweise die Zahl ihrer Beinpaare von ihrem Entwicklungsstand (Zahl
der Häutungen) abhängt. Abhängig von den äußeren
Umwelteinflüssen machen die Tiere mehr oder weniger Häutungen
durch bevor sie geschlechtsreif sind. Daher können sich die erwachsenen
Tiere einer Art in verschiedenen Seen oder auch in verschiedenen Jahren
in ein und dem Selben See unterscheiden. Darum wurden zwischenzeitlich
alle Arten zusammengefasst. Davon ist man seit 1980 aber wieder abgekommen.
Weil seither sehr viele neue Erkenntnisse gewonnen werden konnten. Die
Unterscheidungsmerkmale sind jedoch für Aquarianer schlecht nachvollziehbar.
Artemia salina sind selten im Handel. Diese
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Namentlich am bekanntesten ist Artemia salina
(LINNÉ 1758). Die Art wurde bereits 1755 von Schlösser in Lymingdon
in England gefunden und 1758 von Linné als Cancer salinus
benannt. 1819 bekam die Art von Leach den Namen Artemia salina.
Diese ursprüngliche Population ist erloschen. Es gibt einige andere
bekannte Populationen in Europa. 1978 wurden Salinenkrebse aus Nordafrika
als Artemia tunisiana beschrieben. Mittlerweile ist bekannt, dass
es sich dabei um Artemia salina handelt und die andere Bezeichnung
ein Synonym ist. Von einer 1994 entdeckten, noch nicht völlig identifizierten
Population aus Kasachstan wird vermutet, dass auch zu dieser Art gehört.
Die Eier von Artemia salina werden nicht in großen Mengen
gesammelt und auch sind darum auch nur selten im Handel zu bekommen. Die
Tiere sind transparent, rötlich oder auch mal grünlich, abhängig
von Licht und Futter. Es gibt Männchen und Weibchen. Die Geschlechter
sind an den Fühlern zu unterscheiden, die bei den Männchen länger
und zu Greifwerkzeugen umgebildet sind. Sie helfen den Männchen die
Weibchen bei der Paarung fest zu halten. Die Tiere wachsen verhältnismäßig
langsam und erreichen eine Gesamtlänge von etwa 1,5 bis 2 cm. Die
Zysten sind zwischen 0,235 und 0,258 mm groß.
Die im Handel angebotenen Salinenkrebse sind meist Artemia
franciscana (Kellogg 1906). Verrill entdeckte 1869 in Amerika Salinenkrebse,
die er als Artemia gracilis und Artemia monica beschrieb.
Kellogg fasste beide 1906 zur Art Artemia franciscana zusammen.
Die Tiere kommen in Salzseen in Nordamerika, der Karibik und auf den Inseln
im Pazifik vor. Die Nauplien sind beim Schlupf kleiner als die von Artemia
salina und eignen sich darum auch als Futter für kleinere Jungfische.
Die Tiere sind rötlich und können bis etwa 1,5 cm groß
werden. Die meisten Tiere erreichen aber nur eine Länge von etwa 8
mm. Die Zysten verschiedener Populationen sind unterschiedlich groß.
In der San Francisco Bay sind es 0,224 – 0228 mm. Im Großen Salzsee
sind die Zysten mit 0,244 – 0,252 mm etwas größer. Sieben
Tage nach dem Schlupf sind die Nauplien etwa 3 mm groß.
Dose mit Artemia franciscana Zysten.
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Auch im Mono Lake lebt diese Artemien-Art. Zwischen 1941
und 1982 stieg hier der Salzgehalt von 48 auf 93 g/l. Es wird erwartete,
dass in den nächsten Jahrzehnten der Salzgehalt weiter steigen wird.
Daher wurden an den dort lebenden Artemia franciscana Untersuchungen vorgenommen,
wie sich der Salzgehalt auf sie aufwirkt. Mit steigendem Salzgehalt nimmt
die Körperendgröße der erwachsenen Tiere ab. Auch die Zahl
der Nachkommen pro Brut und die Wachstumsrate sinken. Für die heute
dort lebenden Tiere liegt die tödliche Salzkonzentration zwischen
159 bis 179 g/l (Dana & Lenz 1986).
Aus Argentinien stammt Artemia persimilis
(PICCINELLI & PROSDOCIMI 1968), die dort endemisch ist. Die Tiere vermehren
sich auch noch bei relativ geringen Temperaturen und stellen erst ab etwa
4 °C ihr Wachstum ein. Die Größe der Zysten liegt bei durchschnittlich
0,282 mm. Untersuchungen ergaben als ein Unterscheidungsmerkmal zwischen
A.
franciscana und A. persimilis, dass bei dieser Art mehrere dornenförmige
Auswüchse am Penis sind, während A. franciscana keine
solchen Auswüchse hat (Torrentera & Belk 2002).
Aus dem Iran stammt die Artemia urmiana
(GÜNTHER 1899/1900). Die Art lebt endemisch im Urmia-See. Untersuchungen
haben gezeigt, dass diese Art die einzige Artemia-Population im
Iran ist, die sich geschlechtlich fortpflanzt. Alle anderen sind parthenogenetisch.
Es wurden Tiere an verschiedenen Stellen im See untersucht. Die durchschnittliche
Größe der Zysten lag bei 0,249 – 0,286 mm. Die frisch geschlüpften
Nauplien waren zwischen 0,483 – 0,529 mm groß. Im Vergleich dazu
sind die Zysten und Nauplien von A. parthenogenetica aus derselben
Region mit 0,232 – 0,255 mm bzw. 0,475 – 0,492 mm kleiner. Allerdings beträgt
im Schnitt der Unterschied bei den Zysten und bei den Nauplien zwei hundertstel
Millimeter. Die Weibchen werden etwa im Alter von 30 Tagen geschlechtsreif.
Von da an bringt es etwa alle vier bis fünf Tage zwischen 35 und 50
Eier bzw. Nauplien zur Welt. Dabei steigt der Anteil der Zysten mit zunehmendem
Salzgehalt. Die Lebenserwartung liegt bei 70 bis 100 Tagen. Die erwachsenen
Tiere sind etwa 1,5 cm lang. Von dieser Art wurden bisher keine Zysten
nach Deutschland importiert.
Die zwei „neuesten“ Arten sind Artemia sinica
(C. YANENG 1989), die in Zentralasien und China beheimatet ist und
Artemia
tibetiana (T.J. Zhang & B. Sorgeloos 1998) aus China und Tibet.
Bei der letzten Art sind die Zysten deutlich größer als bei
den anderen Arten. Sie messen zwischen 0,323 und 0,336 mm. Artemia tibetiana
wurde in einem Karbonatsee (Lagkor Co) in Tibet entdeckt. Der See liegt
4490 m über dem Meeresspiegel. In Kreuzungsversuchen wurde eine völlige
Sterilität zwischen A. tibetiana und
A. franciscana
festgestellt. Zwischen A. tibetiana und A. urmiana bzw. A.
sinica gibt es eine teilweise Fruchtbarkeit bis in die F2 und F3 –
Generation. Genanalysen bestätigten eine relativ nahe Verwandtschaft
zu A. sinica und A. urmiana.
Artemia parthenogenetica wurde 1974 von
Claudio Barigozzo beschrieben. Parthenogenese ist die Fähigkeit, dass
sich aus unbefruchteten Eiern lebensfähige Jungtiere entwickeln. Etwa
90 % der Tiere in parthenogenetischen Populationen sind weiblich. Es gibt
weltweit parthenogenetische Artemien. Heute wird aber bezweifelt,
dass es sich bei allen parthenogenetischen Tieren um eine einheitliche
Art handelt. Es gibt zum Beispiel zahlreiche Ploidiestufen innerhalb der
Populationen. Während eine Artemia salina 42 Chromosomen
in den Körperzellen hat (2n = 42), können die parthenogenetischen
Tiere diploid bis pentaploid sein. Eine pentaploide Artemie hat 105 Chromosomen
(5n = 105). Außerdem wurden bei Genanalysen Unterschiede festgestellt.
Dazu kommt, dass die einzelnen Populationen unterschiedliche Entwicklungsgeschwindigkeiten
und Salzoptima haben.
Aus China werden seit einiger Zeit parthenogenetische
Salinekrebse importiert, weil ihre Nauplien kleiner sind als die von A.
franciscana. Davon verspricht man sich auch kleine Jungfische gut damit
füttern zu können. Im Vergleich zu den oben erwähnten Zysten
von A. urmiana sind die Zysten und Nauplien von A. parthenogenetica
aus derselben Region im Iran mit 0,232 – 0,255 mm bzw. 0,475 – 0,492 mm
kleiner. Allerdings beträgt im Schnitt der Unterschied bei den Zysten
und bei den Nauplien nur zwei hundertstel Millimeter. Im Vergleich zu den
Zysten von A. franciscana gibt es hier keinen Unterschied. Allerdings
sind die Zysten von A. parthenogenetica von Populationen aus Italien
(0,284 mm), Indien (0,282 mm) und China (0,284 mm) deutlich größer
als die von A. franciscana. Demnach können die Größenunterschiede,
bei der Wahl des richtigen Aufzuchtfutters wohl vernachlässigt werden.
Salinenkrebse haben wie alle Tiere im Salzwasser das
Problem, dass ihnen das umgebende Salzwasser durch Osmose ihr Körperwasser
entzieht. Um das Auszugleichen müssen sie Salzwasser trinken und das
Salz daraus über die Kiemen wieder ausscheiden. Dazu benötigen
sie etwa ein Drittel der durch die Nahrungsaufnahme gewonnenen Energie.
Daher wirkt sich ein Salzgehalt, der das Optimum übersteigt negativ
auf die Lebenserwartung, die Fortpflanzungsrate und die Überlebensrate
der Nachkommen aus. Die Nauplien schlüpfen, sterben aber nach wenigen
Häutungen.
Die geschlechtliche Fortpflanzung erfolgt bei allen gleich.
Die Weibchen haben zwei Ovarien in denen sich die Eier entwickeln. Dann
wandern sie durch Eileiter (Ovidukte) in eine Bruttasche am hinteren Körperende.
Das Männchen überträgt seine Spermien in die Bruttasche
und die Eier entwickeln sich drei bis fünf Tage. Wurde das Weibchen
nicht befruchtet, stößt sie die Eier ebenfalls nach einigen
Tagen aus. Diese sind dann dünnschalig, transparent und sinken auf
den Grund. Sie entwickeln sich nicht. Innerhalb weniger Stunden oder Tage
wandern die nächsten Eier in die Bruttasche, wodurch es dann wieder
die Möglichkeit zu einer Befruchtung gibt. Die Weibchen speichern
keine Spermien und müssen darum in regelmäßigen Abständen
neu befruchtet werden. Bei den parthenogenetischen Weibchen setzt die Zellteilung
im Ei sofort ein, wenn es die Bruttasche erreicht hat. Eine Befruchtung
ist nicht erforderlich.
Erwachsene Artemia salina. Das Tier in der
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Die Augen stehen auf Stielen. Der
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Unter guten Bedingungen sind Artemien ovi-vivipar. Das
bedeutet, dass die Nauplien bereits in der Buttasche aus ihren Eihüllen
schlüpfen und lebend geboren werden. Das ist in der Natur vor allem
zu Saisonbeginn der Fall, also direkt nach dem Regen oder der Schneeschmelze,
wenn der Salzgehalt besonders gering. So kann sich schnell eine große
Population aufbauen, solange noch Wasser vorhanden ist. Beginnt das Gewässer
auszutrocknen, werden vermehrt Eier gebildet. Es gibt zwei verschiedene
Formen. Die dünnschaligen „Sommereier“ entwickeln sich weiter und
es schlüpfen schnell Nauplien. Die zweite Form sind die dickschaligen,
braunen „Wintereier“ oder Dauereier, die wir aus dem Handel kennen. Sie
werden von den Artemien gebildet, wenn die Bedingungen ungünstiger
werden. Signale zur Produktion von Zysten können Sauerstoffmangel,
eine veränderte Photoperiode oder auch Temperaturveränderungen
sein. Die Dauereier sind etwa 0,2 mm groß. In der Eihülle befinden
sich etwa 4000 Zellen, die bereits differenziert sind. Organe lassen sich
aber noch nicht erkennen. Diese Zysten sind sehr widerstandsfähig
und können Trockenzeiten von mehr als zehn Jahren gut überdauern.
Sie haben keine messbare Stoffwechselaktivität. Versuche haben gezeigt,
dass diese Eier ein Erhitzen auf 80 °C für eine Stunde und Einfrieren
bei -190 °C über 24 Stunden überstehen können. Werden
die Eier aber nass, quellen sie auf und die Embryonen entwickeln sich schnell
weiter. Darum müssen Artemia-Eier immer gut gekühlt und trocken
gelagert werden. In feuchter Umgebung setzt der Stoffwechsel in der Zyste
ein und die Schlupfrate wird stark gesenkt.
Quillt die Zyste im Wasser auf, dann schlüpft abhängig
von der Temperatur innerhalb von 1 bis 2 Tagen die Nauplie. In den ersten
Stunden ist sie noch von einer Membran umgeben.
Die Nauplien von Artemia franciscana sind beim
Schlupf etwa 0,4 bis 0,5 mm groß. Dieses erste Larvenstadium hat
ein kleines erstes Antennenpaar, ein größeres, gut entwickeltes
zweites Antennepaar und Mandibeln (Kauwerkzeuge). Die Mundöffnung
liegt an der Unterseite des Körpers und wird von einer Oberlippe (Labrum)
bedeckt. Die Larve hat bereits ein rudimentäres Auge, das jedoch nicht
gut zu erkennen ist. Der Körper ist in diesem Entwicklungsstadium
noch nicht gut ausgebildet. Er ist kurz und unsegmentiert.
Nach wenigen Tagen haben die
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Das erste Larvenstadium (Instar 1) hat keinen voll ausgebildeten
Verdauungstrakt und frisst nicht. Stattdessen zehrt sie von eingelagertem
Dotter, der auch für die rötlich-braune Farbe der Larven verantwortlich
ist. Abhängig von der Temperatur dauert es etwa 12 bis 20 Stunden,
bis sich die Larve häutet und zur Metanauplie (Instar 2) umwandelt.
Dieses zweite Larvenstadium ist etwa 0,6 mm groß und transparent.
Der Körper ist nun etwas länger. Während der folgenden Häutungen
wird er immer länger und differenzierter. Während dessen schwimmt
die Larve unter zur Hilfenahme ihres zweiten Antennenpaares, das sich mittlerweile
gut entwickelt hat. In diesem Stadium beginnen die Tiere Nahrung aus dem
Wasser zu filtrieren. Sie fressen Mikroalgen, Bakterien und Detritus. Will
man Artemien länger pflegen und nicht sofort als Fischfutter nutzen
muss man sie nun füttern. In Artemia-Anzuchtsets ist in der Regel
Futter enthalten. Geeignet ist zum Beispiel „Liquizell“ (Hobby) oder „Artifical
Plancton“ (Aqua Kultur Genzel). Die folgenden Larvenstadien (Instar 3 bis
5), die jeweils durch eine Häutung abgeschlossen werden, werden auch
als Metanauplius bezeichnet. Der Körper wird länger und bildet
weitere Segmente aus. Danach folgen sieben Postnauplien-Stadien (Instar
6 bis 12) in denen die Antennen, die bisher zum Schwimmen genutzt wurden,
kleiner werden, während sich zunehmend mehr Beinpaare am Körper
ausbilden. Die Augen entwickeln sich weiter und die Mundwerkzeuge bekommen
nach und nach ihre endgültige Form. Während fünf weiterer
Häutungen (Instar 13 bis 17) bilden sich die Stiele der Augen und
das Geschlechtssystem. Die Häutung nach dem 17. Larvenstadium beendet
die post-embryonale Entwicklung. Die absolute Zahl der Häutungen kann
in Abhängigkeit von den Umweltbedingungen schwanken. Teilweise sind
es insgesamt nur 14 oder 15.
Salinenkrebse entwickeln sich sehr schnell. Bei 23 °C
sind A. persimilis und A. franciscana bereits nach 2 Wochen
ausgewachsen. Bei A. salina, A. urmiana und A. parthenogenetica
dauert die Entwicklung 3 bis 5 Wochen.
Die erwachsenen Tiere leben dann etwa vier bis zehn Monate.
Bei niedrigeren Salzkonzentrationen ist die Lebensdauer größer.
Der ausgewachsene Krebs hat keinen schützenden Schild (Carapax). Am
Kopf sind zwei zusammengesetzte Augen auf Stielen, zwei Paar Antennen,
Mandibeln und zwei Paar Maxillen.
Beim Männchen ist das zweite Antennenpaar nun vergrößert
und zu Greifern umgebildet. Damit hält es sich während der Paarung
am Hinterleib des Weibchens fest. Bei den Weibchen ist dieses Antennenpaar
kurz und verdickt. Dadurch sind die Männchen in der Gesamtkörperlänge
etwa 2 bis 4 mm größer als die Weibchen. Der Körper hat
19 oder 20 Segmente. Die vorderen elf Segmente werden als Thorax (Vorderkörper)
bezeichnet. An Ihnen befinden sich die Ruderfüße (Phyllopoden).
Dann folgen sieben Segmente, die zum Abdomen (Hinterleib) gehören.
An ihnen befinden sich keine Anhänge. Das letzte Körpersegment
hat ein Paar langer Anhänge.
Die Ruderfüße dienen der Fortbewegung und
der Atmung. Die Tiere schwimmen auf dem Rücken in dem sie die Füße
in rhythmischen, wellenförmigen Bewegungen benutzen. Dabei machen
sie fünf bis zehn Wellen in der Sekunde. Durch die Bewegung strömt
Wasser an den Phyllopoden vorbei auf denen sich Kiemen befinden. Zusätzlich
werden Nahrungspartikel aus dem Wasser mit den Beinen in eine Rinne am
Bauch und in dieser zum Mund geleitet.
Um 1970 herum stieg der weltweite Bedarf an Artemia.
1980 wurden etwa 60 Tonnen Zysten geerntet und gehandelt. Im Jahr 1994
waren es bereits 2000 Tonnen. Nicht nur für die Aquaristik, sondern
auch für die Ernährung von Speisefischen wurden sie in großem
Stil eingesetzt. Auch für die Bekämpfung von Algen in Salzwerken
werden die kleinen Krebse genutzt. Das hatte zur Folge, dass die in Amerika
weit verbreitete Artemia franciscana überall hin in die Welt exportiert
wurde.
Überall wo die Eier geerntet werden, nimmt nach
einigen Jahren die Menge der produzierten Zysten ab. Es wird vermutet,
dass durch das Abfischen der Zysten der Teil der Population im Vorteil
ist, der Sommereier produziert oder sich ovi-vivipar vermehrt. Auf die
Weise werden die zystenbildenden Tiere ausselektiert. Nachdem neue Tiere
eingesetzt wurden, vermehren sich die Tiere wiederum gut und bilden auch
wieder viele Zysten.
Die Eier von Salinenkrebsen werden auch im Kot von Küstenvögeln
verbreitet. Zum Beispiel wurden lebensfähige Zysten im Kot des Rotschenkels
(Tringa totanus) und der Uferschnepfe (Limosa limosa) gefunden.
Artemien sind Zwischenwirte für Bandwürmer
(Flamingolepsis, Eurycestus, Anomotaenia, Gynandrotaenia, Wardium),
die zum Beispiel Flamingos und Möwen befallen. Die Bandwurmlarven
nisten sich in den Larven der Artemien ein und werden zusammen mit ihnen
gefressen (GEORGIEV, B. B. et al. 2005).
Die Aufzucht von Artemien ist eigentlich nicht schwierig.
Daher sind sie eine besonders beliebte Zugabe in Comic-Heften. Allein in
den YPS-Heften sollen sie bereits zwanzigmal dabei gewesen sein. Die Dauereier
sind im Zoofachhandel immer erhältlich. Oft gibt es ganze Sets mit
Eiern, Salz, Futter, Gefäßen und einer Anleitung zu kaufen.
Grundsätzlich kann man die Tiere aber auch in selbst gebauten Apparaturen
anziehen und benötigt kein Futter, wenn man die frisch geschlüpften
Nauplien gleich als Fischfutter verwenden möchte, da sie in den ersten
24 Stunden ohnehin keine Nahrung aufnehmen. Da die Tiere allerdings ihren
Dotter, der sie zu nahrhaften Jungfischfutter macht, dann verbraucht haben,
müssen sie danach gefüttert werden. So kann man die Nauplien
auch größer ziehen.
Es werden auch so genannte dekapsulierte Eier angeboten.
Diese wurden mit Hilfe von Chemikalien von ihrer schützenden äußeren
Schale befreit. Diese Eier können direkt als Staubfutter verwendet
werden. Es wird aber nichts aus ihnen schlüpfen. Relativ neu sind
gefriergetrocknete Nauplien. Sie werden direkt nach dem Schlupf getrocknet
und enthalten noch alle Nährstoffe der dotterhaltigen Nauplien. Sie
quellen problemlos in Wasser auf sehen dann aus wie lebende Artemien, wenn
sie sich leicht in der Strömung bewegen. Junge Skalare und auch Perlhuhnbärblinge
lassen sich gut mit diesem Futter versorgen. Besonders, wenn die Anzucht
von Nauplien aus Zysten nicht zuverlässig klappt, können die
gefriergetrockneten Tiere bei Jungfischen die Versorgungslücke der
ersten Tage schließen.
Vergleich zwischen naturbelassenen
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Gefriergetrocknete Artemien sind
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Für die Anzucht muss Salzwasser verwendet werden.
Es werden Spezialsalze angeboten, die aber nicht zwingend erforderlich
sind. Jodfreies Kochsalz aus dem Supermarkt eignet sich gut. Jod würde
den Schlupf der der Nauplien verzögern. Möglicherweise beinhaltet
das Salz ein Trennmittel, das Klumpen vermeiden soll. Das könnte zum
Beispiel Natriumhexacyanoferrat (E 535) sein. Das kann die Schlupfrate
senken. Sollte also einmal der Erfolg ausbleiben, kann das durchaus
am Salz liegen. Es ist aber auch möglich, dass die Eier nicht gut
gelagert wurden und die Schlupfrate darum geringer ausfällt.
Das Salzwasser wird in einer Konzentration von 2,5 bis
3,5 % angesetzt. Das bedeutet, dass auf einen Liter Wasser 25 bis 35 g
Salz gelöst werden. Dann werden die Artemia-Eier in das Salzwasser
gegeben. Die Temperatur sollte zwischen 23 und 30 °C liegen. Am Besten
stellt man die Anzuchtgefäße in die Nähe der Aquarienanlage
um von der Abwärme zu profitieren oder man hängt sie direkt ins
Aquarium. Da die Nauplien ohne Futter nur 24 Stunden lang haltbar sind,
sollte man nicht mehr ansetzen als sich in diesem Zeitraum verfüttern
lassen. Wie viel das in etwa ist, hängt dabei natürlich von der
Größe und der Menge der zu fütternden Fische ab. Nach meiner
Erfahrung ist für die Fütterung von ca. 500 gerade frei schwimmenden
Skalaren der Ansatz einer 250 ml Flasche mit etwa einer kleinen Messerspitze
voll Artemia-Eiern mehr als genug. Diese Menge wird in Abständen von
etwa 12 Stunden (also morgens und abends) angesetzt, so dass immer genug
kleine Nauplien vorhanden sind. Nach der zweiten oder dritten Häutung
sind die Krebse bereits zu groß für die Fische.
Eine leichte Belüftung ist von Vorteil. Das verhindert,
dass die Tiere an Sauerstoffmangel leiden. Allerdings sollten sie im Ansatzgefäß
nicht wild herumgeschleudert werden. Die Larven können in der ersten
Zeit noch nicht besonders gut schwimmen und können durch Zusammenstöße
mit den Wänden oder einander Verletzungen davontragen und sterben.
Außerdem werden viele von den Luftblasen an die Oberfläche getrieben
und bleiben dort oft oberhalb der Wasseroberfläche an den Gefäßwänden
kleben, was ebenfalls zum Tod führt.
Es wäre interessant herauszufinden unter welchen
Bedingungen Artemia salina oder auch die anderen Arten besonders
groß werden. Es ist bekannt, dass Salinenkrebse als Reaktion auf
eine drohende Austrocknung ihres Heimatgewässers, was ihnen z. B.
ein steigender Salzgehalt anzeigt, reagieren, in dem sie sich weniger oft
Häuten, somit weniger Beinpaare ausbilden und früher ihre Geschlechtsreife
erreichen. Ein höherer Salzgehalt verkürzt die Lebensdauer gegenüber
einem niedrigeren. Die verschiedenen Populationen in den Salzseen der Welt
sind vermutlich an unterschiedlich starke Salzschwankungen angepasst. Sie
reagieren vermutlich auch unterschiedlich auf Wechsel in der Beleuchtungsdauer,
da nicht alle Seen auf dem Selben Breitengrad liegen. Wenn man dazu noch
annimmt, dass die Entwicklung von Wirbellosen stark von der Temperatur
abhängt und z. B. Schnecken älter und größer werden,
wenn man sie nicht zu warm hält, könnte man recht einfache Versuche
machen unter welchen Bedingungen Artemien am größten werden.
Literatur:
Abatzopoulos, T.J. et al. (2002): Genetic characterisation of Artemia tibetiana (Crustacea: Anostraca).- Biological Journal of the Linnean Society, 75 (3), 333-344
Abatzopoulos T.J. et al. (2006): Artemia sites in Iran.- J. Mar. Biol. Ass. U.K. 86, 299-307
Dana, G. L.; Lenz, P.H. (1986): Effects of increasing salinity on an Artemia population from Mono Lake, California.- Oecologica, 68 (3), 428-436
Georgiev, B. B. et al. (2005): Cestodes from Artemia parthenogenetica (Crustacea, Branchiopoda) in the Odiel Marshes, Spain: A systematic survey of cysticercoids.- Acta Parasitologica 55(2), 105-117
Green, A. J. (2005): Dispersal of invasive and native brine shrimps Artemia (Anostraca) via waterbirds.- Limnol. Oceanogr., 50(2), 737-742
Soniraj, N.; Balu, S. (2006): The Brine Shrimp.- ENVIS – Marine Ecosystem, a Quaterly Newsletter, ENVIS Center, Department of Geology, University of Kerala, Vol. 5 June 2006 Nr. 2, 7-11
Torrentera, L; Belk, D. (2002): New penis characters to distinguish between two American Artemia species.- Hydrobiologica 470(1-3), 149-156
Vorschau auf Newsletter Nr. 12 / Juni 2008:
Pflanzenporträt: Laichkräuter (Potamogeton
sp.)
Laichkräuter sind weltweit verbreitet. Es gibt tropische
Arten für das Aquarium, aber auch Arten aus gemäßigten
Breiten, die im Teich kultiviert werden können.
Wirbellose: Unterscheidungsmerkmale von Schnecken
Nicht alle Schnecken, die sich gut im Aquarium vermehren,
eigen sich auch für die dauerhafte Haltung. Die Artbestimmung ist
schwierig, aber oft reicht die Zuordnung in eine Familie um wertvolle Informationen
über Lebensweise und Ansprüche zu bekommen.
Der Teichmolch (Triturus vulgaris)
Die meiste Zeit des Jahres leben unsere einheimischen
Molche an feuchten Stellen an land. Das Frühjahr nutzen sie zur Paarung
und versammeln sich in Teichen und Gräben.
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Erscheinungsdatum von Newsletter Nr. 11: 8.5.2008
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