
Pflanzenportrait: Das Kleine Papageienblatt (Alternanthera reineckii)
Futter für Aquarientiere I - Trockenfutter
Wirbellose: Unterscheidungsmerkmale von Schnecken II - Gehäuseformen
News - Omnia mutandur
Alles verändert sich. Auch bei uns. Berufliche und
persönliche Veränderungen machen in den nächsten Wochen
einen Umzug in eine andere Stadt notwendig, der gut geplant sein will,
wenn Aquarien und Fische wohlbehalten in der neuen Wohnung ankommen sollen.
Das nimmt im Moment viel Zeit in Anspruch und hat mich in den letzten Wochen
davon abgehalten den 13. Newsletter fertig zu stellen.
Nun ist es aber mal wieder geschafft und ich hoffe, dass
wir auch diesmal einen abwechslungsreichen und interessanten Themen-Mix
gefunden haben.
Viel Spaß wünschen
Maike Wilstermann-Hildebrand & Cord Hildebrand
Pflanzenportrait: Papageienblatt (Alternanthera reineckii BRIQUE 1899)
Die Gattung Alternanthera umfasst ca. 80 Arten,
die vorwiegend in den Tropen vorkommen. Die meisten stammen aus Amerika.
Sie gehören zu den Amaranthaceae (Fuchsschwanzgewächse). Es sind
krautige, mehrjährige Pflanzen. Die Blätter sind gegenständig
und ganzrandig. Die Blüten sind immer klein, in Knäueln zusammengepackt.
Die Blütenhülle besteht aus häutigen Schuppen. Die Früchte
sind manchmal korkartig. Einige Arten wachsen als Sumpfpflanzen, manchmal
auf zeitweilig überflutetem Gelände. Andere Arten eignen sich
nicht für die Verwendung im Aquarium.
Das Kleine Papageienblatt (A. reineckii) ist eine
in der Aquaristik sehr weit verbreitete und bekannte Pflanze. Die Art stammt
aus Südamerika und wächst dort im Uferbereich von Flüssen
und Teichen. Dort wird sie im Jahresverlauf zeitweilig überflutet,
wächst aber auch außerhalb des Wassers an sumpfigen Stellen.
Im Aquarium kann die Pflanze dauerhaft unter Wasser kultiviert werden.
Bei der Überwasserform sind die Stängel ein
wenig behaarten. Sie sind gut verzweigt und werden etwa 50 cm lang. Über
Wasser wächst die Pflanze halbaufrecht kriechend. Die Triebspitzen
stehen etwa 10 bis 20 cm aufrecht, der übrige Stängel liegt flach
am Boden und bildet an den Knoten Wurzeln und Seitentriebe. Unter Wasser
sind die Stängel unbehaart und die Pflanzen wachsen aufrecht.
Die Blätter sind gestielt und kreuzgegenständig.
Das heißt, dass sich an jedem Blattknoten jeweils zwei Blätter
gegenüber stehen, die zu dem darunter und darüber liegenden Blattpaar
um jeweils 90 ° um den Stängel gedreht sind. Die Spreiten sind
lanzettlich, etwa 1 - 2,5 cm lang und 0,5 - 1 cm breit. Das variiert allerdings
in Abhängigkeit vom Ernährungszustand und der Kulturform. Genauso
wie die Blattfarbe. Die Blattoberseite und der Stängel sind matt grün,
rosa bis rot. Die Blattunterseite ist rosa. Es gibt verschiedene
Farbformen im Handel. Beispielsweise ist das Lilablättrige Papageienblatt
„Alternanthera lilacina“ eine Form vom kleinen Papageienblatt. Diese Varietät
wird unter Wasser zwischen 25 und 40 cm hoch. Die Blätter sind an
der Oberseite oliv und rot bis violett überlaufen. Blattunterseite
ist violett. Die Blätter haben einen eigentümlichen Glanz. Die
Spreiten sind größer als bei der Stammform. Um diese Farbintensität
zu erreichen, sind aber eine optimale Nährstoffversorgung (Spurenelemente)
und viel Licht erforderlich.
"Rosaefolia" |
"Cardinalis" |
"Lilacina" |
Am einfachsten zu kultivieren und auch am weitesten verbreitet
ist die Varietät ´Rosaefolia´. Ihre Blätter sind
über Wasser oliv grün bis dunkelrot oder bräunlich. Unter
Wasser sind sie hell rot. Der Lichtbedarf ist bei dieser Form nicht so
hoch wie bei „Lilacina“. Die Pflanzen wachsen insgesamt stabiler, sind
weniger Anfällig und verkahlen nicht so stark von der Basis her.
Auch ´Cardinalis´ ist eine recht pflegeleichte
Form. Sie hat schmalere Blätter als ´Rosaefolia´ und ist
- bei ausreichend Licht - intensiv dunkel rot.
Alle Formen benötigen viel Licht. Das heißt
sie müssen an einem unbeschatteten Platz gepflanzt werden und die
Stängel sollten soviel Abstand haben, dass auch die unteren Blätter
noch belichtet werden. Als Faustzahl sind für die Beleuchtung eines
Aquariums bis zu 40 cm Höhe mindestens 0,6 Watt pro Liter Wasser zu
empfehlen, besser mehr.*
Die Temperatur sollte zwischen 22 und 28 °C im Aquarium
liegen. Die Pflanzen wachsen über Wasser im Sommer aber auch gut am
Teichrand und kommen in Argentinien auch in Gewässern mit Temperaturen
um 15 °C vor. Es ist zu bedenken, dass eine hohe Temperatur den Stoffwechsel
(Atmung) der Pflanzen beschleunigt und ein stärkeres Angebot an Licht
und Nährstoffen erfordert. Bei guter Versorgung mit Dünger, sehr
viel Licht und Kohlendioxiddüngung kann man das Papageienblatt wohl
auch bei 30°C noch pflegen.
Der pH-Wert sollte im leicht sauren Bereich liegen. Die
Pflanzen tolerieren aber pH-Werte von 5,5 (zumindest kurzzeitig) bis 7,5.
Das Kleine Papageienblatt ist verhältnismäßig
anspruchslos und gehört zu Recht zu den beliebtesten roten Aquarienpflanzen.
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* Diese Angaben zur „Lichtstärke“ basieren auf den
Erfahrungen von Aquarianern und lassen sich nicht unbedingt pauschalisieren.
Allerdings reicht die Beleuchtung in einem Komplettset mit 54 Litern Volumen
und einer 18 Watt Leuchtstoffröhre mit 0,33 Watt pro Liter lange nicht
aus, um Papageienblatt zu kultivieren. Eine starke Beleuchtung hat aber
auch keinen Wert, wenn Schwimmpflanzen die Wasseroberfläche überwuchern
oder durch Torffilterung das Wasser kaffeebraun ist.
Futter für Aquarientiere I - Trockenfutter
Als vor etwa 100 Jahren die ersten Aquarien aufgestellt
wurden, wurden die darin lebenden Tiere mit Naturfutter aus Teichen versorgt.
Das ist heute nur noch bedingt möglich. Oft ist das Fangen von Wasserflöhen
und Mückenlarven in natürlichen Gewässern gar nicht erlaubt.
Es geht aber auch mit der Gefahr einher sich Parasiten wie Karpfenläuse,
Egel, Hydra oder unerwünschte Schnecken einzuhandeln. Auch größere
Insektenlarven wie die von Libellen oder karnivore Wasserkäfer können
unseren Fischen und Wirbellosen gefährlich werden.
Es gibt aber zahlreiche Futter-Varianten im Handel, mit
denen wir den Bedürfnissen unserer Tiere gerecht werden können.
Am weitesten verbreitet ist das Trockenfutter. Es hat
den Vorteil, dass es bei Raumtemperatur lagerbar ist. In geschlossenen,
luft- und lichtdichten Dosen bleiben Nährstoffe und Vitamine über
Monate erhalten. Nach dem ersten Öffnen sollte der Doseninhalt aber
innerhalb von 3 Monaten verbraucht werden, weil auch durch das tägliche
Öffnen beim Füttern ein Qualitätsverlust durch Licht, Sauerstoff
und Luftfeuchtigkeit eintritt. Es gibt Universal-Mischungen für Allesfresser,
Futtersorten mit höherem pflanzlichem Anteil für Pflanzenfresser
und auch Spezialfutter für Garnelen und Krebse. Sie sind in ihrer
Zusammensetzung an die Bedürfnisse der entsprechenden Tiere angepasst.
1 JBL NovoFect, 2 All Color Booster, 3 Cyclop Eeze, 4
JBL NovoGranoMix
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Trockenfutter gibt es in zahlreichen Formen. Futter in
Flockenform
schwimmt eine kurze Zeit an der Wasseroberfläche, saugt sich dann
voll Wasser und geht unter. Es ist in der Regel eine Mischung aus mehreren
Futterrezepturen, die in flachen Schichten getrocknet, zerbrochen und dann
gemischt werden. Meistens beinhaltet das Futter sowohl mit Lebensmittelfarbstoffen
rot gefärbte als auch grüne Bestandteile. Die roten sind in der
Regel Flocken mit einem höheren Anteil an tierischen Inhaltsstoffen
und die grünen solche mit mehr pflanzlichen Zutaten. Diese Mischungen
eigenen sich als Futter für Fische in Gesellschaftsbecken sehr gut.
Jede Art kann entsprechend ihren Bedürfnissen aus den Flocken auswählen.
Für Fische mit speziellen Bedürfnissen gibt es Spezialfutter,
die größere Anteile an der einen oder anderen Zutat enthalten.
Zum Beispiel gibt es spezielle Flocken für Lebendgebärende, die
einen besonders hohen Anteil an pflanzlichen Inhaltstoffen haben. Das Futter
wird aus einem Brei hergestellt, der unter Druck bei etwa 160 °C unter
einer Walze getrocknet wird. Dadurch ist das Futter lange haltbar. Nachteilig
ist, dass die meisten Vitamine nicht hitzebeständig sind und durch
den Trocknungsvorgang zum großen teil zerstört werden.
Futtertabletten sind nichts anderes als
gepresstes Flockenfutter. In der Zusammensetzung der Nährstoffe unterscheiden
sie sich meist etwas von den Futterflocken desselben Herstellers. Futtertabletten
ermöglichen es bodenlebende Tiere gezielt zu füttern. Es gibt
aber auch Hafttabletten, die an der Aquarienscheibe kleben bleiben. Dadurch
können mehrere Futterplätze eingerichtet werden, so dass sich
einzelne Fische nicht beim Fressen gegenseitig stören. Außerdem
ist es - anders als bei dem sich gleichmäßig verteilenden Flockenfutter
– möglich nachzuvollziehen, ob die Fische die ganze Ration aufgefressen
haben.
Staubfutter für Jungfische ist entsprechend
eine zerkleinerte Form des Flockenfutters. Es ist an die geringe Maulgröße
von Jungfischen angepasst. Meistens schwimmt es lange auf der Oberfläche.
Sticks sind eine Form des Trockenfutters,
das für größere Fische wie Barsche ausgelegt ist. Bei diesen
ist der Futterbrei vor dem Trocknen aufgeschäumt. Sticks quellen genau
wie die anderen Futtersorten auf. Da es sich um große Portionen handelt,
sollte man sie vor dem Verfüttern etwas einweichen, weil das Quellen
im Fischdarm zu Verdauungsproblemen führen kann.
Extrudate sind Futtersorten, die unter
hohem Druck aber bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen (ca. 60 °C)
hergestellt werden. Dadurch sind sie nur etwa 10 Monate lang haltbar. Extrudate
enthalten oft wenig oder gar keine pflanzlichen Bestandteile und sind darum
arm an Rohfasern. Diese dienen im Fischdarm aber „nur“ der Verbesserten
Aufnahme von schwer verdaulichen Nahrungsbestandteilen. Gute Extrudate
enthalten aber nur gut verwertbare Nährstoffe und können darum
auf die Rohfaser verzichten. Sie haben eine große Nährstoffdichte,
die gut verwertet werden kann. Darum muss auch nur sparsam gefüttert
werden. Extrudate schwimmen nicht, weil sie durch den Herstellungsprozess
(Druck) eine hohe Dichte haben und kaum Lufteinschlüsse aufweisen.
Die Trockenfutter-Rezepturen der einzelnen Hersteller
unterscheiden sich. Von manchen Firmen werden lieber pflanzliche Rohstoffe
(Weizen, Mais, Spirulina etc.) verarbeitet, andere nutzen verstärkt
tierische Rohstoffe (Fischmehl, Artemia, Krill). Das hat Auswirkungen auf
die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe.
Da nicht alle Inhalts- und Zusatzstoffe auf den Packungen
angegeben sind, ist ein vollständiger Vergleich nicht möglich.
Daher sind hier die Packungsangaben auch zum Teil nur auszugsweise aufgeführt.
Zusatzstoffe werden dem Futter zugesetzt um es haltbarer,
bekömmlicher oder ernährungsphysiologisch wertvoller zu machen.
Der bekannteste Zusatzstoff ist wohl Ascorbinsäure oder Vitamin
C. Es wirkt zum einen als Antioxidanz und schützt so andere
Inhaltstoffe vor den Angriffen von Sauerstoff. Darum wird es nahezu allen
Lebensmitteln zugesetzt. Vitamin C erfüllt wichtige Funktionen im
Stoffwechsel. Unter anderem hat es Wirkung auf die Produktion von Hormonen,
die Aufnahme von Eisen im Darm und auf den Cholesterin-Stoffwechsel. Vitamin
C ist wasserlöslich und Überschüsse werden vom Körper
wieder ausgeschieden. Es ist als Antioxidanz unter der Nummer E 300 in
der Liste der Lebensmittelzusatzstoffe.
Vitamin D3, Cholecalciferol oder kurz Calciol
ist ebenfalls ein häufiger Zusatzstoff in Fischfutter. Es ist wichtig
für die Entwicklung von Nerven und Muskeln und hat Wirkungen auf die
Regulation des Calciumgehaltes in Blut und Knochen. Vitamin D3 ist tierischen
Ursprungs. Andere Formen von Vitamin D stammen aus Pflanzen. Vitamin D3
kann von Tieren und Menschen in der Haut (UV-Licht) selbst produziert werden.
Definitionsgemäß ist es demnach kein Vitamin. Physiologisch
ist es ein Prohormon, eine Vorstufe von Calcitriol, einem Hormon, durch
das das Immunsystem beeinflusst wird.
Vitamin E ist ein echtes Vitamin, das nicht
von Menschen und Tieren synthetisiert werden kann, sondern aus pflanzlicher
Nahrung aufgenommen werden muss. Es sind verschiedene Formen bekannt, die
als Tocopherol und Tocotrienol bezeichnet werden. Am wichtigsten für
die menschliche Ernährung ist das a-Tocopherol.
Vitamin E ist vor allem in pflanzlichen Ölen vorhanden. Es wirkt trockener
Haut entgegen, fördert die Heilung von Wunden und die Konzentration.
Eine gute Versorgung mit Vitamin E soll die Fruchtbarkeit erhöhen.
Es wird in der Leber und im Fettgewebe gespeichert. Verschiedene Formen
von Vitamin E sind unter den Nummern E306 - E309 in der Liste der Lebensmittelzusatzstoffe
zu finden.
Vitamin A, Retinol oder Axerophthol ist
ebenfalls ein fettlösliches Vitamin. Dabei verbergen sich hinter der
Bezeichnung Vitamin A mehrere chemische Verbindungen. Retinol ist als Vitamin
A1 bekannt. Es ist wichtig für den Aufbau der Stäbchen im Auge,
Gesunderhaltung der Nervenzellen, den Aufbau von Blutkörperchen und
Erneuerung der Zellen von Haut und Schleimhäuten (Nase, Mund, Darm).
Eine Überversorgung führt beim Menschen unter anderem zu Erbrechen
und Durchfall. Eine bei Fischen schwer nachzuvollziehende Symptomatik.
Es kann aber auch ein erhöhter Hirndruck auftreten, Leber und Milz
vergrößern sich und die Schilddrüsenfunktion wird gehemmt.
Eine Überdosierung sollte also auch bei Fischen vermieden werden.
Sehr schwierig ist der Vergleich von Carotinoiden
in den verschiedenen Futtersorten, weil sie teilweise direkt als Carotin
oder Gesamt-Carotinoid aufgeführt werden, in anderen Fällen aber
einzelne bestimmte Carotinoide aufgelistet sind. Carotinoide sind eine
Gruppe von natürlicher Farbstoff (gelb, rot, orange) und Vorstufe
von Vitamin A (Provitamin A). Anders als Vitamin A wirken Carotinoide nicht
schädlich, weil sie nur bei Bedarf in Vitamin A umgewandelt werden.
Sie werden dem Futter oft zugesetzt, weil sie durch ihre Einlagerung in
das Fettgewebe eine Intensivierung von roten und gelben Farben bei den
Fischen bewirken. Zu den Carotinoiden gehört zum Beispiel das bekannte
b-Carotin,
das in vielen Pflanzen (Karotten, Ringelblumen, Löwenzahn) vorkommt.
Es wird aber auch Lutein (Arnikablüten, Grünkohl, Eidotter),
Lycopin (Hagebutten, Tomaten), Zeaxanthin (Mais) oder Astaxanthin (Krebse,
Garnelen) für Fischfutter verwendet und teilweise auch als solche
angegeben. Als Lebensmittelzusatzstoff gelten Carotinoide als Farbstoffe
und haben die Nummern E160 a – f.
In der Tabelle sind die Zusatzstoffe gemäß
den Hinweisen auf der Verpackung angegeben. Aus Platzmangel sind nur die
vier häufigsten Vitamine berücksichtigt. Der All-Color-Booster
enthält zusätzlich zum Beispiel 10 verschiedene Carotinoide,
die die Färbung der Fische optimieren. Einige Futtersorten werden
nicht als „Alleinfuttermittel“ sondern als „Ergänzungsfuttermittel“
angeboten. Diese enthalten hoch konzentrierte Vitamine, die bei einer Überfütterung
zum Beispiel Leberschäden verursachen können. Diese Futtermittel
sollten darum nur als Zusatzfutter zur Abwechselung oder zur Unterstützung
bei Krankheiten eingesetzt werden.
Zusätzlich zu den künstlich hergestellten Futtersorten gibt es eine ganze Reihe von gefriergetrockneten oder auch sonnengetrockneten Naturfuttersorten. Bekannt sind zum Beispiel Wasserflöhe, Bachflohkrebse (Gamarus), Artemia, Tubifex und roten Mückenlarven. Zusätzlich gibt es einige Futterzusätze wie Algenpulver aus Spirulina und Chlorella. Alle diese Futtersorten sind von verschiedenen Herstellern im Handel erhältlich.
Die Angaben zu den Inhaltstoffen stammen von den Verkaufsverpackungen
und aus verschiedenen Internetquellen. Die Angaben der Hersteller weichen
zum Teil von einander ab. Die auf Internetseiten angegebenen Werte sind
teilweise falsch wiedergegeben. Das war bei einigen Seiten sehr offensichtlich,
da sie zum Beispiel in der Summe 106 % Inhaltsstoffe bei getrockneten Artemia-Eiern
(Brinelife Artemia Startfutter) oder 103 % bei Rotem Krill (Happyfish)
angegeben haben. Natürlich sind auch wir nicht perfekt. Alle Angaben
daher nur zum besseren Vergleich und natürlich ohne Gewähr.
Natürlich gibt es unzählige verschiedene Futterrezepturen
von verschiedenen Herstellern, die sich alle mehr oder weniger stark von
einander unterscheiden. Das Problem für Aquarianer besteht nun darin,
das Richtige auszuwählen. Da wir nicht ganz genau wissen, wie viel
Fett und Eiweiß ein Guppy oder ein Kongosamler benötigt und
wir in einem Becken mit mehreren Fischarten auch nicht kontrollieren können,
was welcher Fisch frisst, ist es für eine ausgewogene Ernährung
unserer Tiere am günstigsten, wenn wir in der Woche zwei oder
drei verschiedene Futtersorten im Wechsel anbieten. Beispielsweise kann
ein Flockenfutter mit Lebendfutter oder Frostfutter kombiniert werden.
Schnecken, Garnelen, Krebse, aber auch Welse und einige Lebendgebärende
nehmen gerne einmal gefrosteten Spinat, Gurkenscheiben oder Paprika an.
In den nächsten Ausgaben des Newsletters werden
wir uns mit Frostfutter und Lebendfutter beschäftigen.
Wirbellose: Unterscheidungsmerkmale von Schnecken II – Gehäuseformen
Zur Bestimmung von Schnecken ist es wichtig einige grundlegende
Bezeichnungen für die verschiedenen Körperteile zu kennen. Anders
ist es nicht möglich die Tiere zu beschreiben bzw. die Beschreibung
der verschiedenen Tiere zu verstehen. Darum werde ich hier nun einige wichtige
Merkmale vorstellen.
Um Gehäuse treffend beschreiben zu können,
werden drei festgelegte Grundpositionen unterschieden. Die erste Grundposition
ist die Spitzenlage. Dabei steht das Gehäuse senkrecht
auf der Unterlage und der Betrachter schaut von oben auf die Spitze (rechts).
Die zweite Grundposition ist die Nabellage. Dabei liegt das
Gehäuse mit der Unterseite nach oben, so dass die Mündung auf
den Betrachter gerichtet ist (links). Bei der dritten Position schaut man
auf die Rückseite, wenn das Gehäuse auf der Mündung
liegt (mitte).
Grundpositionen am Beispiel von Pomacea scalaris
|
In der Nabellage kann man die Windungsrichtung
am deutlichsten beurteilen. Anders als die meisten anderen Lebewesen sind
Schnecken nicht symmetrisch. Das bedeutet, dass es keine Spiegelachse gibt,
die man in irgendeine Richtung durch ihren Körper legen kann. Zieht
man durch ein Schneckengehäuse eine gedankliche Linie von der Spitze
bis runter zur Mündung, dann sind die beiden Gehäusehälften
rechts und links davon unterschiedlich. Wenn sich nun die Mündung
rechts von der Gehäuseachse befindet, dann wird das als „rechtsgewunden“
bezeichnet. Beim kriechenden Tier ist dann die Gehäusespitze auf der
rechten Seite des Körpers. Das ist bei den meisten Arten der
Fall. Nur wenige Arten sind von Natur aus „linksgewunden“. Dann ist die
Mündung entsprechend links von der Achse. Dieses Merkmal ist bei der
Unterscheidung von Blasenschnecken und Schlammschnecken der einfachste
Hinweis. Alle Blasenschnecken (Physidae) sind linksgewunden. Schlammschnecken
(Lymnaeidae) dagegen immer rechtsgewunden. Sehr selten treten von eigentlich
rechtsgewundenen Arten linksgewundene Exemplare auf. Diese werden als Sinister
bezeichnet. Bei Weinbergschnecken spricht man von "Schneckenkönigen".
Wegen ihrer Seltenheit sind Sinister bei Gehäusesammlern besonders
beliebt.
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Andere Merkmale am Gehäuse sind deutlich spezieller
und machen es besonders bei kleinen Arten notwendig sehr genau hin zu schauen
um Unterschiede wahrzunehmen. In der Abbildung sind die wichtigsten Bezeichnungen
für die Beschreibung von Schneckengehäusen angegeben. Die Gehäusespitze
wird als Apex bezeichnet. Die Sutur oder Naht ist die mehr oder weniger
deutlich sichtbare Linie an der jeweils zwei Windungen aufeinander treffen.
Sie Verläuft spiralig um das gesamte Schneckenhaus. Der Umbillicus
oder Nabel ist die Öffnung der Hohlspindel, um die sich das Gehäuse
windet (z. B. bei Apfelschnecken (Pomacea)). Wenn sich kein Hohlraum zwischen
den Windungen befindet, dann gibt es keinen Nabel (z.B. bei Turmdeckelschnecken).
Teilweise ist die Umbilical-Lippe bzw. die Columellaris so weit umgeschlagen,
dass sie den Nabel verdeckt. Als Columellaris wird der Teil des Mundsaums
bezeichnet, der sich vom Bereich des Nabels bis zum tiefsten Punk der Mündung
erstreckt. Die Palatalis (engl. outer lip) reicht vom tiefsten Mündungspunkt
bis zum Startpunkt der Sutur. Entlang der über der Mündung liegenden
Windung verläuft die Parietalis. In diesem Bereich kann sich eine
dünne Schicht aus Gehäusematerial bilden (Kallus) auf der sich
granulöse Strukturen, Zähne oder charakteristische Farbmuster
bilden.
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Die Wölbungen, Knoten, Rillen und Dornen auf der
Gehäuseoberfläche werden als Skulptur bezeichnet.
Die verschiedenen Formen haben ebenfalls spezielle Bezeichnungen. Weit
verbreitet sind spiralige Längsrillen oder -rippen.
Diese erhabenen Linien verlaufen parallel zur Naht. Sehr feine Strukturen
werden als Rillen, grobe als Rippen bezeichnet. Verlaufen die Linien quer
zur Naht, dann werden sie entsprechend als Querrillen oder Querrippen
bezeichnet. Zusätzlich können Dornen und Tuberkeln
(Knoten) ausgebildet werden.
Auch die Sutur kann arttypische Besonderheiten
aufweisen. Beispielsweise hat die Spitze Apfelschnecke (Pomacea bridgesii)
eine einfache Sutur, bei der Gefurchten Apfelschnecke (Pomacea canaliculata)
ist sie eingesenkt.
Eine Carina ist ein Windungskiel. Während
in der Regel die meisten Gehäuse abgerundete Windungen haben, bilden
einige Schneckenarten Winkel und Kanten aus. Die Größe und Position
der Carinae sind arttypisch. Beispielsweise helfen sie bei der Identifikation
von Tellerschnecken.
Im Mündungsbereich findet man Zähne
an der Palatalis oder Parietalis. Bei Meeresschnecken und einigen Brackwasserarten
treten Siphonalrinnen auf. Die so genannte Stromboid-Kerbe
ist eine Öffnung, durch die Fechterschnecken (Strombidae) ein Auge
stecken um ihre Umgebung zu beobachten. Weitere Kerben dienen zur Ausscheidung
von Stoffwechselabfällen aus der Mantelhöhle.
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Es gibt vier verschiedene Gehäusegrundformen. Am bekanntesten und am weitesten verbreitet ist das kegelförmige oder konische Gehäuse (A). Das Gehäuse ist wie eine Wendeltreppe spiralig in die Höhe gedreht. Diese Grundform variiert im Verhältnis der Höhe zur Breite. Sehr schmale, hohe Gehäuse haben zum Beispiel die Turmdeckelschnecken und die Spitze Schlammschnecke (Lymnaea stagnalis). Bei einigen Apfelschnecken und der Ohrförmigen Schlammschnecke (Radix auricularia) sind die Gehäuse dagegen fast kugelig. Für die verschiedenen Variationen gibt es wiederum spezielle Bezeichnungen. Bei den Tellschnecken sind die Gehäuse flach in einer Ebene gewunden. Diese Form wird als planorboid oder tellerförmig bezeichnet (B). Gehäuse mit wenigen (bis etwa 3) Umgängen werden als neritoid oder mützenförmig bezeichnet, wenn die letzte Windung den größten Teil des Gehäuses bildet (C). Solche Gehäuse haben zum Beispiel die Rennschnecken (Neritina sp.). Es gibt auch Gehäuse, die auf der Unterseite völlig offen sind und keine Windungen haben. Sie sind napfförmig oder patelloid (D). So ein Gehäuse haben zum Beispiel die Napfschnecken an den Küsten. Es gibt einige Arten, die annähernd napfförmige Gehäuse haben. Allerdings verfügen sie über ein Septum. Das ist ein kleiner Rand am hinteren Ende des Gehäuses, der nur wenige Millimeter oder bis zur Hälfte der Mündung verdeckt. Bei diesen Tieren handelt es sich nicht um Napfschnecken. |
| Auch die Form der Mündung ist ein Merkmal, dass
bei der Artbeschreibung herangezogen wird. Je stärker die Windungen
gewölbt sind, desto runder wird die Mündung. In den meisten Fällen
ist die sie spitz-oval und höher als breit. Sie kann aber auch breiter
als hoch, halbmondförmig (D), halbkreisförmig (Neritidae) oder
rund (A) sein. Wenn der Saum der Mündung am oberen Rand nicht direkt
mit der Wand der vorherigen Windung verschmilzt, sondern frei um die Mündung
verläuft, die Ränder also in einander übergehen, dann spricht
man von einem verbundenen Mundsaum (A). Tellerschnecken haben keinen verbundenen
Mundsaum (B, C, D), das unterscheidet sie deutlich von den Federkiemenschnecken
(Valvatidae, A).
Nicht zum Gehäuse, sondern zum Weichkörper gehört der Gehäusedeckel der Vorderkiemer. Das Vorhandensein unterscheidet die Vorderkiemer von den Lungenschnecken (siehe Newsletter Nr. 12). Es gibt aber eine Reihe unterschiedlicher Formen von Gehäusedeckel, die charakteristisch für verschiedene Schneckenfamilien und für die Bestimmung unverzichtbar sind. Am bekanntesten sind die konzentrischen (A) Opercula wie man sie zum Beispiel bei Apfelschnecken und Sumpfdeckelschnecken findet. Bei ihnen bilden die Wuchslinien des Gehäusedeckels geschlossene Kreise, die von innen nach außen immer größer werden. Bei den Rennschnecken ist der Gehäusedeckel stark verkalkt und Wuchslinien sind kaum oder gar nicht sichtbar (B). Bei den „Teufelsschnecken“ (Paludomus sp.) ist das Operculum exzentrisch (C). Der Kern (Nukleus) befindet sich am Rand und die Wuchslinien entfernen sich davon wie die einer Muschel. So wächst auch der Deckel von Turmdeckelschnecken (z. B. Melanoides tuberculata). Zusätzlich gibt es paucispirale (D) und multispirale Opercula. Bei ihnen sind die Wuchslinien als Spirale sichtbar. Bei paucispiralen sind es nur wenige (pauci) Windungen und bei multispiralen viele (multi). Diese Form findet man zum Beispiel bei den Pachychilidae und Trochidae. Bei elliptischen Gehäusedeckeln liegt der Kern am oberen Gehäuserand (apikal) und das Wachstum erfolgt von dort in die Länge. So einen Deckel findet man zum Beispiel bei den Süßwasserkinkhörnern (Anentome helena) und den mit ihnen verwandten marinen Wellhornschnecken. Bei einigen Arten wächst das Operculum so zu einer langen, klauenförmigen Waffe aus (Fechterschnecken). Es gibt auch Arten, bei denen das Wachstum erst konzentrisch und dann spiral verläuft. Sie haben spirale Opercula mit konzentrischen Kernen. Auch die Position der Kerne ist ein wichtiges Bestimmungsmerkmal (zentral, subzentrale etc.). |
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Hier kann natürlich nur ein kurzer Überblick
über die Merkmale gegeben werden. Ich hoffe trotzdem, dass ich einen
Eindruck vermitteln konnte, worauf man bei der Beschreibung von „kleinen,
braunen Schnecken“ achten kann um eine Bestimmung möglich zu machen.
Meist ist eine Artzuordnung dennoch nicht möglich, weil die notwendige
Literatur zur Bestimmung fehlt. In den allermeisten Fällen reicht
für Aquarianer allerdings auch die Einordnung in eine Gattung oder
Familie ausreichend um Haltungsfehler zu vermeiden. Beispielsweise sind
viele der größeren „Turmdeckelschnecken“ die es weltweit gibt
Salz- oder Brackwassertiere. Diese bereits vor dem Kauf zu erkennen erspart
einem böse Überraschungen.
Vorschau auf Newsletter Nr. 14 / August 2008:
Futter für Aquarientiere II – Frostfutter
Gefrostete Mückenlarven sind so gehaltvoll wie lebende,
entkommen aber nicht aus dem Aquarium. Aber es gibt viele andere gefrorene
Futtersorten, von denen man meist gar nicht weiß, dass es sie gibt
und wozu.
Wirbellose: Apfelschnecken
„Die“ Apfelschnecke gibt es nicht. Etwa 170 Arten kommen
in Amerika, Afrika und Asien vor. Nur 4 davon in unseren Aquarien.
Pflanzenportrait: Rohrkolben (Typha)
Nicht gerade Pflanzen für das Aquarium sind Rohrkolben.
Allerdings sind sie wichtige Bestandteile von aquatischen Ökosystemen
mit vielfältigen Funktionen.
Der heimbiotop-newsletter ist ein Informationsblatt der
Heimbiotop GbR
Inhaber: Maike Wilstermann-Hildebrand und Cord Friedrich
Hildebrand
Ludwigsburger Steige 119
71686 Remseck/Neckar
v.i.S.d.P. Maike Wilstermann-Hildebrand und Cord
Friedrich Hildebrand
Erscheinungsdatum von Newsletter Nr. 13: 18.7.2008
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newsletter Nr. 2 / August 2007 newsletter Nr. 5 / November 2007 newsletter Nr. 6 / Dezember 2007 newsletter Nr. 7 / Januar 2008 newsletter Nr. 8 / Februar 2008 newsletter Nr. 9 / März 2008 newsletter Nr. 10 / April 2008 newsletter Nr. 11 / Mai 2008 newsletter Nr. 12 / Juni 2008 newsletter Nr. 13 / Juli 2008 |
newsletter Nr. 2 / August 2007 newsletter Nr. 5 / November 2007 newsletter Nr. 6 / Dezember 2007 newsletter Nr. 7 / Januar 2008 newsletter Nr. 8 / Februar 2008 newsletter Nr. 9 / März 2008 newsletter Nr. 10 / April 2008 newsletter Nr. 11 / Mai 2008 newsletter Nr. 12 / Juni 2008 newsletter Nr. 13 / Juli 2008 |