Diese Familie gehört ebenfalls zu den Nadelschnecken
(Cerithioidea). Manchmal werden sie zu den Pleuroceridae gezählt.
Zu dieser Familie gehören verschiedene Gattungen. In Afrika
gibt es zum Beispiel Lavigera, Potadomoides, Tanganyica
und Thiphobia. Paludomus stammt aus Asien. Einige Arten sind
Lebendgebärend. Dazu gehören die Tiphobia-, Lavigeria-
und die Tanganyicia- Arten.
Aquaristisch bekannt ist bisher nur die Gattung Paludomus. Sie umfasst 34 Arten (plus 30 in vier Untergattungen), von denen zwei Arten seit kurzer Zeit aus Asien importiert werden. Die meisten Arten kommen auf Sri Lanka vor, sind aber auch in anderen Gebieten Asiens beheimatet. Die Mündung ist breit oval ohne Siphonalrinne. Das Operculum ist konzentrisch mit randständigem Nukleus.
Die Marmorsschnecke (Paludomus loricata) ist die
erste Art der Familie, die für die Aquaristik entdeckt wurde. Sie
wird möglichweise schon eine ganze Weile in Europa in Aquarien gehalten,
wurde aber erst vor kurzem auch nach Deutschland importiert. Die Gehäuse
sind dunkelbraun bis schwarz. Es sind deutliche Spiralrippen ausgebildet,
die in regelmäßigen Abständen zu kegeligen Knoten verdickt
sind. Die Gehäusehöhe beträgt 26 bis 30 mm und die Breite
23 bis 25 mm. Das Operculum ist konzentrisch mit einem randständigen
Kern (Abb. 54). Es ist etwa 15 mm lang und 10 mm breit.
Paludomus loricata und Guppy |
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Der Weichkörper ist schwarz. Am Mantelrand befinden
sich etwa 10 bis 15 orangerote Falten. Die Augen haben die gleiche Farbe.
Vermutlich hat sie von der schwarz roten Farbgebung und diesen „Hörnern“
am Gehäuserand auch den unpassenden deutschen Namen „Teufelschnecke“
erhalten. Die Fühler sind rund, kurz und spitz zulaufend. Die Schnecke
frisst Algenaufwuchs und Futterreste. Sie ist nicht in jedem Aquarium haltbar.
Manchmal sterben die Tiere bereits nach wenigen Tagen oder Wochen. Die
Ursache konnte bisher nicht festgestellt werden. Es lässt sich aber
vermuten, dass Nahrungsmangel ein Grund ist.
Bei der ebenfalls relativ neuen „Bella“ handelt es sich
vermutlich um Paludomus chilinoides. Sie stammt ebenfalls aus Sri
Lanka. Dort lebt sie in schnellfließenden Bächen auf Felsen.
Ihre Gehäuseoberfläche ist ebener als die von Paludomus loricata.
Die Grundfarbe ist ein gelbliches braun mit dunkleren, rötlich braunen
Flecken. In der Natur sind die Tiere aber oft durch Ablagerungen schwarz
gefärbt. Der Körper ist blau-schwarz mit orangeroten Flecken
an der Schnauze, am Fußrand und an der Sohle. Die Augen und die zahlreichen,
feinen Mantelfalten sind ebenfalls orange.
Die Temperatur sollte um 25°C und der pH-Wert zwischen
5 und 6 liegen. Das entspricht den Werten ihrer natürlichen Lebensräume.
Beide Arten stammen aus schnellfließenden Gewässern. Ihr Sauerstoffbedarf
ist relativ hoch. Das kann ebenfalls ein Grund für die Kurzlebigkeit
im Aquarium sein.
© Wilstermann-Hildebrand 2010