Phaseolus - Buschbohnen, Stangenbohnen und Feuerbohnen

Linie

Facebook


Seite twitternHeimbiotop bei Twitter folgen

digg.comLinkarenafavoriten.degoogledel.icio.usMr. WongFolkd
Startseite 

Zurück zu den Gartenpflanzen

Ich biete Saatgut für zahlreiche Bohnensorten in meinem Shop an.



Bohnen werden nach ihren Eigenschaften und Verwendungsmöglichkeiten in verschiedene Gruppen unterteilt. Buschbohnen
(Phaseolus vulgaris var. nanus) sind niedrigwachsende, kompakte Pflanzen, die etwa 50 bis 80 cm hoch werden. Stangenbohnen (Phaseolus vulgaris var. vulgaris) ranken und werden an Gerüsten nach oben geleitet. Die Bohnenschoten werden meist noch unreif als grüne Bohnen geerntet. Die Samen sind dann noch nicht voll entwickelt und die Schoten sind noch saftig. Sie werden als Brech- oder Schnittbohnen gekocht und für Eintöpfe und als Gemüsebeilage verwendet. Bei einigen Sorten (´Blauhilde´, ´Bluevetta´) sind die Schoten violett. Beim Kochen werden sie aber grün. Wachsbohnen sind gelbhülsige Bohnensorten, die im Ganzen mit Schote gekocht, eingemacht oder eingefroren werden. Sie werden zum Beispiel auch für Bohnensalate verwendet. Wachsbohnensorten sind zum Beispiel ´Golddukat´, ´Voletta´ und ´Golden Teepee´. Filetbohnen oder Prinzessbohnen haben besonders feine, fadenlose Hülsen. Sie werden sehr früh geerntet, wenn die Samen noch kaum entwickelt sind. Typische Sorten sind ´Delinel´, ´Prinzessa´, ´Filetty´, ´Apollo´, Primavera´ und ´Molly´ . Bei Palbohnen oder Trockenkochbohnen reifen die Samen in den Schoten vollständig aus und werden nicht vorher abgepflückt. Die Schoten trocknen ein und sind dann nicht mehr essbar. Dafür sind dann die Samen reif und könnten ausgesät werden. Theoretisch können alle Bohnensorten zu Palbohnen verarbeitet werden, meist sind es aber Sorten mit weißem Korn. Typische Palbohnensorten sind zum Beispiel ´Borlotto Rosso´ mit ihren weißen, rot gesprenkelten Hülsen, ´Facta´ und ´Brown Dutch´, die braune Samen bildet. Auch Feuerbohnen sind typische Trockenkochbohnen.
Bei 
Prunkbohnen oder Feuerbohnen handelt sich um Sorten von Phaseolus coccineus. Sie werden oft wegen ihrer dekorativen Blüten angebaut. Die Früchte sind aber wie die von anderen Bohnen verwendtbar.
Die Ackerbohne
(Vicia faba), die auch Saubohne, Favabohne, Dicke Bohne, Pferdebohne oder Puffbohne genannt wird, gehört hier nicht dazu.

Golden Teepee Golddukat
Bluevetta
´Golden Teepee´ und ´Golddukat´ sind Wachsbohnen. ´Bluevetta´ ist eine blauhülsige Buschbohne.
Beim Kochen werden die Hülsen grün.

Bohnenschoten können grün, gelb oder violett sein. Violette Schoten werden beim Kochen grün. Violette Schoten haben zum Beispiel ´Bluevetta´ und ´Purple Teepee´. Auch die Farbe der Körner ist sortenabhängig. Sie sind weiß, braun oder schwarz und können gefleckt sein.

weißse Bohnen
Braune Bohnen

Feuerbohne Lady Di
Weiße Körner findet man zum Beispiel bei den Buschbohnen ´Facta´ und ´Dublette´.
Braune Körner haben unter anderem die Buschbohnen ´Brown Dutch´, ´Hatif de Limbourg´, ´Purple Teepee´ und ´Roi de Belges´.
Schwarze Körner haben ausser der Stangenbohne ´Cobra´ auch die Buschbohnen ´Cherokee Trail of Tears´,  ´Negra´ und andere. Die Samen aller Feuerbohnen (´Rotblühende´, ´Lady Di´) sind groß und auffällig violett-schwarz gefärbt.

Kultur

Bohne lieben einen lockeren Boden in sonniger Lage. Sie werden ab Mitte Mai direkt vor Ort ausgesät.

Buschbohnen (Phaseolus vulgaris var. nanus)

Sie sind Schwachzehrer und gedeihen am Besten auf dem humosen Boden der zweiten Tracht (siehe Nutzgarten). Für die Aussaat in Horsten werden flache Löcher gegraben und 6 bis 8 Bohnen hineingelegt. Dann werden die Samen mit 2 bis 3 cm Erde bedecken und gut angedrücken. Der Abstand der Horste beträgt 40 x 40 cm. Es ist auch eine Reihensaat möglich bei der die einzelnen Samen im Abstand von 5 - 8 cm in vorgezogene Rillen gelegt werden. Im Horst sind die Pflanzen etwas standfester. Die Bohnen brauchen zum Keimen mindestens 10 °C. Für das Wachstum der Jungpflanzen sind mindestens 12 °C bei einigen Sorten sogar 15 °C notwendig. Die Aussaat sollte darum erst erfolgen, wenn das Wetter beständig und warm ist. Besonders Wachsbohnen sind bei kalter, feuchter Witterung sehr krankheitsanfällig. Lässt man die Samen 24 Stunden in Wasser vorquellen verbessert sich die Keimung. Das Abdecken mit Vliesen senkt das Risiko, dass leichte Nachtfröste den Pflanzen schaden.
Kurz vor der Blüte werden die Pflanzen angehäufelt.  Dadurch verbessert sich die Standfestigkeit.
Zur Blütezeit und danach beim Fruchtansatz dürfen die Bohnen nicht trocken stehen. Darum muss bei trockener Witterung im Juni-Juli unbedingt regelmäßig gewässert werden. Mulchen mit Kompost oder Rindenmulch unterdrückt Beikräuter und macht das Hacken überflüssig. Der Kompost liefert zudem ausreichend Nährstoffe nach, so dass eine Düngung meist nicht nötig ist. Bei frühen Sorten kann 9 bis 10 Wochen nach der Aussaat geerntet werden. Dazu werden zwei bis drei mal in der Woche die erntereifen Hülsen abgepflückt. Dann bilden sich stetig Neue. Die Pflanzen dürfen bei der Ernte nicht beschädigt werden. Bohnensorten bei denen die Schoten über dem Laub hängen und gut sichtbar und leicht zu erreichen sind, werden als "Gluckentyp" bezeichnet. Diese Wuchsform erleichtert die Ernte.
einige Sorten:
´Primado´: ca. 15 cm lange, grüne Schoten, gefriergeeignet, resistent gegen Brennflecken und hochtolerant gegen Fettflecken.
´Bluevetta´: Gluckentyp, ca. 15 cm lange Bohnen sind roh violett und gekocht grün, widerstandsfähige Sorte
´Golden Teepee´: Wachsbohne vom Gluckentyp, ca. 15 cm lange, gelbe Schoten
´Brown Dutch´: Trockenkochbohne mit bis zu 12 cm langen Schoten und braunem Korn
´Borlotto Rosso´: Trockenkochbohne mit rot gesprenkelten, 12 cm langen Schoten, virusresistent



Bublette
Bluevetta
´Dublette´ ist eine weiß blühende Buschbohne.
Die Schoten sind 18 - 20 cm lang und dickfleischig.
Die Sorte ist resistent gegen Pilzkrankheiten und Viren.

´Bluevetta´ blüht rosa und bildet etwa 15 cm lange,
blaue Schoten. Sie hat eine gute Resistenz gegen
Brennflecken, Virus und Fettflecken.



Stangenbohnen (Phaseolus vulgaris var. vulgaris)

Sie sind anspruchsvoller in der Kultur. Sie mögen mehr Nährstoffe und gedeihen am Besten in der ersten Tracht. Im Herbst sollte der Boden Mist oder im Frühjahr mit Kompost aufbereitet worden sein. Zusätzlich empfiehlt sich eine Volldüngung des Bodens und eine zusätzliche Kopfdüngung zur Blüte mit insgesamt 100 g Blaukorn pro Quadratmeter.
Stangenbohnen wachsen rankend. Sie werden an Stangen nach oben geleitet. Darum kann man von den Stangenbohnen pro Quadratmeter Fläche mehr ernten, muss aber auch den Nährstoffgehalt des Bodens entsprechnd höher halten als bei den Buschbohnen. Es gibt verschiedene Modelle von Ständern. Es können mehrere Holzpfähle zusammengestellt werden oder einzelne Stangen entlang einer zwischen zwei Pfählen gespannten Leine angelehnt werden.
Die einzelnen Stangen stehen 60 bis 80 cm weit auseiander. Um jede Stange herum werden ab Mitte Mai 6 bis 8 Bohnen ausgelegt. Die jungen Pflanzen werden zu den Stangen geleitet und winden sich dann immer linksherum selbst daran hinauf. Der Boden muss während der gesamten Kulturzeit immer gleichmäßig feucht sein. Die reifen Bohnen werden in 5 bis 8 Durchgängen geerntet.
einige Sorten:
´Blauhilde´: violette, fadenlose bis 30 cm lange Schoten, virusresistent
´Cobra´: mit schwarzem Korn, resistent gegen Bohnenmosaik-Virus, zum Einfrieren geeignet
´Neckarkönigin´: bis zu 28 cm lange, dickfleischige, runde Hülsen ohne Fäden, sehr geschmacksintensiv, zum Einfrieren geeignet, auch als Biosaatgut erhältlich
´Eva´: bis 28 cm lange Hülsen, für Gewächshaus und Freiland, widerstandsfähig gegen alle wichtigen Bohnenkrankheiten, zum Einfrieren geeignet
´Limka´: Breite, flachhülsige Schwertbohne,
Schoten 22 bis 24 cm lang und 2 cm breit, ohne Fäden, Tiefgefriersorte, resistent gegen Bohnenmosaikvirus
´Neckargold´: goldgelbe, fadenlsoe Wachsbohne, Schoten etwa 25 cm lang, Tefgefriersorte, ideal für Salate


Feuerbohnen (Phaseolus coccineus)

Feuerbohnen sind nicht so empfindlich gegen Nässe und Kälte wie Stangenbohnen. Sie werden ebenfalls an bis zu 2,5 m hohen Gerüsten gezogen. man kann mit ihnen aber auch Lauben, pergolen und Windschutzwände begrünen. Feuerbohnen sind im Wuchs kräftiger als Stangenbohnen und bilden mehr Masse. Darum werden um jede Stange nur 4 bis 5 Körner gelegt. Die Ernte beginnt ab August. Sie kann sich bis zum Frost hinziehen. Für Speisezwecke angebotene Sorten sind zum Beispiel ´Lady Di´, ´Emergo´/´Weiße Riesen´ und ´Hestia´. Man kann die Schoten ernten und essen oder sie bis zur Palbohne abreifen lassen. ´Lady Di´ hat wohlschmeckende, fadenlose Hülsen. Auch die Hülsen von ´Hestia´ sollen sehr zart und lecker sein und die Palbohnen sind wohö ebenfalls sehr schmackhaft.


Kulturplanung

In Deutschland werden durchschnittlich nur etwa 3 kg Erbsen und Bohnen im Jahr gegessen. Der größte Teil wird als Konserve oder tiefgekühlt eingekauft. Der Anbau von Bohnen ist aber nicht schwierig. Buschbohnen bringen einen Ertrag von etwa 1,5 bis 2 kg pro Quadratmeter und Stangenbohnen 2,5 bis 4 kg. Der gesamte Jahresbedarf eines Vier-Personen-Hausghalts an Bohnen lässt sich auf etwa 3 Quadratmetern Fläche ernten. Da innerhab kurzer Zeit viele Bohnen geerntet werden, sollte die Weiterverarbeitung und Konservierung ebenfalls geplant sein. Spezielle Tiefgefriersorten können in der Gefriertruhe gelagert werden. Wer Bohnen einkochen will, sollte genug Einmachgläser haben.
Bohnen komme erst sehr spät auf die Beete und Stangenbohnen benötigen einige Zeit um die Flächen vollständig zu bedecken. Das macht es möglich, dass als Vorkultur oder zwischen den Stangen andere Pflanzen angebaut werden . Zum Beispiel könnten Radieschen, Salat oder Kohlrabi die Flächen nutzen.
Bohnen und andere Leguminosen binden mit Hilfe von symbiotischen Bakterien an ihren Wurzeln Stickstoff aus der Luft und lagern diesen Nährstoff in Wurzelknöllchen ein. Man kann dieses Nährstoffdepot für die Folgekultur nutzen, wenn man nach der Ernte alle Teile der gesunden Pflanzen in den Boden einarbeitet. Dadurch erhöht sich der Humusanteil des Bodens und die Folgekultur muss weniger zusätzlich gedüngt werden. Man kann Bohnen darum gut im Wechsel mit stark zehrenden Gemüsesorten wie Kohl anbauen.
In der Mischkultur sind Bohnenkraut, Endivien, Erdbeeren, Gurken,
Kapuzinerkresse, Kartoffeln, Kohl, Kohlrabi, Kopfsalat, Mangold, Pflücksalat, Radieschen, Rhababer, Rote Beete, Rüben, Salbei, Sellerie, Spinat, Tomaten, Zicchhorie und Zucchini gute Partner. Als Mischkulturpartner ungeeignet sind Erbsen, Fenchel, Knoblauch, Lauch und Zwiebeln.

Bohnenkrankheiten

Relativ häufig ist der Befall mit der Schwarzen Bohnenblattlaus. Sie lässt sich aber mit Brennnesseljauche vertreiben. Nützlinge wie Marienkäfer, Florfliegenlarven, Larven von Scheb- und Florfliegen, sowie Schlupfwespen sind natürliche Feinde der Blattläuse. Ein üppiger Blütenflor lockt diese Tiere in den Garten, da die Adulten zum Teil von Nektar leben. Lockpflanzen - wie zum Beispiel die Kapuzinerkresse - können die Läuse von den Bohnen fernhalten. Befallene Blätter werden entfernt und vernichtet.
Die Fettfleckenkrankheit ist eine bakterielle Infektion, bei der die Blätter erst gelbe, ölige Flecken bekommen, dann vertrocknen und abfallen. Wirksame Pflanzenschutzmittel gegen diese Krankheit gibt es nicht. Befallene Pflanzenteile sollten entfert und vernichtet werden. Es gibt resistente Bohnensorten.
Die Brennfleckenkrankheit wird durch einen Pilz verursacht. Er befällt Samen und Jungpflanzen. Die Blätter und Hülsen haben schwarzbraune Flecken, die wie verbrannt aussehen. Bekämpfungsmöglichkeiten gibt es nicht. Vorbeugend hilft, die Verwendung von sauberem Saatgut.

Bohnen konservieren

Bohnen sind sehr ertragreich, darum muss zumiondest ein Teil konserviert werden. Am einfachsten ist das Einfrieren. Dazu eignen sich aber nicht alle Bohnen. Um nach dem Auftauen noch ansehnliche Stücke vorzufinden, sollte man als Gefriersorten gekennzeichnete Bohnensorten verwenden. Sie werden nach der Ernte gewaschen und geputzt und dann für drei Minuten in kochendes, ungesalzenes Wasser gegeben. Aus dem Wasser schöpfen, etwas abkühlen und abtropfen lassen, portionsweise in Beutel füllen, luftdicht verschließen und in den Gefrierschrank damit.
Zum Einkochen werden die Bohnen zunächst gewaschen und geputzt.  Dann kommen sie roh in ein Einmachglas und werden mit abgekochten und wieder erkaltetem Wasser ohne Salz bedeckt. Das Glas wird verschlossen und entweder im Wasserbad, einem Einkochtopf oder im Ofen erhitzt. Bohnen werden im Ofen bei 175 °C eingekocht. Beginnt das Wasser im Glas zu perlen, bleiben die Gläser noch 80 Minuten im eingeschalteten Ofen und noch 30 Minuten in der Nachwärme.  Da es sein kann, dass sich bei Bohnen aus Sporen neue Bakterien entwickelt sollte der Einkochvorgang am Besten nach 48 Stunden wiederholt werden ("Das blaue Kochbuch").
Wachsbohnen kann man direkt nach der Ernte zu Bohnensalat verarbeiten und so in Essig konservieren. Dazu werden die Bohnen in Wasser mit Salz gar gekocht (ca. 15 Minuten). Die Bohnen werden abgefischt und in Einmachgläser geschichtet. Auf 1,5 kg Bohnen nimmt man dann zum Beispiel 250 ml von dem Bohnenwasser, 500 ml Weinessig, 150 g Zucker, einen Esslöffel schwarzen Pfeffer, drei gewürfelten Zwiebeln und sechs Stengel Bohnenkraut, kocht das zusammen auf und bedeckt die Bohnen in den Gläsern damit. Die Gläser mit dem heißen Inhalt werden verschraubt. Fertig.

Bohnen nur gekocht essen!

Bohnen (Grüne, Weiße, Feuer-, Lima-, Kidney- und Sojabohnen) sind roh giftig, weil sie Phasin enthalten. Dieses Toxin gehört zu den Lectinen und ist ein Protein (Eiweiß). Es reagiert im Darm mit den Rezeptoren der Darmschleimwand und stört ihre Funktion. Die Folge sind Magenschmerzen, Durchfall, Erbrechen und Schwindel. In größeren Mengen kann Phasin die Darmzotten zerstören und Blutungen verursachen. Zusätzlich enthalten Hülsenfrüchte Protease-Inhibitoren, die die eiweißspaltenden Enzyme Trypsin und Chymotrypsin hemmen. Diese giftigen Eiweiße werden zerstört, wenn die Bohnen mindestens 15 Minuten gekocht werden. Erbsen (Pisum), Sojabohnen (Glycine) und Ackerbohnen (Vicia) enthalten andere Lectine als die Gartenbohnen (Phaseolus). Sie wirken unterschiedlich stark auf die Verdauung. Auch ist die Wirkung der Giftstoffe beim Menschen anders, als bei den entsprechenden Enzymen im Darm von Rindern.

Linie


© Wilstermann-Hildebrand 2012