Gattung Pogostemon - Bartfaden
Pogostemon
helferi
Pogostemon erectum
Pogostemon
stellatum
(Eusteralis
stellata)
In der Gattung Pogostemon wurden 1982
die Gattungen
Eusteralis und Dysophylla zusammen gefasst.
Daher gehört auch die allgemein bekannte Quirlblättrige
Sternpflanze
(Eusteralis stellata) in diese Gattung. Zur Gattung Dysophylla
wurden 1979 25 Arten gezählt. Wieviele Arten heute in die Gattung
Pogostemon
gehören ist mir nicht bekannt.
Der Gattungsname leitet sich von den griechischen
Begriffen
"pogon" für Bart und "stemon" für Faden ab. Damit wird auf
die
behaarten Staubblätter hingewiesen.
Die Pflanzen gehören in die Familie der Lamiaceae
(Lippenblüter).
Blüten von Pogostemon helferi.
Den Haarbüscheln an den Staubblättern
hat
die Gattung ihren Namen zu verdanken.
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Kleiner Wasserstern
Pogostemon helferi (HOOKER f.) J.R.
PRESS 1982
Synonyme:
Dysophylla helferi HOOKER
f. 1885
Eusteralis helferi (HOOKER) PANIGRAHI
1976
Herkunft:
Burma, Thailand
Aussehen:
Diese Stängelpflanze hat einen sehr gedrungenen
Wuchs mit sehr kurzen Internodien.
Weil die älteren Blätter abgestoßen werden, sehen die einzelnen
Sproße aus wie kleine Palmen. Die Blätter sind lanzettlich
mit gewelltem Rand. Sie sind in dichten Quirlen
angeordnet. Die Quirle haben einen Durchmesser von etwa 4 bis 8 cm. Der
ganze Pflanzenkörper ist hart, aber in der Regel nicht spröde
und zerbrechlich.
Die Sprosse verzweigen sich stark und kriechen
auch unter
Wasser über das Substrat. Lediglich Sproße aus der emersen
Kultur
treiben nach dem Einpflanzen nach oben und müssen bis zum
Bewurzeln
mit kleinen Steinchen oder Haken am Boden fixiert werden.
Temperatur:
22-30 °C
pH-Wert:
6,5-7,5
Härte:
2-12 °KH
Licht:
mittel bis sehr viel
Sonstiges:
An einem thailändischen Naturstandort im
Yai-Naresuan-Naturreservat
kommt die Pflanze zusammen mit Cryptocoryne
crispatula var. crispatula vor. Das Flussbett und die
Ufer
bestehen dort aus kalkhaltigem Gestein. Dort kommen die Pflanzen bei
sinkendem
Wasserstand im Oktober oder November zur Blüte.
Wasserwerte aus dem Biotop: pH-Wert 7,8, Leitfähigkeit 210
µS/cm, Nitrat 0 ppm, Phosphat < 0,14 ppm, Kalium < 0,34
ppm, Magnesium 3 ppm, Bor < 0,01 ppm, Calcium 36 ppm, Natrium 1 ppm,
Sulfat < 0,06 ppm, Mangan < 0,01 ppm, Eisen 0,01 ppm, Zink <
0,01 ppm, Kupfer < 0,01 ppm (1 ppm entspricht 1 mg/l).
Die Pflanzen wachsen unter günstigen
Bedingungen
schnell an und bilden innerhalb weniger Wochen einen dichten Teppich.
Bei Lichtmangel strecken sich die Internodien und
auch
die Ausläufer streben nach oben. Auch sollen die Blätter
glatter
werden und der Durchmesser der Rosetten kleiner.
Dieser Pogostemon wurde nach Johann
Wilhelm Helfer
(1810 - 1840) benannt. Er hatte die Pflanze ursprünglich in Burma
gefunden. Etwa 1996 entdeckte Nonn
Panitvong
den "Downoi" (Kleiner Stern) zum ersten Mal und kultivierte in
erfolgreich
unter Wasser. Er gab Stängel an verschiedene andere Aquarianer
weiter.
2001 erschien das erste Buch über Aquarienpflanzen in
thailändischer
Sprache. Der Autor Madha Halutaitawon wählte ein Bild dieser
Pflanze
für den Titel. Danach überstieg die Nachfrage das Angebot in
Thailand bei weitem. Es sollen bis zu 1500 Baht (ca. 30 Euro) für
einzelne Stängel geboten worden sein. Die Art wurde 2001 von Niels
Jacobsen bestimmt, aber erst auf der Interzoo 2006 als
Neuheit präsentiert.
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Der Kleine Wasserstern ist eine
kriechende Stängelpflanze

Unter Wasser behält die Pflanze
die kriechende Wuchsform bei.
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Über Wasser kriechen die Triebe. Die
Blüten
bilden sich vereinzelt in den
Blattachseln oder als dichte Ähre an den
Triebspitzen.
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Nahansicht der Ähre. Die Haare auf den
Staubblättern sind gut zu sehen.
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Pogostemon
erectum
Synonyme:
-
Herkunft:
Westindien
Aussehen:
Diese ganze Pflanze ist hell grün. Die
Stängel
sind bis zu 40 cm lang. Die Blätter sind quirlständig. Sie
sind
schmal linealisch und werden etwa 1 mm breit und 5 bis 6 cm lang.
Temperatur:
22-28 °C
pH-Wert:
6,5-7,5
Härte:
5-20 °KH
Licht:
mittel bis viel
Sonstiges:
Diese Pflanze ist seit 2010 im Handel
erhältlich.
Ich kenne sie bisher nur in der Unterwasserform.
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Quirlblättrige
Sternpflanze
Synonyme:
Mentha stellata LOUREIRO 1790 ?
Dysophilla verticilliata BENTHAM
Mentha verticilliata ROXBURGH
Dysophylla stellata BENTHAM
Dysophilla benthamiana HANCE
Pogostemon stellatus (LOUREIRO) KUNTZE
1891
Eusteralis stellata (LOUREIRO) PANIGRAHI
1976
Herkunft:
Japan, China, Taiwan, Malaysia, Australien
Aussehen:
Der Stängel ist bis 50 cm lang, kahl oder
wenig
behaart. Über Wasser wachsen die Pflanzen aufrecht. Eine
Kümmerform
bildet niederliegende Blattrosetten. Die Blätter werden bis 10 cm
lang und 3 bis 10 mm breit. Sie sind in 3 bis 5 - zähligen Quirlen
angeordnet. Die linealischen
Spreiten
sind emers grün, teilweise rötlich überlaufen. Submers
sind
sie je nach Typ und Lichtverhältnissen grün, rosarot, orange oder lila gefärbt. Die Stängel sind bis 8
mm dick. Der Blattand ist glatt, gezähnt
oder gesägt. Der
Blütenstand
ist eine dichtblütige Ähre.
Die Einzelblüten sind rosa bis blaßlila und etwa 2 mm lang.
Die grünen Kelchblätter
sind behaart. Die Nußfrüchte
sind etwa 7 mm lang.
Temperatur:
22-28 °C
pH-Wert:
5,5 - 7,5
Härte:
5-18 °KH
Licht:
viel bis sehr viel
Sonstiges:
Früher eine recht schwierige Art. Heute sind verschiedenen neue sehr wüchsige Typen im Handel.
Die früher weit verbreitetet P. stallata stellte nach
einiger
Zeit das Längenwachstum an der Triebspitze ein und trieb dann
Seitentriebe.
Auch beim Einkürzen der Stängel bilden sich schnell viele
Seitentriebe.
Standen die zu dicht, wurden die Blattrosetten immer kleiner (Kasselmann 1999). Diese Pflanzen sind in den letzten Jahren aber durch besser wachsende Formen ersetzt worden.
Es
gibt verschiedenen Typen, die sich in ihrerm Blattgröße und
Färbung unterscheiden. Einige bleiben rein grün. Optimale
Rottöne erreicht man nur bei dazu veranlagten Typen mit sehr
starkem Licht, guter Nährstoffversorgung und
mit Kohlendioxiddüngung.
Die
Form ´Adelaide River´ wächst
langsam,
aber stetig in die Länge und bildet weniger Seitentriebe. Die
Pflanzen
sind einfach zu kultivieren. Sie hat recht schmale Blätter, die
sich unter stärkerem Licht auf der Oberseite bronzefarben und auf
der Unterseite rosa werden. Unter sehr viel Licht färbt sich
weinrot. Diese besonders gut wüchsige Form haben
wir in unserem
zweiten
Newsletter vorgestellt.
´Octopus´ hat sehr schmale
Blätter und ist vom gesamten Habitus sehr filigran. Die
Blätter sind grün. Nur die Triebspitzen färben sich bei
ausreichend Licht rot-braun.
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Pogostemon stellatum ´Octopus´
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Die Stängel aller Formen sind etwas spröde
und müssen vorsichtig gehandhabt werden. Um den Sprossen genug
Platz
zu geben - jede Rosette hat immerhin einen Durchmesser von 6 bis 20 cm
- sollten die Triebe einzeln mit einem gewissen Abstand zueinander
eingesetzt
werden. Bei Mangel an Makronährstoffen bleiben die
Pflanzen
kleiner und werden insgesamt chlorotisch. Mikronährstoffmangel
führt
zu Nekrosen und Verkrüppelungen. Der Bedarf an Eisen ist im
Vergleich
zu den anderen Mikronährstoffen eher gering. Eine zu stark
eisenbetonte
Düngung ist darum nicht zu empfehlen, weil sonst durch Konkurrenz
die Aufnahme anderen Nährstoffe behindert werden kann.
In der Natur kommt die Pflanze in Sümpfen,
Mooren,
Reisfeldern und Teichen bis in Höhenlagen um 2500 m vor.
 
Endständiger Blütenstand und
Einzelblüte
von Pogostemon stellatum "Adelaide River"
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Pogostemon stellatum emers.

Submerse Triebe werden bei zu wenig Licht unten kahl.

Mit mehr Dünger und mehr Licht werden
die Pflanzen intensiv rot.

Intensiv gefärbte Unterwassrform.
Submers in Asien im Sonnenlicht kultiviert.

links "Normalform" emers,
rechts "Adelaide River" emers
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Knospen von P. stellatum
´Adelaide River´
Zuerst öffnen sich Einzelblüten direkt in
den
Blattachseln und dann von unten nach oben allen Blüten
in der Ähre.
Der Blütenstandstiel streckt
sich
dabei, so dass die die Ähre immer lockerer wird.

Pogostemon im
Hintergrund und
Mittelgrund eines Aquariums. Links davon stehen Ludwigia
palustris ´rot´ und
Rotala
rotundifolia.
Rechts Pogostemon stellatum unter starkem Licht mit Kohlendioxiddüngung und optimaler Nährstoffversorgung.
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Literatur:
J. D. Hooker (1885):
Fl.
Brit. India [J. D. Hooker] 4: 640
Kuntze (1891): Revisio Generum
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2
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J.R. Press (1982): Bulletin
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schön:
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Panigrahi.-
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Sternpflanze - Kulturerfahrungen mit Eusteralis stellata.- Das
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C. Christensen (1996): Eusteralis stellata:
Populärname
Sternpflanze.- Aquarium Heute 14(1), 263
B. Greger (1997): Eusteralis stellata.
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C. Kasselmann (1997): Rotblättrige
Stängelpflanzen
als Blickfänge im Aquarium (2). Von Didiplis bis Ludwigia.-
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G. R. Bhatti, M. Ingrouille (1997): Systematics of Pogostemon
(Labiatae).- Bull. Nat. Hist. Mus. (Bot.) 27, 77-147
G. Kassebeer (1998): Eusteralis stellata war
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Problem. Erfahrungen mit einer faszinierend schönen
Wasserpflanze.-
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H.G. Kramer (2001): Problempflanzen.- Aqua Planta
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K. Versin, H.G. Kramer (2002): Die
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Sternpflanze - Eusteralis stellata.- Aquaristik Fachmagazin und
Aquarium heute, Dezember 2002/Januar 2003, 34 (6), 74-75
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Ein
neuer Stern im Sortiment der Aquarienpflanzen.- DATZ 5/2007, 12-15
N. Panitvong (2007):
Die
Geschichte vom Kleinen Stern.- Amazonas 11 (Mai/Juni 2007), 67-70
C. Christensen, T. Andersen, O. Pedersen (2008): Auf
der Suche nach Pogostemon helferi (Hook
f.) Press.- Aqua Planta 2-2008
© Wilstermann-Hildebrand 2010 - 2011