Schädlinge und Krankheiten an Garten- und Zimmerpflanzen



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Insekten (Insecta)


Ordnung Thysanoptera (Fransenflügler, Blasenfüße, Thripse)
        Familie Thriptidae
        Familie Phaelothriptidae
Ordnung Hemiptera (Schnabelkerfe)
    Unterordnung Heteroptera (Wanzen)
        Familie Miridae (Weichwanzen)
        Familie Piesmidae (Meldenwanzen)
        Familie Pentatomidae (Schildwanzen)
        Familie Anthocoridae (Blumenwanzen) 
        Familie Tingidae (Netzwanzen) 
        Familie Pyrrhocoridae (Feuerwanzen)
    Unterordnung Homoptera (Pflanzensauger)
        Überfamilie Cercopoidea
             Familie Cercopidae (Schaumzikaden)
        Überfamilie Cicadelloidea
             Familie Cicadellidae (Zwergzikaden)
        Überfamilie Psylloidea (Blattflöhe und Blattsauger)
             Familie Psyllidae
             Familie Triozidae
             Familie Carsidaridae
             Familie Spondyliaspidae
         Überfamilie Aleyrodoidea
             Familie Aleyrodidaea (Mottenschildläuse, Weiße Fliege)
         Überfamilie Aphidoidea (Blattläuse)
             Familie Lachnidae (Baumläuse)
             Familie Chaitophoridae (Borstenläuse)
             Familie Callaphididae (Zierläuse)
         Familie Aphididae (Röhrenläuse)
             Familie Hermaphididae
             Familie Mindaridae
         Familie Pemphigidae (Blasenläuse)
             Familie Thelaxidae (Maskenläuse)
             Familie Adelgidae (Fichtengallenläuse, Tannenläuse)
             Familie Phylloxeroidae (Zwergläuse)
        Überfamilie Coccoidea
         Familie Coccidae (Napfschildläuse)
         Familie Diapdsidae (Austernschildläuse, Deckelschildläuse)
             Familie Eriococcidae (Wollschildläuse)
         Familie Pseudococcidae (Schmierläuse, Wolläuse)
             Familie Margarodidae (Höhlenschildläuse)
Ordnung Coleoptera (Käfer)
        Unterordnung Polyphaga
         Familie Curculionidae (Rüsselkäfer)
         Familie Scarabaeidae (Blatthornkäfer)
         Unterfamilie Melalonthinae
         Familie Chrysomelidae (Blattkäfer)
Ordnung Lepidoptera (Schmetterlinge)
Ordnung Diptera (Zweiflügler)
Ordnung Hymenoptera (Hautflügler)

Milben (Acari)

Milben sind Spinnentiere. Sie haben acht Beine. In der Regel sind sie weniger als 1 mm groß. Die Tiere selbst sind oft nicht erkennbar. Deutlicher sind ihre Einstichstellen an den Blättern und eventuell produzierte Gespinste sichtbar.

Fadenwürmer (Nematoda)

Diese kleinen Würmer stechen Zellen der Wurzeln an und saugen Pflanzensaft. 

Schnecken (Gastropoda)

Schnecken fressen junge Blattteile an und können auch ganze Blätter vollständig vertilgen. Es gibt einige Pflanzen, die von ihnen bevorzugt gefressen werden.
Sumpfpflanzen werden sowohl von Landschnecken, als auch von Wasserschnecken angenagt.

Pilze

Pilze sind sehr schwer unterscheidbar, weil sie häufig sehr ähnliche Symptome verursachen.

Bakterien

Viren


 
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Abwehr von Schädlingen durch Pflanzen

Pflanzen haben verschiedene Strategien zur Bekämpfung von Angreifern. Eine Möglichkeit ist die Bildung von Pathogen-induzierten Abwehrproteinen.
Eine weitere die Bildung von verdauungshemmenden Stoffen. Die schwefelhaltigen Aromastoffe in Kohlgewächsen (Brassicaceae) sorgen bei stechenden und saugenden Insekten für Magenschmerzen, so dass sie die Pflanzen - bereits durch den Geruch abgeschreckt - meiden. Allerdings zeigt dem Kohlweisling der Geruch den Weg zu seinen bevorzugten Futterpflanzen. Solche Verdauungshemmer wirken auch beim Menschen und verursachen beim Verzehr von nicht ausreichend gegartem Kohl Blähungen. Durch Kochen werden diese Abwehrstoffe aber zerstört.
Mechanisch können Insekten durch dichte Behaarung behindert werden. Blattläuse und Milben haben es dadurch schwerer an die Blattoberfläche zu kommen und einen Platz zum Saugen zu finden. Werden Pflanzenzellen angestochen, beginnen sie an der entsprechenden Stelle ihre Zellwand mit Lignin zu verstärken. Andere Pflanzen sondern Harze ab, die die Mundwerkzeuge oder den Verdauungstrakt der Angreifer verkleben.
Natürlich haben Insekten, Pilze und Bakterien ihrerseits Entwicklungen durchgemacht, die es ihnen ermöglicht solche Abwehrmechanismen zu durchbrechen. Allerdings erfordert das eine hohe Spezialisierung und reduziert die Zahl der möglichen Schädlinge an einer Pflanze. So gibt es zum Beispiel nur sehr wenige Tiere, die an harzigen Nadelgehölzen saugen oder fressen können.

 
 

Jauchen und Brühen als Pflanzenstärkungsmittel und zur Bekämpfung von Schädlingen


Es gibt eine ganze Reihe traditioneller Rezepte zur Herstellung von Pflanzenjauchen, die bei regelmäßiger Anwendung die Widerstandkraft von Pflanzen erhöhen oder Schädlinge vertreiben. Ich möchte hier nur ein Paar vielseitige Rezepturen erwähnen.

Ackerschachtelhalmbrühe:

1,5 kg frischer Schachtelhalm werden in 10 l Wasser 24 Stunden eingeweicht und danach eine Stunde gekocht. Vor Gebrauch werden die Stängelreste ausgesiebt.
An drei aufeinander folgenden Tagen und wiederholt gespritzt wirkt die Brühe vorbeugend gegen Apfelschorf, Rostpilze, Mehltau, Monilia, Kräuselkrankheit an Pfirsich und Bräunfäule an Tomaten, Schwarzfleckigkeit, Blattfallkrankheit an Beerenobst, Sternrußtau an Rosen und Schwarzbeinigkeit. (1:5 bis 1:10 verdünnt)
Eignet sich zur Bekämpfung der Roten Spinne an Obstbäumen und Gemüse (z. B. Bohne, Gurken, Tomaten). Für optimale Wikung dreimal hintereinander spritzen (1:5 verdünnt). Beugt dem Befall mit Lauchmotten vor (1:5 verdünnt). Beugt Erkrankungen durch Bodenpilze (z. B. Umfallkrankheit) vor. Die Junpflanzen lässt man über nacht in der Brühe stehen (1:10 verdünnt) iúnd gießt sie nach dem Pflanzen damit an.




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Insekten

Die Insekten stellen die artenreichste Tiergruppe der Erde. Charakteristisch sind die sechs, gegliederten Beine, ein dreiteiliger Körper (Kopf, Thorax, Abdomen) und ein Paar Fühler. Darüber hinaus sind Insekten in ihrem Körperbau sehr variabel. Ihre Systematik ist sehr umfangreich. Hier wird nur ein Teil der Arten vorgestellt die Pflanzen schädigen.

Fransenflügler, Blasenfüße, Thripse (Ordnung Thysanoptera)

Diese Insekten werden als Fransenflügler bezeichnet, weil sie nicht wie Fliegen oder Bienen häutige Flügel haben, sondern die Tragflächen lediglich von bürstenartige Fransen gebildet werden. Es gibt zwei Familien in dieser Ordnung, die sich durch das Vorhandensein (Thripidae) oder Fehlen (Phlaeothripidae) eines sägeartigen Legebohrers unterscheiden. Die meisten bei uns bekannten Arten gehören zu den Thripidae. Der Lilienthrips (Liothrips vaneeckei) gehört zu den Phlaeothripidae.
Die erwachsenen Tiere sind zwischen 0,9 und 2,8 mm lang. Eine Unterscheidung der Arten erfordert den Einsatz einer guten Lupe oder eines Mikroskops. Unterscheidungsmerkmale sind zum Beispiel die Form von Stirnfortsätzen, die Farbe der einzelnen Fühlerglieder und das Muster der Flügel.
 

Thrips-Arten

Schaden durch Thripse

Thripsschäden an Lysimachia

Thripse an Seerose

Thripsschaden an Seerose
zusätzlich Befall mit Spinnmilben


Thripsschaden an Gladiole

Saugschaden durch Thripse an Gladiole

verwelkte Gladiolenblüte

Gladiolen-Blüten mit schweren Thripsschäden

Thripse saugen an einzelnen Zellen, die sie der Reihe nach anstechen. Das verursacht kleine, weiße Punkte auf den Blättern oder Blüten, die entstehen, weil Luft in die ausgesaugten Zellen dringt. Bei starkem Befall trockenen die Stellen ein. Warme trockene Witterung ist für die Tiere ideal. In kalten, verregneten Sommern hält sich der Befall meist in Grenzen. In Gewächshäusern oder im Zimmer vermehren sich Thripse das ganze Jahr hindurch.

Sehr bekannt ist der Kalifornische Blütenthrips (Frankliniella occidentalis Pergande). Die erwachsenen Tiere sind etwa 2 mm lang, hellgelb is braungelb. Die Fühler haben 8 Glieder. Die Larven sind durchscheinend bis goldgelb. Diese Art saugt an Blüten und verursacht dort starke Aufhellungen und Deformationen. Der Kalifornische Blütenthrips stammt aus Nordamerika. Er wurde mit Chrysanthemen-Stecklingen nach Europa eingeschleppt. Er befällt unter anderem Anemonen, Alpenveilchen, Nelken, Weihnachtssterne, Gerbera, Pelargonien und Primeln. 

Der Zwiebelthrips (Thrips tabaci Lindeman) gehört zu den Arten, die an den Blüten und Blättern saugen. Im Garten werden Dahlien, Nelken (Dianthus), Callas (Zantedeschia), Erbsen, Lauch, Kohl und Gurken befallen. Im Haus findet man diesen Thrips an nahezu allen Zierpflanzen: Begonien, Zierspargel, Chrysanthemen, Alpenveilchen, Orchideen, Gummibäume. Die ausgewachsenen weibchen sind 1 bis 1,3 mm lang und graugelb bis braun gefärbt. Die Fühler haben 7 Glieder und sind gelb-braun. Auch die Vorderflügel sind so gefärbt. Die Larve ist weißlich bis hell orange-gelb. Die Tiere sind parthenogenetisch, pflanzen sich also ohne Männchen fort. Die Eier werden in Pflanzengewebe gelegt. Die Verpuppung erfolgt im Boden.

Thrips simplex Morison ist ein übler Schädling an Gladiolen. Seltener findet man ihn auf Krokussen, Iris oder Freesien. Die Tiere sind bis 1,5 mm lang, dunkelbraun und haben 8-gliedrige Fühler. Das dritte Fühlerglied und die Basis des vierten und fünften sind heller gefärbt. Die Vorderflügel sind braun mit hellerer Basis. Die Die Tibienspitzen und Tharsen ("Füße") sind heller. Die Larven sind gelb bis orange. Es zeigen sich weiße Flecken an den Blüten und braune Flecken an den Blättern. Bei strakem Befall trocknen die Blütenknsopen ein, bevor sie sich öffnen.

typische Flecken

Bei Temperaturen über 10 °C vermehren sie sich das ganze Jahr hindurch. Werden die Knollen und Zwiebeln etwa 2 Monate kühler, bei etwa 5 °C, gelagert sterben die Thripse ab. Sie überstehen Frost nicht, können aber im Komposthaufen überdauern. Befallenes Material ist darum mit dem Hausmüll zu entsorgen. Im Sommer sitzen die Tiere an den Blättern und in den Blüten, im Herbst wandern sie zur Knolle.

Der Lilienthrips (Liothrips veneckei Prisener) ist eine Art, die man an gelagerten Lilienzwiebeln finden kann. Die Tiere leben zwischen den Zwiebelschuppen nahe der Basis. Es bilden sich durch ihre Saugtätigkeit rotbraune Flecken. Die Schuppen werden weich und können abfallen. Aus unbehandelt ausgepflanzte Zwiebeln entwickeln sich die Pflanzen oft unauffällig. Der Zuwachs an den Zwiebeln ist aber geringer als bei gesunden Pflanzen.

Limothrips cerealium schädigt Getreide.

Thripse befallen auch Aquarienpflanzen wie Cryptocorynen, Lysimachia und Hydrocotyle, wenn sie über Wasser kultiviert werden. 

Thripse legen ihre Eier im Substrat oder in Pflanzengewebe ab. Sie durchlaufen mehrere Larvenstadien. Die Verpuppung erfolgt im Boden. Durch Fluten der Töpfe können Thripse darum zumindest eingedämmt werden.

Thripse sind die am schwersten zu bekämpfenden Schädlinge im Zierpflanzenbau. Gegen die meisten chemische Mittel sind sie resistent. Der Einsatz von Neem-Extrakten kann helfen.
Zur biologischen Bekämpfung eigenen sich Raubmilben (Amblyseius) und Raubwanzen (Orius). Auch Florfliegen sind natürliche Gegenspieler. Die Räuber rotten den Schädling aber nicht vollständig aus.

Knollen und Zwiebeln (z. B. Begonien) kann man auch nass machen und einige Tage in Tüten verpacken: Thripse vertragen keine Feuchtigkeit. Da die Tierchen besonders auf "blau" fliegen, kann man sie mit blaue Leimtafeln fangen.
Bohnenkraut und Kamille sollen Thripse abschrecken und sind darum gute Partnerpflanzen für anfällige Kulturen wie Zwiebeln. Tagetes und Ringelblumen locken Thripse an und können sie von anderen Pflanzen fernhalten. Diese Lockpflanzen müssen aber  regelmäßig entfernt werden, damit sich die Thripse darauf nicht ungestört vermehren können und am Ende doch auf die Hauptkultur überwechseln.

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Schnabelkerfe (Ordnung Hemiptera)

Zu den Schnabelkerfen gehören die Wanzen (Unterordnung Heteroptera) und die Pflanzensauger (Ordnung Homoptera). Die Systematik ist in der Gruppe nicht einheitlich und kann in der Literatur abweichen.
Diese Insektenordnung ist für den Pflanzenschutz sehr wichtig, weil sie unter anderem auch Blatt-, Woll- und Schmierläuse umfasst. Die Tiere haben stechende Mundwerkzeuge und saugen ihre Nahrung auf. Die Jugendstadien sind ungeflügelt und oft anders gefärbt und geformt als die Adulten. Einige Arten verändern ihre Farbe und sehen im Frühjahr und Sommer anders aus als im Herbst und Winter (z. B. Palomena prasina)

Wanzen (Unterordnung Heteroptera):
Diese Wanzen haben in der Regel zwei Flügelpaare. Die Vorderflügel sind an der Basis lederartig und an den Spitzen membranartig. Die Hinterflügel sind vollständig membranartig. Im Ruhezustand liegen die Flügel flach auf dem Körper. Auffällig ist ein großer Halsschild. Die Mundwerkzeuge eignen sich für eine stechende und saugende Nahrungsaufnahme. Nicht alle Arten schädigen Pflanzen, es gibt auch räuberische Arten.
Zur Familie der Miridae (Weichwanzen) gehört Eccritotarus catarinensis, die Eichhornia crassipes befällt. Die Reproduktion der Tiere hängt mit der Nährstoffversorgung der Pflanzen zusammen. Leidet die Pflanze unter Mangel, vermehren sich die Tiere langsamer. In den Familie Piesmidae (Meldenwanzen), Pentatomidae (Schildwanzen), Anthocoridae (Blumenwanzen) und Tingidae (Netzwanzen) gibt es weitere Pflanzenschädlinge. Recht bekannt sind die Feuerwanzen (Pyrrhocoris apterus, Familie Pyrrhocoridae). Diese Wanzen saugen Pflanzensaft, stechen aber auch andere Insekten an.
 
 

grüne Baumwanze

Eine subadulte Baumwanze (Palomena spec.)

Feuerwanze

Feuerwanze (Pyrrhocoris apterus)


 

Pflanzensauger (Unterordnung Homoptera):
Diese Unterordnung wird in verschiedene Überfamilien unterteilt, die alle charakteristische Merkmale und Lebensgewohnheiten haben. Anders als bei den Heteroptera sind ihre Vorderflügel entweder ganz häutig oder ganz ledrig.

Überfamilie Cercopoidea
Familie Cercopidae (Schaumzikaden)
Typisch für die Schaumzikaden ist, dass sie bei der Eiablage ein Sekret aus dem Hinterleib abgeben und mit Luft aus speziellen Luftkanälen aufschäumen. So entsteht ein Schaumnest in dem sich die Eier und die Larven entwickeln. An der Tibia (Schienbein) haben sie kräftige Dornen. Am bekanntesten und am weitesten verbreitet in Europa ist die polyphage Wiesenschaumzikade (Philaenus spumarius). Sie lebt sowohl auf Gehölzen als auch auf vielen verschiedenen krautigen Pflanzen (Lavendel, Astern Glockenblumen, Rose, Sonnenhut etc.). Große Schäden richtet sie aber nicht an. Die Tiere sind 5 bis 7 mm lang und variabel in gelblichen, grünlichen oder bräunlichen bis schwarzen Farbtönen marmoriert. Die Larve ist einfarbig hell mit dunklen Augen.

Überfamilie Cicadelloidea
Familie Cicadellidae (Zwergzikaden)
Die Zwergzikaden haben an der Tibia (Schienbein) zwei Reihen feiner Borsten. Die einzelnen Arten sind schwer zu unterscheiden, meist muss der Geschlechtsapparat unter dem Mikroskop seziert werden. Zu den bekanntesten Arten gehört die Rhododendron-Zikade (Graphocephala fennahi YOUNG, Syn. G. coccinea FÖRSTER).
 
 

Zikadennymphe

Nymphe einer Zikade



 
 
Eichen-Zwergzikade
Alebra albostriella (Fallén)
Diese Zikade ist häufig und weit verbreitet. Sie saugt an Eichen (Quercus) und Erlen (Alnus). Nennenswerte Schäden verursacht sie nur in Baumschulen an Jungbäumen. 
Die Tiere sind in der Farbe variabel. Die Adulten haben aber meist zwei rote oder orange Längsstreifen auf dem Halsschild. Die Flügel sind gelb bis glasklar. Sie sind rot oder orange gestreift. 
Die Arten der Gattung Alebra haben am hinteren Flügelrand einen Saum, der allen übrigen europäischen Arten fehlt.
Alebra wahlbergi (Boheman)
Zikade

Zikade auf der Blattunterseite

Zikadenschaden an Ahorn

Schadbild an einem Ahornblatt

Eine allgemein häufige Zikade, die auf dem europäischen Festland und im Süden Großbritanniens vorkommt. Sie kann große Schäden an Laubbäumen anrichten. Sie saugt an den Blättern Ahorn (Acer), Roßkastanie (Aesculentus), Linde (Tilia) und Ulme (Ulmus). 
Die Adulten sind von Juli bis September zu finden. Die Weibchen sind bis 4,5 mm groß. Die Vorderflügel sind hell gelb. manchmal haben sie gelbe oder orange Streifen. Am Innenrand sind sie orange, rosa oder gelb.

Saugspuren an Ahorn

Das Blatt zeigt das typisches Schadbild. 
Die Zikaden saugen die Epidermiszellen aus. 
In die leere Zelle dringt Luft ein und sie verfärbt sich weiß.

Rosenzikade 
Edwardsiana rosae
Synonym: Typhlocyba rosae
3-4 mm große hellgelbe Insekten mit dachförmig zusammengelegten Flügeln. Die weißlichen Nymphen sind etwas kleiner. Bei Störung springen die Nymphen weg. Die Adulten fliegen schnell auf. Die Larven sind durchscheinden bis weiß.
Die Eier werden im Herbst in die Rinde junger Triebe gelegt. Im Mai schlüpfen larven, die sich mehrfach häuten. Es gibt meist zwei oder mehr Generationen pro Jahr. Im Herbst werden in Rindenspalten Eier zur Überwinterung abgelegt. 
Befallen werden überwiegend Rosen an geschützter Standorte, z. B. nahe an Hauswänden. Gesaugt wird vor allem an den Blättern, aber auch an den Knospen. Die Blattoberseite zeigt dann eine helle Sprenkelung aus leeren zellen. Knospen verkrüppelt und entwickeln sich nicht voll. Bei starkem Befall können die Blätter eintrocknen und abfallen. 
Zur Vorbeugung sollte man einen Standort mit ständiger Luftbewegung wählen. Das beugt gleichzeitig auch Pilzinfektionen vor.


Überfamilie Psylloidea
In dieser Überfamilie sind Blattflöhe und Blattsauger zusammengefasst, die nach verschiedenen Merkmalen in unterschiedliche Familien eingeordnet werden (Psyllidae, Triozidae, Carsidaridae, Spondyliaspidae).
In dieser Überfamilie gibt es mindestens ein Mitglied, dass Echinodorus befällt. Eine bisher nicht identifizierbare Art von Blattfloh, wurde zusammen mit E. bleheri aus Asien nach Deutschland verschleppt. Die Tiere sind ca. 2 bis 3 mm lang und springen sehr gut. Die betroffenen Pflanzen welken durch die Saugtätigkeit an den Blättern.
 
   

Birnblattsauger
Psylla piri und Psylla pirisuga 
Bereits im Frühjahr sorgt die Saugtätigkeit der Insekten für Verkrüppelungen an den Blättern. Die Triebspitzen sind mit Honigtau bedeckt, auf dem sich Schwärzepilze ansiedeln. 

Es sind zwei verschiedene Arten, die als "Birnenblattsauger" auftreten. Psylla piri lebt ganzjährig am Birnenbaum. Dort entwickeln sich bis zu 4 Generationen im Jahr. Die Larven sind recht beweglich und wandern von Blatt zu Blatt.
Psylla pirisuga sitzt nur bis zum Sommer auf der Birne und ist ab Juli auf Nadelgehölzen zu finden. Von dieser Art entwickelt sich ur eine Generation im Jahr. Jeweils Ende März und Ende Mai werden von den Weibchen große Mengen (etwa 1000) Eier auf der Blattunterseite abgelegt. 
 

Zu den natürlichen Feinden der Birnblattsauger gehören Raubwanzen und Schlupfwespen. Diese Tiere zu schützen ist eine gute Möglichkeit den Befallsdruck zu senken.


 
 

Überfamilie Aleyrodoidea
In der Überfamilie gibt es nur eine Familie, die Aleyrodidaea (Mottenschildläuse, Weiße Fliegen). Mottenschildläuse haben weiß bepuderte Flügel und sehen aus wie ganz kleine Motten. Es gibt etwa 1100 Arten in verschiedenen Gattungen (Aleyrodes, Asterobemisia, Pealius, Siphoninus, Dialeurodes, Trialeurodes, Bemisia, Aleurotuba). 17 Arten kommen in Europa vor. Die einzelnen Arten sind schwer zu unterscheiden. In Europa sind vor allem Trialeurodes vaporariorum und Bemisia tabacci von Bedeutung. Diese Arten befallen in Gewächshäusern und Wintergärten zahlreiche Zier- und Nutzpflanzen. Die Art wird von Schlupfwespen (z. B. Encarsia fomosa) parasitiert. Diese werden als Nützlinge gezüchtet und verkauft. Auch die Raubwanze Macrolophus caliginosus wird zur Bekämpfung der "Weißen Fliege" genutzt.
Im Freiland ist bei uns nur die Kohlmottenschildlaus (Aleyrodes proletella) von Bedeutung.
 

Tabakmottenschildlaus
Bemisia tabacci GENNADIUS

Weiße Fliege
Weiße Fliege auf Gymnocoronis

Bemisia mit Kokons
Weiße Fliege (Bemisia) und Eikokons

Die Tabakmottenschildlaus gehört zu den wichtigsten Schädlingen in Gewächshauskulturen und im haus. Im Freiland tritt sie nicht auf. Sie überlebt den Winter bei uns nicht. Die Tiere sind etwa 1 mm lang. Der Körper ist gelblich. Die Flügel sind weiß und mit weißem Wachs bepudert. Typisch sind die wahllos auf der Blattunterseite verteilten Eikokons und gelben Larven. Bei Trialeurodes sind Eier und Larven deutlicher gruppiert und heller. Die Pupparien von Bemisia sind am hinteren Ende etwas zugespitzt. Horizontale Fortsätze, die bei den Puparien von Trialeurodes vorhanden sind, fehlen bei dieser Art.

Bemisia ist etwas problematischer als die normale "Weiße Fliege". Sie ist gegen viele Schädlingsbekämpfungsmittel resistent und wird nicht von den selben Schlupfwespen parasitiert wie Trialeurodes.
Die erwachsen Tiere von Bemisia und Trialeurodes unterschieden sich wenig. Bei Bemisia liegen die Flügel in Ruhe dachartig  über dem Körper. Bei Trialeurodes sind die Flügel flacher über dem Körper.
Kohlmottenschildlaus
Aleyrodes proletella

Kohlmottenschildlaus

Weiße Fliege auf Grünkohl

Kokons der Kohlmottenschildlaus

Puparien

Die Kohlmottenschildlaus ist die einzige Weiße Fliege, die bei uns im Freiland wirtschaftliche Schäden verursacht. Sie saugt an Kreuzblütern, vor allem an Kohl.
Die Tiere sind 1,5 bis 2 mm groß. Typisch sind die dunklen Flecken auf dem Flügeln.
Die Entwicklungsdauer für eine Generation beträgt 3-6 Wochen. Ein Weibchen legt 150 Eier. Es gibt bis zu 5 Generationen pro Jahr. 

Die Bedeutung der Kohlmottenschildlaus hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Aufgrund der Lebensweise und der fehlenden Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln, gestaltet sich ihre Bekämpfung derzeit schwierig. 

Milde Winter und trockene, warme Sommer fördern die Vermehrung und Ausbreitung, da die Weibchen milde Winter überleben können.
Synonyme: A. brassica, A. brassicae, A. chelidonii, A. youngi


 

Überfamilie Aphidoidea
In der Überfamilie sind alle Schädlinge zusammengefasst, die wir im Volksmund als Blattläuse bezeichnen. Sie haben einen sackförmigen Körper, mit schlanken Beinen, oft langen Fühlern und teilweise Siphonen (Fam. Aphididae, Röhrenläuse) am Hinterleib.
Blattläuse sind Phloemsauger. Das heißt, dass sie die zuckerführenden Leitgefäße der Pflanzen anstechen und sich von dem Pflanzensaft ernähren. Ihre Ausscheidungen (Honigtau) sind entsprechend zuckerhaltig. Daher sind sind sie beliebte Nahrungsquellen für Ameisen, die ausgeschiedene Tropfen sorgfältig sammeln und wegtragen. Fressfeinde von Blattläusen werden von den Ameisen bekämpft um diese Nahrungsquelle zu schützen. Bienen sammeln den Honigtau ebenfalls (Waldhonig). Es gibt auch Pilze, die auf dem klebrigen Honigtau siedeln.
Abhängig von der Art bevorzugen Blattläuse bestimmte Pflanzen, aber auch Positionen auf der Pflanze (Blüten, Blattachseln, Blattunterseite, zwischen Rindenschuppen etc.). Entsprechend unterschiedlich können auch die Symptome an der Pflanze sein (Triebstauchungen, Blattrollen, Verkrüppelungen, Verkleinderung der Blattfläche, Bildung von Gallen, Chlorosen).
Zusätzlich zu den direkten Schäden, verursachen Blattläuse auch als Überträger von Viren Schaden. Einige Pflanzenviren werden persistent übertragen. Das heißt sie werden von der Blattlaus aufgenommen und vermehren sich in ihr. Sie wandern in die Speicheldrüse und werden bei erneutem Saugen wieder abgegeben. Der Zeitraum zwischen der Aufnahme des Virus und dem Erreichen der Speicheldrüse wird als Latenszeit bezeichnet. Sie kann Stunden oder Tage dauern. Einige Viren bleiben während der gesamten Lebensdauer des Wirtes aktiv andere werden innerhalb weniger Tage oder Wochen wieder vollständig abgegeben. Nicht persitente Pflanzenviren haften nur äußerlich an den Stechborsten der Läuse. Sie vermehren sich dort nicht und können auch nur Minuten bis Stunden überleben. Bei der Häutung gehen sie verloren, weil sie nur an der Oberfläche des Tieres haften. Persistente Viren "leben" vor allem im Phloem und im Mesophyll. Nicht persistente Viren bleiben in der Epidermis.
Einige Blattläuse können sehr viele verschiedene Viren übertragen. Die Grüne Pfirsichblattlaus (Myzus persicae) ist Vektor für mehr als 100 persistente und nicht persistente Viren.
Viele Blattläuse vermehren sich vivi-ovipar. Bei manchen findet eine Wechsel zwischen einem Sommer- und einem Winterwirt statt. Am Beispiel der Haferblattlaus sind das Hafer und die Traubenkirsche. Dabei wird die Pflanze als Hauptwirt bezeichnet auf der die Eier abgelegt werden. Die Haferblattlaus schlüpft z. B. auf der Traubenkirsche aus dem Ei. Ein Teil der Tiere bildet Flügel aus und wandert auf den Hafer (Stammmütter). Dort vermehren sich die Tiere durch Jungfernzeugung und die Produktion von lebenden Nachkommen. Dadurch können sehr schnell sehr viele Blattläuse produziert werden, die wiederum zum Teil geflügelt sind und neue Gebiete erschließen.  Zum Ende des Sommers werden auch geflügelte, männliche Tiere geboren, die zusammen mit ebenfalls geflügelten Weibchenmüttern auf den Winterwirt fliegen. Die Weibchenmütter bringen Weibchen zur Welt, die sich mit den Männchen paaren und dann Eier auf dem Winterwirt ablegen können.
Wegen der hohen Vermehrungsraten ist eine Bekämpfung der Blattläuse nicht einfach. Es werden teilweise Resistenzen gegen Insektizide ausgebildet. Biologische Bekämpfung ist möglich in dem die Tiere regelmäßig von den Pflanzen abgespült werden (z. B. bei Seerose). Ein Bepinseln mit Öl (Pflanzenöle, Parasommer-Öl) bewirken das Ersticken der Läuse. Einige Nützlinge können effektiv gegen Blattläuse wirken, wenn diese nicht von Ameisen verteidigt werden. Dazu gehören die Larven von Marienkäfern, Florfliegen, Schwebfliegen (Episyrphus balteatus) und Gallmücken (Aphidoletes aphydimyza). Schlupfwespen (Aphidius, Aphelinus, Praon und Lysiphlebus) sind Nützlinge, die ihre Eier in Blattläuse ablegen. Ihre Larven entwickeln sich dann in den Wirten und fressen sie von innen her auf.
 
 

Marienkäfer an Blattläusen

Siebenpunkt-Marienkäfer beim Fressen von Blattläusen


 

Familie Aphididae (Röhrenläuse)
Röhrenläuse sind die typischen, bekannten Blattläuse. Es handelt sich um kleine (< 5 mm) saugende Insekten. Es gibt tausende von Arten in verschiedenen Gattungen. Sie durchlaufen jährlich mehrere Generationen (vivi-ovipar), die oft zwischen einem Sommer- und einem Winterwirt wechseln. Im Sommer vermehren sie sich meist parthenogen und dadurch sehr schnell. Die Artbestimmung ist oft schwierig und basiert  auf der Farbe und Länge von Fühlern und Siphonen. Allerdings ändern die Tiere abhängig von Wirt, Jahreszeit oder Alter ihre Färbung zum Teil. Beispielsweise gibt es die Langröhrige Weidenblattlaus (Aphis farinosa) in orange, grün, grau-grün und schwarz.
 
 

Blattlaus und Töchter

Weibchen mit einigen Töchtern

Blattläuse an Kornblume

Blattläuse an Kornblume

Blattlaus an Kapuzinerkresse

Blattlauskolonie an Kapuzinerkresse

parasitierte Blattlaus

Blattlausmumie mit Gespinstsockel
Durch Praon parasitiert und abgetötet.

Blattläuse an Getreide

Blattläuse und Blattlausmumie an Hafer

Parasitoid Praon

Praon sp. - Blattlaus-Schlupfwespe


 
 
 
Art Merkmale
Grüne Apfelblattlaus
Aphis pomi
Blattlaus, die ganzjährig am Apfelbaum zu finden ist. Grün mit dunklen Fühlern, Beinen und Siphonen. 
Durch das Saugen an den Blättern verursacht sie ein Einrollen der Blätter und Verkümmern der Triebspitzen.
Als Schadensschwelle gelten 8-10 Kolonien/100 Triebe im Mai bis August. Dann ist eine Bekämpfung nötig.
Apfelfaltenlaus 
Dysaphis devecta
Blauschwarze Färbung.Verursacht auffallend rot-gelbe Blattwölbungen und bei stärkerem Auftreten bleibende Blattschäden.
Schadensschwelle: 3-8 Kolonien/100 Triebe im März - Juni. 
Mehlige Apfelblattlaus 
Dysaphis plantaginea
Blauschwarz, ältere Tiere mehlig bepudert. Wandert im Juli ab. Bei weitem schädlichste Blattlausart am Apfel. Verursacht starkes Blattrollen und Blattverfärbung, Triebstauchungen, „Blattlausäpfel“ (verkrüppelte Früchte).
Schadensschwelle: 1-3 Kolonien/100 Triebe im Mai bis August.
Apfelgraslaus
Rhopalosiphum insertum
Erste Blattlaus am Apfel im Frühjahr. Die Art wandert nach der Blüte in das Gras ab. Verursacht kaum Schäden, ist aber wichtige Nahrungsquelle für Nützlinge.
Als Schadensschwelle gelten 60 (!) Kolonien pro 100 Triebe im April und Mai. Erst dann ist eine Bekämpfung notwendig.
Sumpfpflanzenblattlaus
Rhopalosiphum nymphaeae

befallener Froschbiß

Sumpfpflanzenblattlaus auf Hydrocharis

Läuse auf Myriophyllum

und auf treibenden Stängeln 
von Myriophyllum

Diese kleine, schwarze Blattlaus lebt im Sommer auf Seerosen (Nuphar und Nymphaea), Froschlöffel (Alisma plantago-aquatica), Pfeilkraut (Sagittaria sagittifolia) und Rohrkolben (Typha). Diese Art ist fast weltweit verbreitet. Die ungeflügelte Form ist 1,6 bis 2,6 mm lang, dunkel oliv bis braun und leicht mit Wachs bestäubt. Die Siphonen sind lang, verdickt, vorwiegend hell, aber an der Spitze dunkel. Die geflügelte Form ist dunkelbraun bis glänzend schwarz. Die Tiere überwintern als Ei an Schlehdorn (Prunus spinosa) und anderen Prunus-Arten. Die Tiere vermehren zunächst parthenogen und vivipar. Zum Sommeranfang entwickelt sich eine geflügelte Generation, die auf den Sommerwirt wechselt. Im Herbst fliegt eine andere geflügelte Generation auf den Winterwirt. Dort werden Männchen produziert. Nach geschlechtlicher Fortpflanzung werden Wintereier abgelegt. 
Starker Befall erzeugt bei den Sommerwirten Verformungen der Stängel und Blätter. Bei Befall der Blüten kommt es zusätzlich zu Farbveränderungen.
Von befallenen Pflanzen sollten sie mit einem scharfen Wasserstrahl weggespült werden.

Familie Pemphigidae (Blasenläuse)
Bei den Röhrenläusen sind die Augen auf drei Facetten reduziert. Sie haben kurze Fühlerendfortsätze. Die Siphonen sind porenartig,  kegelförmig oder fehlen ganz. Oft haben sie wachsdrüsen, die in Gruppen auf dem Körper verteilt sind. Ihre Saugtätigkeit an führt oft zur Bildung von Gallen. Sie saugen hauptsächlich an Gehölzen einige Arten nutzen aber auch krautige Pflanzen als Sommerwirt.
 
 

Blutlaus
Eriosoma lanigerum 
Die Blutlaus ist ein Schädling an Apfelbäumen und verwandten Ziergehölzen wie Quitte, Feuerdorn, Weißdorn und Vogelbeere. 
Die Laus ist weltweit verbreitet und häufig. Die Adulten sind 1,2 -2,6 mm lang, purpurbraun mit Wachsflocken bedeckt. Die Fühler sind kurz und die Siphonen porenartig.

Den Winter überdauern wachslose Jungläuse. Sie verstecken sich in Rindenspalten am Stamm oder im Wurzelbereich. Im Frühjahr ab März beginnt sie sich durch lebendgebärende Jungfern zu vermehren. Sie besiedeln vor allem Stellen an denen die Rinde verletzt oder sehr dünn ist. An den Befallsstellen sind watteähnliche, weiße Wachsfäden zu sehen. Sie quellen aus Holz- oder Schnittwunden, den Knospen von Neutrieben oder Stammausschlägen. Später entstehen blasige, krebsähnliche Schwellungen auf der Rinde. An älteren Stämmen mit schwammiger Rinde und freigelegten Wurzeln entstehen bis zu faustgroße Geschwülste.
Die Vermehrungsrate ist stark durch das wetter und die Schwankunegn in der Zusammensetzungen des Pflanzensaftes beeinflusst. Hohe Temperaturen hemmen die Vermerhung, so dass die Kolonien im Sommer meist kleiner sind. Im Sommer (Juli) treten einige geflügelten Tiere auf, die neue Bäume besiedeln. 

Apfelsorten sind unterschiedlich stark anfällig für Blutlausbefall. ’James Grieve’, ’Boskoop’ und ’Cox Orange’ gelten als besonders anfällig. ´Berlepsch’ und ’Ontario’ sind weniger stark betroffen. Die Schadschwelle ab der eine Bekämpfung nötig ist, liegt bei 8-12 Kolonien auf 100 Ästen.

Wirksame Bekämpfungsmethoden sind eine reduzierte Stickstoffdüngung und sorgfälltiger Rückschnitt. Lose Rindenschuppen sollten abgebürstet werden um den Tieren die Überwinterungsplätze zu nehmen. Die Blutlauszehrwespe ist ein Nützling, der bei der Bekämpfung hilft. 
Bei akutem Befall helfen spezielle Insektizide, die direkt auf die Befallstellen aufgebracht werden. Zum Schutz von bienen sollte das nach der Blüte im Juni geschehen. Auch eine Winterspritzung ist möglich.

 


 

Überfamilie Coccoidea
 
 

Familie Coccidae (Napfschildläuse)
Der Körper des Weibchens bildet einen harten Schild. Teilweise ist dieser mit Wachs bedeckt. Jungtiere werden zum Teil lebend geboren. Andere Arten legen Eier unter ihren Schilden ab. Zur biologischne Bekämpfung können Schlupfwespen eingesetzt werden, die jedoch auf bestimmte Napfschildläuse spezialisiert sind. Es ist also für einen wirksamen Nützlingseinsatz wichtig die Arten zunächst zu bestimmen.
Die Nützlinge können am effektivsten "arbeiten", wenn die Pflanzen vor dem Einsatz von Honigtau und Schwärzepilzen befreit werden. Ansosnten müssen sich die Tiere ständig putzen. Sie brauchen für eine gute Entwicklung 18 oder besser 22 bis 25 °C.
 
 

Art Merkmale und Lebensweise
Weiche Schildlaus
Gemeine Napfschildlaus
Zitrusschildlaus
Coccus hesperidum 
Eine häufige Schildlaus an Zimmerpflanzen und im Gewächshaus. Die Art kommt auch im Freiland vor und ist nahezu weltweit verbreitet.
Zu den Wirtpflanzen gehören Kamelien (Camelia), Waldrebe (Clematis), Christusdorn (Euphorbia heterophylla), Feigen (Ficus), Geranien (Geranium), Efeu (Hedera), Farne und viele andere.
Der Schild des Weibchens ist 3,5 bis 5 mm lang, sehr flach und oval. Er ist durchscheinend gelb bis braun mit einer schwarzen Längsrippe und rippenartigen Strukturen.
Die Art ist lebendgebärend und parthenogenetisch. Jedes Weibchen bringt etwa 1000 Jungtiere zur Welt. Die Larven wandern einige Tage auf der Pflanze herum, bevor sie sich entlang der Mittelrippen der Blätter festsetzen. 
Unter günstigen Bedingungen vermehren sich die Tiere das ganze Jahr. Im Alter von etwa 2 Monaten sind die Tiere geschlechtsreif.
Diese Schildlaus wird von der Schlupfwespe Microterys flavus parasitiert. Die Schlupfwespen saugen an den Eier und Nymphen. Sie legen ihre Eier in die Läuse und die Wespenlarven entwickeln sich in ihnen. Parasitierte Schildläuse sind an einem oder mehreren dunklen Ringen zu erkennen die durch den Panzer schimmern. Die voll entwickelte Wespe schlüpft später durch ein Lich im Deckel unter dem Schild heraus. 
Diese Napfschildlaus wird auch von der Schlupfwespe Metaphycus flavus parasitiert.
Halbkugelige Napfschildlaus
Saissetia coffeae
Saissetia coffea ist wie S. olea eine häufige Schildlaus in Gewächshäusern und in Innenräumen. Sie bildet kreisrunde, hochgewölbte (halbkugelige), glatte Schilde, die 2-3 mm breit sind. Es gibt auch ovale Formen, die bis 4 mm lang werden. Sie sind rotbraun bis schwarz. Sie befällt viele verschiedene Zierpflanzen. Darunter sind der Zierspargel (Asparagus), Begonien (Begonia), Oleander (Nerium), Feigen (Ficus) und Gartennelken (Dianthus).
Der Befall schädigt die Pflanzen meist nur wenig. Sie werden aber durch Honigtau und Schwärzepilze zum Teil stark verschmutzt. 
Die Weibchen legen bis zu 2000 Eier unter ihrem Schild ab und sterben dann. 
Die Laus ist auch in unbeheizten Gewächshäusern das ganze Jahr hindurch zu finden. 
Diese Napfschildlaus wird von den Schlupfwespen Metaphycus flavus und Coccophagus lycimnia parasitiert.
Ölbaumschildlaus 
Saissetia oleae

Ölbaumschildlaus

Charakteristisch ist die vorspringende 
H-förmige Zeichnung.

Schild einer Ölbaumschildlaus

Links alter und rechts junger Schild.

Saissetia olea ist eine häufige Schildlaus, die bei und in Innenräumen und Gewächshäusern vorkommt. 
S. oleae ist 3 - 4 mm lang und 2 - 3 mm breit.  Sie können hellbraun bis schwarz gefärbt sein. Typisch ist eine heller gefärbte vorspringede, H-förmige Zeichnung. Der Schild ist ovalen, gewölbten und etwa 1,5 - 2,5 mm hoch. 
Es werden bis zu 2000 Eier von einem Weibchen abgelegt. Sie entwickeln sich unter dem Schild der Mutter. 
Diese Schildlaus befällt vor allem holzige Pflanzenteile an Oleander, Ölbäumen, Zitrusgewächsen, Farnen und anderen Pflanzen. 

Unterseite einer Schildlaus

Blick auf die Unterseite. Man erkennt die Beine des Muttertiers und einige Larven.

Die Tiere auf den Bildern saßen auf Microsorum pteropus ´Windelow´

Die Art wird von der Schlupfwespe Coccophagus lycimnia parasitiert, die als Nützling eingekauft werden kann.
 

Familie Diapdsidae (Austernschildläuse, Deckelschildläuse)
Zu dieser Familie gehören verschiedene Arten in unterschiedlichenen Gattungen. Die Bestimmung ist schwierig. Die Tiere sitzen unter selbst gebildeten Schilden und sind darum nicht direkt zu sehen. Gegen Deckelschildläuse können Marienkäfer aus den Gattungen Chilocorus und Lindorus, sowie Schlupfwespen (Encarsia citrina und Aphytis melinus) als Gegenspieler eingesetzt werden.
 
 

"Afrikanische Kommaschildlaus"

afrikanische Schildlaus
Schildläuse an der Mittelrippe
Die Saugstelle ist als Chlorose an der Blattoberseite sichtbar.

Kommaschildläuse an 
Anubias barteri var. angustifolia

Bei der "Afrikanischen Kommaschildlaus" ist ein Mitimport aus Afrika. Die Tiere kamen mit Anubias.
Der männliche Schild weiß, schmal und länglich mit einer Längsrippe. Die Schilde der Weibchen sind abgerundet dreieckig, bräunlich und durchscheinend. 

Die Tiere saugen zuerst in der Nähe der Blattmittelrippen an der Blattunterseite. Auf der Oberseite sind diese Befallstellen erst als Aufhellungen, dann als gelbe Stellen und zum Schluss als Nekrosen sichtbar. Bei starkem Befall findet man die Tiere auch auf der Blattoberseite. 
Setzt man Pflanzen mit befallenen Blättern unter Wasser, dann breiten sich die gelben Chlorosen und Nekrosen innerhalb weniger Tage flächig aus. 
Die befallenen Blätter müssen entfernt werden. Die Tiere lassen sich wegspülen.

 
 

Familie Pseudococcidae (Schmierläuse, Wollläuse)
 
 
 
Wollläuse findet man an fast allen Kulturpflanzen. Es gibt eine ganze Reihe verschiedener Arten in unterschiedlichen Gattungen. Die Unterscheidung ist schwierig, weil man wegen der Wachsbedeckung die Tiere selbst oft nicht sieht. 
Durch das Saugen an den Blättern werden die Pflanzen geschwächt. Es kann zu Verkrüppelungen kommen. Die Wachsflocken machen die Pflanzen unansehnlich. Zusätzlich wachsen oft Schwärzepilze auf dem Honigtau.
Eine chemische Bekämpfung ist mit systemischen Mitteln möglich. Über den Saft der Pflanze nehmen die Läuse dann das Gift auf. Kontaktgifte dringen meist nicht durch den Wachsmantel. Zur biologischen Bekämpfung können Australische Marienkäfer (Cryptolaemus sp.), bzw. deren Larven eingesetzt werden. Auch Schlupfwespen aus den Gattungen Anagyrus, Aphytis und Leptomastix befallen Wollläuse.
schwarzer Belag auf einem Echinodorus-Blatt

Schwärzepilz auf einem mit Honigtau 
bedeckten Blatt


 
 

Zitronenschmierlaus 
Planococcus citri

Wolllaus in Wachsablagerungen
Zitrus-Schmierläuse an Echinodorus
umgeben von ihren Ausscheidungen


Weit verbreitet und häufig ist die Zitrus-Schmierlaus (Planococcus citri Risso). Die erwachsenen Tiere sind 3 bis 4 mm lang. Der Körper ist rosa, aber meist so dicht mit Wachsflocken bedeckt, dass das Tier selbst nicht mehr sichtbar ist. Die wachsartigen Rand- und Caudalfortsätze sind kurz und dick. 
Hohe Temperaturen und hohe Luftfeuchte begünstigen die Entwicklung dieser Schädlinge. Es sind bis zu 8 Generationen im Jahr möglich.
Wolllaus an Blattachsel

Besonders in Blattachseln verstecken 
sich die Tiere - hier an Hygrophila

Schmierlaus oder Wolllaus
Pseudococcus affinis

Schmierläuse

Einzelnes Tier, Honigtau und Wachsreste
auf einem Blatt vom Ritterstern 

Diese Schmierlaus ist 4 mm lang. Der Körper ist rosa und mit mehligem Wachs bedeckt. Am Hinterende hat das Tier wachsartige Fortsätze, die etwas halb so lang sind wie der Körper. Der gesamte Körperrand ist von Fortsätzen gesäumt.
Die Eier werden in Haufen abgelegt. Sie sind in einen Eisack aus weißen Wachsflocken eingehüllt. Nach dem Schlupf wandern die jungen Läuse über die gesamte Pflanze. Meist sitzen sie an geschützten Stellen wie den Blattachseln, Blattscheiden oder an Knospen.
Die Tiere saugen an den Pflanzen Saft und schwächsen sie damit. Durch Honigtau und Wachsflocken werden die Pflanzen unansehnlich.
Diese Art ist allgemein häufig und weit verbreitet an Zierpflanzen im Zimmer. Unter guten Bedingungen gibt es mehrer Generationen im Jahr,
Die Art stammt aus den Tropen und Subtropen und überlebt bei uns im Freiland nicht.

Wolllauskolonie

Kolonie von P. affinis auf Elefantenohr (Haemanthus albiflos)
Oben links sitzt auch ein Thrips.

Wachsflocken

Tiere und Eikokons
auf Ritterstern

Schmierlaus
Pseudococcus longispinus
Die Tiere haben wie P. affinis lange Caudalfortsätze sind aber nur etwa 2,5 mm groß. Sie scheiden große Mengen an Honigtau aus. Die Art ist häufig an Kakteen, Lilien und Orchideen zu finden.

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Käfer (Ordnung Coleoptera)

Käfer sind Insekten mit einer harten Panzerung, die auch eine Verhärtung der Vorderflügel einschließt. Sie haben beißende Mundwerkzeuge. Zahlreiche Arten sind Pflanzenfresser, es gibt aber auch Räuber.

Familie Curculionidae (Rüsselkäfer)
Mit ca. 50.000 Arten ist dies die größte Käferfamilie. In Mitteleuropa gibt es 168 Gattungen mit 1200 Arten. Die Identifikation der Arten ist für den Laien (für mich zum Beispiel) nicht möglich (Harde & Severa 1988).
Die Schnauze ist mehr oder weniger stark verlängert -teilweise gebogen - mit beißenden Mundwerkzeugen am Ende. Die Fühler sitzen vorne an der Schnauze. Die Eier werden in Löcher gelegt, die in Pflanzen gefressen werden. Die Larven sind beinlos, madenförmig und fressen sich meist im Inneren durch die Pflanze. Einige Arten fressen an den Wurzeln (z. B. Gefurchter Dickmaulrüssler Otiorhynchus sulcatus).
 
 

Rüsselkäfer

Diesen Rüsselkäfer habe ich in der 
Küche meiner Mutter gefangen.
Es wird sich also um eine einheimische 
Art handeln. Eine Identifikation 
war mir aber nicht möglich.

Rüsselkäfer

Das Tier ist von der "Nasenspitze" bis
zum Hinterende 5,6 mm lang.

Familie Scarabaeidae (Blatthornkäfer)

Unterfamilie Melolonthinae
Zu diesen Käfern gehört auch der Maikäfer. Unter diesem Trivialnamen sind in Deutschland drei Arten bekannt. Am weitesten verbreitet ist Melolontha melolontha, der Feldmaikäfer. Der Waldmaikäfer (Melolontha hippocastani) hat ein kleineres Verbreitungsgebiet. Er bevorzugt sandige Heide- und Waldböden. In Südwestdeutschland gibt es kleine Vorkommen von Melolontha pectoralis.
Den Namen Maikäfer haben die Tiere, weil die erwachsenen Käfer im Mai zu fliegen beginnen. Die Eier der Käfer werden in den Boden abgelegt. Dort fressen die Larven, die als Engerlinge bekannt sind, an Wurzeln. Ihre Entwicklung zum Käfer dauert drei bis fünf Jahre. Es gibt in den betroffenen Regionen "Flugjahre" in denen die Käfer massenhaft auftreten. Je nach Entwicklungsdauer treten dann alle drei, vier oder fünf Jahre massenhaft Maikäfer auf, die dann wieder Eier legen aus denen dann wiederum nach drei, vier oder fünf Jahren die neuen Käfer hervorgehen und ausschwärmen.
Früher traten Maikäfer oft in Massen auf und frassen Laubbäume vollständig kahl. 1911 sollen in der Rheinpfalz 22 Millionen und 1915 14 Millionen Käfer gefangen worden sein. Durch Bekämpfungsmaßnahmen mit massiven Einsatz von Insektiziden, die von Hubschraubern aus um 1950 bis 1960 versprüht wurden, wurde die Zahl der Käfer stark reduziert.
Das Hauptproblem ist der Frass der Engerlinge an den Wurzeln von landwirtschaftlichen Nutzpflanzen. Die Schäden können zu Totalverlusten bei Kartoffeln und Getreide führen. Es werden aber auch die Wurzeln von Gräsern gefressen, so dass auch Weideland und Rasenflächen geschädigt werden.
 
 

Feldmaikäfer
Melolontha melolontha

Engerling

Engerling

Maikäfer

Maikäfer: 
für das Foto auf eine Lilie gesetzt

Der Käfer ist 2 bis 3 cm lang. Er ist kastanienbraun und mit weißlichen Haaren bedeckt. Auf den Flügeldecken sind 5 Längsrippen. Der Hinterlaib endet in einer stumpf abwärts gerichteten Spitze. Man sieht im nur im Mai oder Juni. Sie sind in der Dämmerung aktiv und fliegen meist zum Licht. Sie fressen Blätter, Blüten und Knospen an Laubbäumen. nach einigen Wochen gräbt sich das Weibchen 15-20 cm tief ein und legt 12 bis 30 Eier. Nach etwa 4 Wochen schlüpfen die Larven.
Die Larven sind weiß. Das letzte Körpersegment wirkt wegen des durchscheinden Darms dunkel. Kopf und Beine sind glänzend braun. Sie sind etwa 3 bis 3,5 cm lang. Sie fressen etwa 3 Jahre lang an den Wurzeln und Knollen verschiedener Pflanzen. Im dritten Sommer verpuppen sich die Tiere in etwa 60 cm Tiefe und entwickeln sich innerhalb von 6 Wochen zum Käfer. Der Käfer bleibt bis zum nächsten Frühjahr in der Erde.

Der Maikäfer gehört in der Regel nicht zu den Schädlingen im Garten. Die Larven fressen an den Wurzeln von Gräsern, verursachen aber nur selten im Hausgarten schwere Schäden, da sie kaum in relevanten Mengen auftreten.
Etwa alle drei bis sechs Jahre kommt es in einigen Regionen zu einem vermehrten Auftreten der Käfer. Dann können auch stärkere Schäden an Laubghölzen vorkommen.

Die Engerlinge von Maikäfern und die Larven anderer Arten aus der Familie sind sich sehr ähnlich und für den Laien kaum zu unterscheiden.

Familie Chrysomelidae (Blattkäfer)
Die Blattkäfer gehören zu den artenreichsten Käferfamilien überhaupt allein in Europa kommen fast 600 Arten in über 70 Gattungen vor. Die meisten sind Pflanzenfresser. Die Larven fressen frei an den Blättern, Stängeln oder Wurzeln oder leben als Minierer in den Wurzeln oder Stängeln.

Als "Hähnchen" (Unterfamilie Criocerinae) werden Blattkäfer bezeichnet, die durch das Aneinanderreiben von Chitinleisten am hinteren Ende des Thorax und dem vorderen Ende des Abdomens Laute erzeugen. Das erzeugte Zirpen ist hörbar, abhängig von der Größe der entsprechenden Art aber unterschiedlich laut. Je größer das Tier desto besser der Sound.

Auch der Kartoffelkäfer (Leptinotarsa decemlinetata) gehört zu den Blattkäfern (Unterfamilie Chrysomelinae).
 

Kartoffelkäfer
Leptinotarsa decemlineata

Kartoffelkäfer

Kartoffelkäfer

Käfer auf Kartoffelpflanzen

Der Kartoffelkäfer ist etwa 1 cm groß. Seine Flügeldecken sind gelb und haben 10 schwarze Linien. Der Halsschild ist orange mit schwarzen Flecken. Die Eier werden nach dem Austrieb des Kartoffelkrauts an der Blattunterseite in Gruppen von 20 bis 30 Stück abgelegt. Ein einzelnes Weibchen kann bis zu 2000 Eier im Jahr legen. Die frisch geschlüpften Larven sind zuerst braun-schwarz. Später sind sie orange mit schwarzen Flecken.
Die Käfer überwintern im Boden. Sie können älter als zwei Jahre werden. 
Sowohl die Käfer als auch die Larven fressen an den Blättern von Kartoffelpflanzen. Bei starkem Befall bleiben nur die Blattrippen übrig. Durch den Blattverlust ist die Pflanze nicht in der Lage ausreichend Speicherstoffe zu bilden, so dass die Knollen klein bleiben.
Außer Kartoffeln werden auch Auberginen (Italien) und Tomaten (USA) befallen. 
Stetige Kontrolle und regelmäßiges Absammeln ist die effektivste Bekämpfungsmethode. Die biologische Bekämpfung mit Bacillus-thuringiensis-Präperaten ist bei jungen Larven möglich. Ältere Larven und Käfer können mit chemischen Präparaten bekämpft werden.

Die ursprüngliche Heimat des Käfers ist in Colorado. Dort wurde er 1824 entdeckt. Er frass an dem wilden Nachtschattengewächs Solanum rostratum (Büffelklette). Diese natürliche Nahrungspflanze stand nur vereinzelt in der Vegetation und der Käfer war eher selten. Mit dem Beginn des großflächigen Anbaus von Kartoffel (Solanum tuberosum) in Colorado 1850 siedelte der Käfer auf die Kartoffel um und so wurde das Nahrungsangebot für den Käfers stark vergrößert. Dadurch wurde die Vermehrungsrate erhöht und durch Populationsdruck ein Wandertrieb ausgelöst. Innerhalb von nur 15 Jahren breitete sich der Käfer über den ganzen Nordamerikanischen Kontinent aus. Zusammen mit der Kartoffel wurde das Tier dann nach Europa verschleppt. Bereits 1877 gab es die ersten Kartoffelkäfer in Mitteleuropa. Sie wurden zunächst in Schiffsladungen und in Lagerschuppen gefunden. Aber auch auf einigen Feldern wurde sie in dem Jahr bereits entdeckt und mit großem Aufwand vernichtet. 
In der Zeit des Ersten Weltkriegs wurde der Käfer nicht ausreichend bekämpft und konnte sich in Europa etablieren. Einige kleinere Populationen konnten immer wieder ausgerottet werden. Dann gelang es dem Käfer in Südfrankreich Fuß zu fassen. 1922 lebten die Tiere bei Bordeaux auf einer Fläche von 250 Quadratkilometern. Von dort begannen sie sich weiter auszubreiten. Bereits 1936 flogen die ersten Käfer nach Deutschland ein. 1948 war dann das gesamte Bundegebiet befallen. Bis heute breitet sich der Käfer stetig weiter Richtung Norden und Osten aus und kommt heute auch in Skandinavien und auf dem Balkan vor.
Da sein Auftreten in den Nachkriegsjahren besonders stark war und durch die Knappheit an Nahrungsmitteln besonders auffiel, glaubten Viele die Käfer seinen als biologische Waffe von den Amerikanern absichtlich nach Europa verschleppt worden.

Kartoffelkäfer-Larve

Kartoffelkäfer-Larve

Fressende Larven im Juli

Schwarzkopf-Lilienhähnchen
Lilioceris lilii
 

Lilienhähnchen

Lilienhähnchen

Larve des Lilienhähnchens

Larve unter Kothaufen

Gelege des Lilienhähnchens

Gelege auf der Blattunterseite einer Lilie.

Dieser Käfer ist 6 bis 8 mm lang. Er ist rot und hat schwarze Beine und einen schwarzen Kopf. Charakteristisch sind Einbuchtungen an den Seiten des Thorax. 

Von April bis Juni und dann wieder im September findet man den Käfer an Lilien, Frittelarien, Zwiebeln, Schnittlauch und Maiglöckchen. Die Käfer fressen an den Pflanzen und legen ihre rotbraunen Eier in Gruppen an der Blattunterseite ab. 

Die Larven sind orange-braun. Ihr Hinterleib ist dick und der Kopf und die Beinbaare sind vergleichsweise winzig. Die Tiere aus einem Gelege sitzen in einer Reihe unter dem Blatt. Die jungen Larven schaben zunächst die Blätter an der Unterseite an und fressen später das Blatt von der Spitze her ganz. Ihren Kot lagern sie dabei auf ihrem Rücken ab, so dass sie selbst nicht zu sehen sind. Sie fressen die Pflanzen oft völlig kahl. Die Larven verpuppen sich im Boden. Schlüpfen dann im September als voll entwickeltes Tier um so zu überwintern.
Man kann die Käfer vor allem bei warmen sonnigem Wetter sehen. Dann sollte man sie einfach absammeln um die Schäden in Grenzen zu halten. Die Gelege befinden sich auf der Unterseite der Blätter. 

Gegen die Tiere hilft vor allem eine regelmäßige Kontrolle und das Absammeln. Neembaum-Extrakte sollen gegen Käfer und Larven wirksam sein. Geeignet sind auch Spitzmittel mit Pyrethrum und Öl (z. B. Raptol SchädlingsSpray oder Spruzit Schädlingsfrei AF von Neudorff). Auch ein Sud aus Beifuß und Eichenrinde (Schacht  Kräutergarten) oder mit Nikotin (1 Päckchen Tabak in 5 l Wasser aufkochen) soll wirksam sein. Auch Spitzungen mit Fensterreiniger (Sidolin) oder einer Mischung aus 1 Teelöffel Seife, 200 ml Spiritus auf einen Liter Wasser wirkt. Die Käfer verlassen die behandelten Pflanzen. Die Larven sterben. Die Spritzungen müssen aber regelmäßig (etwa einmal die Woche) angewendet werden, damit sich auf allen Blättern ein Belag befindet. Manchmal wird empfohlen Kaffeesatz unter die Pflanzen zu streuen. Das scheint aber keine ausreichende Wirkung zu haben, da die Erfahrungsberichte dazu weit auseinander gehen. 
Bei Gemüsekulturen kann man mit Hilfe von Kulturschutznetzen und Vliesen die Käfer fernhalten.

In Europa gibt es drei Arten der Gattung. Beim Rotbeinigen Lilienhähnchen (Lilioceris merdigera) sind die Beine und der Kopf so rot wie die Deckflügel. Die Tiere befallen gerne Zwiebeln (Allium).

Zu den natürlichen Feinden der Larven gehören auch Wespen.

Feldwespe frisst Larve

Feldwespe beim fressen von Larven des Lilienhänchens

Frassschaden an Fritillaria

Frittelaria uva-vulpes, im April
mit Frassschaden vom 
adulten Lilienhähnchen.

Schaden an Lilie

Schaden durch junge Käferlarven an Lilie.

Blattschaden an Lilie

Schaden durch größere Larven

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Schmetterlinge (Ordnung Lepidoptera)

 

Tier Aussehen, Verhalten, Wirtspflanzen
Cameraria ohridella
Kastanien-Miniermotte

Mienen

Kastanienblatt mit Mienen

Die Kastanienminiermotte ist ein Kleinschmetterling. Die Tiere treten erst seit etwa 20 Jahren in Euraopa auf. Sie haben sich sehr schnell ausgebreitet und sind heute überal in Mitteleuropa zu finden. In Deutschland trat dieser Falter zuerst 19993 auf. Woher die Art stammen ist unbekannt. Sie bverursachen schwere Schäden an der Weißblühenden Rosskastanien  (Aesculus hippocastanum). 

Das adulte Tier ist eine kleiner Falter. Die Flügel sind metallisch rot-braun mit nach außen hin schwarz abgegrenzten weißen Bändern. Die Hinterflügel sind federartig. Der Körper ist mit silbrigen Schuppen besetzt und auf dem Kopf sitzt ein rotbrauner Schopf. Der Falter hat eine Flügelspannweite von nur 5 bis 7 mm. Er tritt überall dort auf wo es Roßkastanien gibt. 

Das Weibchen legt etwa 40, weiße, 0,2 - 0,3 mm lange Eier einzeln an der Blattoberseite ab. Die Raupen bohren sich durch die Unterseite des Eis in das Blattinnere und leben dort in selbst erzeugten Hohlräumen, den Blattminen. Zunächst ernähren sie sich von Pflanzensaft, später fressen sie auch Blattgewebe. Nach etwa vier Wochen sind sie von etwa 1 mm auf 5 mm herangewachsen und verpuppen sich. Nach etwa 2 bis 3 Wochen bohrt sie sich an der Blattoberseite aus der Mine heraus und schlüpft aus der Puppenhülle. Innerhalb von 24 Stunden suchen die Tiere dann nach einem Partner für die Paarung. Die Entwicklungszeit ist so kurz, dass bis zu 4 Generationen pro Jahr heranwachsen. Den Winter überdauern die Tiere als Puppe im herabgefallenen Laub. 

Fressfeinde hat die Art bei uns nicht. Dadurch kann sie sich ungehindert ausbreiten. Natürliche Feinde aus dem Herkunftsgebiet zu importieren ist nicht möglich, da die Herkunft der Motte unbekannt ist. 
Es wird an der Entwicklung von Pheromonfallen gearbeitet und auch der Einsatz von Bakterien und Viren zur Bakämpfung getestet. Bisher gibt es aber keine effektive Bekämpfungsmöglichkeit.

Das Laub sollte in jedem Fall entfernt und effektiv vernichtet, werden, damit die Puppen darin nicht überwintern können.

Elophila nymphaeata
Seerosenzünsler
Kokon des Seerosenzünslers

Haus eines Seerosenzünslers auf
der Blattunterseite einer Seerose

Raupe des Seerosenzünslers
geöffneter Kokon mit Raupe

Der Seerosenzünsler gehört zur Familie der Pyralidae. Er ist ein häufiger Schädling an Wasserpflanzen. Neben Seerosen werden auch andere Pflanzen befallen, darunter auch Potamogeton und Hydrocharis.
Die Falter haben eine Flügelspannweite von ca. 2 cm. Sie sind braun mit unregelmäßigen weiß-grauen Flecken. Die Raupe ist bis 2,5 cm lang, samtig, cremefarben mit einem dunklen Rückenstrich. Der Kopf und der Nackenschild sind bräunlich. 
Die Weibchen leben ihre Eier im Juni und August auf der Blattunterseite oder an den Blattrand der Wirtspflanzen. Die Raupen schlüpfen nach etwa 2 Wochen und bohren sich in die Blätter. Drei Tage bleiben sie im Blatt, dann kommen sie heraus und bilden ein flaches, obvales Gehäuse aus zwei abgebissenen Blattteilen. Darin eingeschlossen wandern die Raupen auf der Blattoberfläche (über oder unter Wasser) herum und fressen weiter. Bei Bedarf bauen sie einen größeres Haus. Wenn sie nicht fressen treiben die Blattgehäuse frei auf dem Wasser. Im Herbst wandern sie an das Gewässerufer und überwintern dort. Im Frühjahr fressen sie weiter. Im Frühsommer verpuppen sie sich und spinnen sich einen seidenen Kokon. 
Die Schäden äußern sich in zerfressenene Blättern.
Eine Bekämpfung mit Insektiziden ist nicht zu empfehlen, weil Fische und andere Lebewesen im Teich gefährdet wären. Die Gehäuse sollten mit der Hand abgesammelt werden.
Buchsbaumzünsler
Glyphodes perspectalis

Buchsbaumzünzler

adulter Falter

Frasschaden an Buchs

Fraßschaden an Buchs

Der Falter breitet sich immer weiter in Deutschland aus.
Die Raupen fressen die Blätter von Buchs und schwächen die immergrünen, langsamwachsenden Gehölze damit stark. Zunächst sind die Schäden schwer sichtbar, da die Raupen von innen her die älteren Blätter fressen. Erst wenn sie auch an die jüngeren Blätter gehen, sieht man die Schäden von außen. 
Mamestra brassicae
Kohleule

Kohleulen-Raupe

Raupe der Kohleule

Raupe

Wenn die Raupen gestört werden, 
rollen sie sich zusammen.

Totalschaden an Blumenkohl

Skelettfrass an den Blättern und Bohrlöcher in der Blume.
Ein Totalschaden an Blumenkohl.

Die Kohleule ist ein Nachtfalter aus der Familie der Eulenfalter (Noctuidae). Sie ist in Europa weit verbreitet und kommt bis in Höhlenlagen von 2000 m vor. Sie ist ein bedeutender Schädling an vielen krautigen Pflanzen. Neben Kohl (Grünkohl, Weißkohl, Futterkohl, Raps, Senf) werden auch Spinat, Salat, Rettich, Erbsen, Tomate und Kürbis und andere Gemüsesaorten befallen. Auch Inkalilien (Alstromeria), Chrysanthemen (Chrysanthemum) und Nelken (Dianthus) werden angefressen. Zu den Wirtspflanzen gehören auch Birken, Weißdorn, Lärchen, Kirschen, Eichen und Weide, sowie verschiedene Wildkräuter (Wegerich etc.).

Der Falter ist grau-braun gemustert. Die Vorderflügel sind grau bis schwarzbraun mit schwarz gesäumter Zeichnung. Die Hinterflügel sind bräunlich-grau. Er hat eine Flügelspannweite von 38-45 mm. Die Eier sind halbkugelig mit einem Durchmesser von 0,65 - 0,8 mm und 0,4 mm Höhe. Sie sind deutlich sternförmig gerippt. Sie sind weiß und haben einene dunklen Mittelfleck und auf halber Höhe einen gleich gefärbten Gürtel. Die Raupen sind 35-45 mm lang. Sie sind variabel gefärbt. Sie können hell grün, braünlich grün oder schwarz-braun. Auf dem Rücken haben sie eine dunklere Mittellinie und 2 Streifen. An den Körperseiten sind die Atemöffnungen (Stigmen) als weiße, schwarz umrandete Flecken sichtbar. Unterhalb der Stigmenlinie ist der Körper meist heller gefärbt. Der Kopf ist hell braun. Junge Raupen sind hell grün mit weißer Linienzeichnung, gelben Ringen zwischen den Segmenten und grünem Kopf. 
Die Tiere überdauern den Winter als Puppe. Die Puppe ist 17-22 mm lang und rotbraun. Sie ist fein gepunktet. Sie hat zwei kegelförmige Vorsprünge (Kremaster) am Hinterende auf denen zwei lange feine Dornen stehen. 

Hauptsächlich fliegen die Falter im Juni bis Juli und August bis September. Bereits 5 bis 9 Tage nach dem Schlupf beginnen sie mit der Eiablage. Die Weibchen legen in dieser Zeit 500 bis 1000 Eier in Gelegen mit bis zu 100 Eier an der Unterseite von Blättern ab. Nach 7 bis 15 Tagen schlüpfen die Raupen. Sie sind nachtaktiv und fressen Fenster in die Blätter. Ältere Raupen skelletieren die Blätter bis auf die Blattrippen. An krautigen Zierpflanzen werden zum Teil auch Knospen und Blüten geschädigt. Tagsüber sitzen die Raupen in den Blattachseln. Die Verpuppung erfolgt im Boden in lockeren Erdkokons. Im August-September fliegt dann die zweite Falter-Generation und legt Eier. An Kohl fressen sich die Raupen der zweiten Generation durch Gänge bis in das Herz von Kohlköpfen. Diese Gänge sind hinter ihnen mit Kotmassen ausgefüllt. Solche Kohlköpfe sind nicht verwertbar und müssen entsorgt werden (Biotonne), bevor sich die Raupen zum Verpuppen in den Boden zurück ziehen. 

Kot an der Blattader von GrünkohlFrassschaden und Kot

Der Kot ist ein deutliches Anzeichen - an diesem Grünkohl gibt es Kohleulen-Raupen!

Man kann Gemüse durch das Abdecken mit Vliesen schützen. Die Falter können ihre Eier dann nicht auf den Pflanzen ablegen.
Bei nicht abgedeckten Pflanzen kann man ab Mitte Mai bei gezielten, wöchentlichen Kontrollen die Gelege finden und zerdrücken. Bacillus thuringiensis ssp. aizawai ist gegen frei fressende, junge Raupen wirksam. Mit zunhemdem Alter werden die Tiere widerstandsfähiger und Raupen, die sich ins Herz der Pflanzen gefressen haben, sind nicht mehr ereeichbar.  Zur biologischen Bekämpfung kann die Schlupfwespe (Trichogramma brassicae) eingesetzt werden. Sie nutzt etwa 150 Schmetterlingsarten als Wirt, darunter auch die Kohleule, Kohlweißling und Maizünzler. Die Schlupfwespen parasitieren die Eier der Schmetterlinge, in denen sie sich bis zum flugfähigen Vollinsekt entwickeln und dabei ihre Wirte abtöten. 

Pieris brassicae
Großer Kohlweißling

Kohlweißlings-Raupe

Seitenansicht der Raupe

Kohlweißlingsraupe auf Kapuzinerkresse

Raupe und Frassschaden 
an Kapuzinerkresse

Der Kohlweißling ist ein Tagfalter aus der Familie der Pieridae (Weißlinge).
Wer Kohlgewächse im Gemüsegarten hat schätzt den Kohlweißling weniger. Die Raupen fresssen Grünkohl, Rosenkohl und Co. bis auf den Strunk kahl. Alternativ besiedeln die Raupen aber auch Kapuzinerkresse. 
Zur Bekämpfung von Raupen empfiehlt es sich sie einfach abzusammeln. Es gibt BT-Präperate zur biologischen Bekämpfung.

Der Kohlweißling gehört zu den Schmetterlingen, denen wir gut Nahrungspflanzen zur Verfügung stellen können. Ihre Entwicklung zu beobachten ist interessant. Man sollte ihnen und anderen Schmetterlingen einen Ort im Garten zugestehen. Man kann einfach etwas Kohl oder Kapuzinerkresse und Brennesseln (z.B. für den Admiral) in einer naturnahen Ecke des Gartens stehen lassen.  Ich freue mich immer über die Schmetterlinge in unserem Garten, aber ohne die kleine Raupe Nimmersatt gibt es nun mal keine Schmetterlinge.

Spindelbaumgespinnstmotte
Yponomeuta cagnagella (Hübner)

Raupen der Gespinnstmotte

Raupen im Juni

Dieser kleine Schmetterling ist schneeweiß und hat schwarze Punkte auf den Flügeln. Die Flügelspannweite beträgt 20 bis 26 mm. Die Raupen fressen an Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus). Die jungen Raupen fressen sich durch Gänge in den sich frisch entfaltenden Blätter. Später leben sie in Gruppen in auffälligen Gespinsten an den Trieben.
Yponomeuta malinellus
Apfelbaumgespinstmotte

Gespinst an Apfel
Die Apfelbaumgespinnstmotte legt im Juli-August ihre Eier an dünnen Zwiegen ab. Sie sind mit einer sich verhärtenden Sekretschicht bedeckt. Die Raupen schlüpfen im Herbst und überwintern unter der braunen, harten Sekretschicht. Im April wandern sie zu den Knospen und minieren zunächst an den jungen Blättern. Ab Mitte Mai sind die Raupen in Gruppen in dichten Gespinsten zu finden. Es kommt zu Skelettierfraß. Wenn alle Blätter im Gespinnst gefressen wurden, wandern die Raupen zum nächsten Trieb. Bei starkem Befall kann der gesamte Baum eingesponnen sein. Die Raupen seilen sich dann manchmal ab, um zu einem anderen Baum zu wandern. Im Juni verpuppen sich die Raupen. Der schlüpfende Schmetterling ist etwa 2 cm groß. Er ist weiß mit schwarzen Punkten auf den Vorderflügeln. Die Rupen sind gelblich mit schwarzer Kopfkapsel und schwarzen Beinen. Auf jedem Körpersegment ist auf jeder Seite ein schwarzer Fleck.
Eine effektive Bekämpfung ist nur möglich, bevor die Raupengespinste gebildet haben. Während der Blütezeit des Apfels kann eine einmalige Spitzung mit Neem-Präperaten helfen. Es gibt weitere chemische Mittel, die früh und wiederholt angewendet wirksam sind.
Gespinste kann man mit einem nicht zu scharfen Wasserstrahl aus dem Baum spülen. Leimringe am Stamm verhindern, dass die Raupen wieder auf den Baum klettern. Sofern keine Brandgefahr besteht, können die Raupen am Boden auch mit einem Brenner für die Unkrautbekämpfung abgeflammt werden.
Vorbeugend sollte ein Winterschnitt der Bäume erfolgen, der mit einer Kontrolle der Jungtiebe verbunden ist. Schnittgut muss entfernt und wenn möglich verbrannt werden.

Durch den Verlust der Blätter wird der Baum geschwächt. Der Ertrag des Befalssjahres und manchmal auch der des Folgejahres ist verringert.

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Zweiflügler (Ordnung Diptera)

Die Zweiflügler werden in die Unterordnung Nematocera (Mücken) und Brachycera (Fliegen) unterteilt. In beiden Gruppen gibt es Pflanzenschädlinge.

Mücken:

Familie Tipulidae (Schnaken)

Sehr langbeinige große, langsam fliegende Mücken. Die Tiere stechen nicht. Sie nehmen lediglich leicht zugängliche Flüssigkeiten wie Nektar auf. Bei den Weibchen endet der Körper spitz, bei den Männchen ist er stumpf. Die Eier werden im Boden abgelegt. Die Larven sind grau-braun. Am Hinterende ist eine typische Stigmenplatte mit mehreren Auswüchsen (Analpapillen). Sie leben im Boden, in morschem Holz, Laubschichten oder Schlamm. Vielfach fressen sie unterirdisch Wurzeln. Einige können nachts an bodennahen Blättern fressen. Es gibt in Mitteleuropa ca. 300 Arten.

Von wirtschaftlicher Bedeutung ist die Kohlschnake (T. oleracea). Die Larven fressen an Kartoffeln und Rüben und schädigen die Wurzeln von Zierpflanzen. Sie sind aber auch Schädlinge in rasenanlagen (Golfplätze). Auch Tipula paludosa frisst Gras. Vögel, Maulwürfe und andere Räuber können auf der Jagd nach den Larven schwere Schäden an der Grasnarbe verursachen.
 
 
Schnaken
Tipula spec.

Larve einer Schnake

Die Larven leben in Gängen dicht unter der Erdoberfläche. nachts kommen sie nach oben und fressen Grashalme. Um ihre Gänge herum entstehen so kahle Stellen.
Bei Tipula paludosa entwicklet sich nur eine Generation pro Jahr. Die Adulten findet man von September bis Anfang Oktober. Die Larven überwintern.
T. oleracea hat zwei Generationen pro Jahr. Die Erste fliegt im Mai, die Zweite im August und September.





 

Familie Sciaridae (Trauermücken)
Als Trauer- oder Pilzmücken werden verschiedene Arten aus der Gattung Bradysia bezeichnet. Die Tiere sind bis etwa 6 mm groß und meist schwarz ("Trauer"-mücke). Die Weibchen legen 100 oder mehr Eier in der Nähe der Pflanze im Substrat ab. Die Larven sind transparent mit einer schwarzen Kopfkapsel. Sie fressen junge Wurzeln und manchmal auch Stängel. Oft treten zusätzlich Pilzinfektionen an den befallenen Pflanzen auf ("Pilz"-mücke).
Zur Befallskontrolle werden gelbe oder blaue Leimtafeln über den Pflanzen aufgehängt. Starker Befall ist leicht festzustellen, da die Mücken beim Streichen durch den Bestand auffliegen. Sie sind keine besonders ausdauernden und guten Flieger und "fallen" recht schnell wieder zurück zwischen die Pflanzen.
 

Bradysia sp.
Trauermücken
Trauermückenlarve

Trauermückenlarve mit typischer, 
schwarzer Kopfkapsel und Kot

Trauermückenlarven verursachen ohne eine geeignete Bekämpfung große Schäden in Jungpflanzenbeständen von z. B. Alternanthera reineckii, Ceratopteris thalictroides, Glossostigma elatinoides, Micranthemum umbrosum und Hemianthus callitrichoides. Die Wurzeln werden angefressen und die Pflanzen sterben ab. Oft kommen noch Pilzinfektionen dazu, die durch die Frassstellen leicht in die Pflanzen eindringen können.

Fliegen (Unterordnung Brachycera)

Familie Syrphidae (Schwebfliegen)
 

Familie Tephritidae (Bohrfliegen)

Familie Psilidae (Nacktfliegen)
 

Familie Ephrididae (Salzfliegen)
 

Familie Drosophilidae (Essigfliegen)
 
 

Scaptomyza flava (Fallén 1823)
Syn. S. apicalis Hardy
Kruziferenminierfliege

Minen

Blattminen in Kapuzinerkresse

Die Kruziferenminierfliege ist eine weit verbreitete Fliegenart, deren Larven in den Blättern von Kreuzblütlern frisst. Die Fliegen sind etwa 2,5 mm lang, gelb mit grauer Zeichnung und roten Augen. Sie fliegen von April bis September. Jedes Weibchen kann während ihres Lebens bis zu 400 Eier ablegen. 
Die Gelege sind auf der Blattunterseit in der Nähe von Blattadern. Die Minen können lokal begrenzt sein oder aus verzweigten Gangsystemen bestehen. Gänge verlaufen oft entlang der Blattnerven. Die betroffenen Blätter können absterben. Das Wachstum der gesamten Pflanzen wird aber meist nicht beeinträchtigt. Die Entwicklung vom Ei bis zum Adulten dauert etwa 14 Tage. 
Die ausgewachsneen Larven sind 3-4 mm lang, weiß und transparent. Sie haben 4 Papillen am hinteren Ende. Die Verpuppung erfolgt am Boden. Das Pupparium ist 3,0 bis 3,5 mm lang und rotbraun. Die Puppen können unter trockenen Bedingungen im Boden oder in Pflanzenresten bis zu 300 Tage überdauern. 

Das Wirtspektrum ist sehr groß. Es werden viele Brassicaceen befallen. Dazu gehören neben Kohl und Senf (Brassica) auch Radieschen. Raps und Wildkräuter wie das Hirtentäschel (Capsella bursa pastoris). Aber auch Klee und Erbsen sind Wirtspflanzen. 
Ein Massenvorkommen kann die Blätter der Pflanzen zerstören und zum Absterben bringen. gerade bei Kohlgewächsen, bei denen die Blätter geerntet werden sollen ist das ein Problem. Besonder stark betroffen ist offenbar Chinakohl.

Vliese schützen die Pflanzen vor den Fliegen. Die Weibchen können ihre Eier nicht an den Pflanzen ablegen, wenn diese dicht abgedeckt sind.


Ordnung Hymenoptera - Hautflügler


Unterordnung Apocrita - Leg- und Stechwespen

Zu dieser Unterordnung gehören die Gallwespen (Cynipidae). Es handelt sich um kleine schwarze oder barune Wespen mit 1 bis 5 mm Körperlänge. Sie haben einen einziehbaren Legebohrer. Damit platzieren sie ihre Eiern an bestimmten Stellen in Pflanzengewebe. Viele Arten verursachen Gallen durch Störungen des Hormonhaushaltes. Andere Arten legen ihre Eier in die von anderen Insekten verursachte Gallen ab. Die meisten Arten sind auf bestimmte Pflanzen und an denen auf bestimmte Teile spezialisiert.
 
 

Art Lebensweise und Wirte
Diplolepis rosae (Linné)
Rosengallwespe

Rosengallen
Rosengallen

Gallen an Wildrose

Die Rosengallwespe kommt in fast ganz Europa und in Nordamerika vor. Sie lebt überwiegend an Wildrosen. Die weiblcihe Wespe ist 3,5 bis 4,5 mm lang. Kopf und Vorderkörper sind schwarz. Der Hinterleib ist orange-braun mit einem schwarzen Ende. Die Tier haben einen Stachel. Die Beine sind zum Teil rötlich braun. Die Vorderflügel ahben einen diúnklen Fleck nahe der Spitze. Larve und Puppe sind weiß. Sie sind etwa 5mm groß.
Ab Mai fliegen die Weibchen und legen bis zu 60 Eier zusammen in eine geschlossene Knospe. Diese schwillt zu einer großen Galle an. Darin leben die Larven in einzelnen Kammern. Sie verpuppen sich darin im Frühjahr und schlüpfen dann im Mai. Die Gallen verändern ihre Farbe von grün zu gelb, rosa, rot und braun.
Die Fortpflanzung ist überwiegend parthenogenetisch. Männchen sind selten.

Die Gallen beeinträchtigen die Rose kaum. Da sie aber auch nach dem Schlupf der Wespen noch lange erhalten bleiben sieht der Strauch nicht schön aus.


Milben

Milben gehören zu den Spinnentieren. Sie bilden die Unterklasse Acari.

Überfamilie Eriophyoidea (Gallmilben)
Gallmilben sind winzige Pflanzenparasiten die zwischen 0,08 und 0,27 mm lang werden. Sie haben nur 2 Beinpaare. Ihr Körper ist wurmförmig oder spindelförmig und geringelt. Oft sind 97% der Tiere einer Population weiblich. Oft sind die Arten auf einen bestimmten Wirt oder zumindest auf eine Pflanzengattung angewiesen.

Familie Eriophydae
Die Tiere saugen Pflanzenzellen aus. Durch Enzyme verflüssigen sie den Zellinhalt und verdauen ihn vor. Das verursacht bei den Pflanzen heftige Reaktionen die zu Gallenbildung führt. Es gibt weltweit etwa 430 Arten. Die meisten werden der Gattung Eriophyes zugeordnet. In Mitteleuropa gibt es etwa 250 Arten.
Die Artzuordnung ist schwer, weil die Tiere an verschiedenen Pflanzen unterschiedliche Gallen verursachen können. Manchmal leben in den Gallen auch Tiere, die diese nicht selbst erzeugt haben. Außerdem unterscheiden sich bei manchen Arten die Sommer- und die Winterform der weiblichen Tiere.

Die Gallen können als Haarfilzrasen oder Filzgalle (Erineum) auftreten oder als massive Blattgallen.
 
Lindengallmilbe
Eryophyes tiliae
Gallen an Linde
Die Milbe lebt in länglichen, hornförmigen Gallen auf der Blattoberseite von Sommerlinden (Tilia platyphyllos). Die Gallen sind bis 1,5 cm lang und können grün, rötlich oder braun sein. Die Milben sind wurmförmig.
An der Wiunterlinde tritt Eriophyes tiliae lateannulatus auf. Die Gallen auf den Blättern sind hier kürzer, eher rundlich bis kegelförmig. manchmal wird diese Milbe auch als eigene Art eingestuft.
Die Blätter werden durch die Gebilde zwar verunstaltet, die Pflanzen scheinen dadurch aber nicht beeinträchtigt zu sein.


 
Tarsonemidae sp.
Weichhautmilben

Saugschäden durch Milben

Die Einstiche von Weichhautmilben
an Lilaeopsis brasiliensis
Weichhautmilben sind kleine elliptische, hellbraune bis weißliche Milben, deren Mundwerkzeuge deutlich sichtbar vom Rest des Körpers abgesetzt sind. Alle Arten zeigen Sexualdimorphismus. Ein Geschlechtsunterschied kann das Vorhandensein von hakenförmigen Klauen beim Männchen sein. Milben sind Spinnentiere und haben 8 Beine.
Tetranychus urticae
Gemeine Spinnmilbe
Rote Spinne

Spinnmilben

Spinnmilben an Hydrocotyle verticiliata

Rote Spinne

 Rote Spinne

Die Gemeine Spinnmilbe und die Rote Spinne gehören zur Familie der Tetranychidae. Die Arten in diser Familie spinnen alle Seidenfäden mit Drüsen an der Vorderseite des Körpers. Alle Arten saugen in allen Entwicklundstadien an Pflanzen.
Diese Art ist sehr häufig, weit verbreitet und befällt sehr viele verschiedene Pflanzen. Die Tiere sind nur etwa 0,5 bis 0,6 mm groß und fallen darum nicht direkt auf. Sichtbar ist das Schadbild aus aus winzigen weißen Punkten, die durch die Saugtätigkeit an einzelnen Zellen entstehen. Die betroffenen Regionen trocknen aus und werden braun. Auffällig sind auch feine Gespinste, die die befallenen Pflanzenteile einhüllen. 
Die Rote Spinne ist eine kleine rotbraune Milbe, die sich ebenfalls mit Gespinsten ein eigenes Mikroklima schafft.


Rote Spinne

Rote Spinne an Limnophila sessiliflora


 

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Fadenwürmer

Nematoden sind bodenlebende Würmer, die sich zum großen Teil von Pflanzen ernähren. Sie sind sehr gefürchtete Schädlinge im Obst- und Gemüsebau, auch Rosen und andere Zierpflanzen werden befallen. Einige Nematoden fressen aber auch Bodenpilze oder ernähren sich von Schnecken (Phasmarhabditis hermaphrodita).
Es gibt verschiedene Gattungen von Nematoden, die sich in ihren Lebensweisen unterscheiden. Allen gemein ist, dass sie an geeigneten Wirtspflanzen fressen und Deformationen hervorrufen. Sie vermehren sich sehr schnell und können mehrere Jahre lang im Boden oder in Pflanzenteilen überdauern. Ihre Bekämpfung ist problematisch. Nematoden leben in jedem Boden und sind Bestandteil der Stoffkreisläufe. Viele sind Destruenten oder ernähren sich von Pilzen oder Bakterien. Um pflanzenparasitäre Arten zu finden und zu identifizieren müssen Bodenprpoben analysiert werden. In der Regel wird das Auftreten von vielen Pflanzenschädlingen erst an den Symptomen an der Pflanze erkannt. Diese sind dann aber bereits nicht mehr zu retten. Die einzige Möglichkeit die übermäßige Vermehrung der Schädlinge zu vermeiden besteht darin, geeignet Wirtspflanzen nur in weiten Abständen (etwa alle 3 bis 4 Jahre) auf die gleiche Fläche zu pflanzen. Dazu ist allerdings eine sorgfälltige Kulturplanung erforderlich.
 

Informationen über Nemotoden findet man zum Beispiel in dieser Broschüre und aus dieser Tabelle mit Wirtspflanzen für einige Nematodenarten.

Zur biologischen Nematodenbekämpfung kann man Studentenblume (Tagetes) als Gründüngungspflanze  verwenden. Das funktioniert auf zwei Weisen. Nematoden, die Tagetes als Wirtspflanze (Pratylenchus) nutzen werden durch giftige Substanzen (Terthiophene) in den Zellen der Epidermis (Außenhaut) abgetötet. Dadurch werden die Nematoden auf der Anbaufläche reduziert. Je länger die Tagetes auf der Anbaufläche stehen, desto effektiver wirken sie. Es können bis zu 90 % der Schädlinge abgetötet werden. Andere Nematodenarten nutzen Tagetes nicht als Wirtspflanze und können sich nicht vermehren, wenn keine anderen Wirtspflanzen zur Verfügung stehen. Da Nematoden nicht zwingend auf Kulturpflanzen angewiesen sind, sondern auch Wildkräuter wie Vogelmiere, Kamille und Ackerkratzdistel zur Vermehrung nutzen können, wirkt die Gründüngung mit Tagetes sich durch die Unterdrückung dieser Beikräuter positiv aus.
Tagetes wirken gegen Gallenbildende Nematoden (Meloidogyne), wandernde Wurzelnematoden (Pratylenchus, Paratylenchus) und Zystenbildende Nematoden (Heterodera, Globodera).
Durch die Nutzung einer Mischung aus T. patula und T. erecta (1:1) erreicht man in der Praxis die Beste Wirkung. T. erecta wächst als Jungpflanze schneller und unterdrückt so die Beikräuter effektiv. T. erecta hat dagegen eine bessere Wirkung gegen die Nematoden.

Für einen erfolgreichen Einsatz von Tagetes gegen Nematoden müssen einige Grundregel beachtet werden.
- Eine effektive Wirkung tritt nur eine, wenn die Pflanzen mindestens drei Monate auf der Fläche stehen.
- Tagetes ist Hauptkultur in der Zeit in der die Nematoden aktiv sind (Frühjahr bis Herbst)!
- Der Bestand muss lückenlos sein - also nicht in Reihen, sondern flächig säen.
- Tagetes ist nicht frosthart und kann erst ab Mai ausgesät werden.
- Wildkräuter müssen entfernt werden, damit sie nicht als Wirtspflanzen genutzt werden können.
 
 
 
Nematode Wirtspflanze
Aphelenchoides fragariae Das Erdbeerblattälchen befällt neben Erdbeeren auch Zier- und Wasserpflanzen.
Meloidogyne sp.
Wurzelgallnematoden

Wurzelgallen

Wurzelgallen an Echinodorus

Wurzelgallnematoden befallen die Wurzeln und verursachen durch Störungen des Hormonhaushaltes Wucherungen im Gewebe. Die so entstehenden Gallen sind zwischen 1 mm und 2 cm groß. Die Nematoden können durch ihre Saugtätigkeit Eintrittspforten für Pilze und Viren schaffen.
Durch die Wucherungen werden die normalen Stoffwechselfunktionen der Wurzeln gestört. Dadurch kommt es zu Kümmerwuchs und Nährstoffmangelsymptomen bei den Pflanzen. 

Die Weibchen leben endoparasitisch in selbst erzeugten Gallen und bleiben darin. Die Neuinfektionen erfolgen über das zweite Larvenstadium. Die Larven dringen in die Wirtspflanze ein und induzieren die Bildung von Gallen, die ihnen als Nährgewebe dienen. Die Larven häuten sich dreimal bis sie zu kugeligen, etwa 1 mm großen Weibchen angeschwollen sind. Jedes Weibchen kann bis zu 500 Eier ablegen. Die Entwicklungsdauer / Generationsfolge beträgt 8 - 10 Wochen. Dadurch sind bis zu drei Generationen jährlich möglich. Die Eier und Larven können bis zu Jahre in Pflanzenresten oder im Boden überdauern.

Meloidogyne-Arten leben bevorzugt auf leichten Böden. Sie verursachen Missbildungen an Wurzelgemüse (Beinigkeit). Da die Nährstoffversorgung gestört ist kommt es zu Vergilbungen der Blätter. An den Wurzeln sind Gallen sichtbar. 

Es sind über 550 Wirtspflanzen von Meloidogyne-Arten bekannt. Darunter sind Kulturpflanzen wie Salat, Chicoree, Erbsen, Schwarzwurzeln, Möhren, Kartoffeln und Zwiebeln, aber auch Wildkräuter wie Vogelmiere, Kamille, Schafgarbe, Melde und Ackerkratzdistel.

Um Schäden durch Nematoden zu vermeiden ist es wichtig in der Kulturfolge darauf zu achten, dass zwischenzeitlich über einen Zeitraum von 2 bis 3 Jahren keine Wirtspflanzen auf den Flächen stehen. Auch Wildkräuter, die als Wirte dienen könnten, dürfen in der Zeit nicht auf der Fläche sein. Spargel, Gräser und Tagetes sind keine Wirtspflanzen für diese Nematoden Gattung. 
 

 

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Schnecken

Schnecken sind vor allem auf feuchten Böden ein Problem. Auf trockenen Sandböden oder mit Rinde gemuclchten Flächen fühlen sich die Tiere nicht wohl. Schnecken sind Allesfresser und Destruenten. Sie sind in der Natur wichtige Glieder in der Abbaukette von abgestorbenen organischen Materialien (Laub, Aas, Kot). Auf Kulturflächen finden Schnecken reichlich leicht verwertbare Kost vor. Besonders Salate und Zierpflanzen wie Tagetes sind beliebte Nahrungspflanzen. Es werden aber auch die Früchte von Erdbeere angefressen. Bei reichlich Nahrungsangebot, unter günstigem Kleinklima und bei ausreichend Wärme vermehren sich Schnecken sehr schnell. Ideale Bedingungen finden sie darum in einem sonnigen bis halbschattigen, gut gegossenen Gemüsebeet mit lockerem Boden.
Oft wird zur Bekämpfung Schneckenkorn eingesetzt. Das wirkt in dem der Giftstoff von den Schnecken zusammen mit dem Schneckenkorn aufgenommen wird. Oft werden von dem Schneckenkorn besonders Gehäuseschnecken (Hainbänderschnecke, Weinbergschnecke, Glanzschnecken) angezogen, die kaum Schäden an Kultupflanzen verursachen. Die weit mehr schädigenden Nacktschnecken (Arion sp. Deroceras und andere) fressen meist wenig Schneckenkorn. Auch Bierfallen sind meist uneffektiv. Oft fallen vor allem Insekten in die Behälter und ertrinken. Schnecken genehmigen sich einen Schluck und gehen eventuell etwas angesäuselt heim. Durch eigene Versuche mit beiden Methoden haben wir festgestellt, dass sie gegen Nacktschnecken (im Gewächshaus) nicht effektiv wirken.

Wirksam ist das tägliche absammeln der Tiere in den Abendstunden oder am frühen Morgen im Frühjahr und Sommer. Je mehr Tiere man beseitigt, desto weniger neue Eier werden abgelegt und der Befallsdruck nimmt ab. Eine weitere effektive Bekämpfungsmethode ist der Einsatz von Schneckennematoden (Phasmarhabditis hermaphrodita). Der Nematode infiziert die Schnecke mit einem Bakterium (Moraxella osloensis), das die Schnecke mit einem Toxin vergiftet. Der Nematode lebt dann von den Überresten der Schnecke und vermehrt sich in ihr. Bereits nach wenigen Tagen stellt die Schnecke die Nahrungsaufnahme ein und stirbt kurz darauf.
Auf kleineren Flächen kann man Nacktschnecken effektiv durch das Besprühen der Pflanzen mit Kaffee in Trinkkonzentration vertreiben. Die Pflanzen mit Kaffeebelag werden nicht angefressen. Spült der Regen den Kaffee herunter oder es treiben neue Blätter aus sind die jedoch nicht mehr geschützt. Das Verfahren hat einen effektiven Schutz von Echinodorus-Sorten (´Rosé´, ´Oriental´ und anderen) gegen Arion rufus und Deroceras reticulum gebracht. Im Hausgarten lassen sich auf diese Weise Kübelpflanzen schützen. Ein Nachteil sind die Kaffeeflecken auf den Blättern, die sichtbar sein können.
 
 
 

Frassschaden
Echinodoren werden von Schnecken angefressen.
Frassschaden
Besonders die jungen Herzblätter weisen Frassspuren auf. 
Wenn sie vollständig entfaltet sind, zeigen sich oft merkwürdige Scherenschnittmuster.

 
Schneckenart Lebensweise und Schadbild
Rote Wegschnecke
Arion rufus

frische Gelege

Frisches Gelege einer Roten Wegschnecke

Genetzte Ackerschnecke
Deroceras reticulatum

Ackernetzschnecke

Diese Nacktschnecke wird 4 bis 6 cm lang. Die Tiere sind hellbraun oder cremefarben mit dunklerer, grauer Zeichnung. 
Die Tiere sind Zwitter. Die Eier werden im Boden in Gelege mit bis zu 50 Eiern abgelegt. Die Eier können überwintern und überdauern auch starken Frost. Sie sind etwa 1,7 bis 2 mm umd Durchmesser und rund. Die Embryonalentwicklung ist temperaturabhängig und dauert 18 bis 35 Tage. 
Die Jungschnecken aus überwinternde Eier schlüpfen im April bis Mai. Sie sind etwa 5 mm lang. Innerhalb von 2 bis 3 Monaten werden sie geschlechtsreif. 
Die Adulten sterben bei starkem Frost, können aber milde Winter überleben. 

In weiten Teilen Mittel- und Westeuropas ist sie eine sehr häufige Art. Man findet sie nur auf Kultuland. Die Art ist inszwischen nahezu weit verschleppt worden.

Die Schnecke frisst lebende Pflanzen, verrottendes Pflanzenmaterial und Aas. Sie ist ein Schädling, der im Gemüsebau im freiland und unter Glas beträchtliche Schäden anrichten kann. 

Die Schnecken lassen sich mit dem Schnecken parasitierenden Nematoden Phasmarhabditis hermaphrodita gut bekämpfen. Der Nematode infiziert die Schnecke mit einem Bakterium (Moraxella osloensis), das die Schnecke mit einem Toxin vergiftet. 


 

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Pilze

Pilzerkrankungen an Zier- und Nutzpflanzen stellen Hobbygärtner oft vor große Probleme, weil die Bekämpfung mit Hausmittel kaum möglich ist. Zur Effektiven Bekämpfung müssen chemische Präparate verwendet werden. Eine gute Kulturführung mit Vermeidung von Stau- und Blattnässe und der gezielte Einsatz von Dünge- und Pflanzenstärkungsmitteln hilft Pilzinfektionen weitesgehend zu vermeiden.

Der Zweiundzwanzigpunkt-Marienkäfer (Psyllobora vigintiduopunctata) frisst ausschließlich Mehltaupilze. Bevorzugt nimmt er den Eichenmehltau (Microsphaera alphitoides), frisst aber auch Mehltauarten aus den Gattungen Erysiphe, Oidium und Podosphaera.

 

Echter Mehltau

Die Echten Mehltaupilze (Erysiphales) gehören zu den Schlauchpilzen. Sie leben auf der Oberfläche der Blätter und nehmen mit  Haustorien (fingerförmigen Ausstülpungen) aus der äußeren Zellschicht der Wirtspflanze Nährstoffe und Wasser auf. Sie verbreiten sich über Konidien, die in Ketten abgeschnürt werden. Die Konidien werden mit dem Wind verbreitet. Ein Wechsel zwischen feuchter und trockener Witterung kommt der Verbreitung der Pilze entgegen. Eine Keimung ist aber auch bei relativ trockener Wittung ab etwa 70 % Luftfeuchte möglich. Es gibt etwa 100 Arten, die auf ungefähr 7000 Wirtspflanzen parasitieren.
Unterschieden werden die Gattungen durch die Form ihrer Cleistothecien. Diese Sporenbehälter werden nach der sexuellen Fortpflanzung gebildet. Sie sind kugelförmig und haben mycelartige Auswüchse (Appendices). Sie enthalten einen Ascus oder mehrere Asci. Die darin enthaltenen Ascosporen sind einzellig.


Echte Mehltaupilze

Erysiphe cichoracearum
Echter Mehltau an Kürbis, Zucchini und Gurke

Echter Mehltau an Zucchini
Mehltau auf einem Zucchiniblatt
Dieser Mehltaupilz ist auf Kürbis, Zucchini und Gurke zu finden. Außerdem befällt er Schwarzwurzeln. Der Echte Mehltau an Dahlien, Phlox und Löwenmäulchen wird ebenfalls zu dieser Sammelart gezählt. Insgesamt sind über 200 Pflanzenarten betroffen.

Blattunterseite Echter Fehltau an Dahlie

rechts Befall an Zucchini, links Befall an Dahlie

Im Sommer zeigt sich ein mehliger Belag aus mycelartigen Konidien auf der Blattober- und Unterseite. Im Herbst bilden sich dunkelbraune bis schwarze Cleistothecien.
Die Infektion wird durch zu lange Blattnässe (dichter Stand), wechselnde Temperaturen und einseitige, stickstoffbetonte Düngung gefördert.
Der Einsatz von chemischen präperaten ist möglich. Vorbeugende Spritzungen mit Mischungen aus Milch und Wasser sollen helfen.

Erysiphe graminis
Echter Mehltau an Getreide


Geteidemehltau
Zur Gattung Erysiphe gehören etwa 20 Pilzarten weltweit. Einige haben ein sehr weites Wirtsspektrum und andere sind hoch spezialisiert. Erysiphe graminis besiedelt mehr als 600 verschiedene Wirtspflanzen. Es haben sich aber Rassen gebildet, die stark auf eine Getreideart spezialisiert sind und andere nicht befallen können. So befällt die "forma speciale (f. sp.) tritici" nur Weizen und "f. sp. hordei" nur Gerste.
Charakteristisch ist das Pilzmycel auf der Blattoberseite. Bei sehr starkem Befall ist auch die Blattunterseite betroffen. Dazwischen sind Fruchtkörper die Cleistothecien. Sie sind erst als hell- bis mittelbraun Flecken zu sehen. Später werden sie dunkler. Sie enthalten meherere Asci mit je 2 bis 8 Ascosporen. Die Appendices sind meist unverzweigt und mycelartig. Sie setzen meist an der basis des Fruchtkörpers an.

Erysiphe pisi
Erbsen-Mehltau

Echter Mehltau an Erbse
Eichenmehltau
Microsphaera quercina
Syn. M. alphitoides

Eichenmehltau
Ein Schlauchpilz aus der Ordnung der Erysiphales. Die Cleistothecien enthalten mehrere Asci mit 2 bis 8 Ascosporen. Die Appendices setzen in einer Aquatorialebene am kugeligen Fruchtkörper an. Sie stehen ab wie Speichen von einer Radnarbe. Am Ende sind sie einmal oder mehrfach verzweigt.

Der Pilz bildet sowohl auf der Ober- als auch auf der Unterseite Mehltaupusteln. Besonders häufig sieht man ihn auf der Oberseite von jungen Blättern. Der befall führt zu Verkrüppelungen und Hemmung des Wachstums.
Oidium lycopersici
Tomaten-Mehltau


Podosphaera leucotricha
Echter Mehltau an Apfel

 Mehltau an Apfelblättern

Apfelmehltau an jungen Blättern

 Berostung am Apfel

Netzartige Berostung


Der Apfelmehltau ist eine sehr häufige Pilzkrankheit beim Apfel. Bereits im Winter fallen befallene Knospen auf. Sie sind kleiner und wirken matt und runzelig. Sie sind im Frühjahr im Austrieb gehemmt. Im Frühjahr bildet sich auf den Trieben schnell ein mehliger Belag. Die befallenen Blätter sind vom Trieb abgespreizt. Zum Teil verfärben sich die Blätter rötlich. Sie vertrocknen allmählich vom Rand her. Die Triebe verkahlen von unten nach oben, bis nur an den Spitzen noch Blattbüschel stehen. Befallene Blüten entwickeln sich nicht richtig. Der Fruchtansatz ist darum bei befallenen Bäumen geringer. Bei empfindlichen Sorten können auch die Früchte befallen werden. Sie sind dann netzartig berostet. 
Anders als der Schorf benötigt der Mehltau für seine Verbreitung keine Feuchteperioden mit Wasserfilm auf den Blättern. 
Die vom Wind oder durch Regentropfen verbreiteten Sporen keimen bei einer relativ hohen Luftfeuchte und Temperaturen zwischen 20 und 24°C auf den Blättern und durchdringen die Epidermis. Blätter die älter als 14 Tage sind wiederstandsfähiger und die Pilzemycelien können sich nicht mehr in dem Gewebe festsetzen. Daher liegt die größte Infektionsgefahr im Zeitraum von Mai bis Juli, wenn laufend neue Blätter gebildet werden. Die Knospne mit den Blattanlagen für das nächste Jahr werden bereits im Sommer infiziert. Die Knospen sterben bei Wintertemperaturen unter -20 °C ab. Sehr kalte Winter reduzieren also den Mehltaubefall im Folgejahr.
Stark anfällige Sorten sollten nicht gepflanzt werden. Dazu zählen: ’Weißer Klarapfel’, ’Cox Orange’, ’Jonathan’, ’Jonagold’, ’Idared’, ’Boskoop’, ’Gala’ und ’Goldparmäne’. Als weniger anfällig gelten ’Retina’, ’Reglindis’, ’Rewena’, ’Florina’ und ’Pilot’. Bei starkem Befallsdruck findet man aber auch Mehltau auf diesen Sorten. 
Eine ausgewogene Düngung macht die Pflanzen widerstandsfähiger gegen Pilze. 
Beim Winterschnitt werden alle befallenen Triebspitzen herausgeschnitten und vernichtet.

Sphaerotheca fuliginea
Echter Mehltau an Gurke
 Echter Mehltau an Gurke

Gurkenblatt mit Belag von
Echtem Mehltau und Blattflecken
durch Falschen Mehltau
An Gurken kommen zwei Arten von Echtem Mehltau vor. Sphaerotheca fuliginea und Erysiphe cichoracearum. In der Gewächshauskultur tritt vor allem Sphaerotheca fuliginea auf. Der Pilz vermehrt sich bei hoher Luftfeuchtigkeit schneller als Erysiphe cichoracearum und verdrängt ihn.

Es gibt restistente und tolerante Gurkensorten, die von Echtem Mehltau nicht oder nur wenig befallen werden.
Sphaerotheca mors-uvae
Stachelbeermehltau

Stachelbeermehltau
Der Echte Mehltau an Stachel- und Johannisbeere verursacht Verkrüppelungen an den Blättern und Triebspitzen. Er wächst auch auf den Früchten der Stachelbeeren und überzieht sie mit einem weißen, später braunen Mycel.
Da der Pilz an den Trieben überwintert ist ein fachkundiger Rückschnitt eine wirkengsvolle Vorbeugung. Im Frühjahr kommt es durch Ascosporen und Konidien zu Neuinfektionen.
Der Pilz ist weit verbreitet. Die Fruchtqualität wird beeinträchtigt.

Sphaerotheca pannosa var. rosae
Echter Mehltau an Rose
Bei Sphaerotheca haben die Cleistothecien jeweils nur einen Ascus mit 8 Ascosporen. Appendices sind nur schwach ausgebildet und unverzweigt. S. pannosa var. rosae befällt nur Rosen.
Etwa ab Mai/Juni bildet sich ein weißer, mehliger Pilzbelag auf Blattober- und -unterseite. Die Blätter laufen rötlich an und verkrüppeln. Außerdem bildet sich an den jungen Trieben ein dichter, filziger Pilzrasen. Die Folge sind Wuchshemmungen, Deformationen, Blattfall und mangelnde Holzreife. 
Das Wachstum des Mehltaupilzes wird begünstigt durch feuchte Witterung bei Temperaturen über 20 °C und durch stärkere Temperaturschwankungen. 
Wie bei anderen Pilzinfektionen an Rosen dient auch hier ein gut belüftetet schnell abtrocknender Standort zur Vorbeugung.


Falscher Mehltau

Falsche Mehltaupilze

Peronospora sparsa
Falscher Mehltau an Rose
Beim Falschen Rosen-Mehltau bildet sich ein grau-weißer Belag vor allem auf der Unterseite der Blätter. Später entstehen gelb-braune bis violette Flecken auf der Blattoberseite. Die Blätter welken und fallen ab. Bei ständigen Neuinfektionen in den Folgejahren wird der Austrieb immer schwächer.
Für den Pilz ist eine länger anhaltend feuchtwarme Witterung und starke Temperaturschwankungen von Vorteil. Standorte an Hauswänden, die sich stark aufheizen, aber schlecht vom Wind erreicht werden, sollten darum nicht mit Rosen bepflanzt werden. Vielmehr sollte man einen luftigen Standort mit durchlässigem, lockerem Boden auswählen. 
Befallene Pflanzenteile werden durch gezielten Schnitt entfernt. Ein lockerer Pflanzenaufbau ermöglicht ein schnelles Abtrocknen der Blätter. 
Einseitige Stickstoffdüngung macht die Pflanzen anfälliger. Falllaub ist eine potentielle Infektionsquelle und muss entfernt werden.
Pseudoperonospora cubensis
Falscher Mehltau an Gurke und Kürbis
 Symptome am Blatt

typische Symptome von

Falschem Mehltau an Gurke
  
Dieser Pilz befällt Gurken, Zucchini und Kürbisse.
Anders als beim Echten Mehltau, bildet der Falsche Mehltau keine weißen Beläge auf den Blättern. Der Pilz dringt bei feuchter Witterung durch die Spaltöffnungen in die Blätter ein. Dann entstehen gelbe Flecken auf der Blattoberseite, die später braun werden. Sie sind durch die Blattadern begrenzt und darum eckig. Der Sporenrasen bildet sich auf der Blattunterseite. Er ist bräunlicher bis violett.
Es gibt Fungizide, die gegen den Falschen Gurkenmehltau wirksam sind. Eine Bekämpfung ist nur im Frühstadium sinnvoll. Sind bereits viele Blätter befallen, kommt es meist zum Totalverlust der Pflanzen.
Ein Wasserfilm auf den Blättern fördert die Ausbreitung des Pilzes. Regen, Taubildung oder zu hohe Luftfeuchtigkeit im Gewächhaus müssen darum vermieden werden.

 
Blattflecken

Für den Falschen Mehltau sind die eckigen Blattflecken typisch.


Rostpilze


Rostpilz Wirtspflanzen und Merkmale
Gymnosporangium fuscum
Syn. G. sabinae
Birnengitterrost
"Kronenrost"
 

Birnengitterost

Aecidiensporenlager

Unterschiedlich alte 
Aecidiensporenlager im Herbst.

Der Birnengitterost ist ein wirtswechselnder Rostpilz. Im Frühjahr und Sommer findet man ihn Birne und im Herbst und Winter an Wacholder. 
Der Pilz verursacht Verdickungen an den Ästen von verschiedenen Wacholderarten (Juniperus, sabinae, J. chiniensis, J. virginiana, aber nicht am einheimische J. communis). Im Frühjahr (April/Mai) quellen aus reifen Fruchtkörpern an diesen Verdickungen Teleutosporen. Sie werden durch Wind und Regen verbreitet und infizieren die Birne. Bei ihr bilden sich auf den Blättern orangerote Flecken. Im Zentrum der Flecken bilden sich dunkle, klebrige Pusteln. Hier bilden sich Pyknosporen, die durch Insekten von einem Fleck zum anderen getragen werden. Dadurch kommt es zur "Befruchtung". Später wachsen an der Unterseite der Blätter braune, kronenförmige Gebilde ("Kronenrost"). Aus den Spitzen der Kronen kommen gelbe Sporen die mit dem Wind verbreitet werden und wiederum den Wacholder infizieren. 
Der Pilz lebt im Wacholder und überdauert dort. Zur Bildung diploider Sporen benötigt er aber die Birne als Zwischenwirt um wieder Wacholder infiizieren zu können. Während die Birne jedes Jahr neu infiziert wird, bleibt der Wacholder sine leben lang Wirt des Pilzes.

Sind etwa 25% der Birnenblätter befallen reduziert sich der Fruchtertrag. Wiederholter Befall in mehreren aufeinander folgenden Jahren kann den Baum bis zum Absterben schwächen.

Zur Vorbeugung sollten keine Wacholder in der Nähe von Birnen gepflanzt werden. Der Mindestabstand beträgt allerdings 1000 Meter. Für Hausgärten ist das schwer umzusetzen, da wenig Einfluss auf Wacholder im Nachbargarten und auf Friedhöfen genommen werden kann.

PyknosporenlagerAecidiosporenlager

Blattoberseite mit Pyknosporen und und Blattunterseite mit Aecidiosporenlagern
 

Symptome des Birnengitterosts

Befallene Birne

Puccinia malvacearum 
Malvenrost
Dieser Rostpilz befällt die Blätter von Malvengewächsen, vor allem findet man ihn auf Alcea rosea und A. sylvestris

Der Pilz hat einen verkürzten Entwicklungszyklus und wechselt den Wirt nicht. Die etwa 1 mm großen Teleutosporenlager befinden sich auf der Blattunterseite. Sie sind rund und wie kleine Kissen hochgewölbt. Die Teliosporen treten auf der Unterseite aus dem Blatt aus. Sie sind zunächst violett und werden später rotbraun oder braun. Auf der Oberseite sind weißliche, gelbe oder bräunliche Flecken zu sehen. Auch an den Blattstielen können Sporenlager sein.

Die Sporen können das ganze Jahr verbreitet werden. Sie sind aber nicht unbegrenzt frosthart. Der Pilz überwintert als Mycel im Blattgewebe.

Bei Trockenheit sind Malven besonders anfällig gegen Rostpilze. Daher ist es wichtig sie im ganzen jahr gut mit Wasser zu versorgen. Zeigen sich Symptome sollte man die die befallenen Blätter, aus denen Sporen verbreitet werden entfernen. Am besten entfernt man im Herbst die gesamte Pflanze um das Überwintern des Mycels zu vermeiden.

Phragmidium mucronatum
Rosenrost

Rosenrost
Rosenrost
Auf den Blättern bilden sich runde, braune Flecken. Sie sind zunächst hell braun und werden im Jahresverlauf immer dunkler. Im Sommer bilden sich orange Uredosporenlager. Die Uredosporen sind einzellig und haben 8 oder mehr Keimsporen. Sie sind ellipsoid und dicht mit Stacheln besetzt. Im Herbst bilden sich schwarze Teleutosporenlager auf der Blattunterseite. Auf der Oberseite sieht man gelbliche bis orange-rote Flecken. Die Teleutosporen sind mehrzellig und gestielt. Der Stiel ist an der Basis deutlich breiter. Die Sporen haben 6 bis 9 Zellen mit je 2 bis drei Keimsporen. Es gibt keine Einschnürungen. Die Wand ist dick und dunkel gefärbt. An der Spitze ist eine Papille.

TeuleutosporenlagerLeleutosporenlager vergrößertTeleutosporen

Teleutosporenlager auf der Unterseite von Rosenblättern und Teleutosporen.

Durch die Infektion wird die Pflanze geschwächt. Die Folge sind eine verringerte Frosthärte und weniger Blütenansatz. 
Der Rosenrost wechselt  im Jahresverlauf den Wirt nicht. Er ist nur auf Rosen zu finden. Er wird durch kühle, feuchte Witterung und ungünstige Standorte begünstigt. 
Mit Rost befallene Triebe sollte man ausschneiden. Befallene Pflanzenteile sind Überträger und müssen sorgfältig entfernt und entsorgt werden. Nicht in den hauseigenen Kompost! Der Pilz überwintern an Falllaub und anderen Pflanzenteilen. Im Frühjahr wird die Pflanze neu infiziert.
Puccinia thaliae
Canna-Rost
An den oberen Blättern bilden sich kleine, unscheinbare befallstellen auf der Blattunterseite oder an beiden Blattseiten. Auf der jeweils anderen seite bilden sich nekrotische Flecken. Die mittleren und unteren Blätter sind meist schlimmer befallen und sind mit gelben Uredosporenlagern übersät. Es kommt zu Chlorosen und Absterben der Blätter. Die Pflanzen kümmern. 

 

Sonstige Pilze



 
Pilz Wirtspflanze
Botrytis cinerea
Grauschimmel

Grauschimmel

Grauschimmel an Bacopa autralis

Mycel des Grauschimmels

Mycel von Grauschimmel 

Der Grauschimmel hat einen sehr großen Wirtskreis. In Gewächshäusern und im Freiland befällt er unter anderem Erdbeeren, Begonien, Alpenveilchen, Geranien, Gladiolen und Rosenblüten. An Blätter, Blüten und Früchten bilden sich braune Faulstellen, die mit  grauem Hyphengeflechten überzogen sind. Die Pilzmycelien dringen in das Gewebe ein und zerstören es. In den Konidienfäden entwickeln sich zahlreiche Sporen, die zu neuen Infektionen führen. 
Grauschimmel ist ein typischer Schwächepilz. Der Befall wird durch hohe Luftfeuchte und schlechtes Abtrocknen der Pflanzen begünstigt. Eine stark einseitige Stickstoffdüngung senkt die Widerstandkraft der Pflanzen. Kaliumbetonte Düngung wirkt der Infektion entgegen.

Botrytis an DahlieBotrytis an Dahlie

Botrytis an Dahlien: Verwelkte Blüten oder angebrochene Triebe werden schnell von Botrytis besiedelt.
Von dort breitet sich der Pilz über die Pflanze aus.

Botrytis tulipae
Tulpenfeuer
Grauschimmel an Tulpe

geschädigte Knospe

Wuchshemmung und Nekrosen an 
einer mit Botrytis tulipae
infizierten Tulpe im Frühjahr (April).

Tulpenfeuer

Nekrosen und Blattdeformationen.

Befall an der Blüte

Nekrosen an einer Tulpenblüte

Die Symptome der Pilzinfektion zeigen sich beim ersten Austrieb der Blätter im Frühjahr bis zum Einziehen der Blätter.
Die Blätter sind deformiert, gedreht und kraus. Es bilden sich braune Flecken auf den Blätter und Blüten. Über die abgestorbenen Stellen wächst ein weißer Belag, das Mycel. In dem Mycel sind einzelne Konienträger, die Sporen (Konidien) abschnüren. An der Zwiebel werden grau-blaue Sklerotien gebildet. Sie infizieren den Boden und andere Zwiebeln. Sie sind über mehrere Jahre im Boden infektiös. Aus dem weißen Pilzbelag werden Sporen über die Luft verbreitet.

.Befall an BlattrandKonidien unter dem Mikroskop

Links Pilzmycel auf einem Tulpenblatt. Rechts Konidienträger mit elliptischen Kondien unter dem Mikroskop.
 
 

Zwiebel mit befallMycel und Sklerotien

Links Nekrosen an befallener Zwiebel. Rechts Pilzmycel mit Sklerotien.

Eine chemische Bekämpfung ist nicht möglich. Befallenene Pflanzen müssen vollständig entffernt werden. Nach Möglichkeit sollten dabei keine Spoen auf den Boden fallen. Mindestens drei Jahre sollten an der Stelle keine Tulpen mehr gepflanzt werden, um den Entwicklungszyklus des Pilzes zu unterbrechen. Anderen falls können neue Zwiebeln von den Dauersporen infiziert werden. Durch tiefes Umgraben kann man versuchen die Sporen so tief in den Boden zu bringen, dass sie unterhalb der Pflanz- und Wurzeltiefe der Tulpenzwiebeln liegen. Bei der Lagerung von Tulpenzwiebeln kann das bepudern mit Schwefelpulver helfen.

 Befallenen BlüteDeformation

Links Pilzmycel an einer Tulpenknospe. Rechts völlig deformierte Blüte von "Hamilton".

Der Pilz befällt nur Tulpen und manchmal Lilien. Tulpen können nicht von Botrytis cinerea befallen werden, weil diese Pilzart eine Abwehrreaktion in den Zellen auslöst, die ihn vergiftet.
Auch Rhizoctonia solani kann die Zwiebel von Tulpen befallen. In der Regel treiben sie dann nicht aus. Wenn sie es doch noch tun, kann der Pilz ähnliche Symptome verursachen wie Botrytis tulipae. Allerdings bildet er kein weißes Pilzmycel. Bei Auftreten von Rhizoctonia solani, darf eine betroffene Stelle erst nach fünf Jahren wieder bepflanzt werden. Anderen Falls kommt es zu einer Neuinfektion durch die Dauersporen im Boden.

Sternrußtau
Diplocarpon rosae
Syn. Marssonina rosae
Sternraußtau an Rose
absterbendes Blatt
Charakteristisch sind die unregelmäßigen, violetten bis schwarzen, sternförmigen Flecken in den Blättern, die später in braune Nekrosen übergehen. Die Blätter werden gelb und fallen ab. Dadurch wird die Pflanze stark geschwächt. Durch den Mangel an Assimilaten stockt die Entwicklung der Pflanze und das Holz reift nicht gut aus. Frostschäden und gehemmter Austrieb im Folgejahr sind oft die Folge. 
Der Pilz benötigt für seine Entwicklung Feuchtigkeit. Feuchte Tage und kühle Nächte fördern seine Entwicklung. Undurchlässiger, feuchter Boden begünstigt seine Entwicklung. 

Rosen sollten auf humosem, lockeren und durchlässigen Böden stehen. Durch regelmäßigen Schnitt wird das Abtrocknen der Blätter beschleunigt und dem Pilz die Vermehrung erschwert. befallene Blätter müssen regelmäßig entfernt und vernichtet werden. Sie sind Träger von Sporen, die zu einer neuinfektion führen. 
Ein stark Stickstoff betonte Düngung erhöht die Anfälligkeit der Rosen.

Fusarium roseum ´culmorum´ Eichhornia crassipes, Hydrilla sp., Ceratophyllum demersum, Egeria densa, Vallisneria americana und Najas gudalupensis
Am stärksten wirkt ein bestimmter Stamm, der in den Niederlanden aus Hydrilla isoliert worden ist. An dieser Hydrilla war der Befall an Kopf- und Wurzelfäule zu erkennen. Isolate des selben Pilzes aus Ficus elastica (Gummibaum), Pistia stratiotes und aus der Wasserhyazinthe waren wirkungslos. Der Pilz verursacht eine Wurzelfäule. 
Nicht geschädigt wurden im Versuch Alternanthera philoxeroides, Nuphar luteum und Ruppia maritima.
Fusarium sporotrichoides Myriophyllum spicatum
Verursacher von Chlorosen und Stängelflecken
Fusarium sp. Pythium sp. oder 
Phythophtera sp.
Stängelgrundfäule
 

 

Für die Stängelgrundfäule kommen eine ganze Reihe von Pilzen in Frage, die in die Basis der Pflanzen eindringen und Fäulen verursachen. 
Die Fusarium-Arten werden teilweise in Formen unterteilt, die auf bestimmte Wirtspflanzen spezialisiert sind. Beispielsweise befällt Fusarium oxysporum f. sp. leucopersici nur Tomaten. Einige Fusarium-Arten produzieren Toxine, die zum Absterben der Wirtspflanzen führen.
Die Gattung Phytophtera umfasst etwa 40 Arten, die meist einen sehr großen Wirtskreis haben. Allein die Art P. cactorum gefällt Pflanzen aus mindestens 154 verschiedenen Gattungen. P. cinnamomi lebt als Parasit an etwa 900 verschiedenen Pflanzenarten. Es werden Stängelgrund- und Wurzelfäulen verursacht. 
Die Gattung Pythium umfasst etwa 60 Arten, die Wurzeln, Speicherorgane oder Stängel befallen. Dabei verursachen sie Umfallkrankheiten, Schwarzbeinigkeit und wässrige Fäulen. 
Die Pilze an Aquarienpflanzen in Gärtnereien werden in der Regel nicht genau identifiziert, weil das für eine Bekämpfung nicht notwendig ist. Daher lassen sich die Pilze auch nicht eindeutig zuordnen. Eine Mischinfektion ist möglich.
Ähnliche Schäden können durch den Befall mit Raupen auftreten, dann sind aber immer Kotkügelchen zu finden.
Nectria galligena
Obstbaumkrebs
Als Obstbaumkrebs werden durch Pilze verursachte Wucherungen an Stamm und Ästen bezeichnet. Durch Knospen uder Verletzungen (Schnitt, Hagel) dringt der Pilz in die Pflanze ein und verursacht eine wulstige Wucherung. Diese breitet sich in konzentrischen Kreisen immer weiter aus, bis sie den gesamten Ast oder Stamm umfast. Die Rinde platzt auf und fällt ab. Darunter wird das braun verfärbte Holz sichtbar. Da die Rinde die Funktion des Wasser- und Nährstofftransports übernimmt, wird der entsprechende Pflanzenteil auf diese Weise ausgehungert und stirbt ab. 
Vom Herbst bis zum Frühjahr können die Befallsherde rote Fruchtkörper  bilden. Von ihnen aus werden durch Regentropfen die Sporen auf Blätter und Rinde geschleudert und sorgen für neue Infektionen. Dazu sind allerdings lange Benetzungsdauern von etwa sechs Stunden notwendig.

Einige Apfelsorten gelten als besonders anfällig: z. B. ’Gloster’, ’Cox Orange R.’, ’Idared’, ’Berlepsch’, ’Weißer Klarapfel’.

Einzelne Befallsstellen gründlich ausschneiden, befallene Äste handbreit bis in das gesunde Holz zurücksetzen, Schnittwunden sorgfältig mit Wundpflegemittel verstreichen, Schnittgut verbrennen. Beim Pflegeschnitt auf saubere Schnittführung achten, damit keine neuen Eintrittspforten geschaffen werden. Nur gefährdete Bäume zum Blattfall ein- bis zweimal mit zugelassenen
Kontaktfungiziden vor Infektionen schützen, ebenso nach starkem Hagelschlag.

Rhizoctonia solani
Wurzeltöterkrankheit an Kartoffel
Weißhosigkeit
Rhizoctonia-Fußkrankheit
Umfallkrankheit an Sämlingen
Dieser Pilz ist weltweit verbreitet. Seinen Namen hat der Pilz von der Kartoffel (Solanum tuberosum). Er befällt aber auch andere Kulturpflanzen wie zum Beispiel Zuckerüben und Möhren, Salat, Zwiebeln, Spargel, Tomaten, Erdbeeren, Sonnenblumen, Mais und Weizen. Auch Wildpflanzen wie Löwenzahn, Ampfer, Sauerklee und Hirtentäschel werden befallen. Insgesamt wurden er an 230 Wirtspflanzen aus 66 Familien gefunden. 
Den wirtschaftlich größten Schaden verursacht der Pilz aber an Kartoffeln. Die Kartoffelknollen haben dunkelbraune Nekrosen. Der Austrieb ist verzögert und es werden insgesamt weniger Stängel gebildet. Durch hohe Luftfeuchtigkeit wird die Bildung eines Pilzmycels an der Stängelbasis gefördert. Von den grau-weißen Belägen kommt die Bezeichnung "Weißhosigkeit". 
Die Stängel faulen an der Basis weg und es treten braune Nekrosen auf. Die Blätter verfärben sich an den Spitzen gelblich und rollen sich ein. Manchmal bilden sich in den Achseln Luftknollen. Im Boden werden nur deformierte Knollen gebildet. Manchmal sind es wenige Große, manchmal sehr viele kleine.
Sphaerotheca pannosa var. rosae
Echter Mehltau an Rose
Mehltaupilze bilden Sippen, die sehr spezifisch an einzelne Pflanzen angepasst sind. S. pannosa var. rosae befällt nur Rosen.
Etwa ab Mai/Juni bildet sich ein weißer, mehliger Pilzbelag auf Blattober- und -unterseite. Die Blätter laufen rötlich an und verkrüppeln. Außerdem bildet sich an den jungen Trieben ein dichter, filziger Pilzrasen. Die Folge sind Wuchshemmungen, Deformationen, Blattfall und mangelnde Holzreife. 
Das Wachstum des Mehltaupilzes wird begünstigt durch feuchte Witterung bei Temperaturen über 20 °C und durch stärkere Temperaturschwankungen. 
Wie bei anderen Pilzinfektionen an Rosen hilft auch hier ein gut belüftetet schnell abtrocknender Standort. 
Venturia inaequalis
Apfelschorf

Blattsymptome von Apfelschorf

Schorf an einem Blatt

Schorf an Apfelfrucht

typischer Apfelschorf

An den Blättern zeigen sich zuerst stumpfe, aufgehellte Flecken, die später dunkel bis schwarz werden. Relativ schnell briten sich die Flecken über das ganze Blatt aus. Auf den Früchten bilden sich dunkle Flecken mit gezacktem Rand. Sie werden in der mitte borkig und rissig. 
Voraussetzung für den Befall ist eine mehrstündige Benetzung der Blätter und hohe Luftfeuchtigkeit (> 80 %). WEil bereits etwa 5 °C für eine Keimung ausreichen kann der Befall schon im zeitigen Frühjahr erfolgen.
Je länger die Feuchteperiode anhält und je höher die Temperaturen sind, desto wahrscheinlicher ist eine Infektion. Schorfwarngeräte ermitteln diese Werte und geben dem Erwerbsanbauer Hinweise darauf, wann der Einsatz von Fungiziden notwendig ist und wann darauf verzichtet werden kann. 

Der Pilz überwintert auf den Blättern des Vorjahres und auf dem Holz als Zweiggrind. Im Frühjahr bilden aich auf dem Falllaub Sporen, die den Baum infizieren. Innerhalb von einer bis drei Wochen sind bereits die ersten Sommersporen reif, die für eine ständige Neuinfektion sorgen. 

Im Hausgarten ist Vorsorge durch Entfernen des Fallaubs und er mit Zweiggrind befallenen Triebe ein guter Schutz für den Baum. Es gibt einige wenig anfällige Sorten, die meist als "resitent" gekennzeichnet werden. 

Schorf an Apfel

Extremer Schorfbefall



Brandpilze


Pilz
Wirte und Schadbild
Maisbeulenbrand
Ustilago maydis

Maisbeulenbrand


Der Pilz befällt nur Mais und Teosinte. Er verursacht überall an der Pflanze (Stängel, Blüten, Kolben) Wucherungen. Die Tumoren können etwa 20 cm Durchmesser erreichen. Die Wucherungen werden durch hormonartige Stofffe erzeugt, die der Pilz abgibt. Im Pflanzen gewebe bilden sich dann die schwarzen Teliosporen.

Besonders stark ist der Befall, wenn trockenes und nasses Wetter sich schnell abwechseln. Außerdem sind hohe Temperaturen zwischen 26 und 34 °C und günstig für den Pilz. Die Verbreitung der Sporen erfolgt mit dem Saatgut, aber auch mit dem Wind. Im Boden sind Dauerstadien bis zu 10 Jahre lang überlebensfähig. Nach der Keimung gelangen sie durch Spitzwasser auf die Jungpflanzen und infizieren sie über meristematische (teilungsfähiges) Gewebe und Wunden.

Der Pilz an sich ist nicht giftig und wird in Mexiko sogar als Huitlacoche oder Cuitlacoche gegessen. Er wird als "Mexikanische Trüffel" bezeichnet. Es werden Maiskolben geerntet, die mit dem Pilz infiziert sind, in denen sich aber noch keine reifen Sporen befinden. Gallen mit reifen Sporen wurden  früher als Abtreibungsmittel benutzt und werden auch bei Rindern mit einem erhöhten Auftreten von Fehlgeburten in Zusammenhang gebracht.

Beule an Mais

Offene Beule mit schwarzen Sporen


Fäulen und Welken

Pilz
Beschreibung
Kraut- und Braunfäule an Tomaten
Kraut- und Knollenfäule an Kartoffeln
Phytophtora infestans

Krautfäule an Tomate

Krautfäule an Tomaten im Gewächshaus


Krautfäule an Wildtomate

Krautfäule an "Golden Currant"

Phythophtora gehört wie Pythium zur Klasse der Oomyceten, Ordnung Peronosporales. Es gibt etwa 40 Phythophtera-Arten. Sie leben im Boden und befallen als Parasiten verschiedene Pflanzen. Phythophtora infestans verursacht Fäulen an Tomaten und Kartoffeln.
Der Pilz breitet sich bei günstiger Witterung epedemieartig aus. Aus der Blattunterseite treten weiße Zoospoarngienträger aus. Die Sporangien enthalten 6-16 Zoosporen. Sie werden mit dem Wind verbreitet. Bei 12 - 20 °C in einem Wasserfilm keimen die Zoosporen. Innerhalb von 5 bis 5 Tagen bilden sie auf dem neuen Wirt neue Fruchtkörper.
Der Pilz kann in lebenden Blättern oder Knollen überwintern. Besonders bei feuchter Witterung und zunehmend kühleren Nächten mit Taubildung zum Ende des Sommers kann der Befall schnell und stark auftreten.
Als erste Symptome treten kleine Blattflecken auf und ein weilßlicher Pilzbelag an der Blattunterseite. Die Blätter rollen sich nach unten ein und vertrocknen. Dann bilden sich Nekrosen an den Stängeln. Befallene Früchte werden braun, faulen schnell und trocknen ein.


Fäulnisfleck an Stängel

Fäulnis am Stängel einer Tomate

Zur Vorbeugung helfen ein günstiger Standort, an dem die Pflanzen schnell abtrocknen und warm stehen. Die Pflanzen sollten regelmäßig ausgegeizt werden, damit die Belaubung nicht zu dicht wird. Auch ein pflanzabstand von 50 cm sollte man einhalten. Das erleichtert ebenfalls das Abtrocknen.
Beim Gießen sollten die Blätter nicht benetzt werden. Das Aufspritzen von eventuell mit Sporen durchsetzter Erde kann durch eine Mulchdecke vermieden werden. Kartoffeln sind ebenfalls ein Wirtt des Pilzes. Sie sollten nicht in der Nähe der Tomaten stehen. Die Sporen werden aber auch mit dem Wind verbreitet.

Früh reifende Tomaten kann man zum großen Teil ernten bevor die Pflanzen infiziert werden.
Es gibt tolerante Sorten, die etwa 2 Wochen später befallen werden als andere Sorten. Besonders die kleinfrüchtigen und Wildtomaten sind recht tolerant.

Tolerante Tomatensorten sind "Philovita F1", "Matina", Fleischtomate "Parikaförmige", Cocktailtomaten "Celsior", "Cerise" "Golden Currant", "Rote Murmel". Bei andauernder kühler und feuchter Witterung können aber auch diese Sorten dem Befallsdruck nicht standhalten.


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Bakterien


Von Bakterien verursachte Pflanzenkrankheiten sind in der Regel nicht direkt bekämpfbar. Es gibt keine chemischen Pflanzenschutzmittel und auch keine natürlichen Gegenspieler. Infizierte krautige Pflanzen (Pelargonien, Begonien, Kartoffeln etc.) müssen aus den Beständen entfernt und vernichtet werden. Bei holzigen Pflanzen (Apfelbäume) kann man versuchen bis ins gesunde Holz zurück zu schneiden. Dabei muss man darauf achten nach jedem Schnitt die Werkzeuge zu desinfizieren, damit nicht auf diesem Wege die Bakterien auf noch gesunde Pflanzenteile übertragen werden. Da sich Bakterien in den Leitgefäßen ausbreiten, können solche Maßnahmen aber auch erfolglos bleiben.
Eine der schlimmsten Bakteriosen ist der Feuerbrand (Erwinia amylovora). Er wird von Insekten, Wind und durch den Menschen verbreitet und befällt Rosaecea (Äpfel, Birnen, Quitten etc.).

Es gibt verschiedene Bakterien, die Pflanzen befallen. Einzelne Rassen können sich dabei auf eine Pflanzenart oder Gattung spezialisieren. Diese Spezialisierung wird im Namen vermerkt. So befällt zum Beispiel Xanthomonas campestris pv. pelargonii nur Pelargonienarten. Das "pv." steht für Pathovar. Das bedeutet "Krankheitserreger".
Andere Formen von X. campestris befallen zahlreiche andere Kulturpflanzen.

Bakterienkrankheiten im Feld zu identifizieren ist schwer. Es werden braune Blattflecken, Welken und Fäulen an Stängeln, Blättern und Knollen verursacht. Solche Symptome treten aber auch bei Infektionen mit Pilzen auf. Das folgende Flussdiagramm zeigt eine mögliche Testabfolge zur Unterscheidung von Bakterien.

Testfolgen für Bakterienerkrankungen

Dieses Diagramm habe ich mal während des Studiums für ein Praktikumsprotokoll (Experimentelle Phytomedizin - Phytobakteriologisches Praktikum) angefertigt.
Die Bilder der Bakterienkrankheiten hat meine Schwester zur Verfügung gestellt. Sie wurden während eines studentischen Praktikums von gezielt infizierten Pflanzen gemacht.
 
 

Bakterium Wirtspflanzen und Merkmale
Wurzelkropf
Agrobacterium tumefaciens

Wurzelkropf

Wurzelkropf an Tomatenstängel

Agrobacterium tumefaciens gramnegatives Bodenbakterium. Es lebt saprophytisch von abgestorbenem Material im Boden, dringt aber auch in Pflanzen ein und verursacht tumoröse Wucherungen. Zu den Wirtspflanzen gehören mehr als 330 Pflanzenarten (140 Gattungen aus mehr als 60 Pflanzenfamilien). Betroffen sind unter anderem Rosen, Apfel, Kirsche, Him- und Brombeeren, Tomaten, Pelargonien, Erbsen, Dahlien, Chrysanthemen, Astern und Ficus befallen werden.

Der bodenbürtige Errreger infiziert die Pflanzen über Verletzungen an der Wurzel oder der Stängelbasis. Nach einer Infektion breitet sich das Bakterium in den Leitgefäßen aus und kann mehrere Zentimeter im Stängel nach oben steigen. Dabei entstehen zunächst keine sichtbaren Symptome. Das Bakterieum hat die Fähigkeit Pflanzenhormone (Cytokinin und Auxin) zu produzieren. Das verursacht  Wucherungen im Gewebe. Es bilden sich erst hellbraune, tumorartige Wucherungen, die zunächst noch weich sind. Sie sitzen oft am Wurzelhals (Übergang zwischen Wurzel und Stängel). Darum spricht man auch vom Wurzelkropf. Das Gewebe stirbt nach und nach ab und wird hart. Bei starkem Befall sterben junge Pflanzen oft ab. 
 
 

mikroskopische Aufnahme von einem Tumor

Schnitt durch einen Tumor.

Eine Bekämpfung ist nicht möglich. Betroffene Pflanzen und am Besten auch die umgebende Erde müssen aus dem Garten entfernt werden (Biotonne oder Verbrennen!). Vorbeugend kann man nur versuchen Verletzungen der Wurzeln und Stängel zu vermeiden. Durch bestimmte Fruchtfolgen oder Brachen kann man den Befallsdruck nicht reduzieren, da das Bakterium nicht auf lebende Pflanzen angewiesen ist. 

Das Genom dises Bakteriums ist vollständig sequenziert. Es umfasst 5500 Gene auf 4 Chromsomen. 
Durch die gezielte Aktivierung der vir-Gene kann dieses Bakterium dazu genutzt werden gewünschte Gene in Pflanzen einzubringen. Diese Transformation durch Agrobakterien ist eine Form der Gentechnik. 

An Wein verursacht Agrobacterium vitis "Mauke". Agrobacterium rhizogenes ist der Erreger der Haarwurzelkrankheit an Rosengewächsen. 

Bakterielle Welkekrankheit an Tomaten
Clavibacter michiganensis ssp. michiganensis

welke Tomate

Die Welkekrankheit an Tomate zeigt erst sehr spät Symptome. Die typischen Welke sieht man oft erst zur Fruchtreife.  Die Leitgefäße der Pflanzen verfärben sich leicht gelblich.  Dann bilden sich braune, deutlich abgegrenzte Flecken in den Blättern und sie beginnen zu welken. Zum Schluss erfasst die Welke sehr schnell die ganze Pflanze, die dann abstirbt.  Auf den Früchten bilden sich wenige Millimter große Flecken, die in der Mitte wie ein kleiner, brauner Krater aufgerissen  und von einem weißen rand gesäumt sind. Sie werden als "Vogelaugenflecken" bezeichnet. Das Fruchtfleisch wird braun und es bilden sich Hohlräume. Es werden nur wenige oder gar keine Samen angesetzt.

Die Infektion wird durch hohe Luftfeuchtigkeit (über 80 %) und höhere Temperaturen (18 bis 28°C) beschleunigt. Mit Stickstoff überdüngte pflanzen sind anfälliger.
Die Bakterein wandern entlang des Wurzelsystems und in der Nährlösung von Pflanze zu Pflanze. Sie werden auch mit Schnittwerkzeugen, den Händen und mit Gießwasser übertragen.
Wirtspflanzen und potentielle Übetreger sind außer Tomaten auch andere Nachtschattengewächse.

Welkeerscheinungen

 

 

Feuerbrand
Erwinia amylovora

Fruchtmumien

Fruchtmumien sind Infektionsherde


Der Feuerbrand ist eine gefährliche und schwer zu bekämpfende Bakterienkrankheit. Es gibt eine spezielle Feuerbrand-Verortnung die vorschreibt, dass das Auftreten oder auch nur Verdachtsfälle dem amtlichen Pflanzenschutzdienst gemeldet werden müssen. 
Die Triebspitzen, Blüten und Blätter, später auch die Früchte werden braun bis schwarz, welken, bleiben aber am Baum hängen. Charakteristisch sind die kleinen, schrumpeligen Fruchtmumien, die bis zur Blüte im nächsten Jahr an den Zweigen hängen. Befallene Äste sehen wie verbrannt aus. 

Wirtspflanzen sind viele Rosaceae (Apfel, Birne, Feuerdorn, Cotoneaster, Quitte, Vogelbeere, Weiß-, Rotdorn u. a). 
Der Erreger überwintert in den Befallsherden des Vorjahres. Durch Regentropfen oder durch blütenbesuchende
Insekten (Bienen, Hummeln) gelangen die Bakterien ab Frühjahr auf Blüten. Durch natürliche Öffnungen wie die Narbe dringen sie in die Pflanze ein und infizieren neu wachsendes Gewebe. Feuchtwarmes Wetter begünstigt die Infektion und die Vermehrung des Bakteriums.

Wirksame zugelassene Bekämpfungsmittel gibt es nicht! Die Ausbreitung kann nur durch starken Rückschnitt bisd ins gesunde Holz oder - wenn der Stamm betroffen ist - durch Rodungen der erkrankten Bäume eingedämmt werden. Das Schnittgut muss vor Ort verbrannt werden um eine Verschleppung zu vermeiden. Schnittwerkzeuge sind nachher zu desinfizieren!
Naßfäule und Schwarzbeinigkeit 
an Kartoffeln
Erwinia carotovora ssp. atroseptica

Schwarzbeinigkeit

Schwarzbeinigekeit an Kartoffel








 

Die Nassfäule oder Schwatzbeinigkeit ist eine weit verbreitete Kartoffelkrankheit. Dringt das Bakterieum in die Knolle ein, versucht die Pflanze durch Nekrosenbildung den Infektionsherd einzuschließen. Dazu werden von der Pflanze gesunde Zellen gezielt abgetötet. Wenn die Infektion sich weiter ausbreitet werden die Knollen weich und ihr Gewebe verflüssigt zunehmend im Inneren der Schale. Bei Beschädigung der Schale tritt die infizierte Masse aus und überträgt die Bakterien auf naheliegende Knollen. Besonders in Lagern kommt es so zu einer schnellen Ausbreitung. Auf dem Feld breitet sich die Fäulnis von den Knollen über die Leitgefäße in den Stängel aus. Die Basis beginnt zu faulen und wird schwarz, worauf sich die Bezeichnunge Schwarzbeinigkeit bezieht.
Es gibt bisher keine Bekämpfungsmöglichkeiten. In Europa ist die Knollenfäule kein zu großes Problem, richtet aber in anderen teilen der Welt (Südamerika) schwere Schäden an.

Mit Hilfe von Gentechnik wurde die T4-Lysozymkartoffel entwickelt, die widerstandsfähiger gegen Bakteriosen insbesondere der Nassfäule ist. Proteste gegen genveränderte Lebensmittel führten dazu, dass die Kartoffel nicht auf den Markt kam. Mittlerweile wird eine Vermarktung nicht mehr angestrebt.

Der Lysozym-Kartoffel wurde ein Genabschnitt aus einem bakterienfressenden Virus übertragen, der als Bakteriophage T4 bezeichnet wird und ein anderer aus Gerste. Das Virus liefert den Bauplan für das Enzym Lysozym, das Bakterienzellwände auflösen kann. Es ist ein antibakteriellen Stoff der zum Beispiel auch in Muttermilch enthalten ist. Das Gersten-Gen ermöglicht es der Kartoffel, das Enzym in die Zellzwischenräume zu bringen un dort das Bakterieum zu bekämpfen, wo es sich befindet. Die Kartoffel kann von Natur aus dieses Enzym produzieren. Es befindet sich dann aber im Inneren der Zelle und kann nicht gegen die Bakterien wirken.


NassfäuleBakterienschleim unter dem Mikroskop

Das linke Bild zeigt eine mit Bakterien infizierte Kartoffel im Labor. Rechts Bakterienschleim unter dem Mikroskop.

Pseudomonas savastanoi pv. phaseolicola
Befällt Bohnen
Olivenkrebs
Pseudomonas savastanoi pv. savastanoi 
Wucherung durch Olivenkrebs

Bakterielle Blattfleckenkrankheit an Zuckerrübe
Pseudomonas syringae pv. aptata

Blattflecken an Zuckerrübe

Dieses Bakterieum verursacht unregelmäßige Flecken und Nekrosen. Sie sidn etwa 1 bis 6 mm groß. Ihr Zentrum ist grau und sie haben einen breiten dunklen Rand. Später werden die Blattränder braun und vertrocknen.
Die Verbreitung wird durch Feuchtigkeit und Verletzungen der Pflanzen (zum Beispiel durch Hagel) begünstigt. Trockene Witterung stoppt den Krankheitsverlauf, feuchtes, kaltes Wetter beschleunigt ihn.
Die Blattflecken können mit den Symptomen verchiedener Pilze (Cercospore, Alternaria) verwechselt werden. Es bilden sich bei der Bakteriose keine Belege aus Fruchtkörpern auf den Flecken.

 

Bakterienbrand an Soja
Pseudomonas syringae pv. glycine

Eckige Blattfleckenkrankheit an Gurke
Pseudomonas syringae pv. lachrymans
Blattflecken an Gurke

Detail der Blattflecken

An der eckigen Blattfleckenkrankheit erkranken Pflanzen aus der Familie der Cucurbitaceae. Dazu gehören Gurken, Melonen, Zucchini und Kürbisse. Oft erfolgt die Übertragungsweg durch infiziertes Saatgut. Durch Behandlung des saatguts (Heißwasser) kann den Befall reduzieren, macht die Samen aber nicht keimfrei.
Kaultur auf trocknen Böden und lange Anbaupausen von 3 bis 4 Jahren (zwischen allen Arten der Familie!) senkt das Risiko einer Infektion. Die Übertragung von Pflanze zu Pflanze wird durch weite Pflanzabstände behindert. Ernterückstände müssen vom Feld entfernt werden.

Stängelbrand an Erbse
Pseudomonas syringae pv. pisi

Blattsymptome
Erbse mit Stängelbrand


Wildfeuer an Tabak
Pseudomoas syringae pv. tabaci

Nekrose an Blatt
gebogener Blattrand


Flecken- oder Tüpfelkrankheit an Tomate
Pseudomonas syringae pv. tomato

Tüpfelkrankheit an Tomate
Nekrosen

Blattflecken mit charakteritischem 
gelbem Hof


Kartoffelschorf
Streptomyces scabies

Kartoffelschorf


Ölfleckenkrankheit an Begonie
Xanthomonas campestris pv. begoniae

Ölfleckenkrankheit an Begonie

Nekrosen am Blattrand

Besonders die Begonien der Elatior- und Lorraine-Gruppe werden von der Blattfleckenkrankheit befallen. Die Blätter weisen anfangs durchscheinende, ölfleckartige Flecken auf die später zu Nekrosenwerden. Meist befinden sie sich am Blattrand. Die Blattfleckenkrankheit ist in spezialisierten Zierpflanzenbaubetrieben von großer Bedeutung. Bei der Kultur durch Privatleute tritt sie kaum auf, weil Überträger fehlen.

Detail einer Nekrose

Schwarzadrigkeit an Kohl
Xanthomonas campestris pv. campestris

Blattsymptome der Schwarzbeinigkeit

schwarze Adern und Nekrose

Zu den Wirtspflanzen der Aderschwärze gehören verschiedene Kreuzblütler wie Gartenkresse, Kohl, Radischen und Senf .

Das Bakterium verbreitet sich über die Leitgefäße in der Pflanze und verstopft sie mit seinm Schleim. Es bilden sich an infizierten Pflanzen viele unregelmäßig geformte, gelbliche Flecken auf den Blättern. In deren Mitte bilden sich Nekrosen. Die Blattdern in den befallenen Bereichen sind schwarz. Die Infektion kann sich auf die gesamte Pflanze ausbreiten.
Die Übertragung erfolgt durchVerletzungen an der Pflanze über Arbeitsgeräte, Insekten, Schnecken und durch Gießwasser. Warmes, feuchtes wetter bgünstigt die Ausbreitung. Das Bakterieum kann bis zu 3 Jahre im Boden überleben. Daher sollten bei aufgetretenem Befall mindestens drei Jahre keine Kreuzblütler (auch keine Gründung) auf der befallenen Fläche angebaut werden.
Eine direkte Bekämpfung ist nicht möglich. Infizierte Pflanzenteile müssen vernichtet werden - nicht komposieren!
Es darf nur Saatgut von gesunden Pflanzen verwendet werden. Zur Vorbeugung kann es mit 50 °C heißem Wasser 30 Minuten gebeizt werden.

schwarze adern im Blattstiel

Gelbfäule an Hyazinthen
Xanthomonas campestris pv. hyacinthii
Die Zwiebel ist im Austrieb gehemmt. Das wachstum stockt.In den Blättern sin glasige Streifen. Es kommt zum Blattverlust und zur Welke, sowie zum Austritt von gelbem Saft aus Faulstellen (Gelber Rotz).
Eckige Blattfleckenkrankheit an Baumwolle
Xanthomonas campestris pv. malvacearum

Blattflecken an Baumwolle

Das Bakterium verursacht Blattfäule an Baumwolle. Es wird über Samen übertragen.
In Baumwollproduzierenden Regionen kann es schwere wirtschaftliche Schäden verursachen.
Blatt- und Stängelbakteriose an Pelargonien
Xanthomonas campestris pv. pelargonii

Blattbakteriose an Pelargonie
Nekrose am Stängel

Die Krankheit tritt vor allem im Erwerbsgartenbau auf und ist bei der Kultur von Pelargonium-Zonale-Hybriden und Pelargonium-Peltatum-Hybriden von großer Bedeutung. An Zimmerpflanzen im Privathaushalt ist sie selten, weil Infektionsherde fehlen. Übermäßiges Gießen und Düngen, lange Benetzungsdauer der Blätter und Verletzungen erhöhen das Risiko einer Infektion.

Das Bakterium dringt durch Spaltöffnungen, oder durch Verletzungen an Wurzel, Blatt oder Stängel in die Pflanze ein. In der Pflanze bewegt sich das Bakterium durch die Wasserleitgefäße bis in den Stamm und die Blätter. Dabei vermehren sich die Bakterien. Bei warmem Wetter verdoppelt sich die Bakterienzahl innerhalb von 30 bis 60 Minuten. Die Bakterien verstopfen die Leitgefäße. Zunächst werden ölig glänzende Flecken sichtbar, dann welken Pflanzenteile und hängen herunter. Zum Schluß wird der Stängel schwarz und die Pflanze stirbt ab. An den Befallsstellen können sich matschige Faulstellen bilden aus denen oranger Bakterienschleim austritt.

Bei geringen Befall sind keine Symptome sichtbar. Daher ist eine Übertragung durch Stecklinge von infizierten Mutterpflanzen möglich. Auch Schnittwerkzeuge können Infektionsherde sein. Die Bakterien werden auch von Insekten übertragen, die mit austretendem Bakterienschleim in Berührung kommen. Erde und gebrauchte Töpfe sind dagegen kaum  Überträger, da die Bakterien außerhalb der Pflanze nur wenige Tage überleben können.

Vorbeugend sollten Schnittwerkzeuge, Hände und Arbeitsflächen mit 70%igem Ethylalkohol desinfiziert werden, bevor die nächsten Pflanzen zum Schneiden und Stecken geholt werden.
 

Bohnenbrand
Xanthomonas campestris pv. phaseoli

Blattflecken

Symptome an Phaseolus

Dieses Bakterium befällt Busch- und Stangenbohnen (Phaseolus), Sojabohne und Lupinen. Zunächst treten Blattflecken und später Nekrosen an den Früchten auf. 

Blattflecken an Soja

Befall an Sojabohne

Bakterielle Pustelkrankheit an Sojabohne
Xanthomonas phaseoli pv. sojensis
Pusteln an Soja

Nekrosen an Soja



 


Viren



Virus
Wirtspflanze und Symptome
Bean Yellow Mosaic Virus
BYMV
Der Bean Yellow Mosaic Virus (BYMV) wurde 1925 zum ersten mal an Bohne (Phaseolus vulgaris) gefunden. Er befällt außer Canna und Bohnen, Lupinen, Gladiolen und andere Zier- und Nutzpflanzen. Er kann auch von diesen Kulturpflanzen auf Cannas übertragen werden. Sie sollten darum nicht in der Nähe solcher Kulturen angepflanzt werden. Der Virus verursacht gelbe Marmorierungen auf den Blättern.
Cucumber Mosaic Virus
CMV
Der Cucumber Mosaic Virus (CMV) wurden ursprünglich an Gurken entdeckt und nach ihnen benannt. CMV verursacht leichte mosaikartige Aufhellungen und Blattrandnekrosen an Canna. In Kombination mit anderen Viren kann er zum Absterben der Pflanzen führen.
Canna Yellow Mottle Virus
CYMV


Canna Yellow Mottle Virus an Canna
Canna Yellow Mottle Badnavirus bildet zuerst feine weiße Flecken auf der Blattspreite. Die Aufhellungen fließen zusammen und gehen in Nekrosen über. Blattrandnekrosen treten auf. In den Blüten und an den Stängeln zeigen sich Aufhellungen (Breaking). 1979 wurde der Virus in Japan entdeckt. 1988 wurde er zum ersten Mal in Minnesota nachgewiesen, 2004 in Florida. Auch in Australien kommt er vor. 2005 fand man ihn in Italien und in den Niederlanden. Dort trat er oft zusammen mit CMV auf.
Dieser Virus nicht nur bei der vegetativen Vermehrung, sondern auch im Samen von der Mutterpflanze auf
die nächste Generation weitergegeben, was bei anderen Viren nicht der Fall ist.

Canna Yellow Streak Virus
CaYSV


Canna Yellow Streak Virus an CannaCanna Yellow Streak Virus an Canna

Der Canna Yellow Streak Virus verursacht gelbe bis braune Verfärbungen entlang der Blattnerven. Die Blätter sind beulig, verbogen und am Rand zum Teil eingerollt. Blattrandnekrosen
können auftreten. Das Wachstum ist schlecht und es werden wenige oder gar keine Blüten gebildet. Der Virus wurde 2007 zum ersten Mal in den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Groß Britannien und Israel gefunden und daraufhin neu beschrieben.
Kartoffelblattroll-Virus
PLRV

Potato Virus Y
PVY

Tomato Aspermy Virus
TAV


 

Literatur:
 

K. W. Harde, F. Severa (1988): Der Kosmos-Käferführer.- 3. überarbeitete und erweiterte Auflage, Franckh´sche Verlagsbuchhandlung Stuttgart

G.M. Hoffmann et al. (1994): Lehrbuch der Phytomedizin.- Blackwell Wissenschafts-Verlag, Berlin

D.V. Alford (1997): Farbatlas der Schädlinge an Zierpflanzen.- Enke Verlag Stuttgart

M. Bürki et al. (1999): Pflanzenschutz an Zier- und Nutzpflanzen.- Thalacker Medien, Braunschweig


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