In der Aquaristik sind 2 Sorten von Schnecken bekannt.
Da sind zum einen die, die irgendwann unaufgefordert in unseren Aquarien
auftauchen und zum anderen, die wir teuer kaufen und mit Liebe und
Hingabe pflegen.
Bei den gekauften Tieren wissen wir in der Regel womit
wir es zu tun haben. Aber unter den eingeschleppten Tieren befinden sich
manchmal auch welche, die unsere Pflanzen schädigen oder sich so schnell
vermehren, dass sie zur Plage werden.
Zur Bestimmung von Schnecken ist es wichtig einige grundlegende
Bezeichnungen für die verschiedenen Körperteile zu kennen. Anders
ist es nicht möglich die Tiere zu beschreiben bzw. die Beschreibung
der verschiedenen Tiere zu verstehen.
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Bei diesem längs aufgeschnittenen Gehäuse einer Pomacea urceus kann man sehen, dass das Schneckenhaus eine sich nach oben verjüngende, um die eigene Achse gedrehte Röhre ist. Bei dieser Art ist im Zentrum ein Hohlraum, der sich nach außen als Nabel öffnet. Es gibt aber auch Arten, bei denen dieser Hohlraum fehlt. Der Gehäuse der meisten Süßwasserschnecken besteht aus zwei Schichten. Die äußere (hier nur im Nabelbereich sichtbar) ist das Periostracum. Es besteht aus gegerbten Proteinen und ist etwa mit einer dünnen Lederschicht vergleichbar. Darunter liegt eine mehr oder weniger dicke Schicht aus Calciumkarbonat, die dem Gehäuse seine Stabilität verleiht. Diese wird als Ostracum bezeichnet. Ein Hypostracum (Perlmuttschicht) bilden vor allem Meeresschnecken aus. |
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In der Abbildung links sind die wichtigsten Bezeichnungen
für die Beschreibung von Schneckengehäusen angegeben.
Die Gehäusespitze wird als Apex bezeichnet. Die Sutur oder Naht ist die mehr oder weniger deutlich sichtbare Linie an der jeweils zwei Windungen aufeinandertreffen. Sie Verläuft spiralig um das gesamte Schneckenhaus. Der Umbillicus oder Nabel ist die Öffnung der Hohlspindel, um die sich das Gehäuse windet (z. B. bei Apfelschnecken (Pomacea)). Wenn sich kein Hohlraum zwischen den Windungen befindet, dann gibt es keinen Nabel (z.B. bei Turmdeckelschnecken). Teilweise ist die Umbilical-Lippe bzw. die Columellaris so weit umgeschlagen, dass sie den Nabel verdeckt. Als Columellaris wird der Teil des Mundsaums bezeichnet, der sich vom Bereich des Nabels bis zum tiefsten Punk der Mündung erstreckt. Die Palatalis (engl. outer lip) reicht vom tiefsten Mündungspunkt bis zum Startpunkt der Sutur. Entlang der über der Mündung liegenden Windung verläuft die Parietalis. In diesem Bereich kann sich eine dünne Schicht aus Gehäusematerial bilden (Kallus) auf der sich granulöse Strukturen, Zähne oder charakteristische Farbmuster bilden. |
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Auf der Gehäuseoberfläche können sich verschiedene Verzierungen befinden. Weit verbreitet sind spiralige Längsrillen oder -rippen. Diese erhabenen Linien verlaufen paralell zur Naht. Sehr feine Strukturen werden als Rillen, sehr grobe als Rippen bezeichnet. Verlaufen die Linien quer zur Naht, dann werden sie entsprechend als Querrillen oder Querrippen bezeichnet. Zusätzlich können Dornen und Tuberkeln (Knoten) ausgebildet werden. Auch die Sutur kann arttypische Besonderheiten aufweisen. Beispielsweise hat die Spitze Apfelschnecke (Pomacea bridgesii) eine einfache Sutur, bei der Gefurchten Apfelschnecke (Pomacea canaliculata) ist sie eingesenkt. Eine Carina ist ein Windungskiel. Während in der Regel die meisten Gehäuse abgerundete Windungen haben, bilden einige Schneckenarten Winkel und Kanten aus. Die Größe und Position sind arttypisch. Im Mündungsbereich findet man zahnartige Strukturen an der Palatalis oder Parietalis. Bei Meeresschnecken treten oft Siphonalrinnen auf. Die sogenannte Stromboid-Kerbe ist eine Öffnung, durch die Fechterschnecken (Strombidae) ein Auge stecken um ihre Umgebung zu beobachten. Weitere Kerben dienen zur Ausscheidung von Stoffwechselabfällen aus der Mantelhöhle. |
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Um Gehäuse treffend beschreiben zu können,
werden drei festgelegte Grundpositionen unterschieden. Die erste Grundposition
ist die Spitzenlage. Dabei steht das Gehäuse senkrecht auf der Unterlage
und der Betrachter schaut von oben auf die Spitze (rechts). Die zweite
Grundposition ist die Nabellage. Dabei liegt das Gehäuse mit der Unterseite
nach oben, so dass die Mündung auf den Betrachter gerichtet ist (links).
Bei der dritten Position schaut man auf die Rückseite, wenn das Gehäuse
auf der Mündung liegt (mitte).
In der Nabellage wird zum Beispiel die Gehäusehöhe bestimmt. Parallel der Achse von der Gehäusespitze bis zum Nabel wird die Entfernung zwischen dem Apex und dem tiefsten Punkt der Mündung bzw. der Spitze des Siphonalkanals, sofern vorhanden, gemessen. Die Breite wird entsprechend rechtwinkelig zur Achse bestimmt. |
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Es gibt vier verschiedene Gehäusegrundformen. Am
bekanntesten und am weitesten verbreitet ist das kegelförmige oder
konische Gehäuse (A). Das Gehäuse ist wie eine Wendeltreppe spiralig
in die Höhe gedreht. Diese Grundform variiert im Verhältnis der
Höhe zur Breite. Sehr schmale, hohe Gehäuse haben zum Beispiel
die Turmdeckelschnecken und die Spitze
Schlammschnecke (Lymnaea stagnalis). Bei einigen Apfelschnecken
und der Ohrförmigen Schlammschnecke (Radix auricullaria) sind
die Gehäuse dagegen fast kugelig.
Bei den Tellschnecken sind die Gehäuse flach in einer Ebene aufgewunden. Diese Form wird als planorboid oder tellerförmig bezeichnet (B). Gehäuse mit wenigen (bis etwa 3) Umgängen. werden als neritoid oder mützenförmig bezeichnet (C). Solche Gehäuse haben zum Beispiel die Rennnschnecken (Neritina sp.). Gehäuse, die auf der Unterseite völlig offen sind und keine Windungen haben, sind napfförmig oder patelloid (D). So ein Gehäuse haben zum Beispiel die Napfschnecken an den Küsten. |
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Planorboide Gehäuse haben sehr wenige Merkmale.
Es lassen sich aber dennoch gattungs- oder arttypische Merkmale identifizieren,
wenn man sich die äußeren Umrisse und die Mündungsform
ansieht.
Der Gehäuseumriss in der Grundposition wird als Kontur bezeichnet. Die Konturlinie kann gerade, ausgebeult (konvex) oder nach innen gebogen (konkav) sein. Bei der Flachen Federkiemenschnecke (Valvata cristata) ist in der Nabellage die Kontur konkav (A). Bei der Glänzenden Tellerschnecke (Segmentia nitida) ist sie dagegen konvex (C) und bei der Gemeinen Tellerschnecke (Planorbis planorbis) (B) und der Riementellerschnecke (Bathyomphalus contortus) (D) gerade. Auch die Form der Mündung ist ein Merkmal, dass bei der Artbeschreibung herangezogen wird. Je stärker die Windungen gewölbt sind, desto runder wird die Mündung. In den meisten Fällen ist sie spitz-oval und höher als breit. Sie kann aber auch breiter als hoch, halbmondförmig (Bathyomphalus contortus, D), halbkreisförmig (Neritidae) oder (fast) rund (Valvata cristata, Viviparus contectus) sein. Wenn der Saum der Mündung am oberen Rand nicht direkt mit der Wand der vorherigen Windung verschmilzt, sondern frei um die Mündung verläuft, die Ränder also in einander übergehen, dann spricht man von einem verbundenen Mundsaum (A). Planorbidae haben keinen verbundenen Mundsaum (B, C, D). A Valvata cristata (Valvatidae)
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Die allermeisten Schnecken sind rechtsgewunden. Das bedeutet,
dass sich bei ihnen die Mündung rechts von der Gehäuseachse befindet.
Beim kriechenden Tier ist dann die Gehäusespitze auf der rechten Seite
des Körpers. Wenige Arten sind typisch links gewunden. Dazu gehören
die Tellerschnecken, deren Windungsrichtung
aber wegen der abgeflachten Gehäuse nicht gut sichtbar ist. Eine Ausnahme
sind die afrikanischen Tellerschnecken aus der Gattung Bulinus,
die ein turmförmiges Gehäuse haben. Außerdem sind alle
Arten der Apfelschnecken-Gattung Lanistes
linksgewunden und die Blasenschnecken (Physidae).
Sehr selten treten von eigentlich rehctsgewundenen Arten linksgewundene Exemplare auf. Diese werden als Sinister bezeichnet. Bei Weinbergschnecken spricht man von "Schneckenkönigen". |
Der folgende Bestimmungsschlüssel soll helfen die
Tiere im Süßwasseraquarium zu identifizieren. Weil ein wissenschaftlicher
Bestimmungsschlüssel vor allem auch Merkmale des Weichkörpers
beinhaltet, die nur beim Präparieren den Schnecken sichtbar werden,
musste ich mir ein vereinfachtes System für die Schnecken im Aquarium
überlegen. Mit diesem Schlüssel ist es aber nur möglich
die Familie zu bestimmen. Für unsere aquaristischen Interessen ist
das aber in der Regel auch ausreichend.
| 1a | Gehäuse kleiner als 1 cm, flach, ohne Gehäusedeckel | ![]() |
2 |
| 1b | Gehäuse bis etwa 1,5 cm, konisch, mit Deckel | ![]() |
Bithynidae/Hydrobidae |
| 1c | Gehäuser größer, konisch oder flach in einer Ebene gedreht, mit oder ohne Gehäusedeckel | 3 | |
| 2a | Apex zeigt nach rechst hinten | Acroloxidae | |
| 2b | Apex zeigt nach links hinten | Ancylidae | |
| 3a | Gehäuse flach in einer Ebene gewunden | ![]() |
4 |
| 3b | Gehäuse konisch | ![]() |
5 |
| 3c | Gehäuse neritoid | ![]() |
10 |
| 4a | ohne Gehäusedeckel, ein Paar fadenförmige Fühler, schmal ovale Kriechsohle | Planorbidae | |
| 4b | mit Gehäusedeckel, zwei Paar Fühler, breite, keilförmige Kriechsohle | Ampullaridae (Marisa) | |
| 5a | Gehäuse ohne Deckel | 6 | |
| 5b | Gehäuse mit Deckel | 7 | |
| 6a | Gehäuse links herum gedreht, Fühler fadenförmig, Kriechsohle hinten spitz zulaufend | Physidae | |
| 6b | Gehäuse rechts herum gedreht, Fühler flach und dreieickig, Kriechsohle hinten abgerundet | Lymnaeidae | |
| 7a | Gehäuse breit konisch bis ovoid | 8 | |
| 7b | Gehäuse schmal konisch, turmförmig zum Teil mit erodierter Spitze | 9 | |
| 8a | zwei Paar Fühler, breite Kriechsohle | Ampullariidae | |
| 8b | ein Paar Fühler, ein Fühler beim männlichen Tier verdickt, ovale Kriechsohle, Gehäuseoberfläche glatt, Operculm ei- bzw. tropfenförmig mit zentralem Kern | Viviparidae | |
| 8c | ein Paar Fühler, ovale Kriechsohle, Gehäuseoberfläche mit Tuberkeln besetzt, Operculum oval mit randständigem Kern. | ![]() |
Paludomidae |
| 9a | Operculum mit randständigem Nukleus | Thiaridae | |
| 9b | Operculum spiralig mit zentralem Nukleus | ![]() |
Pachychilidae |
| 10a | Gehäuse flach oder eiförmig mit wenigen schwach abgesetzten Windungen, Kriechsohle oval bis rund, ein Paar Fühler | Neritidae | |
| 10b | Gehäuse eiförmig mit wenigen schwach abgesetzten Windungen, zwei Paar Fühler | Ampullariidae (Felipponea) |
Schnecken sind wie Insekten, Spinnen, Würmer, Krebse
und Garnelen wirbellose Tiere (Invertebrata). Wegen der Unterschiede in
ihrem Körperbau werden diese Tiere jedoch in verschiedene Stämme
unterteilt. Die Schnecken sind eine Klasse aus dem Stamm der Weichtiere
(Mollusca).
Die Systematik der Gastropoda ist bisher nicht eindeutig
geklärt. Ursprünglich wurden nur Merkmale des Gehäuses zur
Artbestimmung verwendet. Später wurde die Aufmerksamkeit mehr auf
die inneren Organe (Herz, Reproduktions- und Exkretionsorgane) gerichtet.
Da diese aber zum Beispiel bei fossilen Arten nicht erhalten sind, ist
deren Einordnung schwierig. Heute werden neben den anatomischen Unterschieden
auch genetische Merkmale zur Klärung der Verwandtschaftsverhältnisse
herangezogen. Daraus hat sich ein neues System ergeben, in das aber bisher
nicht alle bekannten Schneckenarten eingeordnet werden konnten, weil die
entsprechenden Untersuchungen bisher noch nicht durchgeführt werden
konnten. Ein recht altes System basiert in erster Linie auf der Anordnung
der Kieme und des Herzens bei den verschiedenen Familien. Bei den Pulmonata
(Lungenschnecken) fehlt die Kieme, bei den Opistobranchia (Hinterkiemer)
liegt sie hinter dem Herzen und bei den Prosobranchia (Vorderkiemer) befindet
sie sich davor in der Mantelhöhle. Ein etwas neuere System basiert
auf der Anordnung der Nervenstränge. Bei den Streptoneura sind die
Nervenstränge im Kopfbereich überkreuzt, bei den Euthyneura parallel.
Das steht im Zusammenhang mit der Drehung des Eingeweidesackes im Verlauf
der Evolution. Neueste Untersuchungen haben gezeigt, dass in diesem System
Familien zusammengestellt wurden, die nicht sehr nahe miteinander verwandt
sind. Beispielsweise gibt es Schnecken, die parallele Nervenstränge
haben, weil sich im Verlauf der Evolution ihr Körper nicht gedreht
hat und solche, die sich zurück gedreht haben. Darum wurden die Unterklassen
aufgelöst und durch solche ersetzt, die auf anderen Merkmalen beruhen.
Dieses aktuelle System ist aber noch unvollständig, weil bisher nicht
alle Schneckenfamilien bezüglich aller ihrer Merkmale untersucht wurden.
Darum unterteilen wir hier die Schnecken weiter in Lungenschnecken, Vorder-
und Hinterkiemer.
Die Unterscheidung in Vorder-, Hinterkiemer und Lungenschnecken
ist zwar nicht aktuell, beruht aber auf äußerlich sichtbaren
Merkmalen und ist darum am Besten nachzuvollziehen. Zum besseren Verständniss
sollen hier aber die Beziehungen zwischen den unterschiedlichen Bezeichnungen
für die Unterklassen kurz dargestellt werden.
Zu den Streptoneura gehören etwa 60.000 Arten. Sie
werden auch oft als Prosobranchia (Vorderkiemer) bezeichnet, weil ihre
Kiemen sich vorne in der Mantelhöhle befinden. Ein charakteristisches
Merkmal ist der hornige oder kalkige Gehäusedeckel. Meistens dient
er zum Schutz des zurückgezogenen Tieres und verschließt die
Mündung des Gehäuses. In seltenen Fällen wird er als Waffe
genutzt. Zu den Euthyneura gehören die Pulmonata (Lungenschnecken)
und die Opistobranchia (Hinterkiemer). Als Hinterkiemer, werden die Meeresnacktschnecken
bezeichnet, deren Kiemen sich in Büscheln am hinteren Körperende
oder als fransige Anhänge überall auf der Körperoberfläche
befinden. Zu den Lungenschnecken gehören die landlebenden Arten und
zum Beispiel die Teller- und Blasenschnecken im Süßwasser. Insgesamt
werden zu den Euthyneura etwa 40.000 Arten gezählt. Da sie keine Gehäusedeckel
bzw. gar keine Gehäuse ausbilden, sind sie leicht von den Vorderkiemern
zu unterscheiden.
An erster Stelle steht immer die lateinische Artbezeichnung,
weil diese eindeutig und international anerkannt ist. Die deutschen Namen
sind Regional unterschiedlich. In einigen Fällen werden verschiedene
Arten mit demselben Trivialnamen angesprochen. Beispielsweise wird sowohl
Radix
ovata als auch Lymnaea peregra als „Eiförmige Schlammschnecke“
bezeichnet. Der zweite Grund für die Verwendung der lateinischen Namen
liegt darin begründet, dass die nicht einheimischen Arten meist keine
deutschen Namen haben. In einigen Fällen wurden die englischen Trivialnamen
einfach ins Deutsche übersetzt.
Synonyme sind wissenschaftliche Bezeichnungen, die nach
den Regeln der Internationalen Nomenklatur ungültig sind, aber in
älterer Literatur für die entsprechende Art verwendet wurden.
Bei der Bezeichnung von Arten ist immer der erste veröffentlichte
Name gültig. Spätere Namen aus neuen Beschreibungen sind als
Synonyme zu werten. Zum Beispiel ist die 1898 von Dall beschriebenen Ampullaria
pinei mit der 1829 von Say als Ampullaria paludosa beschriebenen
Schnecke identisch. Bei den Apfelschnecken kommt dazu, dass es viele Synonyme
bei den Gattungsbezeichnungen gibt. Die Bezeichnung Ampullaria
wurde ursprünglich 1799 für eine Gattung eingeführt, die
bereits ein Jahr vorher als Pila benannt wurde. Ampullaria
ist also ein Synonym von Pila. Die Gattung Pila umfasst aber
definitionsgemäß rechtsgewundene, afrikanische und asiatische
Apfelschnecken mit kalkigem Operculum. Die obengenannte Art heißt
darum richtig Pomacea paludosa, weil die neuweltlichen Apfelschnecken
mit langem Sipho heute als Pomacea bezeichnet werden. Die Bezeichnung
Ampullarius
wurde wie Pomacea im Jahre 1810 eingeführt – jedoch einige
Monate später. Darum ist auch sie keine gültige Gattungsbezeichnung.
Der Familienname der Apfelschnecken – Ampullariidae - wurde 1828 von einer
Ampullaria
sp. abgeleitet, die richtig als
Pila hätte bezeichnet werden
müssen. Daher versuchte Röding im Jahre 1927 den Familiennamen
in Pilidae zu korrigieren. Der Name erlangte aber keine Gültigkeit,
weil er keine allgemeine Anerkennung fand. Also ist Ampullaria ein
Synonym von Pila, Ampullarius ein Synonym von Pomacea,
aber Pilidae ein Synonym von Ampullariidae.
Die wissenschaftlichen Namen setzen sich in den meisten
Fällen aus 2 Begriffen, seltener aus 3 oder 4 zusammen. Der erste
Begriff bezeichnet die Gattung und der zweite die Art. Manchmal findet
man zwischen der Gattungsbezeichnung und einem Artnamen einen Begriff in
Klammern. Zum Beispiel: Neritina (Clypeolum) latissima
oder Neritina (Dostia) violacea.
Clypeolum
und Dostia bezeichnen in diesem Fall Untergattungen. Wird am Ende
eines Namens ein weiterer Begriff angefügt, wie bei Bithynialeachiileachii,
dann wird damit eine Unterart bezeichnet. Je mehr der Namensteile gleich
sind, desto näher sind die Arten mit einander verwandt. Pomacea
bridgesii und Pomacea canaliculata gehören zum Beispiel
zur selben Gattung. Bithynia leachii leachii und Bithynia leachii
troscheli sind genetisch leicht verschiedene Formen einer Art.
Die Artbezeichnungen sollen oft auf eine Besonderheit
hinweisen, die sie möglichst von andern Arten der gleichen Gattung
abhebt. Beispielsweise bedeuten „nitida“ und „splendens“ glänzend,
„albus“ weiß, „globosus“ kugelförmig, „glabra“ glatt oder kahl
(im Sinne von unbehaart), „tuberculatus“ buckelig und „corneus“ aus Horn.
In manchen Fällen sind die Arten aber nach ihren Entdeckern oder einem
bekannten Zoologen oder ihrem Entdecker benannt: zum Beispiel
Asolene
spixi (nach Spix). Manchmal fällt den Systematikern aber auch
nichts Sinniges ein und so heißen Pomacea bridgesii nach einer
Brücke (bridge) und Pomacea insularum nach einer Insel (insula),
weil die Typustiere unter bzw. auf einer solchen gefunden wurden.
Hinter den Artnamen steht oft der Name des Autoren, der
als erster die Art gültig beschrieben hat. In der Regel wird dieser
in Kapitälchen (Großbuchstaben) dahinter geschrieben. In Klammern
werden dagegen Autoren genannt, von denen die Art früher beschrieben,
aber ursprünglich in eine andere Gattung oder Rangstufe gestellt wurde.
Das ermöglicht es Systematikern Erstbeschreibungen nachzulesen und
Synonyme zu identifizieren.
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Online-Quellen:
http://www.applesnail.net
Homepage von Stijn Ghesquiere (Belgien), ausführliche
Informationen über verschiedene Apfelschneckenarten
http://www.eumed.net/malakos/
Spanische Seite über Mollusken mit einer relativ
vollständigen neuen Systematik der Schnecken.
http://www.mollbase.de/
Database of Mollusca – Nationale Datenbank der Binnenmollusken
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http://www.inhs.uiuc.edu/
Illinois Natural History Survey - Fieldguides zur Bestimmung
von Pflanzen und Tieren
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