Schnecken
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Schnecken im Aquarium bestimmen
Bestimmungsschlüssel
Systematik
Anmerkung zur Nomenklatur
Parasiten und Krankheitserreger
Literatur
Apfelschnecken (Ampullariidae)
Nixenschnecken (Neritidae)
Süßwasserraubschnecke (Anentome helena)
Turmdeckelschnecken (Überfamilie Ceritioidea)
Sumpfdeckelschnecken (Viviparidae)
Schnauzenschnecken (Bithynidae)
Tellerschnecken (Planorbidae)
Schlammschnecken (Lymnaeidae)
Blasenschnecken (Physidae)
Napfschnecken (Ancylidae und Acroloxidae)


Schnecken bestimmen

In der Aquaristik sind 2 Sorten von Schnecken bekannt. Da sind zum einen die, die irgendwann unaufgefordert in unseren Aquarien auftauchen und zum anderen, die wir teuer kaufen und  mit Liebe und Hingabe pflegen.
Bei den gekauften Tieren wissen wir in der Regel womit wir es zu tun haben. Aber unter den eingeschleppten Tieren befinden sich manchmal auch welche, die unsere Pflanzen schädigen oder sich so schnell vermehren, dass sie zur Plage werden.

Zur Bestimmung von Schnecken ist es wichtig einige grundlegende Bezeichnungen für die verschiedenen Körperteile zu kennen. Anders ist es nicht möglich die Tiere zu beschreiben bzw. die Beschreibung der verschiedenen Tiere zu verstehen.
 
 

Bei diesem längs aufgeschnittenen Gehäuse einer Pomacea urceus kann man sehen, dass das Schneckenhaus eine sich nach oben verjüngende, um die eigene Achse gedrehte Röhre ist. Bei dieser Art ist im Zentrum ein Hohlraum, der sich nach außen als Nabel öffnet. Es gibt aber auch Arten, bei denen dieser Hohlraum fehlt. Der Gehäuse der meisten Süßwasserschnecken besteht aus zwei Schichten. Die äußere (hier nur im Nabelbereich sichtbar) ist das Periostracum. Es besteht aus gegerbten Proteinen und ist etwa mit einer dünnen Lederschicht vergleichbar. Darunter liegt eine mehr oder weniger dicke Schicht aus Calciumkarbonat, die dem Gehäuse seine Stabilität verleiht. Diese wird als Ostracum bezeichnet. Ein Hypostracum (Perlmuttschicht) bilden vor allem Meeresschnecken aus. 
In der Abbildung links sind die wichtigsten Bezeichnungen für die Beschreibung von Schneckengehäusen angegeben. 
Die Gehäusespitze wird als Apex bezeichnet. Die Sutur oder Naht ist die mehr oder weniger deutlich sichtbare Linie an der jeweils zwei Windungen aufeinandertreffen. Sie Verläuft spiralig um das gesamte Schneckenhaus. Der Umbillicus oder Nabel ist die Öffnung der Hohlspindel, um die sich das Gehäuse windet (z. B. bei Apfelschnecken (Pomacea)). Wenn sich kein Hohlraum zwischen den Windungen befindet, dann gibt es keinen Nabel (z.B. bei Turmdeckelschnecken). Teilweise ist die Umbilical-Lippe bzw. die Columellaris so weit umgeschlagen, dass sie den Nabel verdeckt. Als Columellaris wird der Teil des Mundsaums bezeichnet, der sich vom Bereich des Nabels bis zum tiefsten Punk der Mündung erstreckt. Die Palatalis (engl. outer lip) reicht vom tiefsten Mündungspunkt bis zum Startpunkt der Sutur. Entlang der über der Mündung liegenden Windung verläuft die Parietalis. In diesem Bereich kann sich eine dünne Schicht aus Gehäusematerial bilden (Kallus) auf der sich granulöse Strukturen, Zähne oder charakteristische Farbmuster bilden. 
Auf der Gehäuseoberfläche können sich verschiedene Verzierungen befinden. Weit verbreitet sind spiralige Längsrillen oder -rippen. Diese erhabenen Linien verlaufen paralell zur Naht. Sehr feine Strukturen werden als Rillen, sehr grobe als Rippen bezeichnet. Verlaufen die Linien quer zur Naht, dann werden sie entsprechend als Querrillen oder Querrippen bezeichnet. Zusätzlich können Dornen und Tuberkeln (Knoten) ausgebildet werden. Auch die Sutur kann arttypische Besonderheiten aufweisen. Beispielsweise hat die Spitze Apfelschnecke (Pomacea bridgesii) eine einfache Sutur, bei der Gefurchten Apfelschnecke (Pomacea canaliculata) ist sie eingesenkt. Eine Carina ist ein Windungskiel. Während in der Regel die meisten Gehäuse abgerundete Windungen haben, bilden einige Schneckenarten Winkel und Kanten aus. Die Größe und Position sind arttypisch. Im Mündungsbereich findet man zahnartige Strukturen an der Palatalis oder Parietalis. Bei Meeresschnecken treten oft Siphonalrinnen auf. Die sogenannte Stromboid-Kerbe ist eine Öffnung, durch die Fechterschnecken (Strombidae) ein Auge stecken um ihre Umgebung zu beobachten. Weitere Kerben dienen zur Ausscheidung von Stoffwechselabfällen aus der Mantelhöhle. 
Um Gehäuse treffend beschreiben zu können, werden drei festgelegte Grundpositionen unterschieden. Die erste Grundposition ist die Spitzenlage. Dabei steht das Gehäuse senkrecht auf der Unterlage und der Betrachter schaut von oben auf die Spitze (rechts). Die zweite Grundposition ist die Nabellage. Dabei liegt das Gehäuse mit der Unterseite nach oben, so dass die Mündung auf den Betrachter gerichtet ist (links). Bei der dritten Position schaut man auf die Rückseite, wenn das Gehäuse auf der Mündung liegt (mitte).
In der Nabellage wird zum Beispiel die Gehäusehöhe bestimmt. Parallel der Achse von der Gehäusespitze bis zum Nabel wird die Entfernung zwischen dem Apex und dem tiefsten Punkt der Mündung bzw. der Spitze des Siphonalkanals, sofern vorhanden, gemessen. Die Breite wird entsprechend rechtwinkelig zur Achse bestimmt. 
Es gibt vier verschiedene Gehäusegrundformen. Am bekanntesten und am weitesten verbreitet ist das kegelförmige oder konische Gehäuse (A). Das Gehäuse ist wie eine Wendeltreppe spiralig in die Höhe gedreht. Diese Grundform variiert im Verhältnis der Höhe zur Breite. Sehr schmale, hohe Gehäuse haben zum Beispiel die Turmdeckelschnecken und die Spitze Schlammschnecke (Lymnaea stagnalis). Bei einigen Apfelschnecken und der Ohrförmigen Schlammschnecke (Radix auricullaria) sind die Gehäuse dagegen fast kugelig. 
Bei den Tellschnecken sind die Gehäuse flach in einer Ebene aufgewunden. Diese Form wird als planorboid oder tellerförmig bezeichnet (B). Gehäuse mit wenigen (bis etwa 3) Umgängen. werden als neritoid oder mützenförmig bezeichnet (C). Solche Gehäuse haben zum Beispiel die Rennnschnecken (Neritina sp.).
Gehäuse, die auf der Unterseite völlig offen sind und keine Windungen haben, sind napfförmig oder patelloid (D). So ein Gehäuse haben zum Beispiel die Napfschnecken an den Küsten.
Planorboide Gehäuse haben sehr wenige Merkmale. Es lassen sich aber dennoch gattungs- oder arttypische Merkmale identifizieren, wenn man sich die äußeren Umrisse und die Mündungsform ansieht. 
Der Gehäuseumriss in der Grundposition wird als Kontur bezeichnet. Die Konturlinie kann gerade, ausgebeult (konvex) oder nach innen gebogen (konkav) sein. Bei der Flachen Federkiemenschnecke (Valvata cristata) ist in der Nabellage die Kontur konkav (A). Bei der Glänzenden Tellerschnecke (Segmentia nitida) ist sie dagegen konvex (C) und bei der Gemeinen Tellerschnecke (Planorbis planorbis) (B) und der Riementellerschnecke (Bathyomphalus contortus) (D) gerade.
Auch die Form der Mündung ist ein Merkmal, dass bei der Artbeschreibung herangezogen wird. Je stärker die Windungen gewölbt sind, desto runder wird die Mündung. In den meisten Fällen ist sie spitz-oval und höher als breit. Sie kann aber auch breiter als hoch, halbmondförmig (Bathyomphalus contortus, D), halbkreisförmig (Neritidae) oder (fast) rund (Valvata cristata, Viviparus contectus) sein. 
Wenn der Saum der Mündung am oberen Rand nicht direkt mit der Wand der vorherigen Windung verschmilzt, sondern frei um die Mündung verläuft, die Ränder also in einander übergehen, dann spricht man von einem verbundenen Mundsaum (A). Planorbidae haben keinen verbundenen Mundsaum (B, C, D). 

A Valvata cristata (Valvatidae)
B Planorbis planorbis (Planorbidae)
C Segmentia nitida (Planorbidae)
D Bathyomphalus contortus (Planorbidae)

Die allermeisten Schnecken sind rechtsgewunden. Das bedeutet, dass sich bei ihnen die Mündung rechts von der Gehäuseachse befindet. Beim kriechenden Tier ist dann die Gehäusespitze auf der rechten Seite des Körpers. Wenige Arten sind typisch links gewunden. Dazu gehören die Tellerschnecken, deren Windungsrichtung aber wegen der abgeflachten Gehäuse nicht gut sichtbar ist. Eine Ausnahme sind die afrikanischen Tellerschnecken aus der Gattung Bulinus, die ein turmförmiges Gehäuse haben. Außerdem sind alle Arten der Apfelschnecken-Gattung Lanistes linksgewunden und die Blasenschnecken (Physidae).
Sehr selten treten von eigentlich rehctsgewundenen Arten linksgewundene Exemplare auf. Diese werden als Sinister bezeichnet. Bei Weinbergschnecken spricht man von "Schneckenkönigen".

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Bestimmungsschlüssel

Der folgende Bestimmungsschlüssel soll helfen die Tiere im Süßwasseraquarium zu identifizieren. Weil ein wissenschaftlicher Bestimmungsschlüssel vor allem auch Merkmale des Weichkörpers beinhaltet, die nur beim Präparieren den Schnecken sichtbar werden, musste ich mir ein vereinfachtes System für die Schnecken im Aquarium überlegen. Mit diesem Schlüssel ist es aber nur möglich die Familie zu bestimmen. Für unsere aquaristischen Interessen ist das aber in der Regel auch ausreichend.
 
 

1a Gehäuse kleiner als 1 cm, flach, ohne Gehäusedeckel 2
1b Gehäuse bis etwa 1,5 cm, konisch, mit Deckel Bithynidae/Hydrobidae
1c Gehäuser größer, konisch oder flach in einer Ebene gedreht, mit oder ohne Gehäusedeckel 3
2a Apex zeigt nach rechst hinten Acroloxidae
2b Apex zeigt nach links hinten Ancylidae
3a Gehäuse flach in einer Ebene gewunden 4
3b Gehäuse konisch  5
3c Gehäuse neritoid 10
4a ohne Gehäusedeckel, ein Paar fadenförmige Fühler, schmal ovale Kriechsohle Planorbidae
4b mit Gehäusedeckel, zwei Paar Fühler, breite, keilförmige Kriechsohle Ampullaridae (Marisa)
5a Gehäuse ohne Deckel 6
5b Gehäuse mit Deckel 7
6a Gehäuse links herum gedreht, Fühler fadenförmig, Kriechsohle hinten spitz zulaufend Physidae
6b Gehäuse rechts herum gedreht, Fühler flach und dreieickig, Kriechsohle hinten abgerundet Lymnaeidae
7a Gehäuse breit konisch bis ovoid 8
7b Gehäuse schmal konisch, turmförmig zum Teil mit erodierter Spitze 9
8a zwei Paar Fühler, breite Kriechsohle Ampullariidae
8b ein Paar Fühler, ein Fühler beim männlichen Tier verdickt, ovale Kriechsohle, Gehäuseoberfläche glatt, Operculm ei- bzw. tropfenförmig mit zentralem Kern Viviparidae
8c ein Paar Fühler, ovale Kriechsohle, Gehäuseoberfläche mit Tuberkeln besetzt, Operculum oval mit randständigem Kern. Paludomidae
9a Operculum mit randständigem Nukleus Thiaridae
9b Operculum spiralig mit zentralem Nukleus Pachychilidae
10a Gehäuse flach oder eiförmig mit wenigen schwach abgesetzten Windungen, Kriechsohle oval bis rund, ein Paar Fühler Neritidae
10b Gehäuse eiförmig mit wenigen schwach abgesetzten Windungen, zwei Paar Fühler Ampullariidae (Felipponea)

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Systematik

Schnecken sind wie Insekten, Spinnen, Würmer, Krebse und Garnelen wirbellose Tiere (Invertebrata). Wegen der Unterschiede in ihrem Körperbau werden diese Tiere jedoch in verschiedene Stämme unterteilt. Die Schnecken sind eine Klasse aus dem Stamm der Weichtiere (Mollusca).
Die Systematik der Gastropoda ist bisher nicht eindeutig geklärt. Ursprünglich wurden nur Merkmale des Gehäuses zur Artbestimmung verwendet. Später wurde die Aufmerksamkeit mehr auf die inneren Organe (Herz, Reproduktions- und Exkretionsorgane) gerichtet. Da diese aber zum Beispiel bei fossilen Arten nicht erhalten sind, ist deren Einordnung schwierig. Heute werden neben den anatomischen Unterschieden auch genetische Merkmale zur Klärung der Verwandtschaftsverhältnisse herangezogen. Daraus hat sich ein neues System ergeben, in das aber bisher nicht alle bekannten Schneckenarten eingeordnet werden konnten, weil die entsprechenden Untersuchungen bisher noch nicht durchgeführt werden konnten. Ein recht altes System basiert in erster Linie auf der Anordnung der Kieme und des Herzens bei den verschiedenen Familien. Bei den Pulmonata (Lungenschnecken) fehlt die Kieme, bei den Opistobranchia (Hinterkiemer) liegt sie hinter dem Herzen und bei den Prosobranchia (Vorderkiemer) befindet sie sich davor in der Mantelhöhle. Ein etwas neuere System basiert auf der Anordnung der Nervenstränge. Bei den Streptoneura sind die Nervenstränge im Kopfbereich überkreuzt, bei den Euthyneura parallel. Das steht im Zusammenhang mit der Drehung des Eingeweidesackes im Verlauf der Evolution. Neueste Untersuchungen haben gezeigt, dass in diesem System Familien zusammengestellt wurden, die nicht sehr nahe miteinander verwandt sind. Beispielsweise gibt es Schnecken, die parallele Nervenstränge haben, weil sich im Verlauf der Evolution ihr Körper nicht gedreht hat und solche, die sich zurück gedreht haben. Darum wurden die Unterklassen aufgelöst und durch solche ersetzt, die auf anderen Merkmalen beruhen. Dieses aktuelle System ist aber noch unvollständig, weil bisher nicht alle Schneckenfamilien bezüglich aller ihrer Merkmale untersucht wurden. Darum unterteilen wir hier die Schnecken weiter in Lungenschnecken, Vorder- und Hinterkiemer.

Die Unterscheidung in Vorder-, Hinterkiemer und Lungenschnecken ist zwar nicht aktuell, beruht aber auf äußerlich sichtbaren Merkmalen und ist darum am Besten nachzuvollziehen. Zum besseren Verständniss sollen hier aber die Beziehungen zwischen den unterschiedlichen Bezeichnungen für die Unterklassen kurz dargestellt werden.
Zu den Streptoneura gehören etwa 60.000 Arten. Sie werden auch oft als Prosobranchia (Vorderkiemer) bezeichnet, weil ihre Kiemen sich vorne in der Mantelhöhle befinden. Ein charakteristisches Merkmal ist der hornige oder kalkige Gehäusedeckel. Meistens dient er zum Schutz des zurückgezogenen Tieres und verschließt die Mündung des Gehäuses. In seltenen Fällen wird er als Waffe genutzt.  Zu den Euthyneura gehören die Pulmonata (Lungenschnecken) und die Opistobranchia (Hinterkiemer). Als Hinterkiemer, werden die Meeresnacktschnecken bezeichnet, deren Kiemen sich in Büscheln am hinteren Körperende oder als fransige Anhänge überall auf der Körperoberfläche befinden. Zu den Lungenschnecken gehören die landlebenden Arten und zum Beispiel die Teller- und Blasenschnecken im Süßwasser. Insgesamt werden zu den Euthyneura etwa 40.000 Arten gezählt. Da sie keine Gehäusedeckel bzw. gar keine Gehäuse ausbilden, sind sie leicht von den Vorderkiemern zu unterscheiden.
 
 

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Anmerkungen zur Nomenklatur

An erster Stelle steht immer die lateinische Artbezeichnung, weil diese eindeutig und international anerkannt ist. Die deutschen Namen sind Regional unterschiedlich. In einigen Fällen werden verschiedene Arten mit demselben Trivialnamen angesprochen. Beispielsweise wird sowohl Radix ovata als auch Lymnaea peregra als „Eiförmige Schlammschnecke“ bezeichnet. Der zweite Grund für die Verwendung der lateinischen Namen liegt darin begründet, dass die nicht einheimischen Arten meist keine deutschen Namen haben. In einigen Fällen wurden die englischen Trivialnamen einfach ins Deutsche übersetzt.
Synonyme sind wissenschaftliche Bezeichnungen, die nach den Regeln der Internationalen Nomenklatur ungültig sind, aber in älterer Literatur für die entsprechende Art verwendet wurden. Bei der Bezeichnung von Arten ist immer der erste veröffentlichte Name gültig. Spätere Namen aus neuen Beschreibungen sind als Synonyme zu werten. Zum Beispiel ist die 1898 von Dall beschriebenen Ampullaria pinei mit der 1829 von Say als Ampullaria paludosa beschriebenen Schnecke identisch. Bei den Apfelschnecken kommt dazu, dass es viele Synonyme bei den  Gattungsbezeichnungen gibt. Die Bezeichnung Ampullaria wurde ursprünglich 1799 für eine Gattung eingeführt, die bereits ein Jahr vorher als Pila benannt wurde. Ampullaria ist also ein Synonym von Pila. Die Gattung Pila umfasst aber definitionsgemäß rechtsgewundene, afrikanische und asiatische Apfelschnecken mit kalkigem Operculum. Die obengenannte Art heißt darum richtig Pomacea paludosa, weil die neuweltlichen Apfelschnecken mit langem Sipho heute als Pomacea bezeichnet werden. Die Bezeichnung Ampullarius wurde wie Pomacea im Jahre 1810 eingeführt – jedoch einige Monate später. Darum ist auch sie keine gültige Gattungsbezeichnung. Der Familienname der Apfelschnecken – Ampullariidae - wurde 1828 von einer Ampullaria sp. abgeleitet, die richtig als Pila hätte bezeichnet werden müssen. Daher versuchte Röding im Jahre 1927 den Familiennamen in Pilidae zu korrigieren. Der Name erlangte aber keine Gültigkeit, weil er keine allgemeine Anerkennung fand. Also ist Ampullaria ein Synonym von Pila, Ampullarius ein Synonym von Pomacea, aber Pilidae ein Synonym von Ampullariidae.

Die wissenschaftlichen Namen setzen sich in den meisten Fällen aus 2 Begriffen, seltener aus 3 oder 4 zusammen. Der erste Begriff bezeichnet die Gattung und der zweite die Art. Manchmal findet man zwischen der Gattungsbezeichnung und einem Artnamen einen Begriff in Klammern. Zum Beispiel: Neritina (Clypeolum) latissima oder Neritina (Dostia) violacea. Clypeolum und Dostia bezeichnen in diesem Fall Untergattungen. Wird am Ende eines Namens ein weiterer Begriff angefügt, wie bei Bithynialeachiileachii, dann wird damit eine Unterart bezeichnet. Je mehr der Namensteile gleich sind, desto näher sind die Arten mit einander verwandt. Pomacea bridgesii und Pomacea canaliculata gehören zum Beispiel zur selben Gattung. Bithynia leachii leachii und Bithynia leachii troscheli sind genetisch leicht verschiedene Formen einer Art.
Die Artbezeichnungen sollen oft auf eine Besonderheit hinweisen, die sie möglichst von andern Arten der gleichen Gattung abhebt. Beispielsweise bedeuten „nitida“ und „splendens“ glänzend, „albus“ weiß, „globosus“ kugelförmig, „glabra“ glatt oder kahl (im Sinne von unbehaart), „tuberculatus“ buckelig und „corneus“ aus Horn. In manchen Fällen sind die Arten aber nach ihren Entdeckern oder einem bekannten Zoologen oder ihrem Entdecker benannt: zum Beispiel Asolene spixi (nach Spix). Manchmal fällt den Systematikern aber auch nichts Sinniges ein und so heißen Pomacea bridgesii nach einer Brücke (bridge) und Pomacea insularum nach einer Insel (insula), weil die Typustiere unter bzw. auf einer solchen gefunden wurden.
Hinter den Artnamen steht oft der Name des Autoren, der als erster die Art gültig beschrieben hat. In der Regel wird dieser in Kapitälchen (Großbuchstaben) dahinter geschrieben. In Klammern werden dagegen Autoren genannt, von denen die Art früher beschrieben, aber ursprünglich in eine andere Gattung oder Rangstufe gestellt wurde. Das ermöglicht es Systematikern Erstbeschreibungen nachzulesen und Synonyme zu identifizieren.

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Online-Quellen:

http://www.applesnail.net
Homepage von Stijn Ghesquiere (Belgien), ausführliche Informationen über verschiedene Apfelschneckenarten

http://www.eumed.net/malakos/
Spanische Seite über Mollusken mit einer relativ vollständigen neuen Systematik der Schnecken.

http://www.mollbase.de/
Database of Mollusca – Nationale Datenbank der Binnenmollusken in Deutschland

http://www.inhs.uiuc.edu/
Illinois Natural History Survey - Fieldguides zur Bestimmung von Pflanzen und Tieren
 
 


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