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Segelflosser
oder Skalar
Pterophyllum
scalare
Herkunft:
Amazonasgebiet: Peru, Brasilien
Aussehen:
Länge bis 15 cm; Höhe bis 18 cm, seitlich abgeflachter,
hoher Körper; Rücken- und Afterflosse sind segelartig ausgezogen;
die Bauchflossen sind fadenartig verlängert, die äusseren Strahlen
der Schwanzflosse sind etwas länger als die übrigen; die Wildform
ist am Bauch silbrig, zum Rücken hin bronzefarben bis grünlich,
über den Körper verlaufen vier senkrechte dunkle Linien: eine
im Bereich des Auges, eine vor der Rückenflosse, eine von der Spitze
der Rückenflosse bis in die Spitze der Afterflosse und die vierte
markiert die Schwanzwurzel; das Auge ist orange bis rot, die Bauchflossen
schimmern teilweise grünlich oder bläulich; es gibt weiter Muster
bei den Wildformen, die sich je nach Herkunftsgebiet etwas unterscheiden,
Beispielsweise treten rötliche bis braune Punkte oder zusätzliche
ganze oder halbe Streifen auf (siehe auch Zuchtformen); die Jungfische
werden im Laufe der Zeit höher; je älter der Fisch, desto steiler
ist die Stirn, bzw. der Übergang zum Rücken , an
jungen Tieren weniger ausgeprägt; Männchen entwickeln einen Fetthöcker
auf der Stirn, dadurch ist der Übergang zum Körper sehr abrupt;
Genopodium des Männchens zipfelig spitz, beim Weibchen stumpf
Beckengröße:
Höhe ab 40 cm; Länge ab 80 cm
Temperatur:
24-28 °C
pH-Wert:
5,5-7,5
Härte:
4-18 °dGH
Licht:
tagaktiv, bevorzugt abgedunkelte Bereiche
Futter:
Flockenfutter, Futtertabletten, Lebendfutter
aller Art
Sonstiges:
Wurzeln und
breitblättrige Pflanzen (Echinodoren)
als Einrichtung
Zur Brut sind
sie revierbildend, sonst eher gesellig. Für den Raubfisch, kommen
als Beute schlanke Fische bis 2,5 cm (Neons, Guppymännchen, Kardinalfische)
in Frage. Die Fische greifen während der Brut auch die Hände
des Menschen an, wenn man in ihr Revier eindringt. Die Bisse sind deutlich
zu spüren und werden manchmal von einem Knallen mit den Kiemendeckeln
begleitet, das deutlich zu hören ist. Sie können über 10
Jahre alt werden.
Skalare sind Offenbrüter. Es wird ein Revier
abgesteckt und verteidigt. Zur Eiablage werden senkrechte Pflanzenteile,
Holz oder Einrichtungsgegenstände geputzt. Das Weibchen beginnt damit
die Eier in Reihen abzulegen, das Männchen folgt ihr sofort und befruchtet
die Eier, indem es mit dem Genopodium darüberstreicht und Samen abgibt.
Die Eier entwickeln sich innerhalb von 48 Stunden und werden in der Zeit
von den Eltern ständig mit Wasser befächelt. Unbefruchtete Eier
werden weiss, häufig werden diese von den Eltern gefressen. Die Larven
haben Klebedrüsen am Kopf und haften an der Unterlage. Brutpflegende
Eltern sammeln die Jungen wieder ein, wenn sie herunterfallen und spucken
sie wieder gegen das Laichsubstrat. Etwa 5 Tage nach dem Schlüpfen
ist der Dottersack aufgebraucht und die Tiere beginnen mit dem Freischwimmen.
Als Aufzuchtfutter eignen sich Cyclops- und Artemia-Nauplien. Tagsüber
müssen die Tiere alle 3-4 Stunden gefüttert werden, da ihre Mägen
sehr klein sind. Wenn man die Tiere 24 Stunden beleuchtet müssen sie
auch nachts alle 4 Stunden gefüttert werden. Sie wachsen dann schneller.
Innerhalb von 12-15 Wochen wachsen die Tiere zu einer Grösse von ca.
3 cm heran. Eine Aufzucht im Gesellschaftsaquarium ist nicht möglich.
Besonderes Salmler fressen die Eier und die Jungfische. Im Artbecken pflegen
die Eltern die Gelege zum Teil sehr gut, fressen später aber möglicherweise
die Jungfische. Am einfachsten ist eine Überführung des Geleges
mit der Unterlage (wenn es nicht gerade die Aquariumscheibe ist) in ein
vorbereitetes Aufzuchtbecken. Hier ist die Pflege am unkompliziertesten,
da keine Futterkonkurrenz mit anderen Arten besteht und der Boden leicht
zu reinigen ist. Grössere Artemia-Nauplien können der Brut gefährlich
werden. Daher ist am Anfang ein täglicher Ansatz neuer Artemia nötig.
Die Entfernung von Futterresten und Kot erfolgt nach jeder Fütterung
(3-4 mal täglich). Mulm kann bei den Larven, die am Boden liegen,
zu Atemnot führen, weil er die Kiemen verstopft. Eine Brut kann 300
bis 600 Jungfische hervorbringen. Bis sie eine Verkaufsgrösse erreichen
benötigen sie ein Volumen von 1-2 Liter Wasser um sich gut zu entwickeln.
D.h. man benötigt ein Aufzuchtbecken mit 300 bis 600 Litern pro Brut,
häufig sind die Gelege kleiner (50 bis 100 Eier), aber dennoch sollte
man sich darüber im Klaren sein, dass diese Tiere viel Platz benötigen.
Farbe: Gold-,
Schwarz-, Marmor-, Rauch-, Leopard-, Kupfer-, Koi-(3-farbig), California-,
Perlmutt- /Albino-, Schwarzband- und Weissband-Skalar; dazu Kreuzungen
aus diesen Formen; die intensive Farbe von roten Zuchtformen (die teilweise
auch rote Eier legen) kann man nur durch carotinhaltige Kost auf Dauer
erhalten
Flossenform: neben der normalen Form gibt es die meisten
Farbschläge auch als Schleierform, auch Fächerschwänze wurden
gezüchtet
Körperform: in Moskau wurden Goblin-Skalare gezüchtet,
deren Körper herzförmig ist: der Schwanzstiel liegt hier zwischen
Rücken- und Afterflosse und nicht dahinter, die Tiere sind schwarz
(Abbildung im "Aquaristik-Fachmagazin", März 2002, S. 113)
Wasserqualität: 26-28 °C, 5-9 °KH, pH-Wert
6,5-7,2; die im Handel erhältlichen Tiere sind häufig Kreuzungen
aus Populationen verschiedener Herkunftsgebiete, der Toleranzbereich umfasst
durch die lange Zuchtgeschichte alle Aquarienwässer.
In der Natur findet
man die Tiere in langsam strömenden Flüssen, die weitgehend pflanzenfrei
sind. In der Regenzeit liegen die Blätter der Bäume unter Wasser,
auf ihnen laichen die Tiere ab. Die Lebensräume umfassen Klar-, Weiss-
und Schwarzwasser. Es wurden an den verschiedenen Ursprungsflüssen
pH-Werte von 3,8 bis 7,9 gemessen. Die Wasserhärte liegt zwischen
1 und 16 °KH (meist um 5); die Wassertemperatur schwankt im Jahresrhythmus
um 5-6 Grad, in Einzelfällen wurden Temperaturen von 29-33 Grad gemessen. |
Weibchen bei der Eiablage. Das
Männchen im Vordergrund hält Wache.
Männchen beim befruchten der Eier.
Die Jungfische bleiben in den ersten
Wochen als Schwarm zusammen.
Die roten Bäuche zeigen an, dass die
Tiere die angebotenen Artemia-Nauplien
gut annehmen.
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