Bei den Wasserkelchen
und Speerblättern, die beide zu den Aronstabgewächsen
(Araceae) gehören, kommt es aber manchmal vor, dass sich Blüten
auch im Aquarium unter Wasser zeigen. Während es bei den Speerblättern
wohl nur solche Blüten sind, die in der Überwasserkultur bereits
angelegt worden sind und sich nun bis zur Blütenöffnung weiter
entwickeln, kommt es bei den Wasserkelchen vor, dass sie unter Wasser neue
Blüten anlegen.
Bei den Wasserkelchen gibt es Arten, die dauerhaft im
Wasser stehen und zum Blühen sehr lange Blütenröhren ausbilden.
Dazu gehören der Hammerschlag-Wasserkelch (C.
aponogetifolia) und der Rote Riesen-Wasserkelch (C.
usteriana). Beide bilden ausreichend lange Blütenstande um
die Wasseroberfläche zu erreichen. Kleinere Arten können das
nicht. Trotzdem gibt es Beobachtungen, dass sowohl C. wendtii als
auch C. x willisii unter Wasser Blüten bildet, die sich dann
aber in der Regel nicht öffnen.
Es ist schwer zu sagen warum und wann die Pflanzen das
tun, weil bisher nicht ganz klar ist, was die Blütenbildung bei Wasserkelchen
auslöst und wie lange es von der Anlage der Blütenknospe bis
zum Blühen dauert.
Wahrscheinlich wird der Reiz ausgelöst, wenn eine
Veränderung der Umweltbedingungen der Pflanze signalisiert, dass der
Wasserstand sinkt. Das kann zum Beispiel eine Veränderung in der Wasserzusammensetzung,
des Lichtspektrums oder der Lichtintensität sein. In der Natur bedeutet
beispielsweise mehr Licht, dass der Wasserstand absinkt. Zum Ende der Regenzeit,
nimmt die Niederschlagsmenge ab und Schwemmstoffe aus dem Boden werden
weniger stark verdünnt. Das bedeutet, dass die Konzentration an Nährstoffen,
gegebenenfalls auch die von Huminstoffen, im Wasser zunimmt. Das Lichtspektrum
und die Wasserchemie ändern sich. Die an die jeweiligen Standorte
angepassten Pflanzen reagieren entsprechnd mit Blütenbildung.
Ein Bericht über das submerse Blühen von C.
wendtii wurde 1999 von Romeo Herr veröffentlicht.
Manuela Baatz beobachtete das Phänomen in ihrem Aquarium und schickte
uns davon einige Bilder. Die Bilder von der C. x willisii darunter
sind uns freundlicherweise von Lars Winkelmann zur Verfügung gestellt
worden.
| Diese Cryptocoryne
wendtii in einem Aquarium bei Manuela Baatz hat in der Unterwasserkultut
Blüten gebildet. Es ist deutlich zu sehen, dass alle Blätter
die Unterwasserform haben. Das Bild unten zeigt eine weit entwickelte Blüte,
mit einem langen Blütenstandstiel. Die Pflanze versucht also die Blüte
aus dem Wasser zu schieben, scheitert aber an der Höhe des Wasserstandes.
Über Wasser wäre der Blütenstandstiel deutlich kürzer
und die Blüte in diesem Entwicklungsstadium vermutlich schon offen.
Das Bild rechts zeigt zur Verdeutlichung einen Blütenstand über
Wasser.
Das Bild unten rechts zeigt die Pflanze von einer anderen Ansicht. Rechts ist ein bereits verblühter Blütenstand. In der Mitte schiebt sich eine weitere Knospe nach oben und im Hintergrund ist der weiße Blütenstandstiel und ein Teil des weißen Kessels vom großen Blütenstand auf dem linken Bild zu sehen. |
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| Hallo,
ich habe bei Ihnen auf der Webseite Bilder von einer invitro
Mit freundlichem Gruß Lars Winkelmann per e-mail am 05.09.2007 um 10:27 Uhr |
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R. Herr (1999): Submerser Blütenstand bei Cryptocoryne wendtii de Wit.- Aqua Planta 2-99, 63-64