Wir bieten
verschiedene Turmdeckelschnecken in unserem
Shop
an.
Malaiische Turmdeckelschnecke
Genoppte Turmdeckelschnecke
Behaarte Turmdeckelschnecke
Zur Familie der Thiaridae gehören mindestens 12 Gattungen.
Davon kommen drei, nämlich Fagotia, Melanopsis, Amphimelania,
in Europa vor. In der Aquaristik sind die tropischen Arten aus den Gattungen
Melanoides,
Tarebia
und Thiara bekannt. Von den anderen Schneckenfamilien kann man die
Thiaridae daran unterschieden, dass ihre Mündung oval ist und keine
Siphonalrinne hat. Das Operculum ist konzentrisch mit einem randständigen
Nukleus.
Turmdeckelschnecken sind getrenntgeschlechtig. Die meisten vermehren sich aber durch Parthenogenese (Jungfernzeugung). Bei der Malaiischen Turmdeckelschnecke (Melanoides tuberculata) gibt es nur in wenigen Populationen Männchen, die dann meist auch nicht fortpflanzungsfähig sind. In der Aquaristik sind nur Weibchen bekannt. Viele Arten sind lebend gebärend (ovovivipar). Sie geben durch ihre Geschlechtsöffnung Eier in eine Bruttasche hinter ihrem Kopf ab. In dieser Bruttasche schlüpfen die Jungen und werden mit einer Größe von 2 bis 3 mm durch die Geburtspore auf der rechten Seite der Tasche geboren. Es kommt aber auch vor das Larven frei gestezt werden (Thiara granifera).
Typisch für diese Familie sind die schlanken, festen,
hoch getürmten Gehäuse. Die Oberfläche kann glatt oder geriffelt,
mit Dornen oder Noppen besetzt sein. Das hornige Operculum ist konzentrisch
mit randständigen Nukleus. Die Fühler sind fadenförmig.
Die Schnauze ist zu einem auffälligen, flachen Rüssel ausgezogen.
Zu der Familie gehören 12 oder mehr Gattungen. Von
einigen ist das Verbreitungsgebiet auf eine einzelne Insel beschränkt.
Tylomelania-Arten gibt es nur auf Celebes. Cubaedomus nur auf Kuba. Sermylasma
und Pseudopotamis leben in Australien. In Europa findet man Fagotia-, Amphimelania-
und Melanopsis-Arten. Melanoides und Thiara sind fast weltweit verbreitet.
Im Gesellschaftsaquarium vergraben sich die Tiere tagsüber
im Substrat und kommen nur nachts zur Nahrungssuche oder bei extremem Sauerstoffmangel
heraus. Wenn sie ohne Fische gehalten werden, kommen sie aber auch tagsüber
an die Oberfläche. Als Nahrung dienen Algen (möglicherweise auch
Kieselalgen), Detritus und Mikroorganismen.
Diese Schnecken werden auch als „Regenwürmer des
Aquariums“ bezeichnet. Weil sie sich tagsüber im Boden aufhalten wird
ihnen nachgesagt, dass sie Futterreste und Fischkot im Boden fressen und
so die Bildung von Mulm und Fäulnis verhindern können. Es wird
als positiv angesehen, dass sie den Boden durchwühlen und so Fischkot
und andere Abfälle an die Wurzeln der Pflanzen bringen, die daraus
dann Nährstoffe entziehen. Jedes Tier produziert aber auch selber
Abfall. Die Futterreste verschwinden also nicht - es wird nur Schneckenkot
daraus. Fischkot fressen Schnecken gar nicht. Er enthält keine für
sie verwertbaren Nährstoffe. Nur Bakterien können diesen Abfall
zersetzen, so dass die Pflanzen das Nitrat und Phosphat daraus aufnehmen
können. Dafür brauchen die Bakterien Sauerstoff. Den finden sie
jedoch nur in der obersten Schicht des Bodens. Nicht dort, wo der Mulm
landet, wenn die Turmdeckelschnecken ihn vergraben. Unter den anaeroben
Bedingungen in tieferen Substratschichten kommt es dagegen zur Bildung
von Faulgasen. Zusätzlich erwärmt sich das Substrat etwas (wie
ein Komposthaufen bei der Rotte). Manch ein Aquarianer glaubt, dass es
den Pflanzen gut tut, weil sie auf diese Weise keine "kalten Füße"
bekommen. Allerdings bestehen auch Pflanzenwurzeln aus lebenden Zellen
und benötigen ständig Sauerstoff. Zusätzlich werden durch
die Wühltätigkeit der Schnecken die Bodenpartikel durchmischt.
Wenn mehrere Schichten mit verschiedener Korngröße verwendet
werden, dann können durch ihre Grabtätigkeit die Poren des Substrates
verstopfen, weil die kleinen Partikel zwischen die großen geraten.
Dadurch wird der Wasser- und Sauerstoffaustausch zwischen Boden und freiem
Wasser erschwert. Die Schnecken fördern also eher die Bildung von
Mulm und Fäulnis, als das sie diese verhindern. Tritt dann tatsächlich
Fäulnis auf, dann kommen sie auch am Tag nach oben und kriechen herum.
Bei einer mäßigen Fütterung, wenn der Mulm regelmäßig
abgesaugt wird und nur etwa 4 cm Substrat mit einheitlicher Korngröße
verwendet wird, dann sind die Tiere aber nicht schädlich. Sie fressen
entgegen anders lautender Berichte nicht die Wurzeln von Pflanzen völlig
ab. Sterben die Pflanzenwurzeln aber wegen ungünstiger Bodenverhältnisse,
fressen die Schnecken natürlich den rottenden Pflanzenbrei.
Turmdeckelschnecken sind sehr anpassungsfähig und
robust.
Die Indische oder Malaiische
Turmdeckelschnecke (Melanoides tuberculata)lebt sogar
in der Sahararegion in temporären Gewässern in Algerien, Libyen,
Tschad und Mauretanien. Trockenzeiten von mehreren Monaten überdauern
sie vergraben im Substrat. Sie ist sehr häufig in unseren Aquarien
zu finden und hat es sogar geschafft in einigen dauerhaft warmen Gewässern
in Europa Fuß zu fassen. Temperaturen unter 15°C vertragen die
Tiere jedoch nicht.
Ihre Gehäusefarbe variiert von oliv- oder gelbgrün
bis rotbraun. Typisch sind rostrote Querstriche. Der Körper ist fahlgelb,
gräulich bis dunkelgrau. Das Gehäuse kann bis 65 mm hoch und
20 mm breit werden. In Aquarien bleiben die Tiere kleiner. Selten erreichen
sie mehr als 25 mm. Das Operculum ist hornig. Es weit fächerförmige
Zuwachslinien auf.
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Gehäuse einiger Melanoides aus dem
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Die Fransen am Mantelrand sind nicht
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Das Verhältnis der Gehäusehöhe zur Breite
ist nicht arttypisch. Es ist auch nicht mit der Strömungsgeschwindigkeit
des Gewässers, der Wassertemperatur oder mit der Größe
der Tiere korreliert. Im Heviz-Kanal in Ungarn variiert das Verhältnis
der Höhe zur Breite unabhängig von der Gehäuselänge
an einem etwa 25 m langen Gewässerabschnitt zwischen 1,88 und 4,82.
Im Durchschnitt liegt das Verhältnis der Höhe zur Breite bei
3 zu 1.
Die Tiere wurden vermutlich um 1920 zum ersten Mal gezielt
als Aquarientiere nach Deutschland eingeführt. Allerdings wurden sie
1937 noch als Neuheit betrachtet und waren auch um 1950 noch recht unbekannt.
Ursprünglich war die Art vom tropischen Afrika (Kap
der Guten Hoffnung bis ca. 15 ° nördliche Breite) bis in den indischen
Raum und in Australien verbreitet. Heute sind diese Turmdeckelschnecken
Kosmopoliten. Sie wurden in Florida, Neuseeland und Brasilien eingeschleppt.
Sie leben in (schnell fließenden) Flüssen. Sie sind brackwasser-tolerant.
In Aquarien mit einem Salzgehalt von etwa 20 ‰ können die Tiere völlig
normal leben und sich fortpflanzen.
In unserem ersten Newsletter
haben wir die Tiere in einem kurzen Artikel vorgestellt.
Die "Nöppi" ist zumindest vom Namen her sehr bekannt.
Meist werden die Tiere aber wohl mit Thiara scabra
verwechselt. Das einfarbig weiße oder hellbraune bis dunkel rotbraune
Gehäuse dieser Art wird bis 25 mm hoch und etwa 1,3 cm breit. Auf
den wenig gewölbten Windungen sind 4 bis sechs Reihen von Tuberkeln
(Knoten). Bei ihrer Geburt sind die Tiere etwa 2 mm groß. 97 Tage
später, mit einer Größe von etwa 6 mm, produzieren sie
bereits selber Nachkommen. Abhängig von der Größe der Mutter
können bis zu 30 Jungtiere in der Bruttasche sein. Durchschnittlich
sind es bei Tieren mit einer Gehäusehöhe von 14 bis 22 mm etwa
15 Jungtiere. Männchen sind selten oder fehlen ganz. Die Tiere leben
in allen Arten von Gewässern. Schnell strömende Flüsse werden
jedoch bevorzugt besiedelt. Das natürliche Verbreitungsgebiet reicht
von Indien und Sri Lanka nach Osten bis zu den Philippinen und Hawaii.
Im Norden bis nach Südjapan und südlich bis zu den Gesellschaftsinseln.
Heute ist die Art weltweit in den Tropen und Subtropen verbreitet. Man
findet sie unter anderem in Florida (seit 1947), Texas, Costa Rica, Puerto
Rico (seit 1953) und in Südafrika (seit 1996). Die Art ist sehr konkurrenzstark
und verdrängt zum Teil einheimische Arten aus den Gewässern,
in die sie eingeschleppt wurde. Die Tiere sind Zwischenwirt für den
asiatischen Lungenwurm (Paragonimus westermani). Ihr Verbreitungsgebiet
ist durch die Temperatur begrenzt. In Gewässern mit Tiefsttemperaturen
unter 10 °C kommt die Genoppte Turmdeckelschnecke nicht vor. Ihre Letaltemperatur
wurde im Experiment mit 7 °C bestimmt.
Das Gehäuse ist schmal kegelförmig bis gedrungen
turmförmig. Nahe der Naht stehen nach hinten gerichtete Stacheln.
Oft sind diese Stacheln erodiert oder abgebrochen. Auf den Windungen sind
mehr oder weniger stark Tuberkeln (Knoten) ausgebildet. Das Gehäuse
wird etwa 1,5 cm hoch.
Die Schnecken können problemlos in Aquarien gehalten
werden. Sie werden aber von Melanoides tuberculata
verdrängt. Ihre Vermehrungsrate ist deutlich niedriger als die der
Malaiischen Turmdeckelschnecke.
Hält man die Tiere zusammen mit Fischen, vergraben
sie sich meist den ganzen Tag im Bodengrund und kommen nur nachts heraus.
Aber auch in einem Artbecken leben die Tiere eher versteckt. Dieses Schnecken
setzen fertige Jungschnecken aus einer Bruttasche frei. Sie wachsen sehr
langsam, sind aber produktiv.
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Obwohl sie keine Ähnlichkeit mit Rennschnecken aufweist
wurde sie kurz nach ihrer Ersteinführung als neue "Neritina
sp." in einem Aquarienmagazin vorgestellt. Das bräunliche Gehäuse
wird bis etwa 3 cm hoch. Es ist kegelförmig und weist feine Spiralrillen
und charakteristische, borstige Peristrokalhaare auf. Die Haare brechen
teilweise ab und sind nur noch als kurze Stoppeln feststellbar. Die Schnauze
ist rüsselartig verlängert und abgeflacht. Die Mundöffnung
ist klein. Die Augen sind an der Außenseite der Fühler. Die
Fußsohle ist breit oval. Der Gehäusedeckel ist tropfenförmig,
hornig und weist fächerförmige Wuchslinien auf. In den Merkmalen
der äußeren Weichteile gleichen sie deutlich der Malaiischen
Turmdeckelschnecke. Die Tiere sind getrenntgeschlechtig. Die Weibchen tragen
die befruchteten Eier ein einer Bruttasche, bis daraus schwimmende Larven
schlüpfen die sie ins Wasser entlassen. Eine Naachzucht im Aquarium
war bisher nicht möglich. Vermutlich treiben die Larven wie bei den
Neritidae
zum Meer und entwickeln sich dort im Brackwasser.
Die Schnecken können bei Temperaturen zwischen 22
und 28 °C im Süßwasseraquarium gehalten werden. Sie schädigen
keine Pflanzen und sind für andere Tiere ungefährlich. Die Tiere
graben sich oft ein und sind im Aquarium selten zu sehen.
Sie fressen Futterreste, die sie auf und im Substrat
suchen. Teilweise werden weiche Aufwüchse von festen Substraten abgeweidet.
Die Schnecken vergraben sich
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© Wilstermann-Hildebrand 2010- 2011